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Posted On Oktober 3, 2016By Die RedaktionIn Bücher, Litmag

LitBits: Neue Bücher

Sammelrezension mit Büchern von Karel Čapek, Norman Mailer, Honoré de Balzac, Hermann L. Gremliza, Richard Bird, Armin Thurnher,  Kateryna Babkina und Birgit Birnbacher – besprochen von Senta Wagner (SW), Alf Mayer (AM) und Michael Höfler (MH). Bibliophile Rarität (AM) Ein Asteroid ist nach ihm benannt, er starb 1938, ganze 48 Jahre alt, an einer Lungenentzündung; er hatte das Wort „Roboter“ erfunden, die Phantastik des 20. Jahrhunderts mitgeprägt, ein wunderbares Gartenbuch geschrieben, dazu Detektivgeschichten, Romane, Märchen, Theaterstücke,  und wenige Jahre vor seinem Tod eines meiner Lieblingsbücher. Jetzt ist Karel Čapeks 1936 erschieneneRead More
Die Letzten ihrer Zunft Nach diesem Buch müssen sie sich eigentlich bei Manufactum („Es gibt sie noch, die guten Dinge“) die Finger schlecken, findet Alf Mayer. „Handwerkstätten“ von Kathrin Fritz und der Fotografin Maurice K. Grünig, im Zürcher Rotpunktverlag erschienen, porträtiert 24 Schweizer Manufakturen mit alten traditionellen Herstellungsweisen, und das nicht im Museum, sondern im Kleinbetrieb. Funktions- und existenzfähig. Manche aber sind die letzten ihrer Zunft. Das hochwertige, durchgängig mit großartigen Fotos illustrierte, bei Pustet in Regensburg gedruckte Buch (Papiergewicht 130 g, mit 1.08 f-Volumen) ist eine Fundgrube. Eine Schatzkammer.Read More

Posted On Oktober 3, 2016By Alf MayerIn Bücher, Litmag

Sachbuch: James Lovelock: Die Erde und ich

Unser Standort auf der Sternenbühne Gut, dass es sie allen Rechenschiebern zum Trotz immer noch gibt und geben wird: die Herzensbücher von Verlegerinnen und Verlegern, findet Alf Mayer, der sich ein solches Projekt näher angesehen hat, nämlich James Lovelocks „Die Erde und ich“. Benedikt Taschens älteste Tochter Marlene ist dessen Schutzpatronin. Ein altmodisches Wort, gewiss. So wie auch die Schutzinstinkte, die Marlene Taschen als junge Mutter empfand, ihrem Kind ebenso gegenüber wie der Welt, mitartikuliert damals in der Lektüre eines Buches von James Lovelock: „Gaias Rache“. In ihrem Vorwort zuRead More

Posted On Oktober 3, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Martin Mosebach: Mogador

Profi-Prosa mit lauwarmem Nachgeschmack – In seinem neuen Roman verbindet Martin Mosebach, der als einer der elegantesten und zugleich konservativsten Erzähler hierzulande gilt, die westliche Welt der Banken, der Karriere und des Betrugs mit der orientalischen Welt der Seher und Bettler, der Rituale und archaischen Traditionen. Seine pittoreske Prosa versickert schließlich in einer lauwarmen Auflösung. Im Mittelpunkt des Romans steht Patrick Elff, der nach einem Literaturstudium schnell die Karriereleiter in einer Beratungsfirma und schließlich in einer großen Bank hinaufgestiegen ist und dabei den Graubereich des gerade noch Erlaubten deutlich überschrittenRead More
„Grabe, wo du gehst, genieße, wo du ruhst“ Zusammen mit Ursula Bauer hat Jürg Frischknecht die Lesewanderbücher erfunden, einen Buchtyp, der deutlich über die aktuelle Gebrauchsfähigkeit hinausreicht, der kulturelle, politische und wirtschaftliche Hintergründe bietet und im idealen Fall – wie im verlassenen piemontesischen Valle Maira – sogar einen sanften Tourismus mitangekurbelt hat. Alf Mayer, der sich von der Qualität dieser Bücher einige Male selbst vor Ort überzeugen konnte, hat sich die aktuelle achte Auflage des Hauptwerks „Antipasti und alte Wege. Valle Maira – Wandern im andern Piemont“ angeschaut. Leider istRead More
Was dem Zeitgeist-Regisseur gerade so durch die Rübe rauscht – Über Gerhard Stadelmaiers Kritik am „Augenblicks“-und „Bearbeiteritis“-Theater profilneurotischer Regisseure in seinem Band „Regisseurstheater“. Von Peter Münder. Alle Jahre wieder kriselt es am Theater: Der langweilige (oder überdrehte/ exotische/ gesellschaftskritische) Spielplan wird beklagt; die üppigen öffentlichen Subventionstöpfe werden eingedampft, mehrere Bühnen zu einer einzigen Generalintendanz zusammengeschrumpft, der miserable Standard der Kritik wird bejammert und schrille Inszenierungen, in denen die Klassiker kaum noch erkennbar sind, werden ausgebuht und von der Kritik niedergemacht. Ist nun auch noch der Trend zum spektakulären Trash angesagt?Read More

