Scharfsinniger Reporter wird kafkaesker Nabelschauer. Peter Münder über Jürgen Leinemanns schonungslosen Bericht seiner Krebserkrankung.
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David Wagner hatte eigentlich eine gute Idee: Der Supermarkt als Möglichkeit zur inneren Einkehr, als Anstoß zur Reflexion über modernes Konsumverhalten. Leider gelingt es Wagner nicht, diesen essayistischen Ansatz zu einem homogenen Roman zu verweben, musste Tina Manske feststellen.
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Murphys Irlandbild erstrahlt nicht in sattem Grün, sondern dekliniert Schattierungen von Grau. Falsche Freunde, Korruption und Gewalt lauern versteckt hinter der Fassade der Bürgerlichkeit. Frank Schorneck hat Murphys erfreulich unsentimentales, schwarzhumoriges Debüt gefallen.
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Jürgen Nendza: Hinterland I-IV. – Anspielungsreich komponiert, wird dieser Zyklus insgesamt selbst zu einem „Gedächtnissprung“, in dem sich das eigene Erleben der Alltagsumgebung vermengt mit einer (immer) noch zu ergründenden Geschichte, und so ein völlig neues Licht wirft auf alles, was einem doch allzu vertraut, ja bisweilen heimatlich erscheinen will.
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Das Jahr 2009 begann mit „Ruhm“ (Daniel Kehlmann) und endet mit Ruhm (Herta Müller). Dazwischen, im Sommer, verließ ein amerikanischer jest nach brillanter Eindeutschung den PC des Übersetzers Ulrich Blumenbach und materialisierte sich in einem Backstein. Und obwohl Ziegel in Mengen die Büchertische beschwerten, war es doch dieser weiße, der sich dem Jahr auf- und einprägte wie die schwarze Schrift dem Buchdeckel. Von Gisela Trahms
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Jan Wagner: steinway. – Ein Kind kniet auf einem zugefrorenen See, schaut durch die Eisschicht hinab ins Dunkel und entdeckt „zwischen algen und kristall“ große, silbrig schimmernde Fische, die still im Wasser stehen. Gibt man als Leser noch etwas Wintersonne und dampfenden Atem hinzu, glaubt man sich selbst zu sehen, vor langer, langer Zeit.
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Das persönliche Chaos als Voraussetzung für die Liebesanbahnung. Das wäre doch was, dann hätten wir bald keine Singles mehr, die es geben soll wie Sand am Meer. Ein bisschen Chaos kriegt doch jeder hin. Das Romandebüt von Rainer Moritz, Direktor des Hamburger Literaturhauses, macht das jetzt mal auf charmante Weise vor. Von Senta Wagner
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Ein Kubaner, der in Madrid lebt, schreibt einen Thriller – das Herz der hispanophilen und spannungsbegeisterten Rezensentin schlug höher. Doch schon der Klappentext dämpfte die Vorfreude: Das Schicksal der Menschheit steht auf dem Spiel. Das klang nach amerikanischem B-Film. Aber es kam noch schlimmer. Eva Karnofsky ist not amused.
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