Spannendes Debüt – Bereits seit einigen Wochen sind CULTurMAG und das Videoportal „Interview Lounge“ Partner. Nun freuen wir uns, Ihnen in den nächsten Wochen ganz exklusiv Gespräche zeigen zu können, die Kerstin Carlstedt mit interessanten Autorinnen und Autoren geführt hat. Los geht’s mit Olga Grjasnowa, deren Debütroman (zur CULTurMAG-Rezension) in diesem Frühjahr bei Hanser erschienen ist. Drehgeplänkel: Eine von vielen „Entdeckungen“ auf der Leipziger Buchmesse: Auf Olga Grjasnowa als Gast bei „Interview Lounge“ sind wir durch ihren Kollegen Rolf Lappert gekommen. Der Schweizer Jugendbuchautor, der – so wie Grjasnowa –
Read More Erinnerungsspur aus einzelnen Bildern „einmal muss ich über weiches Gras gelaufen sein“ – es ist ein versonnen klingender, in der Luft hängender Satz, mit dem Carolina Schutti ihr neues Buch betitelt hat (2010 debütierte sie mit dem Roman „Wer getragen wird, braucht keine Schuhe“). Ein solcher Satz kann nur von jemandem stammen, der, mit Peter Rühmkorf zu sprechen, im Vollbesitz seiner Zweifel ist. Dies trifft auf Maja zu, die Hauptperson in diesem stillen Drama über Heimatlosigkeit und über den Verlust der Sprache der Kindheit und die ungestillte Sehnsucht danach. Von
Read More Penrose & du & ich 1 bild / 100 worte Physik macht Herzrasen, dafür ist sie da. Penrose redet von einem Universum masseloser Teilchen, das unweigerlich auf uns zukommt, und was wird dann aus uns? Dein Blick auf mich & das Weltall implodiert, zu den Klängen von Rage against the Machine, fuck you I won’t und so weiter: tock, tock, tock, tock, ZIRR: Stillstand vor Glück, nicht vor Schreck, das muss einer schon hinkriegen, damit er mich kriegt… Okay, ja, es wird Frühling, mehr wollte ich nicht sagen, am Straßenrand
Read More Posted On März 28, 2012By Die RedaktionIn Litmag, Lyrik
Bim, Bam, Bum – Zum Andenken an den Dichter Christian Morgenstern (geb. 06.05.1871 in München), der rechtzeitig vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs am 31.03.1914 in Meran gestorben ist, lesen Sie heute „sinnvollen Unsinn“. Der Lattenzaun (Galgenlieder) Es war einmal ein Lattenzaun, mit Zwischenraum, hindurchzuschaun. Ein Architekt, der dieses sah, stand eines Abends plötzlich da – und nahm den Zwischenraum heraus und baute draus ein großes Haus. Der Zaun indessen stand ganz dumm, mit Latten ohne was herum. Ein Anblick grässlich und gemein. Drum zog ihn der Senat auch ein. Der
Read More Es tannödet in Finsterau – Wie auch immer die wirklichen Hintergründe sind, Verlagswechsel reizen zu Kommentaren, Turbulenzen im Privatleben von Autoren werden viel diskutiert, Erfolgreiches zum Abschuss freigegeben, die ganze mediale Dynamik rauf und runter. Carlo Schäfer bemüht sich um einen kühlen Blick auf Andrea Maria Schenkels neues Buch: „Finsterau“. Es ist eigenartig die Seiten zu wechseln, als Autor das Buch einer, wenn auch viel berühmteren Kollegin zu besprechen. Schwierig – es droht nämlich beides: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus oder Kollegenschelte, unterdrückten Neidgefühlen geschuldet. Versuchen wir’s trotzdem.
