Verratene Mutter & Verräterin des Sohnes – Colm Tóibíns antichristlicher Monolog „Marias Testament“. Von Wolfram Schütte Im vergangenen Herbst brachte der Hanser-Verlag drei etwa gleich kurze Romane in dem kleinen Format heraus, das sich gut dazu eignet, als literarisches „Mitbringsel“ bei einer Einladung zu dienen. Es waren höchst unterschiedliche Bücher, jedes aber auf seine Art sehr eigen & alle drei von einer jeweiligen geistigen Dringlichkeit: Navid Kermanis „Große Liebe“, Jean Echénoz’ „14“ (LitMag-Rezensionen hier und hier), diese paradigmatische Suggestion des Ersten Weltkriegs, und „Marias Testament“ des irischen Schriftstellers Colm Tóibín. Seine
Read More Einblicke in den Abgrund ‒ Leila Guerrieros Reportagen legen den Finger in die zahllosen Wunden unserer Gesellschaft. Von Andreas Pittler Auch Südamerika hat sein NS-Problem. Das sogar noch weit aktueller ist als das unsere, da die faschistischen Diktaturen in Lateinamerika noch bis in die 80er Jahre an der Macht waren. Jorge Videla, Augusto Pinochet, Alfredo Stroessner und Konsorten mochten vielleicht keinen Holocaust angerichtet und keinen weltumspannenden Krieg vom Zaun gebrochen haben, doch das Leid, das sie ihren eigenen Völkern zufügten, reicht allemal. Allein in Argentinien sind bis zu 50.000 Menschen
Read More „Wissen Sie nicht, dass Sie heute früh tot aufgefunden worden sind?“ – Gisela Trahms hat Martin Lechners Roman gelesen. Mit dem Titel fängt er schon an, der halsbrecherische Spaß: Was, bitte, macht eine österreichische „Kassa“ in der niedersächsischen Heide?! Georg, der 17-jährige Lehrling, muss des Öfteren einen Koffer dorthin transportieren, den ihm sein Chef, ein leidenschaftlicher Verteidiger des Eisenwareneinzelhandels namens Spick, unter allerlei Beschwörungen in die Hand drückt. Georg wüsste gern, was in dem seltsam leichten Koffer drin ist, andererseits dämmert ihm dunkel, dass es sich mit dem Nichtwissen gefahrloser
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE ist zurück! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischt er eine Karte heraus und hängt sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen bleibt. Was darauf zu sehen ist, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelt, darüber berichtet Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Heute: „Das Cabinet des Dr. Caligari”. Die Bretterwelt von Versailles Keine Ahnung, wann und wo mir diese Karte in
Read More Sozialrealistische Reportage oder aufgehübschter Neofabulismus? ‒ Zu Artur Domosławskis kritischer Biografie des „Jahrhundertreporters“ Ryszard Kapuściński. Von Peter Münder „Unsere Phantasie lechzt nach der kleinsten Sensation, dem geringsten Signal einer Bedrohung, dem schwächsten Pulvergeruch, saugt alles gierig auf, um es dann unverzüglich zu monströsen, überwältigenden Ausmaßen aufzublasen. Ich wußte aber auch, daß alle sozialen Eruptionen, jene Momente, da sonst ruhige, träge Wasser zu brodeln und zu sieden beginnen, Momente des allgemeinen Chaos, heilloser Unordnung, wahnwitziger Verwirrung sind. Bei solchen Gelegenheiten kann man leicht nur wegen des herrschenden Durcheinanders sein Leben verlieren,
Read More Rettung der Klassiker Carlos ist wertkonservativ. Deswegen rettet er Klassiker, auch wenn er sie vorher dekonstruieren muss, aber dann funkelt die Aktualität nur so aus den staubigen Konzepten: Ich bin Fan von „Sherlock“, der BBC-Serie, die Holmes und Watson als kryptoqueere Gegenwartsermittler inszeniert. Klasse Plots, mitreißende Bilder, tolle Akteure, lustvolles Spiel mit dem betulichen Urmaterial. Und alles in einem herrlich überdrehten (und erfundenen) Swinging London reloaded. Wer anderer Meinung ist, möge sofort aufhören zu lesen. Seid ihr weg, ihr Schufte? Prima! Während jeder Folge denke ich: „Da muss ich mal
