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Posted On November 15, 2016By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Roman: Jon Bassoff: Zerrüttung

We want it darker Finstere Bücher in finsteren Zeiten. Oder für finstere Zeiten? Schon okay, denn ausgerechnet Kriminalliteratur ist für Bespaßung eher wenig geeignet. Einen ziemlich extremen Dunkelwert bietet „Zerrüttung“ von Jon Bassoff.  Eine Rezension von Thomas Wörtche. Das Drama fängt mit einer Charles-Williams/Jim-Thompson-artigen Standardsituation: Ein Veteran mit entstelltem Gesicht und Schrottkarre bleibt in einem runtergeranzten Kaff in the middle-of-nowhere hängen. Er beschützt die auch nicht mehr gerade taufrische Dorfschönheit vor ihrem Brutalinski von Ehemann, hüpft mit ihr in die Kiste und soll, solchermaßen umgarnt, den fiesen Gatten aus demRead More

Posted On November 15, 2016By Susanne SayginIn Bücher, Crimemag

Roman: Tana French: The Trespasser

Grenzüberschreitungen Für Tana-French-Fans, die es nicht mehr aushalten, auf die deutsche Ausgabe (angekündigt für den 29. 12.2016, „Gefrorener Schrei“ soll der Titel sein, nu …) zu warten, hat Susanne Saygin das neue Buch von Tana French schon mal gelesen. Ein grauer, kalter Januarmorgen. Am Ende einer deprimierenden Nachtschicht wollen Detectives Steve Moran und Antoinette Conway bei der Mordkommission Dublin nur noch eines ‑ schnellstmöglich nach Hause und ihre jeweils eigenen Betten. Aber dann meldet ein anonymer Anrufer den Mord an einer jungen Frau, der Leiter der Mordkommission wartet nicht aufRead More

Posted On November 15, 2016By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Roman: Franz Dobler: Ein Schlag ins Gesicht

Fallner returns Es gibt exzellente Kriminalromane, die ticken anders als man sich es gemeinhin vorstellen mag. Franz Doblers neues Buch „Ein Schlag ins Gesicht“ ist so ein Fall. Thomas Wörtche freut sich. Hommagen an die ganz Großen von Jim Thompson bis Elmore Leonard durchziehen Franz Doblers „Ein Schlag ins Gesicht“, seinem zweiten Roman mit dem (mittlerweile) Ex-Cop Robert Fallner, der hier in der Securityfirma seines Bruders anheuert und eine Ex-Schauspielerin (die in Alois-Brummer-artigen Filmen à la „Die Satansmädels von Titting“ in den 1970s Kult war) von einem fiesen Stalker befreienRead More

Posted On November 15, 2016By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Roman: Angelika Felenda: Wintergewitter

Down, out and dead in Munich. München um 1920 war nach Ende des Ersten Weltkriegs zur schwer erträglichen Vorhölle geworden: Die Inflationsraten jagten in schwindelerregende Höhen, während sich radikale politische Gruppierungen immer brutaler bekämpften und die Weimarer Republik aushebeln wollten. In diesem labilen Umfeld läßt Angelika Felenda Kommissär Reitmeyer mit seinem pfiffigen jungen Sidekick Rattler ermitteln, wer einen Mord an zwei jungen Frauen beging. Neben dem historischen Hintergrundpanorama faszinieren in „Wintergewitter“ auch die vielschichtigen Figuren. Von Peter Münder. In extremen Stress-Situationen, wenn er sich an lebensgefährliche Kriegsszenen erinnert und seineRead More

Posted On November 2, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Thomas Melle: Die Welt im Rücken

Reise in das finstere Herz des Wahnsinns – Michel Focault bezeichnete den Wahnsinn einst als das „Andere der Vernunft“ und zeigte, wie er durch Kontrolle und Disziplinierung systematisch aus unserer Gesellschaft ausgegrenzt wird. Der Romancier („Sickster“, „3000 Euro“), Dramaturg und Übersetzer Thomas Melle führt den Leser nun mit einer radikalen Selbstoffenbarung ganz tief in das Herz des Wahnsinns, in das Herz des Manisch-Depressiven oder Bipolaren. Von Karsten Herrmann Die minutiöse Chronik seiner Krankheit ist für Thomas Melle auch ein letzter Rettungsversuch, ein Versuch, das Geschehene zu verstehen, nachdem er allesRead More
E pluribus unum – Aus vielem Eins Um nach dem grauenhaften diesjährigen US-Wahlkampf dem Land wieder auf andere Weise nahe zu kommen, hat Alf Mayer sich in einen Fotoband vertieft. Können Bücher Wunden heilen? Nach diesem Präsidentschafts-Wahlkampf hätten das die Vereinigten Statten von Amerika tatsächlich bitter notwendig. Auch wir Zuschauer an den Seitenlinien sind davon betroffen. Wie oft habe ich in den letzten Monaten gehört: „In dieses Land braucht man ja nicht mehr.“ Wer immer am 20. Januar 2017 als 45. Präsident der USA vereidigt werden wird, Hilary Clinton oderRead More