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, Frühjahrsnovitäten allerorten, aber wir mischen kräftig durch: Carlo Schäfer bespricht „Finsterau“, das neue Buch von Andrea Maria Schenkel, Doris Wieser steigt ein bisschen in die Literaturgeschichte ein und erinnert mit ihrem Klassiker-Check an zwei kapitale Romane von Carlos Fuentes und Elena Garro. Neu für deutsche Leser ist ein Kriminalroman aus Chile von Roberto Ampuero – Eva Karnofsky hat ihn für Sie gelesen. Mit seltsam schwebenden Wesenheiten beschäftigt sich Henrike Heilands Rezension eines Romans von Rosamund Lupton. Elogen haben wir heute auch im Angebot: Anne Kuhlmeyer über Martin von
Read More Zwei Romane über die Mexikanische Revolution … ... kurz vorgestellt und wärmstens empfohlen . Mexiko ist schon immer ein CrimeMag-Schwerpunkt, heute kümmert sich Doris Wieser ein bisschen historisch vertiefend um die Erzählungen von der Gewalt … Lateinamerikanische Literatur wird häufig mit dem Thema Gewalt assoziiert. Das liegt nicht nur daran, dass im vergangenen Jahrzehnt besonders viele Kriminalromane aus diesem Kulturraum zu uns gelangt sind, sondern hat Tradition. Auch in den großen berühmten Romanen der Boom-Autoren, die in den 1950er und 1960er Jahren geschrieben und in den 1970ern und 1980ern vom
Read More Realistischer Sumpf – Nach dem großen Erfolg von „Der Fall Neruda“ liegt die Messlatte für den neuen Roman des Chilenen Roberto Ampuero hoch. Da ist es nicht ohne Risiko, in der Folge einen im Original bereits 1996 erschienen Titel auf den Markt zu bringen – schließlich entwickeln sich Autoren weiter. Ampueros jetzt ins Deutsche übersetzter Krimi „Tod in der Atacama“ ist denn auch nicht so kunstvoll konstruiert wie „Der Fall Neruda“, sondern gradlinig und chronologisch erzählt, und er ist auch nicht ganz so originell – dennoch lohnt sich das Lesen,
Read More Eine Frau steht neben sich – Aufklärerisch tätig sein können eine Menge Entitäten. Tiere, Engel und so … Ein schwebender Geist, eine Seele ohne Körper (bitte komplettieren Sie Ihrer metapyhsischen Grundüberzeugung nach selbst!) oder was immer ist Henrike Heiland in einem Roman von Rosamund Lupton begegnet. Geht nicht? Lesen Sie selbst … Während des Sportfests fängt die Schule an zu brennen. Zum Glück sind fast alle draußen im Stadion – aber eben nur fast. Jenny, die den Dienst im Erste-Hilfe-Raum übernommen hat, befindet sich im Gebäude. Ohne nachzudenken stürzt sich
Read More Tantchen & Tantchen „Kriminalroman“ steht auf vielen Romanen drauf, die keine sind. Und auf Romanen, die Kriminalromane sind, steht es oft nicht drauf. Bei Martin von Arndts „Oktoberplatz“ sollte es ganz groß draufstehen, findet Anne Kuhlmeyer. Wasil, Wasja, erblickt das Stahlblau des weißrussischen Himmels als Licht seiner Welt, in einer Familie, deren Abstammung und Konstellation verwirrender nicht sein könnte. Der ungarische Großvater, 1908 geboren, Trinker, Schürzenjäger, beseelt von der Revolution, schlägt sich in die Sowjetunion durch und begründet mit dem 15-jährigen Nachbarsmädchen die Nachkommenschaft. Wasils Vater kommt Ende der Fünfziger
Read More Grandioses Endzeitdrama – Der hierzulande noch wenig bekannte Italiener Davide Longo hat mit „Der aufrechte Mann“ ein grandioses Endzeitdrama und eine erschütternde Parabel auf den Niedergang seines Landes während der Berlusconi-Ära geschrieben. Von Karsten Herrmann Im Zentrum von Longos Roman steht Leonardo, ein ehemals erfolgreicher Schriftsteller und angesehener Professor für Literatur. Die Bücher sind sein Reich und Segen, aber auch ein Fluch: „Einige hatte ich zu Bollwerken in meinem Gemäuer gemacht. Andere zu Reisepässen in meinen Ländern. Kompendien dessen, was das Leben war oder hätte sein sollen. […] Ich liebe
Read More Eines langen Tages Reise in die Nacht Zur Kulturgeschichte des Scharfschützen und zum Thriller-Autor Stephen Hunter (Teil VI) 13.000 Soldaten, 12.000 Polizisten, hunderte Scharfschützen, Scharfschützen auch in jedem Stadion und jeder Arena, Kriegsschiffe in der Themse, Boden-Luft-Raketen und Eurofighter, so will England jetzt im Juli/August für sichere Olympische Sommerspiele in London sorgen. Auch bei der Fußball-Europameisterschaft in Polen werden Scharfschützen eingesetzt. München ist inzwischen 40 Jahre her, die Welt nicht friedlicher, sondern gefährlicher geworden, die Aufrüstung seitdem exorbitant. Wie halbwegs unschuldig die Welt einmal war – einigermaßen frei auch noch
Read More Nicht sehr beliebt ist bei Kriminellen (staatlichen, organisierten und sonstigen) die Redefreiheit. Man kann dagegen etwas tun, bis dass der Redner kotzt … Christopher G. Moore über einen neuen Wahsinn: Forcing people to shut up or throw up … It’s not only you who’s looking to high-tech to solve all of your problems. Repressive and not-to-date-so-repressive governments are taking notice of new weapon technology. If you are a protester or demonstrator your future will likely include being made mute or stuttering uncontrollably and throwing up. These weapons are currently
Read More Rocky Raccoon by Lennon/McCartney Now somewhere in the black mountain hills of Dakota There lived a young boy name o‘ Rocky Raccoon-a And one day his woman ran off with another guy Hit young Rocky in the eye Rocky didn’t like that He said, „I’m gonna get that boy“ So one day he walked into town Booked himself a room in the local saloon Rocky Raccoon Checked into his room Only to find Gideon’s Bible Rocky had come Equipped with a gun To shoot off the legs of his rival
Read More Dass die narrativen Modelle einiger aktueller Fernsehserien (übrigens nicht nur amerikanischer Herkunft, wie ausgerechnet das kleine Dänemark zuletzt mit „Kommissarin Lund“ und „Gefährliche Seilschaften“ bewiesen hat) zu den spannendsten gegenwärtigen Erzählformen gehören, hat sich inzwischen rumgesprochen. Christian Schöller begrüßt den Start der 5.Staffel der amerikanischen Ausnahmeserie „Mad Men“ mit einem Blick in das Buch zur Serie („Die ganze Welt von Mad Men“) – und schaut sich den zwiespältigen Hauptdarsteller etwas genauer an. Was würde Don Draper tun? Wenn kommenden Sonntag die neue Staffel von „Mad Men” beginnt, bin ich wieder dabei.
