Eine Vielzahl von Krimi-Neuheiten …

… erscheinen jeden Monat, dazu Graphic Novels (vulgo: Comics) und DVDs und BluRays.
Unmöglich, das alles zu überblicken und zu rezensieren.
CrimeMag siebt und schürft deshalb für Sie und weist hier regelmäßig mit Hilfe der befreundeten Buchhandlungen
Chatwins (Berlin),
Wendeltreppe (Frankfurt)
und Buchladen in der Osterstraße (Hamburg)
auf interessante Neuerscheinungen hin.
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Bitte denken Sie daran, dass gerade in diesen Zeiten Ihre lokalen Buchhandlungen besonderer Unterstützung und Solidarität bedürfen. Lieber dort bestellen als bei amazon. Man kann das nicht oft genug sagen – und tun.
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Claudia Denker von der Krimiabteilung im Chatwins in Berlin-Schöneberg:
Früh wird es jetzt dunkel, muss man nicht rausgehen. Positiv denken und lesen! Für diesen Monat habe ich herausgepickt: »Gaslight« von Femi Kayode (btb, deutsch von Andreas Jäger). Das ist der zweite Fall (nach »Lightseekers«)»für den forensischen Psychologen Dr. Philip Taiwo aus Nigeria.
Und es gibt einen neuen Daniel Pennac, den letzten aus der Malaussène-Reihe, der dann auch passend heißt: »Der letzte Malaussène« (Kiepenheuer & Witsch, deutsch von Eveline Passet), ich werde vorher noch mal in die alten reinlesen.

Und noch eine Reihe, die Skelf-Reihe: Doug Johnstones dritter Band, erschienen im Polar Verlag heißt »Einbalsamiert« (deutsch von Jürgen Bürger, mit einem Nachwort von Sonja Hartl).
Der Steidl Verlag beschert uns ja meistens sehr schöne Bücher. Erst ganz am Ende des Monats erscheint ein Titel von Sebastian Barry: »Jenseits aller Zeit« (deutsch von Hans-Christian Oeser), bin sehr neugierig drauf.
Und wer »Wie sterben geht« von Andreas Pflüger noch nicht gelesen hat – es erscheint im November als Taschenbuch (Suhrkamp).
Das war es für heute mit den Krimis, ich möchte aber noch einen Titel aus dem Oktober empfehlen: »Von dem, der bleibt« von Matteo B. Bianchi (dtv), ein unglaublich berührendes Buch, das ich nicht aus der Hand legen konnte. Für Menschen, die trauern.
Ein Oktober-Titel aus dem Sachbuchprogramm von Rowohlt hat mich gerade gepackt – Jens Bisky: »Die Entscheidung. Deutschland 1929 bis 1934«, die ersten 50 Seiten (von 640) habe ich jetzt gelesen, fürs Wochenende reichts!
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Jutta Wilkesmann und Hildegard Gansmüller, Wendeltreppe, Frankfurt:
Hier sind unsere Tipps:
Joseph Incordona: Asphaltdschungel (Lenos)

Hannelore Cayre: Finger ab (Argument, Ü: Iris Konopik)
Wolfgang Schorlau: Black Forest (Kiepenheuer & Witsch)
Richard Osman: Wir finden Mörder (List)
Tilo Eckardt: Gefährliche Betrachtungen (Droemer)
Viele Grüße und viel Spaß beim Lesen.
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Torsten Meinicke, Buchladen in der Osterstraße, Hamburg:
Diese Bücher habe ich in den letzten Wochen gelesen:
– Hannelore Cayre, Finger ab (Ü: Iris Konopik), Argument 2024, 203 S., 15 Euro: Beim Baggern zum Bau eines Swimmingpools in der Dordogne stoßen die Arbeiter auf eine Steinzeithöhle samt Grabstätte. Sofortiger Baustopp natürlich. Und Vorhang auf für Oli, die erste Feministin. Fred Feuerstein und Barney Geröllheimer kriegen die Leviten gelesen. – Siehe dazu auch Frank Rumpel in dieser Ausgabe, d. Red.