Posted On November 2, 2016By Elfriede MuellerIn Bücher, Litmag

Roman: Elena Ferrante: Meine geniale Freundin

Hanni und Nanni im Fordismus –Eine Rezension über ein über alle Maßen gepriesenes Fortsetzungswerk zu schreiben, ist eine Herausforderung. Wenn ein Buch sowohl von Bestsellerlisten als auch von kritischen Kritikern und Literaturkennern gleichermaßen anerkannt wird, scheint es erstmal vor allem den Nerv der Zeit zu treffen. Dennoch, oder gerade deshalb, frage ich mich, warum sich nirgendwo ein kritischer Geist mit Einwänden regt? Von Elfriede Müller Ich habe den ersten Band – den Eingeweihte als den schwächsten von vier guten beschreiben – mit Vorfreude und gerne gelesen, auch wenn mich dieRead More

Posted On November 2, 2016By Senta WagnerIn Bücher, Litmag

Roman: Goran Vojnović: Vaters Land

Krieg macht alles kaputt Eine Kindheit endet „unversehens an einem gewöhnlichen Frühsommertag des Jahres 1991“. Eine Kindheit im jugoslawischen Pula, voller Schabernack und Unbeschwertheit. Für den 11-jährigen Vladan gerät an dem Tag „etwas ganz böse durcheinander“. Dieser weitreichende Störfall bildet den Auftakt des Romans Vaters Land des slowenischen Jungautors Goran Vojnović, seines ersten in deutscher Übersetzung. Gleichzeitig werden Spuren eines drohenden Unheils ausgelegt und ein Erzählton angeschlagen, der changiert zwischen temperamentvoll, tragikomisch und zutiefst nachdenklich. Erlebter Verlust kann nur im Rückblick als Identitätsstiftung und Bewältigung wirksam werden. So ist dieserRead More
Auf des Messers Schneide zwischen appetitlich und unappetitlich Von Michael Höfler Schon vor Jahren musste man sich fragen, ob nicht längst alles Schmackhafte in ungezählten Kochbüchern vielfach durchgenudelt und -gekaut worden sei. Doch es folgten ungezählte weitere Rezeptsammlungen in übergefälliger, längst sattgesehener Hochglanzoptik, die sich immer angestrengter als neuartig ausgeben mussten. Deshalb rennt „Iss doch wenigstens das Fleisch“ offene Buffets ein. Das dauerbrisante Fleischthema liefert zudem reichhaltigen Anlass für zweischneidige Gaumenfreuden. Die ersten drei der sechzehn Texte machen aus Standardrezepten des Erzählens Mildbissiges. Dann aber folgen u.a. eine raffiniert zwischenRead More

Posted On November 2, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Jan Brandt: Stadt ohne Engel

Reportagen zwischen Paradies und Hölle Nach seinem preisgekrönten Debut „Gegen die Wand“ von 2011 und seinem sich selbst und den Literaturbetrieb ironisierenden „Tod in Turin“ ist Jan Brandt mit „Stadt ohne Engel“ nun im Genre der Reportagen gelandet – nicht zuletzt wohl auch, weil sein großer geplanter Amerika-Auswandererroman ins Stocken geraten ist. Ausgangspunkt des neuen Buches ist ein Stipendium in der Künstlerresidenz „Villa Aurora“ in Los Angeles, die während der Nazi-Diktatur von Lion Feuchtwanger bewohnt und zu einem Zentrum der deutschen Exilschriftsteller wie Bertold Brecht, Thomas Mann oder Franz WerfelRead More
„Unsere Zeit hat das Böse wiederentdeckt“ – Die Briefe der Familie Thomas Manns liefern nicht nur Einsichten in eine komplexe Gruppendynamik, sie werfen auch ein Licht auf ihre Haltung zum Exil während der Nazi-Zeit und zum Umgang mit existentiellen Konflikten. Ein Hörbuch mit sieben CDs deckt die Jahre von 1924-1997 ab. Von Peter Münder. „Ich verabscheute die Schule und tat ihren Anforderungen bis ans Ende nicht Genüge – aus einem eingeborenen lähmenden Widerstand gegen von außen kommende Anforderungen, den ich nur mühsam zu korrigieren gelernt habe“, schrieb der Literartur-Nobelpreisträger vonRead More

