Posted On Februar 4, 2015By Bruno Arich-GerzIn Bücher, Litmag
„Gut, dass Deutschland nach 10 Uhr abends bis zum Morgen schläft“. Die Erinnerungen des ukrainischen Zwangsarbeiters Iwan Tkatsch liegen jetzt in deutscher Übersetzung vor. Sie sind damit mehr als nur intergenerationaler Samisdat. Von Bruno Arich-Gerz. Ungleich verteilt ist zwischen dem Westen und dem Osten Europas Vieles. Das Maß und der Grad an Demokratie zum Beispiel, das an herrschendem Turbokapitalismus oder das an authentisch empfundener Zugehörigkeit oder Fremdeln mit Kerneuropa, vulgo der EU. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, der in Osteuropa Großer Vaterländischer Krieg hieß und bisweilen noch heißt, gibt
Read More Oma 1 bild / 100 worte Das da oben ist „Gottes Hand“. Die Fakten. Bei der Erscheinung handelte es sich um eine „kometenartige Globule“, mit Schwanz, acht Lichtjahre lang. Wahnsinn! Wenngleich: Ist noch ein („relativ“) kleiner galaktischer Nebel. Wer ihn aufsuchen will, zum Beispiel mit einem intergalaktischen Kickboard, muss 1300 Lichtjahre weit fahren, bis ins Sternbild „Achterdeck des Schiffes“. So was gibt’s? Jawohl. Kann man den Enkeln zeigen. „Guck mal. Da ist der Polarstern. Und Orion! Und schräg dahinter das ‚Achterdeck des Schiffes’.“ – „Und der kleine, bewegliche Lichtpunkt?“ –
Read More Ein Nachruf auf Jean-François Vilar von Elfriede Müller. Jean-François Vilar ist am 16. November 2014 viel zu jung gestorben. Er wurde 67 Jahre alt und verstarb so diskret, wie er die letzten Jahre gelebt hatte. Vilar gehört zur französischen Strömung der Post-68er-Autoren, die den französischen Kriminalroman, den Noir oder Polar, neu begründeten. Von seinen Kollegen verkörperte am ehesten er die Benjamin’sche Definition eines materialistischen Historikers, der Blitzlichter auf die Vergangenheit wirft. Sein Interesse galt dem Surrealismus, der häretischen linken Geschichte, Marcel Duchamp, Walter Benjamin und dessen Passagen und vor allem
Read More Eine epikureische Nacht Schon letzte Woche hatte Carlo die Ängste der Bürger ernst genommen und war in den Dialog mit dem Islamisterich eingetreten. Da wollte der lustige Führer-Impersonator L. Bachmann nicht zurückstehen und auch ihn nimmt Carlo ernst. Und wie! Es ist unglaublich. Kurz nachdem ich völlig unproblematisch mit einem deutschen Vorzeige IS-Kämpfer in Kontakt treten konnte, lässt auch Lutz Bachmann nicht lange bitten. „Nach den vielen Missverständnissen, denen ich ausgesetzt bin“, sagt er am Telefon mit zitternder Stimme, „bin ich froh, einem neutralen Journalisten meine Sicht der Dinge darlegen
Read More Wir sind Guantanamo? – Alf Mayer zum CIA-Folter-Report und dem Guantanamo-Tagebuch von Mohammedou Ould Slahi. Aus der MAXIMA MORALIA, die Günther Anders nach Auschwitz und Hiroshima als überlebenswichtig für unsere Zivilisation forderte, ist nun nichts geworden. Weniger als nichts. Niederschmetternd empfinde ich in diesen Tagen nicht nur die Lektüre zweier furchtbarer Bücher, sondern auch den dumpfen, hohlen, fast tauben Klang, den diese beiden Schreckensberichte in einem selbst hinterlassen. Machen Sie Ihren persönlichen Lackmus-Test, lesen Sie „Der CIA Folter Report. Der offizielle Bericht des US-Senats zum Internierungs- und Verhörprogramm der CIA“
Read More Der Kommissar des Kommissars – Zu den verlässlichen Größen des deutschen Kriminalromans gehört seit 2003, seinem Debütjahr, Norbert Horst (bei CM hier und hier). „Mädchenware“ heißt das neue Buch. Eine Rezension von Frank Rumpel. Verdichteten Polizeialltag und einigermaßen glaubhafte Ermittlungsarbeit samt dem dahinterliegenden Bürokratiewust liefert Norbert Horst auch in seinem mittlerweile sechsten Kriminalroman „Mädchenware“. Gibt es bereits reichlich, stimmt schon, und doch stechen Horsts Romane heraus, weil er als Hauptkommissar all das aus dem echten Leben kennt – und eben schreiben kann. Vor allem Letzteres ist wichtig. Um Machtkämpfe in
