Posted On Januar 18, 2010By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
John und Yoko, Bob und Sara, Dante und Beatrice, Andreas und Judith – in seinem verspielten Debütroman Wie im Siebenten lässt der 1978 in Graz geborene Andreas Unterweger seinen Ich-Erzähler Andreas Analogien zwischen berühmten Paaren der Kulturgeschichte und seiner eigenen Beziehung ziehen. Frank Schorneck ließ sich von dem Charme des Buches becircen.
Read More Der blutige Angriff auf das Nationalteam Togos während des Africa Cup of Nations hat tiefsitzenden europäischen Ängsten und Vorurteilen neue Nahrung geben. Einen differenzierten Blick auf den Fußball in Afrika bietet diese Reportagesammlung von Bartholomäus Grill, der objektiv berichtet und gleichzeitig überzeugend für eine notwendige afrikanische WM 2010 plädoyiert. Von Peter Münder
Read More Gäbe es ein Ranking der erfolgreichsten Verbrecher, nähme der Kolumbianer Pablo Escobar einen der vordersten Plätze ein. Er verschob Kokain in die ganze Welt und zählte mehrere Jahre zu den reichsten Männern der Erde. Zu seiner besten Zeit hörten ganze Brigaden von Killern auf sein Kommando, und er hat tausende von Toten zu verantworten. Der Brite James Mollison hat die Geschichte des Drogenbarons neu aufgerollt und beweist mit seinem Buch einmal mehr, dass die Wirklichkeit selbst die fantasievollsten Krimiautoren weit in den Schatten stellt, findet Eva Karnofsky.
Read More Vor beinahe zwei Jahren (22.01.08) starb der Jurist und Schriftsteller Bernhard Horstmann, nebenbei bemerkt ein Enkel des „Volksschriftstellers“ Ludwig Ganghofer. Mit seiner Frau Charlotte oder auch alleine schrieb Horstmann unter dem Pseudonym Stefan Murr eine Reihe von Kriminalromanen, die mit dem damals üblichen „Soziokrimi“ wenig zu tun hatten. Ein vernachlässigtes Sachbuch ist für Klaus Kamberger Anlass, an Stefan Murr zu erinnern.
Read More Eine recht ungemütliche Perspektive hat Angelo Petrella in seinem kurzen Roman Nazi Paradise gewählt, denn sein Ich-Erzähler ist ein junger, neapolitanischer Nazi-Skin, gewalttätiger Hooligan und Hacker. Das kann man so machen, findet Frank Rumpel.
Read More Schon beeindruckend, die Baroness James of Holland Park, besser bekannt als P.D. James. Wer ihr je begegnet ist – vielleicht sogar im Doppelpack mit ihrer Freundin/Rivalin Ruth Rendell – wird wissen, was gemeint ist. Jetzt hat sie ein Bändchen über Detective Fiction vorgelegt, das natürlich einer Standortbestimmung ihrer Positionen im kriminalliterarischen Feld bedarf. Joachim Feldmann ist amused …
Read More Mitreißender Gedankenstrom Steinfests Bücher tragen schon etwas länger nicht mehr das Etikett „Kriminalroman“. Nein, sie werden vom Verlag, vielleicht auch auf Wunsch des Autors auf dem Cover, als Romane präsentiert. Doch weder das eine noch das andere Signet treffen das Genre, in dem sich des Autors philosophierende Schreibe bewegt. Jörg von Bilavsky schert sich nicht um Schubladen. Steinfest ist im Grunde ein verkappter Essayist im Geiste eines Montaigne. Geistreich und gewitzt springt er von einem Sujet zum anderen, beleuchtet sie mal aus der Sicht seiner Protagonisten, mal aus dem Blickwinkel
Read More Posted On Januar 14, 2010By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Die Lebenserinnerungen von Ilma Rakusa, gelesen von Carl Wilhelm Macke
Read More Felicia Zeller haben wir ja bereits als hellsichtige Prosa-Chronistin des (nicht nur) Neuköllner Alltags kennengelernt. Nun erscheint ein Band mit drei Theaterstücken der Autorin, den Tina Manske für uns gelesen hat.
Read More Ganz auf die Gegenwart beschränkt zu sein, ohne Erinnerungen – was für eine beängstigende Vorstellung. Ein Sturz ins Bodenlose, eine verschluckte Identität. So ergeht es Helene Wesendahl in Kathrin Schmidts Roman "Du stirbst nicht".
Read More Manchmal haben Autoren ja richtig schöne Ideen. Sogar bei Krimiautoren soll das häufiger vorkommen. Iain McDowall zum Beispiel hatte ein paar richtig schöne Ideen, als er sich an seinen vierten Roman mit den Herren Jacobson und Kerr setzte: Identitätsklau. Im Namen der Kunst. Von Henrike Heiland
Read More Detailversessen und technikverliebt beschäftigen sich klischeehaft gezeichnete Menschen mit verwesenden Leichen. Dass das eher unappetitlich ist, liegt allerdings kaum an der Konsistenz der Toten, findet Kirsten Reimers.
Read More Simon Schott, 1917 in München geboren, gilt als einer der besten lebenden Barpianisten der Welt. Nach seinem Abitur kommt er als Soldat nach Frankreich. Vor Kriegsende desertiert er und bleibt die nächsten 20 Jahre in Paris. In Harry’s New York Bar spielt Simon Schott auf seinem Piano vor Ernest Hemingway, Coco Chanel, Georges Simenon und anderen Berühmtheiten dieser Zeit. Heute lebt er wieder in München und spielt dort immer noch mehrere Stunden täglich in einem nicht ganz unbekannten Hotel. In den 50er Jahren schrieb Simon Schott mehrere Kriminalromane um den
Read More Scharfsinniger Reporter wird kafkaesker Nabelschauer. Peter Münder über Jürgen Leinemanns schonungslosen Bericht seiner Krebserkrankung.