Posted On November 2, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Christian Kracht: Die Toten

Konzentriertes Meisterwek Christian Kracht gilt als eine der bedeutendsten Stimmen der Gegenwartsliteratur und polarisiert doch immer wieder die Kritiker – so entfachte er mit seinem 2012 erschienenen Kolonialismus-Roman „Imperium“ eine große Debatte um seine mögliche Nähe zu rechtem Gedankengut, Menschenverachtung und Rassismus. In seinem neuen Roman begibt sich Kracht nun direkt in die Höhle des Löwen und erzählt in der Zeit des in Deutschland und auch in Japan aufblühenden Faschismus vom „Kino als Krieg mit anderen Mitteln“, vom Kampf um die kulturelle Hegemonie. Ausgangspunkt einer „zelluloidenen Achse“ zwischen Tokio undRead More

Posted On November 2, 2016By Brigitte HelblingIn Bücher, Litmag

Jens Balzer: Pop. Ein Panorama der Gegenwart

You name it, he hates it Neues vom Pausenhof: Jens Balzers POP ist eine höchst anregende Lektüre. Musik, Platten, Konzerte: Wie beschreibt man etwas, das sich den Sprachbildern immer entziehen will, in diesem Fall (Pop)Musik als Hörerlebnis, Konzertsäle als Körpererfahrung – dieser eine Beat, Bass oder Hook-Line, der sich unversehens in dein Rückenmark, deinen Unterleib bohrt? Jens Balzer ist ein Meister dieser Kunst. Er betreibt sie seit Jahren mit hohem Unterhaltungswert, vorwiegend in der Berliner Zeitung und Rolling Stone. Entnervte Leser (die aber nicht aufhören, ihn zu lesen) schmähen seineRead More

Posted On November 2, 2016By Die RedaktionIn Bücher, Litmag

LitBits: Kurze Besprechungen neuer Bücher

Neue Sachbücher, vorgestellt von Alf Mayer (AM) und Michael Höfler (MH). Heute mehr denn je (AM) Diese Fotos zeigen einen Teil der Gegenwart, wir können es uns nicht leisten, unseren Blick davon abzuwenden, schrieb der Fotograf Sebastião Salgado in seinem Vorwort, damals im Jahr 2000, als dieses Buch zum ersten Mal erschien. Keine Seite davon und kein einziges Bild hat seitdem an Aktualität verloren. Im Gegenteil. Diesen Band jetzt wieder zu veröffentlichen, ist eine politische Tat. Heute wissen wir noch mehr als damals, dass die Auswirkungen von Armut, Unterdrückung, KriegRead More
Kohlenpott-Blues – Alf Mayer hat sich mit John Harvey über den letzten Fall für Charlie Resnick unterhalten, in dem es mehr als 30 Jahre zurück in den großen britischen Bergarbeiterstreik geht. Charlie Resnick, Jazzliebhaber und Polizist aus dem britischen Nottingham, hatte es auf zwölf Romane und 16 Kurzgeschichten, zwei Fernsehadaptionen und vier Hörspiele gebracht, ehe sein Schöpfer  ihn 2008 mit „Cold in Hand“ (Pass auch Dich auf; dtv 2012) zur Ruhe setzte. 2014 aktivierte er ihn noch einmal für einen letzten Fall. Harvey wählte dafür einen in Großbritannien immer nochRead More
Big business Der Drogenhandel generiert Giga-Profite. So wie Hamburger, koffeinhaltige Brause, Waffen, alkoholhaltige Getränke und Technologie. Aber Drogen sind böse und müssen deshalb bis aufs Messer bekämpft werden, koste es was es wolle. Aber man kann sich dem Thema auch viel pragmatischer annehmen. Tom Wainwrights Buch „Narconomics – Ein Drogenkartell erfolgreich führen“ bietet ein paar Vorschläge an. Thomas Wörtche kann dem Ansatz einiges abgewinnen. Oft wird das Primat des Ökonomischen vor allen anderen gesellschaftlichen Parametern wie dem Sozialen, dem Ethischen, dem Politischen beklagt. Im Falle des weltweiten Drogenhandels mit seinenRead More
Weit mehr aus unserer Mitte als wir wissen Der Verlag nennt es eine „packende Erzählung von der Erfindung des Terrorismus im 19. Jahrhundert, deren Relevanz bis heute anhält“. Alf Mayer hat sich mit der großen historischen Untersuchung von Carola Dietze aus der Hamburger Edition beschäftigt. Wie die Eisenbahn und der Kunstdünger ist der Terrorismus ein Produkt der Moderne. Carola Dietze zeigt überzeugend, dass er die Kehrseite moderner politischer Emanzipationsprozesse ist. „Was ist Freiheit? Ist sie lediglich eine Negation? Ist sie das bloße Privileg, nicht angekettet zu sein – nicht gekauftRead More