Read More Papier – Dave Zeltsermans Roman „Killer“ ist bei genauem Hinsehen ein Text aus dem literarischen Labor. Findet Thomas Wörtche … Eine klassische Roman-noir-Erzählung handelt meistens vom schlimmen Schicksal eines Menschen, dessen Lebensumstände nur tragisches Scheitern zulassen. Die Atmosphäre eines noirs ist – idealtypisch – düster, klaustrophobisch und hoffnungslos. Frauen ist mit größtem Misstrauen zu begegnen. Es werden die „Schattenseiten“ des menschlichen Daseins in einer kalten, feindseligen Welt ausgeleuchtet und die Abgründe der menschlichen Seele erforscht und gleichzeitig ein illusionsfreies Bild der gesellschaftlichen Zustände gezeichnet, die mit diesem Schicksal möglicherweise in
Read More Bloody Chops – schnell, hart und unparteiisch blutig Heute am Beil Joachim Feldmann (JF) und Alf Mayer (AM) – auf dem Hackklotz: Tana French „Geheimer Ort“, Jesper Stein „Weißglut“, Felix Huby „Heimatjahre“ und Clint Hutzulak „Ein wunderschön tödliches Ende“ Verwirrte Teeanger und ratlose Polizisten (JF) Ein Jahr ist es her, dass die Leiche des 16-jährigen Chris Harper auf dem Gelände eines traditionsreichen Mädcheninternats in der Nähe Dublins gefunden wurde. Harper war Schüler der benachbarten, ebenso elitären, Bildungsanstalt für Jungen. Damals blieben die polizeilichen Nachforschungen erfolglos, doch nun ist ein neuer
Read More Hinter der Linie, vor dem 18. Spieltag – Eine Fußballkolumne von Mara Braun. Mit der Winterpause ist es ein bisschen so wie mit dem Besuch von entfernten Verwandten: Auf die freut man sich im Vorfeld, immerhin hat man sich lange nicht gesehen. Im Laufe des Treffens erinnert man sich dann nach und nach wieder, woran das liegt, mit den seltenen Zusammenkünften – es sind nämlich, anders als man es abgespeichert hatte, nicht unbedingt nur die Kilometer, die einen trennen. Am Ende des Tages freut man sich ein zweites Mal, und
Read More Viele Filme, zwei Männer, eine Stadt – Gyula Trebitsch und Werner Grassmann – Alf Mayer über Hamburger Filmgeschichte. Zwei Leben, zweimal Film als Lebensinhalt, zwei Größen der Stadt, zwei ganz unterschiedliche Geschichten. Zwei Bücher, beide im gleichen Jahr im selben Verlag erschienen. Eigentlich kann das so nur in Hamburg passieren. Ist es auch. Ausrichter dieser schönen Regatta: der Ellert & Richter Verlag, 1979 im Stadtteil Uhlenhorst gegründet, heute in Ottensen residierend. Das eine Buch handelt vom Erfinder, Konstrukteur und Kapitän eines Ozeanriesens, das andere von den Anfangsjahren eines verwegenen Zwei-Mast-Piraten.
Read More New York, near America Never mind America’s backstage squabbles and squalors, our societal troubles and turpitudes, our devastations and disappointments. All eyes, please, on the spotlighted proscenium! Pay no attention to those ring-kissed plutocrats and oligarchs behind the curtain; behold, as it rises on the Theatre of Distraction. Hark! The pieties, platitudes, and perfidies we hear compose a farcical prelude to the oldest established permanent floating crap game in these United States: the quadrennial presidential campaign season. Per custom at this stage of the game, festivities were officially launched last
Read More Posted On Januar 28, 2015By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Schöne neue Welt –Um Michel Houellebecqs neuen Roman „Unterwerfung“, der die Islamisierung Frankreichs thematisiert, überschlugen sich die Ereignisse auf eine wohl noch nie dagewesen Art und Weise: Am Tage der Auslieferung der Originalausgabe machte „Charlie Hebdo“ mit einer Karikatur des Autors auf und lieferte im Innenteil eine begeisterte Kritik. Der Rezensent starb am gleichen Tage wie weitere zehn seiner Redaktionskollegen im Kugelhagel islamistischer Attentäter. Die Debatte um Michel Houellebeqcs Roman fokussierte sich in der Folge schnell auf die moralisch-politische Frage, ob er islamfeindlich sei – doch diese Frage erweist sich
Read More Petits riens (VIII) –Wolfram Schütte über den außergewöhnlichen Autor & Mensch Fritz Rudolf Fries; Tommy Lee Jones‘ Film „Homesman“, der der Western-Mythologie einige bisher nicht gesehene Szenen hinzufügt; die hohe Zahl der bei Drohnentötungen mit in den Tod gerissenen Unschuldigen (und die Reaktionen der deutschen Presse auf dieses offensichtliche und skandalöse Missverhältnis); und über die winzigen Alltags-Metaphysiken, die bei einem ersten Klassentreffen nach Jahrzehnten zu erleben sind. * Der große Unbekannte – Fritz Rudolf Fries, der kürzlich im Alter von 79 Jahren gestorben ist, war ein außergewöhnlicher Mensch & Autor.
