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Posted On Januar 23, 2006By Jan KarstenIn Bücher, Litmag

Ray Loriga: Der Mann, der Manhattan erfand

Getrennte Zwillinge Traumartig und doch gestochen scharf entwirft der elegante Erzähler Loriga seine New York-Vision, die Mental-Map einer traurigen und zerrissenen Stadt. New York war schon immer mehr als eine Stadt: ein Mythos, ein Symbol des Amerikanischen Traums, if you can make ít there, you can make it everywhere. Vom Tellerwäscher zum Millionär erschien nirgendwo greifbarer, als in dieser traumdurchdrungenen, pulsierenden Metropole. Seit Stephen Cranes Maggie und Dos Passos’ Manhattan Transfer wird auch die dunkle Seite des Mythos mitgedacht; die Stadt als Menschenfresser, der Moloch als Maschine, die Entfremdung produziert,Read More

Posted On Januar 19, 2006By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Georges Bataille: Nietzsche und der Wille zur Chance

Ein Brennen und Verzehren Georges Batailles 1944 geschriebenes Nietzsche-Buch ist bis heute eines der radikalsten und subjektivsten Annäherungen an jenen Philosophen, der mit seinem Diktum des „Gott ist tot“ ein neues Zeitalter des Denkens eröffnete. Bataille belässt es „In Nietzsche und der Wille zur Chance“ bei weitem nicht bei einer diskursiven Interpretation, sondern lässt uns Zuschauer bei dem Versuch werden, Nietzsches Philosophie konsequent zu leben, „bis zum Ende des Möglichen zu gehen, wozu sie auffordert“. Nietzsche und Bataille sind zunächst einmal in der zentralen Frage vereint, wie der Mensch zuRead More

Posted On Januar 8, 2006By Markus KuhnIn Bücher, Litmag

Daniel Pennac: Der Diktator und die Hängematte

Daniel Pennacs verspielter Roman über das Erzählen – Der Autor macht sich einen riesigen Spaß, während er in der Hängematte liegt und verrückte Geschichten rund um einen menschenscheuen Diktator spinnt. Von Markus KuhnRead More

Posted On Januar 1, 2006By Petra VesperIn Bücher, Litmag

Peter Böthig (Hg.): Christa Wolf

75 Jahre alt wurde Christa Wolf am 18. März – Grund genug für den Luchterhand Literaturverlag, „seine“ Groß-Autorin mit einer umfangreichen Bild-Biographie zu würdigen. Von Petra VesperRead More

Posted On Januar 1, 2006By Markus KuhnIn Bücher, Litmag

David Foster Wallace: Der Besen im System

Weniger wäre mehr gewesen – David Foster Wallace’ Erstling ist ein überlaufender Topf voller Skurrilitäten. Von Markus KuhnRead More

Posted On Januar 1, 2006By Markus KuhnIn Bücher, Litmag

Michka Assayas: Zu wahr um schön zu sein

Der französische Rockkritiker und Autor Michka Assayas scheitert mit seinem Generationsroman trotz seines Insiderwissens an seinen erzählerischen Fähigkeiten. Von Markus KuhnRead More

Posted On Januar 1, 2006By Markus KuhnIn Bücher, Litmag

Irvine Welsh: Porno

10 Jahre danach – Irvine Welsh spinnt seinen Kultroman „Trainspotting“ weiter. Von Markus KuhnRead More

Posted On Januar 1, 2006By Markus KuhnIn Bücher, Litmag

Brady Udall: Laß die Hunde los

Brady Udalls originelle Short-Stories aus den Einöden des amerikanischen Südwestens. Von Markus KuhnRead More

Posted On Januar 1, 2006By Markus KuhnIn Bücher, Litmag

Philippe Djian: Reibereien

Der französische Kultautor Philippe Djian knüpft an sein temperamentvolles Frühwerk an. Von Markus KuhnRead More

Posted On Januar 1, 2006By Markus KuhnIn Comic, Litmag

Adrian Tomine: Sommerblond

Snapshots der Jugend Der amerikanische Comic-Zeichner Adrian Tomine porträtiert die emotionale Zerrissenheit seiner Generation. Markus Kuhn Cammie ist ein Party-Girl. Süß, frech, mutig, ausgeflippt. Trinkt schon mal ordentlich mit, wenn die Jungs am Saufen sind. Ist nicht zimperlich, wenn es darum geht, die Bedürfnisse des anderen Geschlechts zu befriedigen … Ein Volltreffer? Der Star ihres Jahrgangs? Na ja … vielleicht ist sie auch etwas zu ausgeflippt. Die anderen Girls jedenfalls hassen sie und selbst die triebgesteuerten Jungs, die sich im Partyrausch von ihr verwöhnen lassen, beginnen, sie in der SchuleRead More

