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Posted On August 22, 2012By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Chad Harbach: Die Kunst des Feldspiels

Ein literarischer Homerun – Mit seinem Debüt „Die Kunst des Feldspiels“ legt Chad Harbach einen wunderbaren Baseball- und College-Roman im Stil einer klassischen Great American Novel vor, der das Zeug zum Bestseller besitzt. Von Karsten Herrmann Chad Harbachs Protagonist ist der junge Henry Skrimshander – ein schmächtiger, unscheinbarer Junge aus der Provinz, der sich als schlummerndes Baseballtalent mit einer magischen Fang- und Wurfhand entpuppt: „Selbst bei Höchstgeschwindigkeit sah er uninteressiert, beinahe gelangweilt aus, wie ein Virtuose, der Tonleitern übt.“ Henrys Gewährsmann ist der legendäre Shortstop Aparicio Rodriguez, dessen zerlesenes und vomRead More

Posted On August 22, 2012By Judith Momo HenkeIn Bücher, Litmag

Padgett Powell: Roman in Fragen

Entschuldigung, mögen Sie Sackleinen? Können Sie sich vorstellen, einen Roman in Fragen zu lesen? Kann ein solcher Text tatsächlich ein Roman sein und nicht nur ein über 180 Seiten reichender Fragenkatalog, dem ein findiger Autor den Stempel „Roman“ verpasst hat? Was ist eigentlich ein Roman? Können Sie ayurvedisch definieren? Fragen Sie sich gerade, wie um Himmels willen ein Roman in Fragen funktionieren soll oder interessiert Sie vielmehr, ob man die Fragen als Leser beantworten muss? Passiert etwas in Ihrem Kopf, wenn Sie eine Reihe von Fragen lesen, selbst wenn SieRead More
Kanun und Weltpolitik – Kaum eine Zeit, kaum ein Ort ist von der Welle historischer Kriminalromane verschont, schließlich lassen sich aus den möglichen Kombinationen beider Parameter eine Menge Schmöker generieren. Diesmal also Albanien, 1924. Das ist ziemlich special, das gab es noch nicht. Allerdings ist der Roman der auf Deutsch schreibenden Albanerin Anila Wilms auch kein normaler Historienkrimi, sondern nicht nur wegen seines Titels „Das albanische Öl oder Mord auf der Straße des Nordens“ ein sehr ungewöhnlicher Roman. Thomas Wörtche hat ihn gelesen … Am Anfang hat man den Eindruck,Read More

Posted On August 18, 2012By Christiane GeldmacherIn Bücher, Crimemag

Klassiker-Check I: Kinky Friedman – Wenn die Katze weg ist

Morde in illustrem Milieu – Katzenkrimi, Sherlock-Holmes-Krimi, Countrymusik, ein toter Literaturagent, eine tote Lektorin – kann so was funktionieren? Oh ja – die ersten Seiten stimmen schon mal. Es sind ein paar Lacher drin, in diesem Stil: „Ich klopfte energisch gegen 407. Nichts. Nicht mal ein Miau.“ Christiane Geldmacher kann sich darüber durchaus amüsieren. In New York ist es manchmal nicht leicht zu unterscheiden, wer verrückt ist und wer nicht. Kinky Friedman,  Countrysänger und Detektiv, wohnt mit seiner Katze in einem Loft in New York. Zusammen mit seinem besten Freund RatsoRead More
Bücher sind wie Saftpressen – Mindestens köstlich amüsant ist Patrícia Melos Roman „Wer lügt gewinnt“, wenn nicht gar teuflisch scharfzüngig, eine Verbindung aus der Geschichte eines bis aufs Kleinste geplanten, erst gescheiterten und dann doch noch geglückten Mordes und einer humorvollen, hochaktuellen Persiflage auf den Literaturbetrieb. Ein Klassiker-Check von Doris Wieser anlässlich der Neuausgabe des Romans. Schlangengift Schriftsteller und Ich-Erzähler José Guber braucht neuen Stoff für seinen nächsten Krimi, weswegen er sich an die Schlangengiftexpertin Flúvia Melissa wendet. Bald bandeln die beiden miteinander an, José fasziniert von Flúvias Wissen überRead More