Posted On Oktober 3, 2016By Anne KuhlmeyerIn Bücher, Litmag

Roman: Hans Zengeler: Noch ein wenig Zeit

Tod & Glück Den vierten Roman der Josef-Bloch-Reihe von Hans Zengeler hat Anne Kuhlmeyer begeistert gelesen: Ab 50 bist du fast tot, ab 60 ganz tot, ab 70 bist du mausetot – je nach geburtsdatumsbedingter Perspektive. Und wenn nicht tot, dann weg, unsichtbar, weil grau, faltig und krank, inkompetent sowieso, niedlich geradezu. Ist nicht das Alter der Schrecken derer, die Jugendlichkeit als Existenzbeweis vor sich her tragen müssen? Josef Bloch hat sich mutig hineingetraut ins Senium, mit seiner Ira, der Nicht-Ehefrau seit einem Vierteljahrhundert. Doch im vierten Band der RomanreiheRead More

Posted On Oktober 3, 2016By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

KidBits: Neue Bücher für Kinder

Neue Kinderbücher von Stefanie Höfler („Mein Sommer mit Mucks“), Ina Rometsch & Martin Verg („Krabbentaucherkacke“), Andreas Hüging („Jem hört die Haie husten“), Regine Kämper / Yayo Kawamura („Amina, Erdal, Njami und die anderen“), Anja von Kampen („Knietzsche und das Hosentaschenorakel“), Paul Maar / Helga Bansch („Greta und die magischen Steine“). Vorgestellt von Frank Schorneck. Keinen Mucks Zonja (mit Z) ist eine ausgesprochen neugierige Zwölfjährige – und nicht zuletzt deshalb eine Außenseiterin, denn „vor vielen vielen Jahren, keiner weiß mehr, wann das war, muss jemand beschlossen haben, dass Zwölfjährige nicht neugierigRead More

Posted On September 15, 2016By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Klassiker-Check: Ross Macdonald: Der blaue Hammer

Meisterwerk? – Hier wird beleuchtet und argumentiert! Kenneth Millar, verheiratet mit der großen Margaret Millar, aka Ross Macdonald (1915 – 1983) ist einer der Klassiker der us-amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Alf Mayer hat ihn als Vorbereitung zu unserem Klassiker-Check einläßlich eingeordnet. Sein letzter Lew Archer-Roman, „Der blaue Hammer“ von 1976, ist gerne als sein „Meisterwerk“ gefeiert worden. Aber ist das wirklich so? Joachim Feldmann, Alf Mayer, Susanna Mende und Thomas Wörtche haben den Roman noch einmal mit frischem Blick gelesen. Zuletzt im KlassikerCheck gewesen: Eric Ambler mit „Die MaskeRead More

Posted On September 15, 2016By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops – September 2016

Bloody Chops – September 2016 Diesmal gehackt, verpackt und serviert von Joachim Feldmann (JF), John Harvey (JH), Alf Mayer (AM), Alexander Roth (AR), Thomas Wörtche (TW) Über: Alan Carter, Claire-Louise Bennett, Arne Dahl, Michael Herzig, Evan Hunter, Henrik Lange, Iain Levison, Ben Sanders, Martin Specht, Walter Satterthwait, Gregor Weber. Frankfurt, Bahnhofsviertel, 4. Revier (AM) Bei Krimis über Frankfurt bin ich empfindlich, habe zulange hier gelebt. Noch schlimmer wird es, wenn es sich um einen Cop-Thriller handelt und der Polizist, um den es geht, ausgerechnet das 4. Revier in der Gutleutstraße undRead More