Posted On Januar 1, 2006By Markus KuhnIn Bücher, Litmag

Kirsty Gunn: Der Junge und das Meer

Der überpräsente Vater, das Meer und der Junge, der erwachsen wird – Kirsty Gunn spiegelt die Initiationsgeschichte eines Jungen in den Stimmungen des Meeres. Von Markus KuhnRead More

Posted On Dezember 18, 2005By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Susanne Heinrich: In den Farben der Nacht

Rauschhafte Intensität In ihrem Debut „In den Farben der Nacht“ überzeugt die erst 20jährige Susanne Heinrich mit Erzählungen voller sinnlicher Poesie und schillernder Abgründe. Die Liebe und die Suche nach Liebe stehen dabei im Mittelpunkt. Susanne Heinrich lotet die sich ineinander schiebenden Grenzlinien von Freundschaft, Liebe, Fremdwerden, Betrug und Trennung in immer neuen Variationen aus. Ihre Protagonistinnen sind ruhelos Getriebene und Treibende, sind hin- und hergerissen und fürchten sich unausgesprochen vor dem tief im Inneren lauernden Abgrund des Nichts: „Wenn nichts lockt und nichts hält, denke ich, kann man dasRead More

Posted On Dezember 12, 2005By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Kirsten Fuchs: Die Titanic und Herr Berg.

Ausgefuchster Erstling oder This is not a love song Gerne wird jungen deutschen Debütautoren vorgeworfen, dass sie sich mit ihren Texten kaum über den Tellerrand eigener Erfahrungen hinauswagen (der oft genug an den Grenzen diverser Berliner Stadtbezirke endet). Kirsten Fuchs siedelt ihren Erstling zwar ebenfalls in Berlin an, doch ist die Hauptstadt lediglich mehr oder weniger beliebige Kulisse, und kein tragendes Element der Handlung. „Die Titanic und Herr Berg“ erzählt von einer ungewöhnlichen, von Beginn an zum Scheitern verurteilten Beziehung: Da ist zum einen Tanja, so um die Zwanzig, mitRead More

Posted On Dezember 3, 2005By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Frank Goosen: Pink Moon

Schluss mit lustig! Von seiner Pole-Position als Ex-Tresenleser und fernseherfahrener Kabarettist legte Frank Goosen einen Bilderbuchstart als Autor hin. Doch bei allem Erfolg ist nicht zu verleugnen, dass sein Erstling „Liegen lernen“ zu großen Teilen auf Bühnennummern Goosens zurückgreift und der Nachfolger „Pokorny lacht“ mit einem Komiker als Protagonisten starke Bezüge zum Leben des Autors selbst aufweist. Nachdem eine Sammlung von Kolumnen und Kurztexten im vergangenen Jahr die Wartezeit verkürzen konnte, liegt nun der dritte Roman Goosens vor – und der ist beeindruckend geraten. „Ich sah meinen Vater erstmals neunzehnRead More

Posted On November 20, 2005By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Ingo Schulze: Neue Leben

Die Wende von unten Sieben lange Jahre arbeitete Ingo Schulze an seinem neuen Roman „Neue Leben“ – eine Zeit, die, wie in diversen Interviews zu lesen war, auch von einer tiefgreifenden „ästhetischen Verunsicherung“ geprägt war. Im Resultat entzieht sich der Erfolgsautor von „Simple Stories“ nun den hoch gespannten Erwartungen von Kritik und Publikum an den angekündigten „Wenderoman“ schlitzohrig durch eine literarische Finte: Kurzerhand tritt er nur als Herausgeber und sparsamer Kommentator eines vorgeblich im Jahre 1990 entstandenen Briefkonvoluts des in Dresden geborenen und aufgewachsenen Enrico Türmers auf, mit dem erRead More

