Elmore Leonhard ist unerreicht in Sachen Tempo, Coolness und Situationskomik.
Read More Der Begriff „Stellenliteratur“ bezeichnet ja eigentlich Werke, die ausschließlich ihrer sexuell expliziten Szenen wegen durchblättert werden. Die Leser von "Stellenliteratur" hangeln sich, Inhalt und Struktur vollkommen missachtend, einzig des Effekts wegen von Stelle zu Stelle; das Drumherum ist ihnen ebenso lästig wie die Handlung bei Pornofilmen.
Read More Spurensuche und Vergangenheitsbewältigung in einem: eine junge Frau will wissen, wer ihr wahrer Vater ist, sucht ihre Mutter und kommt am Ende bei sich selbst an. Die amerikanische Jungschriftstellerin Vendela Vida hat einen schönen, traurigen Roman geschrieben. Von Senta Wagner
Read More Auch dieser Justizroman bezieht seine wirkliche Spannung nicht so sehr aus der Eloquenz und dem Charisma eines Verteidigers, sondern aus einem philosophischen Problem: Der Differenz von Recht und Gerechtigkeit. Von Hans Richard Brittnacher
Read More Seit seiner ersten großen Veröffentlichung, also seit den Tales of Error (1989), gehört der Zürcher Thomas Ott zu den ganz Großen der graphic novel. Von Thomas Wörtche
Read More Posted On April 28, 2008By Joerg von BilavskyIn Bücher, Litmag
Charismatischer Chaot Stefan Wimmer schreibt süffisante Episoden aus dem Leben des Tunichtguts Ingo Falkenhorst. Wer sich bei dieser Lektüre nicht amüsiert, ist entweder strenger Antialkoholiker oder radikale Feministin. Nein, das würde ihm ganz und gar nicht gefallen. Das jüngst erlassene Rauchverbot in Mexiko Citys Cantinas. Ingo Falkenhorst würde seine Tequilas im „Tiburcia“ oder im „Centenario“ nie ohne Glimmstängel runterkippen. Lieber nähme er die für besonders hartnäckige Qualmer angedrohte Strafe von 36 Stunden Gefängnis in Kauf. Das wäre allemal erträglicher, als das, was er während seiner Trips in der mexikanischen Metropole
Read More Was ist das denn? Katalanischer postmoderner Unfug, die neue Offenbarung des Kriminalromans, ein fahler Scherz oder ein nettes Lektürevergnügen von fast 600 Seiten? „Im Namen des Schweins“ heißt das dickleibige Teil, stammt von Pablo Tusset und ist vornehmlich sehr eigen. Von Thomas Wörtche
Read More Der Kubaner José Manuel Prieto wird international als einer der großen Hoffnungen für eine eigenständige und avancierte lateinamerikanische Literatur gehandelt. In seinem neuen Roman Rex versteigt er sich jedoch in literarische Hochstapeleien und verliert den Leser aus dem Blick. Von Karsten Herrmann
Read More Alfred Hellmann, in Berlin lebender Journalist, Drehbuchautor, Kolumnist, Kabarettist und Übersetzer aus dem Niederländischen, legt nach zehn Jahren Pause seinen zweiten Kriminalroman vor. Das Warten hat sich gelohnt! Meint „Hammett“-Buchhändler Christian Koch.
Read More Auch so richtet man eine Kultur zugrunde: Die Hauptstadtliteraten Michael Kumpfmüller und Dirk Kurbjuweit versuchen sich an staatstragenden Politkrimis. Das Ergebnis: Kuschelliteratur. Für Genrespielarten mit politischer Perspektive gibt es derzeit wohl nur eine Hoffnung: Irgendjemand muss Heinz Bude überzeugen, einen Kriminalroman zu schreiben. Ein Kommentar von Ulrich Noller.