Posted On September 15, 2016By Sonja HartlIn Bücher, Crimemag

Drei Romane: Sonja Hartl vergleicht: Girls-Girls-Girls

Girls, Girls, Girls Drei Bücher sind in diesem Jahr erschienen, die „Girls“ im Titel tragen. Sie erzählen von Mädchen, die mit Gewalt in Kontakt kommen, von ihrem Umgang mit und den Auswirkungen dieser Erfahrung. Dabei verbindet Emma Clines „Girls“, Rebecca Thorntons „The Girls“ und Chevy Stevens „Those Girls“, dass es auch um die Beziehung der zwischen 14- und 17-jährigen Mädchen zueinander geht – und stets ein Dreiecksverbund eine Rolle spielt. – Von Sonja Hartl. California Girls In Emma Clines „Girls“ sind die Mädchen schon im ersten Satz präsent: „Dass ichRead More
Das Goldene Kalb – „Suburra“ und „Mafia Capitale“ Die antiken Schriften berichten vom Kult um das Goldene Kalb, der den heidnischen Sündenfall der Israeliten beim Auszug aus Ägypten versinnbildlicht. Dreitausend Jahre später hat dieser Götzendienst in Rom eine armselige und doch bezeichnende Metamorphose erfahren. Ihre Quintessenz ist in einem einzigen Satz aus Hunderttausenden Seiten Ermittlungsprotokoll zum Fall der sogenannten „Mafia Capitale“ enthalten. Ein Satz, treffend wie eine Zote. Der den dunklen Sinn der Geschichte dieser Stadt erfasst, ihrer tiefen, alles durchdringenden Korruptheit, so sehr, dass er zur Metapher, zum EpitaphRead More

Posted On September 15, 2016By Åge Hedley PetersenIn Bücher, Crimemag, Musics

Åge Hedley Petersen: Charlie Resnick und der Jazz

Resnick & All That Jazz Wer die Charlie-Resnick-Romane unseres Kolumnisten John Harvey kennt, weiß – und vermutlich schätzt – dass dieser Polizist aus Nottingham ein großer Jazzliebhaber ist. In Gestalt  von Åge Hedley Petersen aus Dänemark, einem Musikbibliothekar der Fredensborg Bibliotek, hat Charlie Resnick nun einen Musikbiografen gefunden. Das Ergebnis ist eine im Internetradio zu hörende, einstündige Radiosendung „Jazz i crime literature – Resnick, and All That Jazz“. Gedruckt erschien die verdienstvolle Arbeit Åge Hedley Petersen in der April/Mai/Juni 2016-Ausgabe des dänischen Jazzmagazins „Jazz Special“ (Nr. 150). Wir veröffentlichen denRead More
Der Sohn des Vaters des Autors Wie geriet John le Carré zum englischen Geheimdienst? Was erlebte er während seiner Bonner Zeit an der britischen Botschaft? Wie gestaltete sich seine Mitarbeit an der Verfilmung seiner Romane? All das beschreibt er in „Der Taubentunnel“- einem Rückblick auf markante Episoden. Von Peter Münder. (Siehe auch die CrimeMag-Anmerkungen zur TV-Adaption seines „Nachtmanagers“ in dieser Ausgabe.) Aus dem noblen Internat Sherborne war der 16jährige David Cornwell 1947 nach Bern  geflohen, um seinem unberechenbaren Vater Ronnie zu entkommen, nachdem seine Mutter schon längst über alle BergeRead More

Posted On September 15, 2016By Katja BohnetIn Bücher, Crimemag

Roman: Louise Welsh: V5N6 – Tödliches Fieber

Die Apokalypse reitet wieder London im Delirium. Katja Bohnet hat sich dem Virus-Thriller von Louise Welsh ausgesetzt – und hat es überlebt, um uns davon zu berichten. Eine rätselhafte Krankheit rafft die Londoner dahin. Nur wenige überleben eine ansteckende Virusinfektion, die sich mit Überschallgeschwindigkeit verbreitet. Stevie Flint arbeitet als Moderatorin für eine Live-Sendung, in der die kapitalistischen Errungenschaften der modernen Welt unters Volk gebracht werden. Toaster, noch mehr Toaster, Kleidung, Schmuck. Stevie verhökert vor laufenden Kameras alles, was die Chefin ihr auf den Verkaufstisch legt. Eines schönen Feierabends erscheint ihrRead More

Posted On September 15, 2016By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Roman: Christian von Ditfurth: Zwei Sekunden

Pfuscher oder Genies? Unsere irre Welt bietet so viel Stoff für gar nicht mal so abwegige Gedankenexperimente. Christian von Ditfurth hat das erkannt und mit „Zwei Sekunden“ einen schönen Polit-Thriller geschrieben, der mit dem Möglichen jongliert. Thomas Wörtche hat das gut gefallen. Um genau zwei Sekunden verfehlt eine Bombe die gepanzerte Limousine, in der die deutsche Kanzlerin und der russische Präsident auf Staatsbesuch vom Flughafen Tegel in die Berliner Innenstadt fahren. Stattdessen erwischt sie ein Auto, in dem ein unauffälliger „Assistent“ der Kanzlerin und Sicherheitsleute sitzen.  Die Sicherheitsvorkehrungen waren perfekt,Read More