Read More Zeit ist wirklich Geld ‒ Michael Lewis und sein Sachbuch-Thriller „Flash Boys“. Das größte Würfelspiel der Welt (Teil 3), von Alf Mayer. Selten genug, dass ein Buch Aufsichtsbehörden und Staatsanwälten Stoff für Ermittlungen liefert, ja, sie unumgänglich macht. Michael Lewis ist das mit seinem Sachbuch „Flash Boys. Revolte an der Wall Street“ gelungen. Kaum war sein Sprengsatz Ende März 2014 in New York erschienen, wurde offiziell gegen eine weithin unbekannte Branche ermittelt, in der zu unserer aller Schaden wahnwitzige Billionensummen bewegt werden – von Computern, ohne jeden Einblick Außenstehender, automatisiert
Read More Der Horror unserer Tage – Louise Welsh („Verdacht ist ein unheimlicher Nachbar“) und Anne Goldmann („Lichtschacht“) versuchen sich an einem alten, schönen Genre – dem Psycho-Horror-Thriller. Eine Doppelrezension von Joachim Feldmann. Jane ist hochschwanger und allein in einer fremden Stadt. Das heißt, eigentlich ist sie ja mit ihrer Lebensgefährtin Petra von London nach Berlin übergesiedelt, doch diese ist als erfolgreiche Bankerin zu beschäftigt, um der jungen Schottin bei der Eingewöhnung zur Seite zu stehen. Und das ist gar nicht gut. Schon bald wird Jane ihre neue Umgebung unheimlich. Vor allem
Read More Wir denken bei Thailand automatisch an Sex-Business, Sex-Tourismus, Korruption und organisierte Kriminalität. Von außen. Christopher G. Moore lebt in dieser Gesellschaft. Allerspätestens seit Thomas Piketty „The Capital in the 21st Century” wissen wir, dass man mit anständiger Arbeit nicht mehr wirklich reich werden kann. Die Reichen, nicht nur in Thailand, wissen das schon länger. Und sie sorgen, dass das so bleibt. Sie rüsten auf …. Christopher G. Moore über einen Trend, der nicht trendy ist, sondern blutiger Ernst. Personalized Swat Teams for the Filthy Rich A crime fiction author is constantly
Read More Muckraking ‒ Es geht also doch. Die investigative Meisterleistung des „Team Wallraff“ in Sachen „Burger King“. Alf Mayer ist beeindruckt. Eine Sternstunde des Fernsehens, nichts weniger, das waren die Enthüllungen von „Team Wallraff“ über die Zustände in den Fast-Food-Restaurants des hierzulande größten Franchise-Nehmers der Kette „Burger King“. Durch die Recherche eines Undercover-Reporters und die Arbeit der neuen Wallraff-Redaktion manifestierte sich in der Sendung: Nicht der Kunde, der Gewinn ist King im Imperium der „Yi-Ko-Holding“ des Geschäftsmannes Ergün Yildiz, der deutschlandweit mehr als 91 der 671 Burger King-Restaurants betreibt. Montag, 28.
Read More Hinter der Linie, vor dem 33. Spieltag – Eine Fußballkolumne von Mara Braun. Spot on: Der Countdown läuft, wie er noch nie gelaufen ist. Wir befinden uns in den letzten sieben Tagen der Spielzeit, jener Phase also, in der es sprichwörtlich um alles geht. Und für die irgendwelche Menschen den gemeinen Plan ersonnen haben, plötzlich alle Spiele zur selben Anstoßzeit abzuhalten, um Wettbewerbsverzerrungen auszuschließen. Ein Konzept, das sich mir nicht recht erschließen mag: Man könnte ebenso gut deshalb von Verzerrungen sprechen, weil eben an den Spieltagen 33 und 34 plötzlich
Read More Posted On April 30, 2014By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag
Literarisches Husarenstück –Wolfram Schütte über Christine Wunnickes literarische “Erfindung von Hollywood”. Auch Hollywood, die riesige amerikanische “Traumfabrik”, hat einmal klein angefangen. Die Mehrzahl der einstmals mächtigen Studios – wie MGM, Universal oder Fox – wurden von meist osteuropäischen jüdischen Immigranten gegründet & nicht selten mit drakonischer Strenge geleitet. Aber bevor es in den Zwanzigerjahren zur Gründung der über ein halbes Jahrhundert weltweit stilbildenden kalifornischen Produktionsstätten mit ihren riesigen Ateliers kommen konnte, mussten erst einmal die Fundamente dazu gelegt werden. Von den “Nickelodeons” des Anfangs zu den Stummfilm-Kinos, von den kurzen
Read More Comics mit Lesebändchen –Anfang der 1990er Jahre geisterte im Umfeld der Arbeitsstelle für Graphische Literatur in Hamburg die Vorstellung umher, dass es irgendwann einmal, in ferner Zukunft, auch Comics mit Lesebändchen geben würde. Diese wären dann nicht mehr nur Dünndruckausgaben von Klassikern vorbehalten, sondern eben auch den Bildgeschichten graphischer Literatur. Ein Philologenwunsch – und als ob eine gute oder, wer weiß es schon genau, böse Fee diesen Wunsch abgelauscht hätte, treten nun, bald 25 Jahre später, zwei Comics mit Lesebändchen auf den Markt, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Schönheit von