Posted On November 6, 2005By Joerg von BilavskyIn Bücher, Litmag

Wladimir Kaminer: Karaoke

Aus dem Leben eines DJs Kaminer kann’s nicht lassen. Wieder einmal hat der gebürtige Moskauer seine Berliner Schnurren in einem Erzählband gebündelt. Diesmal plaudert er vorwiegend aus dem musikalischen Nähkästchen: über die Klientel der Russendisko, Lieblingslieder und verschrobene Künstler. Tump! Tump! Tump! Mit jedem Stechschritt bekommt der Vordermann mit einem Trommelstock wieder eins auf die paukenförmige Mütze. So monoton und schmerzhaft wie auf dem illustrierten Schutzumschlag geht es hinter den Buchdeckeln zum Glück nicht zu. Wladimir Kaminer schreibt auch in seinem neuesten Erzählungsband „Karaoke“ so sprunghaft, kurzweilig und meinungsstark wieRead More

Posted On November 3, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag

S. Bensedrine/ O. Mestiri:Despoten vor Europas Haustür

Heiligt der Zweck alle Mitten? Sihem Bensedrine und Omar Mestri attackieren den „Übergang zur Demokratie” in den Maghreb-Staaten. Wurde mal wieder ‚der Bock zum Gärtner gemacht?’ Ausgerechnet in Tunesien findet ab dem 17. November der UN-Gipfel über die Freiheit der Medien und den ungehinderten weltweiten Informationsaustausch statt. Weit und breit ist etwa von den in Mitteleuropa geltenden Standards an Presse- und Meinungsfreiheit in Tunesien nichts zu spüren. Zwar verweist die Regierung Ben Ali unentwegt auf ihr Grundgesetz, nach dem jeder Bürger des Landes sagen und schreiben kann, was er will,Read More

Posted On Oktober 17, 2005By Joerg von BilavskyIn Bücher, Crimemag

Jason Starr: Hard Feelings

Freier Fall Wie in „Top Job“ oder die „Die letzte Wette“ richtet Jason Starr auch in seinem vierten Roman „Hard Feelings“ sein Augenmerk auf scheiternde Existenzen. Minutiös beschreibt er den nicht aufzuhaltenden Fall eines New Yorker Top-Verkäufers. „Die Menschen in Manhattan schaffen sich dauernd selbst ihre Probleme, die sie davon abhalten, sich mit erschreckenderen, unlösbaren Problemen der Welt zu befassen.“ Dieser Satz aus Woody Allens filmischer Hommage an den bekanntesten Stadtteil New Yorks ist auch nach 25 Jahren noch wahr. In gewisser Weise trifft er nämlich auch auf die FigurenRead More
Die Vitalität der Gefahr „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“ ist seit jeher die Rechtfertigung der Mutlosen für ihr komatöses Dahindämmern im Stillstand. Dass, wer die Gefahr sucht, ganz im Gegenteil darin mit all seinen Sinnen erwacht, weiß Andreas Altmann. Der kischpreisgekrönte Reiseschriftsteller beschreibt in seinen Reportagen den Urgrund des Reisens: zu spüren, dass man am Leben ist. Der mobile Autor hat viel gesehen, er berichtet aus Asien, Afrika und Südamerika. Und aus Europa ohnehin: Vor zwei Jahren ging er zu Fuß von Paris nach Berlin und erzählteRead More

Posted On Oktober 3, 2005By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

A.L. Kennedy: Paradies

Zwischen Paradies und Delirium „Die Wirklichkeit – nichts als Schrecken steckt darin.“ Diese negative Bilanz von Ich und Welt führt in das Zentrum des neuen Romans der ebenso hochgelobten wie eigenwilligen schottischen Autorin A.L. Kennedy. Ihre Protagonistin Hannah Luckraft ist Ende dreißig, hält sich mit Aushilfsjobs über Wasser und ist eine überzeugte Alkoholikerin mit schmuddeligen Pubs als zweiter Heimat: „Das Trinken macht mich frei. Das ist keine Qual. Das ist ein Geschenk.“ Nach dem Filmriss ist bei ihr vor dem Filmriss und danach beginnt die mühselige Rekonstruktion des Ichs, derRead More

Posted On Oktober 3, 2005By Joerg von BilavskyIn Bücher, Crimemag

David Schickler: Fette Klunker

Rechtschaffene Ganoven Amerika ist ein großes Land. Aber vielleicht nicht groß genug, um einem übel gelaunten Gangsterboss entkommen zu können, der sieben wertvollen Diamanten nachtrauert. Die hat nämlich sein Auftragsschläger Henry Dante im Gepäck. Und der ist auf der Flucht. Mit einer nymphomanischen Christin und einem schlechten Gewissen. Drei harte Burschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Floyd, der Naive, Roger, der Hinterhältige und Henry, der Rechtschaffene. Gemeinsam auf dem Weg zu einem „Kunden“, der bei ihrem Boss in Ungnade gefallen ist, weil er sich dessen Diamanten unter den Nagel reißenRead More

Posted On September 8, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag

Klaus Harpprecht: Auf der Höhe der Zeit?