Posted On September 15, 2016By Alf MayerIn Bücher, Crimemag

Sachbuch: Helen Garner: Drei Söhne. Ein Mordprozess

Die Schrecklichkeit der Herzen Helen Garners großes Gerichtsbuch „Drei Söhne. Ein Mordprozess.“ In seiner Reihe „crime fiction down under“ freut Alf Mayer sich darüber, dass Helen Garners großer True-Crime-Bericht von einem Mordprozess, der, wie man so sagt, „Australien erschütterte“, jetzt einen deutschen Verlag gefunden hat. Es ist ein Meilenstein des Genres, findet er. Welch ein Jahr für die Sparte „True Crime“. Wieder ist es eine Frau, wieder ist es eine Australierin, die das Firmament einer Literaturform zum Strahlen bringt, die hierzulande weder vom Deutschen Krimi Preis noch von der KrimiZeit-BestenlisteRead More

Posted On September 15, 2016By Alexander RothIn Bücher, Crimemag

Roman: Stephen Hunter: Einsame Jäger

Ein notwendiger Mann Stephen Hunter zieht wirklich alle Register in Sachen Spannung – findet Alexander Roth und erzählt auch, warum: Es beginnt wie eine handelsübliches Bibi und Tina-Hörspiel: Julie Swagger und ihre Tochter reiten durch wunderschöne Landschaft, die Haare wehen im Wind, die Vögel zwitschern, Idylle ist gar kein Ausdruck. Dann fällt ein Schuss, und man befindet sich plötzlich mitten in der deutschen Erstveröffentlichung von Stephen Hunters Time to Hunt (Einsame Jäger). Beziehungsweise fast. Denn das erste Kapitel bestätigt erst einmal alle Befürchtungen, die man bezüglich eines Scharfschützen-Romans  so habenRead More
Die rechte und die linke Hand des Teufels Wenn Sie gedacht haben, die NSA sei schlimm – was zweifelsfrei stimmt -, dann beschäftigen Sie sich mal mit Allen Welsh Dulles (1893-1969), empfiehlt Alf Mayer, der das entsprechende Buch hier kurz rezensiert, bevor wir Ihnen einen Auszug aus dem Prolog zum Lesen geben. Allen Dulles, der als Politiker nie gewählt wurde, hat die Politik des 20. Jahrhunderts entscheidend mitgeprägt, das Dritte Reich mitfinanziert, die CIA aufgebaut und den Kalten Krieg gefährlich aufgeheizt, dabei den Kongress, seine Präsidenten sowie die gesamte WeltRead More
Der mexikanisch-amerikanische Grenzzaun in Fotografien und Klängen Susanna Mende hat diesen beeindruckenden Fotoband durchgeblättert, innegehalten und ihm zugehört.  Schlägt man das umfangreiche Querformat auf, ist auf der ersten Doppelseite eine Landkarte mit dem Grenzverlauf zwischen den USA und Mexiko abgebildet, der sich über eine Länge von rund dreitausendzweihundert Kilometern von der Westküste der USA bei Tijuana bis nach Brownsville in Texas erstreckt, also vom Pazifik bis zum Golf von Mexiko, in leicht abfallender Linie, entlang der Staaten Kalifornien, Arizona, New Mexico und Texas auf der nordamerikanischen und Baja California, Sonora,Read More

Posted On September 1, 2016By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Roman: Vincenzo Latronico: Die Verschwörung der Tauben

Taube, Falke oder Geier? Auch nach dem Abgang Berlusconis hat sich an den chaotischen italienischen Verhältnissen nichts geändert. Kann ein Romanautor dieser endogenen Misere irgendwie auf den Grund gehen und versuchen, die Probleme im größeren Kontext zu analysieren? Der Mailänder Autor, Philosoph und Übersetzer Vincenzo Latronico seziert mit analytischem Scharfblick den Konkurrenzkampf zweier Freunde im Umfeld des renditeträchtigen Immobilien-Booms und versucht, im Roman „Die Verschwörung der Tauben“ den fatalen Beziehungsfallen und ökonomischen Abhängigkeiten mit soziologischer Feinjustierung auf den Grund zu gehen. Von Peter Münder Eigentlich hat Alfredo Cannella, Sohn einesRead More

