
Eine Vielzahl von Krimi-Neuheiten …
… erscheinen jeden Monat, dazu Graphic Novels (vulgo: Comics) und DVDs und BluRays.
Unmöglich, das alles zu überblicken und zu rezensieren.
CrimeMag siebt und schürft deshalb für Sie und weist hier regelmäßig mit Hilfe der befreundeten Buchhandlungen
Chatwins (Berlin),
Wendeltreppe (Frankfurt)
und Buchladen in der Osterstraße (Hamburg)
auf interessante Neuerscheinungen hin.
Bitte denken Sie daran, dass gerade in diesen Zeiten Ihre lokalen Buchhandlungen besonderer Unterstützung und Solidarität bedürfen. Lieber dort bestellen als bei amazon. Man kann das nicht oft genug sagen – und tun.
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Claudia Denker, Chatwins, Berlin:

Ich bin lange um dieses dicke Buch herumgeschlichen, über 700 Seiten, USA, Russland, Nordkorea – Geheimdienst, Agenten, habe ich da überhaupt Lust drauf? Und dann habe ich angefangen und konnte nicht mehr aufhören. Großartig, komisch, sauspannend und hochaktuell: D.B. John: »Red Star Down« (Suhrkamp, deutsch von Lutz W. Wolff) erscheint am 8. September. – Hier bei uns in dieser Ausgabe besprochen.
Im August ist bereits »Die Schakalin« von Mike Nicol (btb, deutsch von Mechthild Barth) erschienen und von Yves Ravey: »Nichts als heiße Luft« (Liebeskind, deutsch von Sabine Müller und Holger Fock), das wird nachgeholt.
Und weil ich jemanden beobachtet habe, der dieses Buch nicht weglegen konnte: »Most Hated Girl« von Kirsty Lockwood (Insel, deutsch von Conny Lösch), bin ich neugierig geworden, deshalb wird es mit in den bevorstehenden Kurzurlaub genommen.
Ich habe in der Sommerpause mit Begeisterung gelesen: »Die Auster« von Yael Inokai (Hanser) und »Ochsenkopf« von Manik Sarkar (Zsolnay), zwei außergewöhnliche Bücher, nicht unbedingt Kriminalromane, aber ein bisschen vielleicht.
Und weil ich auf Amrum war, habe ich endlich mal das Buch von Hark Bohm nachgeholt »Amrum« (Ullstein), ich weiß, es ist schon von 2024, aber trotzdem darf ich das hier doch nochmal empfehlen, oder? Und jetzt muss ich packen!
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Jutta Wilkesmann und Hildegard Gansmüller, Wendeltreppe, Frankfurt:
Mit einem Bündel aus Grüßen und guten Wünschen (Sommer soweit überstanden!):
Halldor Armand: Important Trash (HarperCollins)

Ron Currie: Die Patin von Maine (btb) – in dieser Ausgabe bei uns besprochen, die Red.
Sean Carter: Ein Dorf, zu schön zum Sterben (Kampa)
Toni Coppers: Der Fall Magritte (Lübbe) – in dieser Ausgabe bei uns besprochen, die Red.
Richard Hallas: Wer verliert gewinnt (Elsinor) – hier bei uns besprochen, d. Red.
Vincent Tal: Tainted Love (Pfaueninsel)
Peter Grainger: Ein unglücklicher Tod (Diogenes) – hier bei uns besprochen, d. Red.
Der Herbst kann kommen!!!
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Torsten Meinicke, Buchladen in der Osterstraße, Hamburg
– Imani Thompson, Honey (Ü: Asal Dardan), Rowohlt 2026, 416 S., 25 Euro: Yrsa ist 24 und studiert in Cambridge. Nebenbei bringt sie Männer um. Mord als weibliche Selbstermächtigung.