– Ken Bruen, Scharfe Munition (Ü: Karen Witthuhn), Polar 2024, 203 S, 17 Euro: Habe sofort alles beiseite gelegt, als der neue (und letzte) Roman der Inspektor-Brant-Reihe erschien. Wie ein Wiedersehen mit alten Freunden: der schwule Porter Nash, die schwarze Falls, der miese Roberts und natürlich Brant, das Raubtier auf zwei Beinen. Großer Dank gebührt auch hier wieder Karen Witthuhn, der „deutschen Stimme“ dieses großartigen irischen Autors. – Siehe dazu auch Anthony J. Quinn, Hanspeter Eggenberger und Joachim Feldmann in dieser Ausgabe, d. Red.
– Meinrad Braun, Tausend Meilen weites Land. Ein früher Western, Emons 2024, 446 S., 19 Euro: Der junge Gregor Schoenheit verlässt und Schwarzwald und wandert aus in die Neue Welt. Der Autor holt weit aus und hat viel zu erzählen. Nicht zu vergleichen natürlich mit Sebastian Barrys Tage ohne Ende, aber gute Unterhaltung ist es allemal.

– Simone Buchholz, Nach uns der Himmel, Suhrkamp 2024, 218 S., 20 Euro: Wunderschön gestaltet ist das neue Buch von Simone Buchholz, aber ein Krimi ist es (leider) nicht. Acht Menschen geraten während eines Urlaubsflugs in Turbulenzen und später auf der griechischen Sonneninsel auch in amouröse Turbulenzen. Dann wird das Ganze etwas spooky und versponnen. Ich vermisse Chastity Riley doch ein wenig.
Und darauf freue ich mich wie Bolle:
– Sebastian Barry, Jenseits aller Zeit (Ü: Hans-Christian Oeser), Steidl 2024, 304 S., 28 Euro: Der Kriminalbeamte Tom Kettle sitzt im Sessel und genießt seinen Ruhstand mit Blick auf die Irische See. Doch dann klopfen zwei ehemalige Kollegen an seiner Tür. Soll jetzt endlich ausgeliefert werden. Meine Erwartungen sind groß! – Siehe dazu auch Thomas Wörtche in dieser Ausgabe – d. Red.
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Und hier ein Hinweis von Alf Mayer aus der Redaktion:
Verachtet mir die Taschenbuchleser nicht. Wir Rezensenten lesen oft die Hardcover, richten daran unser Aktualitätenkabinett aus. Ein wenig ist das so, finde ich oft, wie bei den Filmjournalisten, die Festivalbesuche für das normale Kinogeschehen halten. Das ist es keineswegs. Auch für mich hat die Krimi-Lesewelt hauptsächlich im Taschenbuch begonnen – und die Kinowelt in den sogenannten „Nachspiel“-Kinos in der Provinz. Deshalb hier der Hinweis auf den besten Thrillerautor, den wir in Deutschland haben, nämlich auf Andreas Pflüger, dessen BND- und Kalte Kriegs-Thriller Wie Sterben geht jetzt bei Suhrkamp als Taschenbuch erscheint: Broschur, 448 rotglühende Seiten, 14 Euro. Erscheinungstermin 18. November.

Mein Interview mit ihm (zum Hardcover-Start) trug die Überschrift Artisten auf dem Hochseil. Als Auszug eine Liste, die er dabei für uns gemacht hat:
Zehn Glücksmomente beim Schreiben von »Wie Sterben geht«:
Als ich das Gedicht beendet hatte
Als ich den Stadtplan von Moskau in Händen hielt
Als ich den Legationsrat kennenlernte, der dort stationiert war
Als ich merkte, dass ich mich in Moskau blind bewegen kann
Als Nina zum ersten Mal ihren eigenen Kopf bewies und sich gegen mich durchsetzte
Das Lächeln meiner Frau, als sie das erste Kapitel gelesen hatte
Als die Russisch-Lektorin, eine Moskau-Kennerin, mir Authentizität bescheinigt hat
Als ich merkte, dass Humor sich gut mit dieser Geschichte verträgt
Als ich den Besuchstermin für Pullach bekam
Als ich fertig war.