Posted On August 15, 2012By Thomas WoertcheIn Bücher, Kunst, Litmag

Jean-Jacques Sempé: Kindheiten

Von „untröstlicher Heiterkeit“ – Es gibt nur sehr, sehr wenige Kunstwerke und Autoren, von denen ich mir vorstellen kann, dass sie jemand nicht mag. Jean-Jacques Sempé, der in diesen Tagen 8o Jahre alt wird, gehört zu diesen kostbaren und raren Fällen, findet Thomas Wörtche und hat sich die jüngste Veröffentlichung angesehen. „Kindheiten“ heißt der schöne, neue Prachtband, den ihm (und uns Sempé-Abhängigen) seine Verlage Denoël und Diogenes zum Geburtstag ausgegeben haben, zusammen mit einem langen biografischen Interview, das Marc Lecarpentier mit dem Jubilar geführt hat. Und natürlich mit jeder MengeRead More

Posted On August 15, 2012By Doris WieserIn Bücher, Litmag

Klassiker-Check: Joaquim Maria Machado de Assis

Machado de Assis: der große Vergessene – Für Susan Sontag ist Joaquim Maria Machado de Assis „der größte Autor, den Lateinamerika hervorgebracht hat“ (378), und nicht nur sie, sondern auch so mancher Brasilienkenner, beklagt, dass Machado bis heute sein berechtigter Platz im Kanon der Weltliteratur verweigert wird. Das mag, wie Susan Sontag betont, daran liegen, dass er kein Europäer war, denn selbst als Portugiese (und von Portugal spricht man im Zentrum der Alten Welt ja auch nicht viel) wäre es ihm wohl besser ergangen. So bleibt der Name Machado deRead More
Der Geist der Beat-Generation – Allen Ginsberg und Jack Kerouac gehörten zu den zentralen Figuren der amerikanischen Beat-Generation und inspirieren mit ihren Werken „Howl“ und insbesondere „On the road“ bis heute junge Menschen rund um den Globus. Der jetzt auf Deutsch bei Rogner & Bernhard erschienene Briefwechsel zwischen den beiden gewährt faszinierende Einblicke in eine bewegte Generation zwischen Genie und Wahnsinn. Von Karsten Herrmann. Der Briefwechsel reicht vom Jahr 1944, in dem sich die beiden späteren Beat-Heroen erstmals trafen, bis zu Kerouacs frühen Tod im Jahr 1969. Von Anfang anRead More

Posted On August 15, 2012By Joachim FeldmannIn Bücher, Litmag

Norbert Mappes-Niediek: Arme Roma, böse Zigeuner

Aufräumen mit Vorurteilen – Warum geht es den Roma in Osteuropa so schlecht? Der langjährige Balkan-Korrespondent Norbert Mappes-Niediek unterwirft die Stereotypen und bekannten Klischees einem Faktencheck. Von Joachim Feldmann. In der vierten Szene von Bertolt Brechts Schauspiel „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ nimmt der Makler Sullivan Slift die Titelheldin mit zu den Fleischfabriken, um ihr die Schlechtigkeit der Armen zu demonstrieren. Und tatsächlich mangelt es nicht an Beispielen für rohes, hartherziges und egoistisches Verhalten der Proletarier. Allein die resolute Johanna lässt sich nicht beeindrucken. Nicht „der Armen Schlechtigkeit“ habe SliftRead More

Posted On August 11, 2012By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Iain Levison: Hoffnung ist Gift

Kafka, revisited „Hoffnung ist Gift“ von Iain Levison ist ein brillanter, sarkastischer Wurf. Thomas Wörtche nennt ein paar Gründe dafür … Jemand musste Jeff Sutton verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Tages verhaftet. Sutton ist Taxifahrer in Dallas. Texas und ein einziger Fingerabdruck, den er aus ganz plausiblem Grund im Haus eines Fahrgastes hinterlassen hat, ist der Auslöser dafür, dass er als Kindsentführer und -mörder in die Dynamik des US-amerikanischen Rechtssystems gerät. Mangels des wirklichen Täters beschließen die örtliche Polizei und die Staatsanwaltschaft,Read More

Posted On August 11, 2012By Henrike HeilandIn Bücher, Crimemag

Peter Abrahams: Verblendet

 Konfektionsware Programme großer Verlage müssen gefüllt werden. Neben den „Spitzentiteln“ muss eine gewisse Füllmenge her. Dafür könnte man gute Bücher nehmen – man kann aber auch viel bequemer und risikoärmer irgendwelche Titel nehmen, die nicht weiter stören. Wie so was tickt, beschreibt am Beispiel von Peter Abrahams´ „Verblendet“ Henrike Heiland. Man weiß ja, dass es bei Verlagen Titelkonferenzen gibt, und man weiß ja auch, dass sich die Lektorinnen und Lektoren vorher große Mühe mit der Titelfindung geben. Sie haben ihre Vorgaben, was gerade geht und was nicht, sie schauen nach,Read More