Read More Zähne und Zweifel – Es ist ein Buch über einen Zahnarzt. Die wenigsten werden jetzt „Endlich!“ rufen. Aber es ist – erst mal ein Buch über einen Zahnarzt. Paul O’Rourke hat eine Zahnarztpraxis in bester Lage, nämlich auf der Park Avenue in Manhattan. Fünf Behandlungsstühle, drei Mitarbeiterinnen. Der Laden läuft sehr gut. Pauls Leben außerhalb der Praxis allerdings nicht so sehr. Die Besessenheit, mit der er anderer Leute Zähne und Zahnfleisch in Schuss hält, manchmal auch gegen ihren erklärten Willen, ist zum Teil echte professionelle Hingabe, zum Teil aber auch
Read More Die sublimierte Kunst des konzentrierten Kurztrips –Slow Travel geht sicher anders, aber wer die Tipps der New York Times-Reihe „36 Hours“ studiert, versteht sofort, was die wesentlichen Qualitäten einer fremden Stadt oder einer Insel ausmachen. Der aktuelle Band dreht sich um Asien, Australien & Ozeanien. Von Peter Münder. Bildungsreise, Slow Travel, Dark Tourism (siehe CM vom 10.4.13) – diese Tourismus-Kategorien sollte man vergessen, wenn man sich auf die hier beschriebenen „36 Hours“-Trips einlässt. Denn man muss sich notgedrungen auf einige herausragende Sehenswürdigkeiten beschränken. Lange Bahnreisen, vom Railway-Spezialisten Paul Theroux („The
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischt er eine Karte heraus und hängt sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen bleibt. Was darauf zu sehen ist, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelt, darüber berichtet Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Heute: „Sonne in einem leeren Raum” von Edward Hopper. Echnatons Song of Sun Bei jedem Blick unter der Woche auf dieses
Read More Die Welt geschrumpft 1 bild / 100 worte Die Welt geschrumpft auf einen Tisch, Razzia (Streichhölzer), wo mal ein Kino war. „Fühle deine Stadt!“, Gratiszeitschrift (vom Japaner mitgenommen), „Liebesverrat“, schrieb der Professor, Betty Butter, da waren Brownies drin. Tasse, Tee, Flasche, Biogetränk, Tape, für das Kleben von Malrändern, Paketen, und Bildern an Wände, und Mündern und Haarrissen und der kaputte Weltall-Lampenschirm. Der Tisch selbst ist mittleres Ikea. Die Energiespar-Birne darüber geizt mit Stufen-Lichtaufkommen. Birnen gibt’s ebenfalls, auf dem Tresen nebenan. Wer hätte gedacht, dass Birnen und rote Beete zusammenpassen? Der
Read More III. Wie die Männer, die sich vollenden in der Tat oder im Verlangen oder mit einem warmen Körper am Ende einer Gasse, im Hintergrund eines Dioramas, wie es sie früher im Kolumbusdenkmal gab, welche die Entdeckung Amerikas im Stil der Kompositionen des vergangenen Jahrhunderts darstellten, wenngleich sich das Papier etwas bewegte, auf das die Agaven gemalt waren mit einem grünen Drachen im Hintergrund, der die Reißzähne zeigte, und alle im Kanu – die wir das schwarze Gewässer des Lethe durchqueren, so leidet das Gedicht an dem dringenden Bedürfnis, das Wirkliche
Read More Grenzverläufe des Nordic Noir, Teil 2 – „The Killing“ – Nach „The Bridge“ (Nordic Noir, Teil 1) analysiert Sonja Hartl heute die amerikanische Adaption von „Kommissarin Lund“. Es war ein unerwarteter Erfolg. Als im Frühjahr 2011 die dänische Serie „Forbrydelsen“ auf BBC4 ausgestrahlt wurde, waren die Konzeptrechte zwar bereits in die USA verkauft, dennoch rechnete kaum einer mit Zuschauerzahlen von im Schnitt einer halben Million und der Welle skandinavischer Krimidramen, die diese Serie auslöste. Aber die Briten wurden süchtig nach „Forbrydelsen“, obwohl sie untertitelt ausgestrahlt wurde, der Strickpullover von Hauptfigur
Read More Prust! Carlos hat es geschafft, einen echt doitschen Islamisterich dazu zu kriegen, den Proust’schen Fragebogen auszufüllen. Prust! Ich denke, die meisten haben das Interview des Ex-CDU-Rechtsaußen Todenhöfer mit diesem jungen Mann aus Solingen gesehen: Hier geht’s zum kompletten Video. Christian Emde heißt er, natürlich inzwischen Abu Irgendwas. Ich muss sagen, ich war gerührt, erinnerte er mich doch so sehr an die eigene Jugend. Schlecht angezogen, bei aller prallen Mordlust dann doch wieder recht verklemmt, seltsam schwankend, wenn es um die Weibspersonen geht, in diesem Fall um Sklavinnen, und Blickkontakt, den