Read More Warum das Gewaltmonopol des Staates ein extrem sinnvolles Prinzip ist, verdeutlich ein Blick in Kyle Cassidys Bildband „Bewaffnetes Amerika“. Von Thomas Wörtche
Read More Posted On April 14, 2008By Gisela TrahmsIn Litmag, Lyrik
Einige sind immer drin. Andere, die drin waren, sind jetzt draußen. Wieder andere, die noch nie drin waren, sind drin und freuen sich. Die Rede ist von den Lyrikern und ihrem inoffiziellen Sammelplatz, dem "Jahrbuch der Lyrik". Von Gisela Trahms
Read More Der Großmeister des Spionage-Thrillers und langjährige Nahost-Korrespondent Robert Littell entwirft ein Szenario der nahen Zukunft: Die Söhne Abrahams ist ein streng komponiertes, in levantinische Farben getauchtes Lehrstück über die tödliche Symmetrie des Fundamentalismus.
Read More Posted On April 10, 2008By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Der ‚andere Franz’ Drei linke Intellektuelle suchen einen Heiligen Man kann dieses Buch auch als einen Beitrag zum wieder viel diskutierten legendären Jahr 1968 lesen. An keiner Stelle wird zwar auf dieses Datum eingegangen und im Mittelpunkt des Buches stehen auch keine Erinnerungen an die ‚Schlacht am Tegeler Weg’, an universitäre Sit-Ins oder irgendwelche revolutionären Kommunen. Zeitlich ist das Buch konzentriert auf das 13. Jahrhundert, das man nur wahrlich nicht in einem Zusammenhang mit den weltweiten Studentenbewegungen Mitte des 20. Jahrhundert bringen kann. Aber der intellektuell-politische Werdegang der drei Autoren
Read More Rechtswende! Rechtswende? Zu wissen, dass es noch Menschen gibt, die wie Jutta Ditfuhrt in Zeiten des allgemeinen Werteverlustes ihre alten Welt- und Feindbilder konservieren, hat auch etwas durchaus Beruhigendes… Von Carl Wilhelm Macke Beruhigend zu wissen, dass es noch Publizistinnen wie Frau Ditfurth gibt. In der allgemein herrschenden und immer mehr zunehmenden „neuen Unübersichtlichkeit“ wie Habermas es weiland auf den Begriff brachte, sind professionelle Zeitdeuter wichtig, die ‚links’ und ‚rechts’, ‚oben’ und ‚unten’, ‚konservativ’ und ‚progressiv’ noch zu unterscheiden wissen. Von Frau Ditfurth aus gesehen, ist die Welt jedenfalls noch
Read More Posted On April 7, 2008By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Bruder Leichtfuss Iso Camartin und Herr Casparis erkunden die beste aller möglichen Welten Schade, dass bestimmt Namen und Begriffe schon seit langer Zeit schlecht ‚besetzt’ sind. Sagen wir von jemanden zum Beispiel er sei ein „Bruder Leichtfuß“, dann wollen wir ihm nichts Gutes. Im Lexikon finden wir als Synonyme für den Leichtfuss’ etwa ‚Haderlump, Hallodri, Libertin, Taugenichts, Tunichtgut, Windbeutel, Windhund, windiger Bursche’, also allesamt keine besonders schmeichelden Attribute. Es wäre eine eigene sprachgeschichtliche Untersuchung wert, warum alles leicht Daherkommende und Dahinschwebende im Deutschen eine fast immer so abwertende Bedeutung hat
Read More Tour des fous Thea Dorn schockiert in „Mädchenmörder“ nicht allein mit unglaublichen Gewaltorgien, sondern auch mit einem unfassbaren Seelenstriptease ihrer Hauptfigur Thea Dorn will mit ihren Büchern schockieren. Um des Schocks oder der Kunst willen, das bleibt wohl auf immer ihr Geheimnis. Auch wenn sie neulich in einem Essay für die WELT behauptete, Kunst müsse „schonungslos, dreckig und befreiend“ sein, um ihre geistesreinigende Wirkung zu entfalten. Ob ihr neuester Schocker „Mädchenmörder“ schon deshalb Kunst ist, weil darin reihenweise Frauen vergewaltigt und verstümmelt werden und die fiktive Erzählerin eine masochistische Romantikerin