Posted On August 11, 2012By Anne KuhlmeyerIn Bücher, Crimemag

Colleen McCullough: Zu viele Morde

Nekrophil, sadistisch, Fastfood … „Die Dornenvögel“ war mal ein Weltbestseller von Colleen McCullough. Das ist lange her und inzwischen hat die australische Autorin  eine Menge andere Romane geschrieben, eine Serie über die alten Römer und ein paar Cop-Novels. Literarische Aufmerksamkeit hat sie damit nicht unbedingt erregt. Warum auch, fragt sich angesichts von „Zu viele Morde“ Anne Kuhlmeyer. Zwölf Leichen an einem Tag, dem 3. April 1967, die alle auf unterschiedliche Weise ums Leben kamen, sind definitiv zu viele für eine amerikanische Kleinstadt. Und für den Leser auch. Denn sie habenRead More

Posted On August 11, 2012By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops heute zweimal roh, einmal mild: Kirsten Reimers (KR) über Belinda Bauer: „Der Beschützer“, Thomas Wörtche (TW) über Clément Baloup/Eddy Vaccaro/Robert Louis Stevenson: “Der Selbstmörderclub“, und Frank Rumpel (rum) über Markku Ropponen: „Tote Finnen tanzen keinen Tango“. Gefühliger Psychoquark (KR) Schockstarre in Shipcott, einem kleinen Dörfchen in der englischen Grafschaft Somerset: Ein brutaler Mörder geht um. Er hat sich auf hilflose Personen spezialisiert, die er zunehmend bestialischer abschlachtet, und hinterlässt hämische Botschaften. Und das Schrecklichste: Es muss einer aus dem Örtchen sein – „Einer von uns!!“ –, denn ShipcottRead More

Posted On August 8, 2012By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Raymond Carver: Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden

Kult der Lakonie – Raymond Carver ist einer der berühmtesten Vertreter der amerikanischen Short Story und prägte in den 1980ern einen neuen „Minimalismus“. Bekannt wurde er insbesondere auch durch sein Buch „Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden“. Eine im S. Fischer Verlag herausgekommene Neuausgabe bietet jetzt die Gelegenheit, Carvers eindrucksvolle Stories (wieder) zu entdecken. Von Karsten Herrmann Die Erstausgabe und damit auch die deutsche Übersetzung war durch starke Eingriffe und Kürzungen von Carvers Lektor Gordon Lish geprägt. Ein Briefwechsel zwischen den beiden zeigt, dass Carver  die Überarbeitungen einerseitsRead More

Posted On August 4, 2012By Bruno Arich-GerzIn Bücher, Crimemag

Bernhard Jaumann und seine Namibia-Prosa

Lobhudeln ist wahrlich nicht das Redaktionsprogramm von CrimeMag. Begeisterung über gute Bücher und gute Autoren zu featuren, allerdings schon. Und wenn dabei ein feiner analytischer Text herauskommt, der die Begeisterung begründet, dann ist von Lobhudeln nur noch ironisch die Rede. Bruno Arich-Gerz zeigt anhand der Namibia-Romane von Bernhard Jaumann, wie das geht … Literatur & Lobhudeln Im ausstoßintensiven Geschäft der Kriminalschriftstellerei, lautet ein Klischee, unternehmen Autoren selten Ausflüge in literarische Höhenkammlagen. Psychologisch überzeugende Figurenzeichnungen oder die multifunktional angelegte Nebenfigur, die in einem raffiniert als impliziter Informant für handlungsrelevante Milieuzusammenhänge dient,Read More

Posted On August 4, 2012By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Mark Billingham: Tödlicher Verdacht

Ein bisschen mehr Pep! Befindlichkeiten von literarischen Figuren geben, so sagt man, einem Roman Profil und Tiefe. Na ja. Man kann es natürlich auch übertreiben wie hier Mark Billingham, findet Joachim Feldmann … Meine momentane literarische Lieblingsfigur heißt Audun Vetti. Ich weiß nicht, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt, da die mir zugänglichen Informationen ziemlich spärlich sind. Den Namen fand ich in einem Kriminalroman, der erst im Oktober erscheinen wird und deshalb noch nicht besprochen werden darf. Dort heißt es, sie oder er habe nach einerRead More