Read More Desperado City – Frank Göhre hat mit „Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir“ und „Die Härte, der Reichtum und die Weite“ zwei „Heimatfilme“ literarisch montiert. Weltalltag auf dem Kiez. Eine Würdigung von Michael Töteberg. Lucky Luciano, der mächtige Boss der New Yorker Unterwelt, wurde 1936 zu 50 Jahren Zuchthaus verurteilt, aber nach nur neun Jahren begnadigt – wegen „besonderer Verdienste für die Streitkräfte der Vereinigten Staaten“, was immer sich hinter dieser Formulierung verbergen mag. Der Deal galt auch für seine zwei Dutzend engsten „Freunde und Mitarbeiter“, Bedingung war, dass
Read More Nichts geht mehr – Immer alles auf Zero gesetzt und total untergegangen: „Dead Money“ beschreibt in finsterer, bester Noir-Tradition, wie es einem ergeht, bei dem das routinierte Verdrängen besser funktioniert als der Realitätssinn. Den Roman von Ray Banks bespricht Peter Münder. Alan Slater ist eigentlich Vertreter und Berater eines Fensterbauers in Manchester, doch den nervtötenden Frust mit Hausbesuchen bei Kunden, die sich als Dumpfbackenwichtigtuer profilieren wollen und ihm nur auf den Geist gehen, hat Alan inzwischen so kommod reduziert, dass er sich als Casino-Croupier verwirklichen und echt wohlfühlen kann. Da
Read More Von Menschen und Bestien – Endlich, möchte man aufstöhnen. Endlich wurde Cormac McCarthys dritter Roman „A Child of God“ ins Deutsche übertragen, einundvierzig Jahre nach seinem Erscheinen in Amerika. Ein nicht unwesentlicher Grund dafür dürfte wahrscheinlich die Verfilmung durch den umtriebigen und talentierten Schauspieler/Maler/Schriftsteller/Regisseur James Franco spielen. Aber beklagen wir nicht die Umstände, denen wir die Veröffentlichung verdanken, sondern freuen uns, ein weiteres Glanzlicht aus der Feder des seit Jahren als Nobelpreisanwärter gehandelten McCarthy auf Deutsch lesen zu dürfen. Ein Hymne von Bernd Jooß. „A Child of God“, ein Kind
Read More Orwells harte Männer jetzt auch in Berlin? – Michael Behrendts SEK-Roman „Steinefresser“. Ein Verriss von Alf Mayer. „Um den Frieden in unserer Gesellschaft und Ihre Nachtruhe nicht zu beeinträchtigen, sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die handelnden Personen in diesem Roman womöglich frei erfunden sind und Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen rein zufällig sein könnten“, steht dem Buch voran, ergänzt von einem Goethe-Zitat: „Drei sind es, die da herrschen auf Erden: die Weisheit, der Schein und die Gewalt.“ Die Widmung gilt „Meinen Verrückten. Besonders einem.“ Ein ausdrücklicher
Read More Murks – Blöde Sprüche, unschlüssige Handlung, seltsame Redaktion – so ziemlich alles schlecht gelaufen bei „Die Stadt der toten Mädchen“ von Alaric Hunt. Klaus Kamberger schüttelt sein Haupt … Prima: Da kriegt also einer für sein Debüt einen Preis beim „Best First Private Eye Novel Contest“. Und auch wenn man von dem Wettbewerb bisher vielleicht nicht viel gehört hat – mal wieder einen richtig schön traditionellen Schmöker in die Finger zu kriegen, wäre doch was, oder? Dann kommt aber auch noch als Sahnehäubchen die Zugabe oben drauf, dass die Jury,
Read More Chronist der Mafia & anderer Verbrechen Von Wolfram Schütte Der 1922 in Neapel geborene Francesco Rosi stand lange im Schatten seiner großen, älteren zeitgenössischen italienischen Kollegen wie Michelangelo Antonioni, Federico Fellini & Luchino Visconti, bei dem er mehrfach als Regieassistent arbeitete. Nur einmal überstrahlte er für einen Moment alle seine zeitgenössischen Konkurrenten. Das war 1962, als er mit seinem dritten Film, „Salvatore Giuliano“, in Form einer fingierten Dokumentation von Sizilien, dem Aufstieg & Tod des Nachkriegsbanditen Salvatore Giuliano & der Mafia erzählte. Es war aber nicht das erste Mal, dass
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