Read More Der Weltraum, unendliche Weiten. Wie oft haben wir uns beim Nachdenken über Zeit und Raum, Entfernungen und Größen und Astrophysik schon das Gehirn verrenkt. Diese Zeiten sind nun vorbei. In der neuen Kolumne „Lichtjahre später” wird uns Autor und Astronom Aleks Scholz regelmäßig alles erklären, was wir wissen müssen: Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter! Heute: „Der Weltraum, unendliche Weiten.” So steht es da oben, und natürlich gehen die Probleme damit schon los. Nicht zufällig ist die Unendlichkeit bei öffentlichen Veranstaltungen eine der drei Eigenschaften des Universums, die die
Read More Posted On März 21, 2012By Lucy Renner JonesIn Bücher, Litmag
Wie wird deutsche Literatur eigentlich im Ausland aufgenommen? CULTurMAG wirft einen ungewöhnlichen Blick auf aktuelle Neuerscheinungen. Lucy Renner Jones übersetzt (u.a.) deutsche Literatur ins Englische – und wird für uns in unregelmäßigen Abständen Neuerscheinungen heimischer Autoren auf Ihre Aussichten für den englischsprachigen Markt abklopfen. Heute: Benjamin Lebert: „Im Winter dein Herz“ Eingebettet in die Rezension finden Sie ein Video-Gespräch, das unser Partner „Interview Lounge“ mit dem Autor geführt hat. A good read Lebert’s first novel Crazy divided critics in the year 2000, nowhere so much as across the divide of
Read More Posted On März 21, 2012By Charlotte von BausznernIn Comic, Litmag
Himmel im Hirn – Es ist jetzt ziemlich genau eine Messe her, dass ich stromernd in etwas sehr Großes, Pinkes in Frankfurt am Main reingelaufen bin. Abholen durfte ich mir dieses Große, Pinke, auf dem in gewaltigen Lettern FINNISH COMICS ANNUAL 2011 prangt, übrigens im Finnland Institut in Berlin, das eine ausgesuchte Bibliothek und Schönes aus dem hohen Norden in hellen Räumen von freundlichen Finnländerinnen bietet (mir ist kein Mann über den Weg gelaufen). Charlotte von Bausznern über die gewichtige Werkschau finnischer Comickünstler. Man muss die ersten rabenschwarzen Seiten nach
Read More Die Angst vor dem sozialen Abstieg – Kathrin Fischers porträtiert die „Generation Laminat“. Von Joachim Feldmann. Die großformatige Anzeige hatten wir aus der Tageszeitung ausgeschnitten und in unserer WG-Küche an die Wand gepinnt. Sie zeigte einen milchgesichtigen Teenager, der kurz zuvor eine international begehrte Tennis-Trophäe gewonnen hatte. Neben dem Bild prangte der Spruch: „Es ist ein gutes Gefühl, wenn Leistung zu Erfolg wird“. Das Logo und der Name des Auftraggebers fanden sich, wenn ich mich recht erinnere, unter dem Slogan: Deutsche Bank. Wir liebten diese Anzeige, verkörperte sie doch auf
Read More Gisela Trahms traf auf eine lit.cologne im Tranströmer-Hype – und hat dann doch ein ganz anderes Buch gelesen. Eine flanierende Rezension live aus der Kölner Buchhandlung Bittner. Ausharren – Die Macher der lit.cologne besitzen einen langen Atem. Als sie vor zwölf Jahren anfingen, wussten sie, dass sich niemand für einen betagten schwedischen Lyriker namens Tranströmer interessierte. Also warteten sie einfach, bis er mit achtzig den Nobelpreis erhielt und jetzt das Schauspielhaus füllen kann. Gehst du zu Tranströmer? Hast du Karten für Tranströmer? Kriegt man noch welche? Die Buchhandlung Bittner ist