Posted On August 4, 2012By Anne KuhlmeyerIn Bücher, Crimemag

Judith Merchant: Loreley singt nicht mehr

Finster und verzwickt – Von der Rolle geratene Rollenbilder, überall und gerade auch in Königswinter, können tödliche Prozesse auslösen. Judith Merchant beschreibt sie in ihrer Loreley-Variante. Anne Kuhlmeyer hat sie für uns gelesen … Der Ort der Handlung liegt fernab der bedeutsamen Orte dieser Welt. Es ist nicht New York oder Sidney, Paris oder München. Es ist Königswinter am Rhein. Königswinter, das für die Königswinterer ein durchaus bedeutsamer Ort ist. Und Königswinterer sind auch keine anderen Leute als Leute an anderen Orten. Sie unterscheiden sich sicher in ihren Lebensverhältnissen vonRead More

Posted On August 4, 2012By Eva KarnofskyIn Bücher, Crimemag

Leonardo Padura: Der Schwanz der Schlange

Eher simpel … Anfangs war es nur eine Kurzgeschichte von Leonardo Paduar aus dem Universum von Mario Conde aus dem Jahr 1998. Dann ruhte der „Der Schwanz der Schlange“, wurde mehrfach überarbeitet und verwandelte sich jetzt in einen schmalen Roman. Ob das nötig war? Eva Karnofsky hat ihn gelesen … Im vergangenen Jahr hatte der Kubaner Leonardo Padura erstmals von der Form des Krimis Abstand genommen. In „Der Mann, der Hunde liebte“ hatte er das Leben Leo Trotzkis zum Anlass genommen, um in einem großartigen Roman Kontinente umspannend mit demRead More

Posted On August 4, 2012By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – knapp, schnell, auf den Punkt, und manchmal tut’s weh: Thomas Wörtche (TW) zu François Cortegianni/Marc Malès: „Blut und Schweigen“; Frank Rumpel (rum) zu Anne Goldmann: „Triangel“; Anne Kuhlmeyer (AK) zu Katharina Höftmann: „Die letzte Sünde“; Joachim Feldmann (JF) zu Frank Göhre: „I and I“. Mafia Oper – klassisch gut (TW) Bei allem Gedöns und Gehype um graphic novels vergisst man gerne, dass Comics eben auch das Kino der kleinen Leute (wer auch immer es zuerst formuliert haben mag) ist. Die ersten drei, zu einem schönen, kompakten BandRead More

Posted On August 4, 2012By Thomas PrzybilkaIn Bücher, Crimemag

About Crime Fiction – Pick of the Week N° 9

Pick of the Week N° 9 – Seit Jahren bibliographiert, archiviert und kommentiert der Ehrenglauser-Preisträger Thomas Przybilka in seinem BoKAS (= Bonner Krimi-Archiv Sekundärliteratur) wissenschaftliche und publizistische Arbeiten aus aller Welt, die sich mit den unendlichen Facetten von Kriminalliteratur befassen. In unregelmäßig regelmäßigen Abständen erscheinen dann seine unschätzbar wertvollen Zusammenfassungen der aktuellen Sekundärliteratur, die jeder zur Kenntnis nehmen muss, der sich auch nur ein bisschen über seine Lieblingsliteratur kundig machen möchte. Ein solcher „Newsletter“ hat leicht einmal 160 bis 200 Seiten; deswegen empfiehlt CrimeMag jede Woche ein paar Titel ausRead More

Posted On August 1, 2012By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Boris Johnson: 72 Jungfrauen

Glückliche mentale Nebel, tumbe Terroristen – Boris Johnson liefert mit „72 Jungfrauen“ eine schrille Satire, deren ätzender Sarkasmus und gnadenlose Tabuverletzungen an Evelyn Waughs beste Romane erinnern. Genau das Richtige für laue Olympiatage. Von Peter Münder Seine Chancen, Premierminister zu werden, seien genauso groß, wie Elvis auf dem Mars zu finden oder im nächsten Leben als Olive wiedergeboren zu werden, konstatiert Boris Johnson, 48, der gegen den konservativen Abwärtstrend wiedergewählte Londoner Bürgermeister. Keine Frage: Boris ist populär, viel erfolgreicher als Premier Cameron und er lässt auch nie den bierernsten, moralisierendenRead More

