Mit zehnjähriger Verspätung bringt die nette, kleine Funny-Crimes-Edition im netten, kleinen Shayol Verlag einen weiteren Roman aus der Matt-Scudder-Serie von Lawrence Block. Von Thomas Wörtche
Read More Der Preis der Leipziger Buchmesse geht in diesem Jahr an Clemens Meyer für seinen Kurzgeschichten-Band "Die Nacht, die Lichter". Ein (Live-)Porträt des Autors von Gisela Trahms.
Read More Mit welcher Souveränität der dreißig Jahre alte Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Wahrnehmung, Erinnerung und Traum verwischt, verdient Bewunderung.
Read More Posted On März 10, 2008By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, Lyrik
Schmetterling des Todes Joan Margarit verarbeitet in dem einzigartigen Gedichtzyklus die Trauer über den Tod seiner Tochter. Professor Bonaventura aus Barcelona habe seine Seminare immer mit einer wiederkehrenden Begrüßung begonnen: „Guten Tag, meine Herren! Heute sind soundsoviele Jahre, Monate und Tage vergangen, seitdem meine Tochter starb.“ Diese Erinnerung an seinen Professor lässt der als Architekt ausgebildete, heute als Schriftsteller unweit von Barcelona lebende Joan Margarit mit den Zeilen enden: „Meine Tochter fand seit zwei Monaten, drei Tagen und sechs Stunden im Tod den tiefen Grund.“ In einem großen Gedichtzyklus versucht
Read More Stalins sadistische Söhne Tom Rob Smith beobachtet sowjetische Schergen und andere seelenlose Schufte bei ihrem brutalen Geschäft. Einer von ihnen wird geläutert und rettet damit zahlreichen Kindern das Leben. Kaum ein Sonntag vergeht, an dem im „Tatort“ oder „Polizeiruf“ nicht Jagd auf Kinderschänder und Pädophile gemacht wird. Ein Modethema. Fürwahr. Doch eins, dem man erstaunlicherweise noch neue Perspektiven abgewinnen kann. Wie der knapp dreißigjährige Newcomer Tom Rob Smith in seinem ersten Thriller anhand eines authentischen Falles aus der Stalinzeit beweist. Auf über 500 spannungsgeladenen Seiten fallen sage und schreibe 44
Read More Citoyen oder Bourgeois? Albrecht von Lucke fragt nach den Folgen von ’68 Nicht schon wieder ‚68…Wir befinden uns zwar erst in den Anfangsmonaten des 40. Gedenkjahres, aber es reicht jetzt schon mit den einschlägigen Kommentaren, Erinnerungen, Polemiken, Abrechnungen und Nostalgien. Was diese 68er – wer immer damit auch gemeint ist – alles gewesen sein sollen: pubertierende Schlaffis, Flower Power People, Pazifisten, Bellizisten, Werte- und Familienzerstörer, Kommunisten, Terroristen, sogar kostümierte Nazis usw. usw. Wer will, kann diese Liste jederzeit um weitere Kohorten, K-Gruppen und Etiketten vervollständigen. Für das Feuilleton und manche
Read More Richard? Welcher Richard? Handelt es sich nicht um einen Film über die Asien – Tournee der Berliner Philharmoniker? Sollte man daher nicht besser titeln: A Kick out of Simon (Rattle)? Nein, eben nicht, und das ist schon eins der essentials des Films. Von Gisela Trahms
Read More Kerstin Duken ist mit Jahrhundertsommer kein Jahrhundertroman gelungen, aber das eindringliche Psychogramm eines Zusammenbruchs erzählt mit einer ausgefeilten Sprache, lebensnahen Dialogen und überraschenden Wendungen. Von Frank Schorneck
Read More Claudia Piñeiro gilt in ihrer argentinischen Heimat als literarischer Shootingstar. Mit Ganz die Deine legt der Züricher Unionsverlag nun ihr Debüt in deutscher Übersetzung vor: ein raffiniert erzählter Kriminalroman und eine bitterböse Liebesgeschichte. Von Frank Rumpel
Read More Arthur Fellig (1899-1968) gehört zu den wichtigen Bilder-Machern des 20. Jahrhunderts. Von Thomas Wörtche
Read More Erzählkunst, die bleibt: Peter Kurzecks Buch ohne Text Am 9. März werden in Köln die Deutschen Hörbuch – Preise verliehen. Oscar – Atmosphäre wird allerdings nicht aufkommen: die sieben Preisträger, gewählt von einer Fach-Jury aus einer shortlist von 21 Titeln, stehen längst fest. Das erstaunlichste und bezauberndste Hörbuch des Jahres 2007, „Ein Sommer, der bleibt“, ist freilich nicht einmal in dieser zu finden. Taube Ohren der Juroren? Von Gisela Trahms Was Ein Sommer, der bleibt einzigartig macht, verrät der Untertitel: „Peter Kurzeck erzählt das Dorf seiner Kindheit“. Das ist wörtlich
Read More An jedem Samstag werden wir Sie in Zukunft mit Krimi-Empfehlungen oder -Warnungen versorgen. Heute bespricht Thomas Wörtche „Hollywood Station„ von Joseph Wambaugh.