Posted On Oktober 15, 2016By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Sachbuch: Pascal Menoret: Joyriding in Riyad

Saudi-Joyriding: Protest gegen das reaktionäre Scheich-System? Der französische Anthropologe und Arabist Pascal Menoret verbrachte vier Jahre mit Feldstudien in Riyad, wo er auf das Joyrider-Phänomen gestoßen war, das viele Fragen offenließ: War dieses gefährliche High-Speed-Herumdriften auf den Straßen nur ein stumpfsinniger Zeitvertreib? Oder nur beliebt in der Drogen- und Schwulen-Szene? Oder eine Protestbewegung gegen ein Oligarchen-System, das den Kontakt zur unterprivilegierten Jugend verloren hat ? In seiner spannenden Studie legt Menoret wie beim Zwiebelschälen immer neue Schichten bloß. Peter Münder hat sie aufgeschält. Beim Betrachten der Youtube-Videos von saudiarabischen JoyridernRead More

Posted On Oktober 15, 2016By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Roman: Omar Shahid Hamid: Der Gefangene

Karachi Terror Obwohl es inzwischen wahrlich eine Binse ist, dass das Groß-Narrativ Crime Fiction eine globale Veranstaltung ist, starren wir hier doch eher immer noch auf die traditionellen Gegenden, auch wenn Lateinamerika, Australien und Afrika zunehmend stimmgewaltig mitspielen. Aber Asien? Gar Pakistan? Hier gilt der Satz, dass das, was wir als „Peripherie“ abzutun gewohnt sind, sich schon längst als zentral erwiesen hat. Omar Shahid Hamids Roman „Der Gefangene“ ist dafür ein gutes Beispiel. Thomas Wörtche hat das Buch gelesen. Erinnern wir uns kurz ans Ende des letzten Jahrzehnts. Da erschienRead More

Posted On Oktober 15, 2016By Edina PiccoIn Bücher, Crimemag

Roman: Liza Cody: Miss Terry

Schwimmen im Brexit-Kielwasser der Britannia Wie sich die Verhältnisse in Großbritannien entwickeln würden, dass es einen Austritt aus der EU geben würde, war 2012, als der Roman erschien, nicht abzusehen. Nun liegt das Buch auf Deutsch vor, dankenswerter Weise frisch übersetzt beim Argument/Ariadne Verlag, findet Edina Picco, denn sie ist sehr begeistert. – „Meine Nachbarn sind ausländerfeindlich. Seit etwa fünf Jahren diskriminieren sie mich, sagen, ich soll zurückgehen in mein eigenes Land. Ich soll verschwinden, weil ich die britische Gesellschaft, ihre Art nicht verstehe. Ich habe oft die Polizei gerufen,Read More

Posted On Oktober 15, 2016By Frank SchorneckIn Bücher, Crimemag

Roman: Frank Schulz: Onno Viets und der weiße Hirsch

Das letzte Halali Ein neuer Onno-Viets-Roman lässt das ansonsten nicht genre-affine Feuilleton ausflippen und sich zu ziemlich sinnfreien Superlativen versteigen. Es geht auch ein paar Nummern kleiner, wie Frank Schornecks Besprechung von „Onno Viets und der weiße Hirsch“ zeigt: Als Frank Schulz die Figur des Allround-Versagers und Stehaufmännchens Onno Viets erschuf und ihn 2012 im Roman „Onno Viets und der Irre vom Kiez“ als frischgebackenen Privatdetektiv gleich ein alptraumhaftes und blutiges Fiasko erleben ließ, lotete der Hamburger Autor bereits die Grenzbereiche von „Krimi“ aus. Sein hochkomisches und literarisches Gespür, insbesondereRead More