Posted On September 1, 2016By Alf MayerIn Bücher, Litmag

Fotobuch: Peter Lindbergh: A Different Vision

Der Mann, der die Frauen liebt Ein opulentes Buch und eine große Ausstellung für Peter Lindbergh. – Alf Mayer gibt einen Reisehinweis zu einem Fotografen, bei dem Schönheit ganz einfach aussieht. Wann waren Sie zuletzt in Rotterdam? Eigentlich findet sich immer Anlass, für ein paar Tage in eine der ästhetisch aufregendsten Städte Europas zu fahren (aus Köln in 3 Stunden 14 mit dem Thalys). Jetzt, vom 10. September bis zum 12. Februar 2017, gibt es einen gewichtigen Grund mehr. Nämlich die große Fotoausstellung „A Different Vision on Fashion Photography“ mitRead More

Posted On September 1, 2016By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Klassiker-Check: Sinclair Lewis

„Minute Men“ statt SA – Wie realistisch ist das von Lewis beschriebene Szenario einer faschistoiden US-Diktatur? Peter Münder macht den Klassiker-Check. Mit seinen Bestsellern „Main Street“ und „Babbitt“ wurde Sinclair Lewis (1885–1951), der erste amerikanische Literatur-Nobelpreisträger (1930), weltberühmt. Er kaprizierte sich aber nicht nur auf die kritisch-satirische Charakterisierung einer selbstzufriedenen, engstirnigen Middle Class, sondern nahm auch Phänomene wie geldgierige, promiskuitive Erweckungsprediger („Elmer Gantry“) oder Mediziner eines inkompetenten, korrupten Gesundheitssystems („Arrowsmith“) ins Visier. Im Roman „It can’t happen here“ (1935) beschrieb Lewis die Karriere eines faschistoiden US-Politikers sowie den Aufbau von Strukturen, die denenRead More

Posted On September 1, 2016By Die RedaktionIn Bücher, Litmag

LitBits: Kurze Besprechungen neuer Bücher

LitBits: Kurze Besprechungen neuer Bücher Frauenknast (ZB) Hundert Jahre, nachdem Emmy Hennings das Cabaret Voltaire eröffnete und Dada mitbegründete, schreibt die internationale Presse über Olympiamedaillengewinnerinnen als „Ehefrau von“ und macht sich Gedanken darüber, ob die Sportlerinnen richtig angezogen sind. Emmy Hennings war auch Jahrzehntelang in der Wahrnehmung häufig nur die „Ehefrau von“, und die Erwähnung ihres Lebenswandels erschien in vielen Beiträgen wichtiger als die Beurteilung ihres künstlerischen Schaffens. Christa Baumberg und Nicola Behrmann kann deshalb nicht genug dafür gedankt werden, dass sie mit dem Wallstein Verlag eine kommentierte Studienausgabe derRead More
Irrlichternd durch Provinz und Großstadt „Ohne Brille kann ich links und rechts nicht unterscheiden“, sagt der Erzähler in Bov Bjergs Geschichte „Herzkrank“ – und irrt natürlich in die falsche Richtung. Dabei hat ihm ein netter Polizist den Weg zur nächsten U-Bahn gezeigt. Aber die vorangegangene Nacht liegt verschwommen hinter einigen Gläsern Whisky und Bier, und die paar Stunden in der Ausnüchterungszelle haben die Verwirrung nur erhöht. Diese schulterzuckend akzeptierte Orientierungslosigkeit führt Bjergs Erzählerfiguren häufig in die falsche Richtung, und irgendwie dann aber doch ans Ziel. „Ohne Brille kann ich links undRead More

Posted On September 1, 2016By Michael HoeflerIn Bücher, Litmag

Karen Krüger: Eine Reise durch das islamische Deutschland

Gründliche Tour zu den hiesigen Erscheinungsformen des Islam von Michael Höfler – Religion (eigentlich: Glaube) ist individuelle Freiheit, und deshalb gibt es viele Arten, dieselbe Religion zu praktizieren. Die christliche Geschichte zeigt insbesondere, dass man auf Grundlage desselben Buches beliebig gut oder böse handeln kann (aufgezeichnetes Zitat im Buch: „Die Religion ist wie ein Skalpell. Man kann damit töten und Leben retten.“). Diese Erkenntnis könnte man einfach auf den Islam übertragen, stattdessen ruft der Islam im gegenwärtigen Deutschland die Grundangst vor allem Unbekannten hervor und dient als Projektionsfläche für alles,Read More