Read More „… sie gingen raus, gemeinsam, das war wichtig“ – Im Aisthesis Verlag ist Frank Göhres früher Roman „So läuft das nicht“ als Neuauflage erschienen. Ein großes Lesevergnügen, findet Anne Kuhlmeyer. Das Ruhrgebiet in der Mitte der 1970er Jahre, als es noch von Kohle und Industrie geprägt war. Jens, Antje, Jule, Otto, Rita, Carsten, Bernadette, Hugo, Fred, Petra und Charly sind eine Clique, junge Leute, die erwachsen werden müssen. Was sie eint, ist das Viertel, aus dem sie stammen, die Jugend und der Zeitgeist. Was sie trennt, ist ihre jeweilige Herkunft,
Read More Auf die harte Tour –Hakan Gündays Protagonisten sind zum Leiden verurteilt – mit extrem wenig Hoffnung auf Erlösung. Von Andreas Pittler „Damit bekam Derda zum ersten Mal eine nackte Frau zu sehen. Beim Blick auf seine Mutter, die er zuerst zerstückelt hatte und anschließend auszog.“ Es sind Sätze wie dieser, die Hakan Gündays „Extrem“ (im türkischen Original „az“, was soviel wie „wenig“, „geringfügig“, aber auch „ein bisschen“ bedeutet) kennzeichnen. Der lapidaren Feststellung folgt das eigentlich Schockierende auf dem Fuß. Wie zum Beispiel beim Bericht über den Ausgang eines Attentats: „Er
Read More Posted On April 30, 2014By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Sie kann einfach alles –Vier Dankesreden von Marie-Luise Scherer für zuerkannte Preise, in denen die Autorin und Journalistin über ihr Leben erzählt. Von Carl Wilhelm Macke. Wenn sie heute auf ihr erwachsenes Leben zurückblicke, dann sei es geprägt gewesen von einer anhaltenden Furcht vor dem Schreiben. Von einer Journalistin hätte man dieses Selbstbekenntnis wohl am wenigsten erwartet. Ist doch das ständige, sichere, professionell gekonnte Schreiben die wichtigste Grundlage für die journalistische Arbeit. Vielleicht aber sind es gerade die besten, um ihre Verantwortung wissenden Journalisten, die ihrer Arbeit gegenüber besonders skrupulös
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE ist zurück! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischt er eine Karte heraus und hängt sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen bleibt. Was darauf zu sehen ist, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelt, darüber berichtet Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Heute: Peter Paul Rubens: „Jagd auf Nilpferd und Krokodil”. Bestien Zum ersten Mal vielleicht ist mir in diesen Tagen
Read More Hybridkastanien 1 bild / 100 worte„O du Erfinder unserer Denkmaschinen, du machtest uns diese Erde so schön, warum nahmst du uns nicht die Sehnsucht nach einer besseren?“ …Was für ein herrlicher Sonntag. Heute war ich bei Paule Hammer, und er erzählte mir von Suhl, einem kleinen Ort randvoll mit Waffen und Drogen. Danach durch den Regen einmal über den Platz gerannt, und oben im Marktkaffee rahmten weiß gestrichene Barockfenster grüne Hybridkastanien mit altrosa Blütentrauben, und die Blüten leuchteten hell vor dem sturmgrauen Himmel. Ich hätte die Vollkommenheit gerne eingepackt, um
Read More Eines Wolfes Fell nur traf ich im Forst: „Wir“ und „Die Anderen“ Ein Essay von Alf Mayer über Benjamin Percys allegorischen Thriller „Roter Mond“. Achtung, dies ist deutlich mehr als der normale Werwolf-Roman – ein ohnehin ehrwürdiges, an Subversion nicht armes Subgenre, man denke etwa an Klaus Völkers große, heute aktualisierungsbedürftige Anthologie „Von Werwölfen und anderen Tiermenschen“ (Hanser, 1972). Und noch einmal Achtung, dies ist auch nicht der normale Fantasy-, Horror- oder Science-Fiction-Roman, wie es vielleicht das Verlagsumfeld nahelegen mag. Benjamin Percy stammt aus dem ländlichen Oregon, die von ihm