Read More Posted On Februar 21, 2008By Joerg von BilavskyIn Hörbuch, Litmag
Eine tragikomische Audiographie Das Leben und Schaffen Karl Valentins serviert als gelungene Mischung aus Hörbuch und Hörspiel. Von Jörg von Bilavsky Im letzten Jahr feierte man noch seinen 125. Geburtstag. In diesem Jahr gedenkt man schon seines 60. Todestages. Eine wirklich lebendige Erinnerung an Karl Valentin wird jedoch hauptsächlich in den süddeutschen Landen gepflegt. Dort wo der geborene Münchener und gelernte Tischler seine ersten kabarettistischen Gehversuche machte, nach vielen Höhepunkten auch den Tiefpunkt seiner Karriere und am 9. Februar 1948 schließlich verarmt und verhungert einen bitteren Tod fand. Wer sich
Read More Frank Goosen tritt mit seiner Coming-of-age-Geschichte den Beweis an, dass Erwachsenwerden auch jenseits der 40 noch wehtun kann. Von Petra Vesper
Read More Posted On Februar 18, 2008By Joerg von BilavskyIn Hörbuch, Litmag
Also ährlich … Frisch ausgegrabene Monologe vom alten Ruhrpott-Comedian Adolf Tegtmeier. Von Jörg von Bilavsky Im letzten Jahr hat das jung gebliebene RTL-Publikum die Ruhrpott-Legende Jürgen von Manger alias Adolf Tegtmeier zum besten „Comedian“ aller Zeiten gekürt. Ein Titel, den sich der meinungsstarke Kabarettist im wahrsten Sinne des Wortes „redlich“ verdient hat. Dennoch verwundert das Votum, zumal bei einem Publikum, das den 1994 verstorbenen Kleinkunst-Star kaum mehr live erlebt haben dürfte. Auch die „Stegreifgeschichten“ werden nur noch die Zuschauer kennen, die in den 60er und 70er Jahren belustigt vor dem
Read More Elke Heidenreich rackert workaholic-mäßig für die Literatur, mit einem Vergnügen, das sich überträgt. Ein Geburtstagsglückwunsch von Steffen Rizz
Read More Posted On Februar 14, 2008By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Vom Hören und Zuhören Stattdessen versucht der Autor ohne jede volkspädagogischen Intentionen zu vermitteln, wie reich beschenkt derjenige wird, der es gelernt hat, gut zuzuhören. Von Carl Wilhelm Macke Der Buchmarkt wird immer mehr mit Ratgebern für alle Lebenslagen, Krisen, Gebrechen und Unvollkommenheiten überschwemmt. Man kann sie nicht mehr sehen, geschweige denn lesen, jene Diät-, Erfolgs-, Be- und Erziehungs-, Sucht- und Überlebensratgeber, die uns Wellness & Happiness versprechen. Denkt denn niemand an den für die Produktion dieser Bücher abgeholzten Amazonaswald? Leicht könnte man in diese ununterbrochenen Ratgeberfluten auch das Buch
Read More Posted On Februar 11, 2008By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Ein böser Roman über die Versuche einer jungen Frau in der Gesellschaft wieder Fuß zu fassen. Gekonnt balanciert Lucy Fricke dabei Komik und Tragik aus. Von Frank Schorneck
Read More Ein paar tausend Bläschen Gäbe es in Europa eine Champions League für Spannungsautoren: Der Schweizer Martin Suter spielte seit seinem Debüt Small World regelmäßig um die Meisterschale mit. Von STEFAN BEUSE Versuchen Sie mal, einem Amerikaner den Unterschied zwischen E- (wie „ernster“) und U- (wie „unterhaltender“) Literatur zu erklären. Sie werden ein freundliches Lächeln ernten. Und auf massives Unverständnis stoßen: Anspruchsvolle Literatur, die sich zudem noch gut verkauft, ist dort wundersamerweise kein Widerspruch, während hierzulande kommerziellem Erfolg irgendwie immer noch der Ruch des (igitt!) Trivialen anhaftet. Und jetzt die Gegenprobe:
Read More Es wird Zeit, sich einmal wieder der Weisheit der Alten zu erinnern. Wenn es nicht für alle reicht, so schrieb der gute Ernst Bloch einmal lakonisch, dann müssen eben die Armen ran. Durch die Türritzen kriecht auch langsam und stetig in die neo-bourgeoisen Salons zwischen Berlin und München, Frankfurt und Hamburg, die Zugluft des Prekariats und der herumvagabundierenden Armut. Die Kinder der Happy Few, auch wenn sie auf den besten Privatschulen am Ort ausgebildet wurden, finden nicht mehr so leicht eine gut dotierten beruflichen Einstieg, eine Lebensstellung schon mal gar
Read More Paul Auster inszeniert ein postmodernes Spiel wie aus dem Lehrbuch. Von Petra Vesper
Read More Posted On Februar 3, 2008By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Als junger Autor hat man es im Steidl-Verlag nicht wirklich leicht, neben dem Verlagsflagg- und Schlachtschiff Günther Grass Beachtung zu finden, selbst wenn man ein politisch brisantes literarisches Puzzle entwirft. Von Frank Schorneck
Read More Ehrenrettung Aus aktuellem Anlaß eine kleine Ehrenrettung für die politische Kultur Italiens. Von Carl Wilhelm Macke Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, ein immer und überall bekennender Antifaschist, glaubte unbedingt auf einem Faschingsumzug in seiner Stadt am 27. Januar mitschunkeln zu müssen. Zwar gab es einen laut vernehmlichen Protest diverser Mitglieder der jüdischen Gemeinde nicht nur in München gegen dieses bunte Treiben ausgerechnet an dem Gedenktag zur Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Ude ließ verlauten, daß er sich dieses Datum natürlich bewußt sei, aber der Umzug sei schon seit langem geplant gewesen.
Read More Posted On Februar 1, 2008By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Der ‚Duce’ lebt Warum der barbarisch getötete Benito Mussolini auch nach seiner Hinrichtung jahrzehntelang weiterlebte und bis heute in Italien Anlaß für heftige Kontroversen über die Bedeutung der faschistischen Zeit ist. Italien hat in einem kurzen Prozeß den Faschismus besiegt. Wird die deutsche mit der italienischen Aufarbeitung der faschistischen Zeit verglichen, ist dieser Satz häufig zu hören. Aber an dieser Feststellung ist jede Teilaussage falsch, zumindest jedoch sehr verkürzt. Die Photos mit dem Kopf nach unten auf der Piazzale Loretto in Mailand öffentlich ausgestellten toten Körper des Duce und seiner
Read More Posted On Januar 28, 2008By Gisela TrahmsIn Litmag, Lyrik
Funkeln fürs Leben Schworen wir nicht zu Silvester, dass 2008 ein sprühendes Jahr werden solle? Und nun hat es angefangen und keine Karfunkel in Sicht? Leichter als selbst zu funkeln ist funkeln lassen, nämlich die Glitzersteine, die die Dichter zusammengetragen haben. Mit anderen Worten: Her mit dem Lyrikkalender! Von Gisela Trahms Stefan Heuer hat schon einen empfohlen, eine wunderbare Alternative ist der Lyrikkalender des Deutschlandfunks. Exzellent gedruckt, augenfreundlich, mit Register, Quellennachweis und Entstehungsdatum der Texte und natürlich vor allem mit Gedichten aus der Tiefe des Zeitenbrunnens bis heute, von Autoren,
Read More Vier Männer überfallen die Bank eines argentinischen Dorfes. Was auf den ersten Blick nach leichter Beute aussieht, erweist sich als tödliche Falle. Der argentinische Autor Antonio Dal Masetto hat einen atmosphärisch hochkonzentrierten Roman geschrieben, konsequent, bitter und doch mit Sinn für Humor. Von Frank Rumpel
Read More