Journalismus als Passion Einer der seit Jahrzehnten wichtigsten deutschsprachigen politischen Publizisten schreibt über den Journalismus als Beruf und Passion. Eine Einführung in den kritischen Journalismus, beschrieben am Beispiel der eigenen Biographie und der einzelnen Stationen innerhalb verschiedener Redaktionen und als Redenschreiber von Willy Brandt. Sehr versteckt irgendwo unter Verschiedenes erschien kürzlich in der ,Sueddeutschen Zeitung’ ein Beitrag über Lobbies in der Politik. Und ganz am Ende dieses scheinbar wenig aufregenden Artikels wurde kurz ein ehemaliger Journalist vorgestellt. Einer, den man zu den Erfolgreichen seines Genres zählen kann. Der als PressesprecherRead More

Posted On September 1, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag

Paul Morand: Aufzeichnungen eines notorischen Schwimmers

Schwimmen, schwimmen Für den Autor Paul Morand gibt es nur einen wirklich überzeugenden und dazu genussreichen Grund, in der Welt zu sein: wo und wann immer es möglich ist, an den Meeresküsten zu schwimmen und dabei Betrachtungen über das Leben, die Kunst, die Architektur und die Natur anzustellen. Eine Hommage auf das Schwimmen jenseits des Leistungssports. „Die Strände werden nun verlassen, die tristen Strände, wo das Meer seufzt. Bald werden die Landstriche, auf denen die roten Sonnenschirme blühten, nichts mehr als kahle Bäume besitzen.“ Damit beginnt eine kleine Plauderei vonRead More

Posted On August 29, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag

Ippolito Nievo: Bekenntnisse eines Italieners

Mit vollen Segeln gelebt „Die Großartigkeit dieses Buches“, so der vielbelesene triestiner Schriftsteller Claudio Magris, „hat bislang noch nicht die ihr gebührende Beachtung und internationale Würdigung gefunden.“ Dass die „Bekenntnisse eines Italieners“ von Ippolito Nievo im deutschen Sprachraum bis jetzt wenig oder überhaupt nicht bekannt waren, mag an den bisherigen Übersetzungen des Buches gelegen haben. Man konnte diesen Riesenroman nur in gekürzten, vorallem aber schrecklich verstaubt übersetzten Fassungen lesen. Die unter dem irreführenden Titel „Pisana“ bei Suhrkamp erschienene Fassung von Charlotte Birnbaum ließ diesen so ungemein lebendigen, temporeichen, auch ironischenRead More

Posted On August 29, 2005By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Joey Goebel: Vincent

Ohne Leid kein Preis Der 25-jährige Amerikaner Joey Goebel debütiert mit einem frechen Angriff auf unsere schöne neue Medienwelt. Mit sieben Jahren erhält der siebenjährige Vincent von seinem Manager einen wegweisenden Brief: „Du wirst nie glücklich sein […] Dir stehen harte Zeiten bevor, Kleiner. Du bist gewarnt.“ Der hochbegabte und aus einer kaputten Familie stammende Vincent ist das Versuchskaninchen in einem wahnwitzigen Experiment des krebskranken Medienmoguls Foster Lipowitz. Nachdem dieser die Welt in einen sinn- und keimfreien, gnadenlos nivellierten Unterhaltungskosmos verwandelt hat, möchte er die Welt vor seinem Tod nochRead More

Posted On August 15, 2005By Joerg von BilavskyIn Bücher, Crimemag

Martin Cruz Smith: Treue Genossen

Strahlende Verbrechen Ende April 1986 versetzte der atomare Super-GAU in Tschernobyl die ganze Welt in Panik. Knapp zwanzig Jahre später herrscht in den Medien eine ähnliche Totenstille wie in der 30 Kilometer großen Sperrzone rund um den Atomreaktor. Nun lässt der Autor des Bestsellers „Gorki Park“ seinen Chefinspektor Arkadi Renko auf dem kontaminierten Gelände ermitteln. Was er dort entdeckt, ist erschütternd und ernüchternd zugleich. Dass neureiche Russen Selbstmord begehen, ist so wahrscheinlich wie eine schnelle Entseuchung des radioaktiv verstrahlten Tschernobyl. Zu dieser Einsicht gelangt auch der Moskauer Chefinspektor Arkadi Renko,Read More