Read More Auf den Spuren von Gabriel Garcia Marquez reiste 1993 eine Truppe von Künstlern und Artisten auf einem selbst gestalteten Zug durchs ländliche, vom Bürgerkrieg gebeutelte Kolumbien und begeisterte mit ihren Gratisvorstellungen. Als Chronist reiste Ramon Chao mit - der Vater des Musikers Manu Chao. Von Frank Rumpel
Read More Posted On April 4, 2008By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Die Finger eines Mannes „Mit Hoffnung zwischen den Zähnen“ kämpft John Berger um das globale Überleben Es mag Zufall sein, aber die letzte Zeile in der Sammlung mit neuen Essays von John Berger führt direkt zu einer typischen Färbung seines gesamten literarischen und journalistischen Werks. Berger zitiert dort ein Gedicht des von ihm sehr geschätzten türkischen Lyrikers Nazim Hikmet: „Wäre ich ein Wort,/ würde ich leise meine Liebe sagen“. Der in London geborene, aber schon seit vielen Jahren in einem französischen Dorf unweit der schweizer Grenze lebende Berger kann über
Read More Mit "Zephyr" begibt sich der vielfach ausgezeichnete Lyriker und Dramatiker Albert Ostermaier von seinen angestammten literarischen Hochebenen in die prosaischen Niederungen - und lockt den Leser dort in ein raffiniertes Spiegelkabinett, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Von Karsten Herrmann
Read More Posted On März 27, 2008By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Die Stimmen der Opfer Mario Calabresi erinnert an die Ermordung seines Vaters. Es koennte sich um ein Werbemotiv der Firma FIAT für den legendären Cinquecento handeln. Ein einnehmend blaues Modell dieses Wagentyps vor weissem Hitergrund. Ein in ähnlichem strahlenden Blau gehaltenes Lesebändchen. Ab in den Süden. Dolce vita…Der Inhalt des Buches handelt aber mehr vom ‚Dolce amara’, vom bitteren Leben der Opfer in den bleiernen Jahren des italienischen Terrorismus. Während in Deutschland wie in Italien unendlich viele Erinnerungen aus den Reihen der Täter terroristischen Gewalttaten in den siebziger, achtziger Jahren
Read More Im mächtigen Schatten des gerade vierfach Oscar-prämierten „No Country for Old Men“ der Coen-Brüder erscheint jetzt endlich auch dessen gleichnamige literarische Vorlage auf Deutsch. Sie stammt von keinem Geringeren als Pulitzer-Preisträger Cormac McCarthy und zeigt von der ersten Seite an, auf welch meisterlicher Grundlage der Filmerfolg beruht. Von Karsten Herrmann
Read More Privatdetektiv alter Schule Nach längerer Pause liegt nun mit Dunkle Geschäfte am Bosporus der vierte unterhaltsame und solide Kriminalroman um den Istanbuler Privatdetektiv Remzi Ünal auf Deutsch vor. Istanbul ist nicht eben ein häufig bemühter Schauplatz im Krimigenre, und es dünnt, vor allem von Deutschland aus betrachtet, noch weiter aus, wenn es um türkische Kriminalromane geht. Der 1952 geborene Celil Oker hat vor neun Jahren – als Pionier auf diesem Gebiet – erstmals einen türkischen Privatdetektiv losgeschickt und ist ihm auch in den folgenden fünf Bänden treu geblieben. „Ich persönlich
Read More Am Anfang ist alles ganz einfach: In einer Provinzstadt in Indiana bezieht ein Heckenschütze Stellung in einem Parkhaus und beginnt, auf Passanten zu feuern. Von Thomas Wörtche
Read More Wolfgang Kraushaar zieht zum 40. Jahrestag der Revolte von 1968 eine kritische Bilanz und transferiert die Geschichte ins Reich der Pathologie. Von Jörg Auberg
Read More 1983 ist das Finale von David Peace’ monströsem und unbequemen Red Riding Quartett – eine rabenschwarze Abrechnung mit seiner Heimat Yorkshire und die Zusammenführung der in den drei Vorgängerbänden ausgelegten Fäden. Von Frank Rumpel
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