Read More Im Krimihotel Carlo ist sprachlos, das passiert selten. Viele Leute „mögen keine Krimis“ oder halten sie für was, was man nicht ernst nehmen muss – manchmal kann man sie sogar verstehen: Krimiwochenende in Deutschlands erstem Krimihotel Tauchen Sie ein in die Krimiwelt der Vulkaneifel, dort wo Mord und Totschlag herrschen. Krimiautoren wie Jacques Berndorf, Ralf Kramp und viele andere haben der Region ihren kriminalistischen Stempel aufgedrückt. In der Krimihauptstadt Hillesheim liegt Deutschlands erstes Krimihotel. Bei einem Krimi-Kurzurlaub kann jeder Krimifan seinem Hobby fröhnen: ‒ auf dem Krimiwanderweg von Tatort zu
Read More … nur ein Krimi? – Iris Radisch findet im Interview mit Kulturzeit, man müsse die Latte bei Sibylle Lewitscharoffs „Killmousky“ etwas niedriger hängen, da es sich nur um einen Krimi handele. Nach all den gewichtigen Themen in den vergangenen Romanen gönne sich die Hochliteratin eine Entspannungsübung. Zoë Beck findet diese Haltung etwas zu entspannt. Es gibt Gründe, warum sich sogenannte Hochliteraten beim „Wechsel in ein leichteres Genre schwer tun“. Der Grund ist nicht, dass es ihnen von wem auch immer „übel genommen“ wird, sondern dass Genreliteratur nicht per se eine leichtere
Read More American Terrorists & Their Cheerleaders ‘If you’re white, you’re all right!’ by Thomas Adcock Copyright © 2014 – Thomas Adcock NEW YORK CITY, near America Had he shouted Black Power! or Allahu Akbar! from the caged backseat of a police cruiser, where he sat cuffed and shackled in the wake of three murders in mid-April outside a Jewish community center and retirement home in suburban Kansas City, the American people might have recognized that something must be done about Frazier Glenn Miller and people like him. As it was, the
Read More Alltag mit Mord – Wenn die Volksrepublik China noch keinen autochthonen international bekannten Autor von Kriminalromanen hat, so erledigt die Arbeit doch sehr reputierlich der Emigrant Qiu Xiaolong. Joachim Feldmann stellt seinen neuen Roman „99 Särge“ vor: Als Direktor der Wohnungsbaubehörde in Shanghai ist Zhou Keng ein einflussreicher Mann. Gerne nutzt er seine Position zur Mehrung des eigenen Wohlstands. Immobilien, europäische Luxusautos, ein Sohn, der in England studiert – Zhou scheint den Aufstieg geschafft zu haben. Doch dann taucht im Internet ein Foto auf, das ihn mit der Packung einer
Read More Huuuuubuuuu ‒ noch einmal Er hat es wieder getan! Stefan Kiesbye hat einen „Schauerroman“ geschrieben, so stellt der Klappentext voran. Der aus Eckernförde stammende Autor (hintere Klappe) unterrichtet an der Eastern New Mexico University kreatives Schreiben. Er hat schon einmal … „Hemmersmoor“ nämlich (hier bei CulturMag). Und das ist auch schon nicht gut gegangen. Und wieder huubuut es daneben. Anne Kuhlmeyer weiß auch nicht … Kaum mit Frau und Ziehsohn im idyllischen Dörfchen unweit von Lübeck angekommen, findet der Sportjournalist Benno eine mittels Besteck verstümmelte Frauenleiche. Mist, es hätte so
Read More Bloody Chops – bone crushing good … Es choppen Joachim Feldmann (JF) Paul Finchs „Mädchenjäger“, Rainer Wittkamps „Kalter Hund“ und Jonathan Coes „Liebesgrüße aus Brüssel“; Stefan Linster (SL) Andrea Camilleris „Der Tanz der Möwe“ und Alf Mayer (AM) Toby Barlows „Baba Jaga“. Das Böse ist arg organisiert (JF) Glauben Sie auch, dass das Böse in der Welt gut organisiert ist? Und finden Sie die Vorstellung, dass ein Polizist, einzig unterstützt von einer ehemaligen Soldatin, in der Lage ist, der geballten Macht des Verbrechens erfolgreich die Stirn zu bieten, spannend? Dann sollten
Read More Ruperts ruppiger Quoten-Rambo – Roger Ailes wurde 1996 vom News Corp- Medien-Tycoon Rupert Murdoch als Chef des neugegründeten Nachrichtensenders Fox News installiert: Ailes ist immer noch der kompromisslose Mann fürs Grobe, der Machtkämpfe auskostet, Konflikte gern auf die Spitze treibt und die maximale Rendite für den Sender einfährt. Für Ailes wie auch für Fox News gilt die Maxime: Alles radikal und reaktionär vereinfachen, gegen Minderheiten hetzen und „uramerikanische“ Werte zelebrieren. In seiner Biographie beleuchtet „New York“-Magazin-Redakteur Gabriel Sherman die Irrungen und Wirrungen des umstrittenen Ailes. Von Peter Münder Der Mann
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