Read More David Wagner hatte eigentlich eine gute Idee: Der Supermarkt als Möglichkeit zur inneren Einkehr, als Anstoß zur Reflexion über modernes Konsumverhalten. Leider gelingt es Wagner nicht, diesen essayistischen Ansatz zu einem homogenen Roman zu verweben, musste Tina Manske feststellen.
Read More Murphys Irlandbild erstrahlt nicht in sattem Grün, sondern dekliniert Schattierungen von Grau. Falsche Freunde, Korruption und Gewalt lauern versteckt hinter der Fassade der Bürgerlichkeit. Frank Schorneck hat Murphys erfreulich unsentimentales, schwarzhumoriges Debüt gefallen.
Read More Das persönliche Chaos als Voraussetzung für die Liebesanbahnung. Das wäre doch was, dann hätten wir bald keine Singles mehr, die es geben soll wie Sand am Meer. Ein bisschen Chaos kriegt doch jeder hin. Das Romandebüt von Rainer Moritz, Direktor des Hamburger Literaturhauses, macht das jetzt mal auf charmante Weise vor. Von Senta Wagner
Read More Ein Kubaner, der in Madrid lebt, schreibt einen Thriller – das Herz der hispanophilen und spannungsbegeisterten Rezensentin schlug höher. Doch schon der Klappentext dämpfte die Vorfreude: Das Schicksal der Menschheit steht auf dem Spiel. Das klang nach amerikanischem B-Film. Aber es kam noch schlimmer. Eva Karnofsky ist not amused.
Read More Bisweilen gehen sie einem ja schon gehörig auf die Weichteile, nicht wahr? All diese Monster und Wüteriche, diese an Gliedmaßen säbelnden und in Eingeweiden wühlenden Triebtäter, Serienkiller und Satanisten, gothic Psychos, rassistischen Finsterlinge, und dazu all die Knalleffekte und Abnormitäten als unvermeidliches Dekor, diese Badewannen voll Blut und Rinnsale von Sperma und anderen Körperflüssigkeiten, kurz: dieser endlose Schwall von Abartigkeiten, mit dem sich Krimiproduzenten an uns Konsumenten meinen anwanzen zu müssen. Nicht so Stephan Brüggenthies, lobt Klaus Kamberger.
Read More In einem früheren Leben war Bruno Schmidt Profiboxer. Manchmal begegnen ihm Leute, die sich an diese Zeit erinnern. Sie nennen ihn „Hammer“. Denn unter diesem Namen war er eine große Nummer im Ring. Inzwischen hat Schmidt ein Alter erreicht, in dem man auf körperliche Auseinandersetzungen gerne verzichtet. Dass er sich trotzdem öfter mal prügeln muss, verdankt er seinem neuen Beruf. Bruno Schmidt ist Privatdetektiv. Seinen ersten Auftritt hatte er 2001 in Walter Wolters Kriminalroman Hundstage – Wolfsnächte, damals noch bei Haffmans erschienen. Das neue Buch mit Bruno Schmidt hat Joachim
Read More Posted On Dezember 19, 2009By Matthias PenzelIn Bücher, Litmag
Werwolf auf dem Altenteil, hat mal jemand den guten Ozzy Osbourne genannt. Jetzt hat er seine Autobiografie geschrieben. Und wer wollte sich Weihnachten im Knast mit Ozzy entgehen lassen? Wir nicht. Matthias Penzel erklärt, warum …
Read More Leonard Schrader, 1943 in Grand Rapids (Michigan) geboren, studierte das Drehbuchschreiben in den 60er-Jahren zusammen mit Größen wie Nelson Algren, Jorge Luis Borges, Robert Coover und Kurt Vonnegut. Kurz danach siedelte er nach Japan über. Dort lernte er auch seine spätere Ehefrau Chieko kennen. In den folgenden Jahren entwickelte sich Schrader zu einem der besten Experten für den japanischen Film, aber auch als Kenner und Versteher von Kultur und Geschichte des Landes. Mitte der 90er-Jahre unterrichtete Leonard Schrader Screenwriting in den USA, 2006 starb er in Los Angeles. The Yakuza
Read More Nelson DeMille hat viele, viele Leser. Aber vermutlich eher stille Verehrer, denn sein Name wird selten genannt, wenn es ums elegante, witzige und sehr robuste Erzählen aus dem Hier und Jetzt geht. Ein Plädoyer für Nelson DeMille von Thomas Wörtche
Read More Zuerst scheint es ja eher konventionell zu werden: Klar, ohne echte Serienmörder geht es heutzutage kaum noch (diesmal ist es einer, der seine Leichen in der Badewanne ausbluten und dann verschwinden lässt – aber wohin?). Die Ermittler sind entsprechend gestresst (was nicht zuletzt – und wie gehabt – ihr Privatleben tangiert). Und auch in Boston messen junge Staatsanwälte ihren Erfolg nicht so sehr an der gelungenen Rechtspflege, sondern an der Zahl der gewonnenen und verlorenen Prozesse (was man schließlich auch schon aus unzähligen US-Justizdramen kennt). Klaus Kamberger hat sich erst
Read More Lektoratsschlampereien und -inkompetenzen, unangemessene Werbung und schräges Marketing – vielen Verlagen merkt man an, dass sie auf den Krimi-Boom setzen und ihnen alles andere als Verkaufszahlen herzlich egal ist. Henrike Heiland hat sich geärgert.
Read More Seit einiger Zeit ist Spenser zurück auf dem deutschen Buchmarkt. Anlass für einen liebevoll nostalgischen Rückblick und eine freudige Rezension für Joachim Feldmann.
Read More