Read More Von der traurigen, grotesken, monströsen, alltäglichen Liebe So viel ist über die Liebe geschrieben worden, dass es schwer ist, dem reichen Schatz etwas noch Ungekanntes hinzuzufügen. Es sei gleich vornweg gesagt: Erwin Koch gelingt das. Von Carola Ebeling „Was das Leben mit der Liebe macht“ ist eine Sammlung manchmal verstörender, immer berührender Liebesgeschichten. Geschrieben von einem, der für seine Reportagekunst bereits zwei Mal mit dem Egon Erwin Kisch Preis ausgezeichnet wurde. Und so ist auch die Erzählform eine besondere: Es sind wahre Geschichten, Koch hat mit den Menschen gesprochen, und
Read More Posted On März 21, 2012By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Fort mit dem Wind – Die Gedichte des westschweizer Lyrikers Frédéric Wandelère, betrachtet von Carl Wilhelm Macke. Man schweift zunächst neugierig über die Titel einiger Gedichte dieses Bandes. „Rotkelchen am Feuer“ finden wir da oder „Morgenlicht“, „Der Schmetterling“ , „Die Heuschrecke“, „Die Oktoberheuschrecke“, „Der Hund und die Sau“. Wären es die Titel alleine, dann wären wir nicht neugierig auf diese Gedichte. Aber dann ist da auch Philippe Jaccottet, der das Vorwort geschrieben hat. Und übersetzt haben die Gedichte Elisabeth Edl und Wolfgang Matz, die zu den ganz Großen der zeitgenössischen
Read More Leptoquark 1 bild / 100 worte Der Leptoquark isst nur noch Käse. Jeder Tag ist weißer Tag für den Leptoquark, der auf dem Kohlenfahrweg joggen geht und mehr auf sich achtet, seitdem er nicht mehr ins große Protonen-Theater passen will. Der Leptoquark steht kurz davor, mit seinem pseudoskalaren Wichselwerk ganz aus der Oberliga im GUT rauszufliegen. Ach, er war eine Brücke! Jetzt ist er ein Sumpf. Er war ein Bindeglied! Jetzt liegt er uns auf der Tasche. Der olle Leptoquark. Kein Quark macht mehr rechtslinks mit ihm, kein Lepton bewundert
Read More Posted On März 21, 2012By Die RedaktionIn Litmag, Lyrik
Das Köstlichste aber, wie sollen wir es singen? Robert Schindel zweimal über die Liebe und andere wilde Gefühle. Scharlachnatter Grauenhafter Mensch vorauslaufend In künftige Zeiten siehst du herab Auf uns Wilde uns Blöde Schauerlich diese Eiferei rettest uns Vor uns die wir dich hinschreiten Sehen zu den Diamantenbergen türkisenen Tälern in denen Häuser sich türmen Mit Prachtaussichten und Leute Mit Eisenherzen hinter den Fenstern Erwarten dich der du uns In der Vorsteherdrüse verdammt hast wir Mit der Scharlachnatter im Maul wollen Dir den Kopf abhauen und die Natter dir zwischen
Read More Das Sich-alleine-Durchschlagen setzt kreative Kräfte frei – Pärchen stinken, Pärchen lügen Pärchen winken und fahr’n nach Rügen Cocktails trinken, Kartoffelchips essen Händchen halten und die Freunde vergessen Pärchen verpisst euch, keiner vermisst euch Pärchen verpisst euch, keiner vermisst euch (…) Schon vor Jahren stellten die Lassie Singers die heteronormative Zweierbeziehung in Frage: Liebe als Konstrukt, Pärchenterror, zum Scheitern verurteilte Romanzen – in ihren Songtexten nahm Christiane Rösinger die Rolle der Liebes-Desillusionistin ein, heute bezeichnet sie Pärchen als „niedrige Lebensform, die in der Artentabelle nur knapp über dem Einzeller oder dem
Read More Ry Cooder feiert am 15. März seinen 65. Geburtstag. Wer nicht zur Party eingeladen wurde, hat trotzdem Grund zum Feiern, denn gerade ist seine Story-Collection „In den Straßen von Los Angeles" erschienen, übersetzt von Franz Dobler. Von Matthias Penzel
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