Posted On August 1, 2012By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Michel Houellebecq: Karte und Gebiet

Dass Damien Hirst und Jeff Koons in diesem Sommer die Reisewege der Kunsttouristen dominieren (neben der documenta, natürlich), hat Michel Houellebecq schon 2010 vorausgesehen und in „Karte und Gebiet“ einen ernsthaften Konkurrenten für sie erfunden. Literatur und Malerei, Teil drei (zu eins und zwei) Jed Martin, Autist Punktgenau zu den großen Retrospektiven von Damien Hirst und Jeff Koons in London bzw. Frankfurt ist jetzt die Taschenbuchausgabe von Michel Houellebecqs „Karte und Gebiet“ erschienen. Nicht als folgsames Buch zum Event, sondern als Dokument ergrimmten Widerstands. So nicht! ruft es und beginntRead More

Posted On Juli 14, 2012By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Howard Linskey: Crime Machine

Die Freuden des organisierten Verbrechens – Fresh blood im britischen Gangsterroman. Keine Posen und Albernheiten, keine fahle Romantik, kein umständliches Rumgeeiere, sondern Sarkasmus und Klarsicht, galore. „Crime Machine“ von Howard Linskey heißt ein sehr starkes Debüt … Thomas Wörtche nennt ein paar Gründe, warum das so ist. Organisiertes Verbrechen hat gegenüber unorganisiertem viele Vorteile. Klare Strukturen, keine Kollateralschäden bei Auseinandersetzungen, eindeutig definierter Geldfluss, Preisstabilität, transparentes Preis-Leistungs-Verhältnis und andere ordnungspolitische Maßnahmen gegen die Anarchie ungeordneter Verhältnisse mehr. So sehen das im nordenglischen Newcastle-upon-Tyne nicht nur die örtlichen Gangster, sondern auch dieRead More

Posted On Juli 14, 2012By Christiane GeldmacherIn Bücher, Crimemag

Laura Lippman: Denn mein ist deine Seele

Ich erkenne dich überall –„Der beste Spannungsroman des Jahres“, ruft Stephen King auf der Rückseite von Laura Lippmans neuem Kriminalroman „Denn mein ist deine Seele“. Solche Zurufe machen Christiane Geldmacher neugierig und siehe da: Laura Lippman hält, was Stephen King verspricht. Der Plot des Buches ist nicht meine erste Wahl: viel zu sehr Trendthema. Ein junges Mädchen wird von einem Mann entführt und wochenlang festgehalten. Ihr könntet mal wieder einen Mann einsperren!, denkt man unwillkürlich – wobei wir wieder bei Stephen King wären. Aber „Misery“ ist ja auch schon wiederRead More
Schottische Rhapsodie – Was tun nach Rebus? Eine neue Serienfigur zu bauen ist gar nicht so einfach. Auch für Ian Rankin nicht. Der zweite Versuch mit Malcolm aber lässt hoffen. Henrike Heiland ist optimistisch … Es fängt harmlos genug an: Malcolm Fox und sein Team sollen untersuchen, ob Constable Paul Carter von einigen seiner Kollegen gedeckt wurde. Gegen ihn läuft eine Anklage wegen sexueller Belästigung, und Fox‘ Aufgabe ist es, innerhalb der Polizei für Ordnung zu sorgen. Er gehört zur Abteilung für interne Ermittlungen. Was ihn jetzt nicht gerade zumRead More

Posted On Juli 14, 2012By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Tana French: Schattenstill

Kühler Realismus – Trotz des Einwort-Titels „Schattenstill“ ist Tana Frenchs neuer Roman sehr ordentlich geraten, findet Joachim Feldmann. Brianstown: Das ist der Fantasiename einer Neubausiedlung an der See. Nach Dublin seien es nur 40 Minuten mit dem Auto, hat man den Käufern zu Zeiten des irischen Immobilienbooms erzählt. Wer hier ein Haus erwerbe, könne es mit Sicherheit schon in wenigen Jahren mit Gewinn wieder verkaufen. Und fast alle haben es gerne geglaubt. Auch Jennifer und Pat Spain. Doch dann verlor Pat wie viele andere seinen Job. Die weltweite Finanzkrise ließRead More