– Yves Ravay, Nichts als heiße Luft (Ü: Holger Fock und Sabine Müller), Liebeskind 2026, 114 S., 20 Euro: Barnett Trapp will mit Hilfe von Nachbarin Sally deren Ehemann ausrauben. Das geht schnell schief und ist nach 114 Seiten auch schon gescheitert.
– Belinda Bauer, Das Ding der Unmöglichkeit (Ü: Conny Lösch), Kunstmann 2026, 352 S. 25 Euro: Was für ein Plot! Ein Vogeleier-Krimi, der auf zwei Zeitebenen an der Felsküste Yorkshires spielt. Trottellummen als Romanheldinnen. Auf alle Fälle mal etwas Neues.
– Kevin Barry, Das Herz im Winter (Ü: Thomas Überhoff), Liebeskind 2026, 216 S., 23 Euro: Ein Western ist ein Krimi, der im 19. Jahrhundert spielt. Butte/Montana, 1891. Polly und Tom sind auf der Flucht vor Kopfgeldjägern und einem gehörnten Ehemann. Kalifornien ist der Sehnsuchtsort (den sie nie erreichen werden). Zutiefst unheroisch das Ganze, aber einfach großartig erzählt, mit Dialogen zum Niederknieen.

– Oliver Bottini, Die Summe aller Dinge, DuMont 2026, 480 S., 28 Euro: Diesen irrsinnig guten Wirtschaft- und Politkrimi hatte ich hier, glaube ich, noch gar nicht erwähnt. Die Geschichte von Zaid, Erik und Freddy und ihren krummen Cum-Ex-Geschäften gehört in die alleroberste Schublades des diesjährigen Krimijahres.
– Ron Currie, Die Patin von Maine (Ü: Stephan Glietsch), BTB 2026, 416 S., 17 Euro: Babs Dionne ist alt, aber noch keinesfalls im Ruhestand. Zusammen mit ihren Freundinnen und Töchtern regiert sie in Waterville/Maine und kämpft gegen Konkurrenz von außerhalb. Schön, dass eine Fortsetzung folgen wird. – In dieser Ausgabe bei uns besprochen, d. Red.
Bei all dem weltpolitischen Dreck und der Krise in unserer Branche, gibt es doch auch noch gute Neuigkeiten: Der Liebeskind Verlag ist wieder da! Und wie! Bei uns im Buchladen wurde beim Eintreffen der Verlagsvorschau gejubelt.
Lest Bücher (oder kauft sie einfach nur) und genießt den Restsommer.
Torsten Meinicke (Buchladen in der Osterstraße, Hamburg)
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Tips aus der Redaktion

(AM) Jetzt im Taschenbuch: Becky Manawatu: Auē. Aus dem Englischen von Jana Grohnert, Unionsverlag. Schön dass dieser Roman aus Neuseeland, der es auch völlig zurecht auf die Krimibestenliste schaffte, jetzt als Taschenbuch vorliegt. So nahe sind uns Welt und Kultur der Māori schon lange nicht mehr literarisch gekommen. Der Titel ist das Māori-Wort für Klage. Die neuseeländische Jury des Ngaio Marsh Award for Best Crime Novel fand: »Eine atemberaubende Darstellung vom Leben am Rande der Gesellschaft und dem Kampf für Erlösung und Vergebung. Manawatu nutzt das Verbrechen nicht als Kunstgriff, sondern zeigt, wie es das Leben der Figuren eingebunden ist, sie definiert, manchmal auch zerstört und sie auf perverse Art verbindet.«

(AM) Frank Göhre: Sterne im Staub. Vom Lesen, Leben und Schreiben (CulturBooks).
Er hat es getan – und endlich so etwas wie Biografie vorgelegt: Autoren und Autorinnen, die ihn geprägt haben. „Mit den Protagonisten ihrer Romane durchstreife und erkunde ich Städte und Landschaften, nehme teil an ihrem Alltag und den Kämpfen, auch an denen mit sich selbst. Und das immer verbunden mit der Frage, warum gerade diese Autorin, dieser Autor? Was interessiert mich an ihnen, an ihrer Lebensgeschichte, ihrer öffentlichen und der geheimen Biografie? Wo sind ihre Wurzeln, und was motiviert sie zu schreiben? Was lösen ihre Romane bei mir aus? Was entdecke ich, was lerne ich? So verknüpfen sich ihre Arbeiten mit dem Beginn und der Entwicklung des eigenen Schreibens.
Es ist eine Zeitreise, eine Erinnerung an die Anfänge, als die Lektüre von Krimis Flucht aus einem bedrückenden Alltag war. An die allmählich andere Sicht, das Erkennen gesellschaftspolitischer Relevanz und, nicht zuletzt, die Schärfung der Sinne für Sprache und Stil“, schreibt Frank Göhre selbst über sein Buch. – Wir besprechen es in der Oktoberausgabe.