Posted On Oktober 15, 2016By Alexander RothIn Bücher, Crimemag

Roman: Dennis Lehane: Ein letzter Drink

Vom Bordstein bis zur Skyline Von Alexander Roth Dennis Lehane ist einer der Großverdiener des US-amerikanischen Literaturbetriebs. Seine Weltbestseller Mystic River und Shutter Island wurden ebenso prominent wie gewinnbringend verfilmt, und sein Prohibitions-Epos Live by Night wird sich unter Aufsicht von Ben Affleck, der schon Lehanes Gone Baby Gone auf die Leinwand brachte, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in diese Erfolgsserie einreihen. Auch sonst scheint der Autor sich in Hollywood heimisch zu fühlen: The Wire. Boardwalk Empire. The Drop. Der Legende nach verdankt er seinen steilen Aufstieg Bill Clinton höchstpersönlich,Read More

Posted On Oktober 15, 2016By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Roman: Veit Heinichen: Die Zeitungsfrau

Distanzen von 18 Wörtern und mehr Veit Heinichens „Die Zeitungsfrau“ hat Joachim Feldmann nicht nur Vergnügen bereitet. Er kann begründen, was die Holpersteine waren. Ein Einbruch auf einer Luxusjacht. Ein Vorhängeschloss wird geknackt und fällt zu Boden, dann wird eine Schiebetür geöffnet. Ein schlichter Vorgang, der sich allerdings auch so beschreiben lässt: „Der Klang eines schweren Vorhängeschlosses, das auf das Deck aus Edelholz fiel, zerriss wie ein Hammerschlag die Stille der Nacht, dem das Geräusch einer Schiebetür folgte, die bis zum Anschlag geöffnet wurde.“ Wir haben es mit einem AutorRead More

Posted On Oktober 15, 2016By Michael WuligerIn Bücher, Crimemag

Roman: Daniel Silva: Der englische Spion

Mossad für Dummies Schon David Silvas erster Roman “Double Cross” schrappte haarscharf an einem Plagiatsverdacht vorbei, seit dem lief er unter „eher uninteressant“. Mal wieder Zeit, zu schauen, was mit seinem neuen Werk „Der englische Spion“ los ist – auch nicht viel, wie Mike Wuliger zeigt. Neunzehn Jahre ist es her, dass Lady Di ums Leben kam. Jetzt lässt der amerikanische Autor Daniel Silva in seinem gerade auf Deutsch erschienenen Thriller “Der englische Spion” eine der einstigen britischen Kronprinzessin nachempfundene Figur wieder sterben: diesmal nicht in einem Pariser Autotunnel, sondernRead More

Posted On Oktober 3, 2016By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Sachbuch: André Schulz: Das große Buch der Schach-WMs

Mit Taucherbrille, Panzerglas und KGB-Agenten ins Schach-Turnier Eigentlich ist Schach ja ein Spiel für zivilisierte Kulturmenschen, doch wie André Schulz in seiner grandiosen Geschichte der Schachweltmeisterschaften (von 1886-2014) zeigt, ging es hinter den Kulissen vor allem während der Kalten Kriegsphase ziemlich brutal und bizarr zu. Von Peter Münder Der weltweite Schach-Boom ist wohl auch durch den norwegischen Wonderboy Magnus Carlsen, der den Inder Vishi Anand in Chennai 2013 besiegt hatte, so stark angekurbelt worden. Wenn der 26jährige ursprünglich aus der Ukraine stammende, seit sieben Jahren für Russland spielende Sergej KarjakinRead More

Posted On Oktober 3, 2016By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Roman: John Wray: Das Geheimnis der verlorenen Zeit

Im Gurkensud der Unendlichkeit Von Frank Schorneck. Znaimer Gurken waren einmal das prominenteste landwirtschaftliche Produkt des tschechischen Städtchens Znojmo und seiner südmährischen Umgebung. Mittlerweile sind sie ebenso vergessen wie zwei ehemalige Bewohner der Stadt, die vom Lauf der Geschichte überholt wurden: Da ist einerseits der Priester Vaclav Prokop Divis, der das Pech hatte, zwar zeitgleich mit Benjamin Franklin den Blitzableiter zu erfinden, aber im Gegensatz zu seinem auf Dollarnoten verewigten Konkurrenten verarmt in einem Kloster zu sterben. Da ist zum anderen Ottokar Gottfriedens Toula, ein Amateurphysiker und Gewürzgurkenanbauer, der zeitgleichRead More