Posted On August 20, 2007By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Vorwärts in die Vergangenheit Emma Braslavskis Roman ist äußerst vielschichtig, vor allem im Umgang mit dem stets von einem Hauch des Revisionismus umgebenen Thema Vertreibung. Ein Werk des Teufels – so urteilt der Erfurter Pfarrer, als 1969 die Domuhr explodiert und von den Ziffern ausgerechnet die Sieben verschwunden ist. Ein offenbar verwirrter junger Mann, barfuss und ohne Papiere, wird in der Nähe aufgefunden, doch ein Verhör erweist sich als vollkommen sinnlos. Der phantastisch anmutende Beginn des Debütromans der 1971 in Erfurt geborenen Emma Braslavski weckt Assoziationen zum Science Fiction-Klassiker Zurück
Read More Posted On August 12, 2007By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Theater im Kopf Sigrid Behrens bezeichnet sich bescheiden selbst als “Küken” inmitten der altehrwürdigen Autorengilde des Hanser-Verlages, doch mit diesem Debüt braucht sie sich hinter so mancher breiten Altautorenschulter nicht zu verstecken. Wenn man nachts durch die Straßen geht und der Blick auf ein beleuchtetes Fenster fällt, dann gibt es wohl kaum jemanden, der nicht versucht, einen kleinen Einblick zu erhalten in das, was sich dahinter verbirg – fremde Möbel, fremde Gegenstände, fremde Menschen, fremde Leben. Und wer hat sie sich nicht schon einmal ausgemalt, diese fremden Leben, die in
Read More Posted On August 9, 2007By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, Lyrik
Noch nicht verloren Eine Entdeckung: die Gedichte des Haris Vlavianos Griechische Dichter – da fallen einem zunächst Namen wie Konstantinos Kavafis, Jorgos Seferis, Odysseas Elytis, auch Jannis Ritsos ein. In den Jahrzehnten nach ihnen haben auch andere griechische Dichter von großem Rang wunderbare Gedichte geschrieben, aber ihre Namen sind in Deutschland kaum bekannt geworden. Die letzte Anthologie „Griechische Lyrik des 20. Jahrhunderts“ ( im Insel-Verlag ) wurde im Jahre 2001 herausgegeben. Dann aber hörten und lasen wir kein neues griechisches Gedicht mehr. Jetzt ist in der so wohltuend schlichten, gleichwohl
Read More Täter, Opfer, Zuschauer Wir, die nach Kriegs- und Faschismusende Geborenen, verdanken den Arbeiten des amerikanischen Historikers Raul Hilberg sehr viel. Von C.W. Macke Als im Jahr 1950 die von den Nationalsozialisten aus Deutschland in die Vereinigten Staaten vertriebene Philosophin Hannah Arendt zum ersten Mal nach dem Krieg wieder mit Europa, ihrer alten Heimat konfrontiert wurde, notierte sie in ihr Reisetagebuch: „Nirgends wird dieser Alptraum von Zerstörung und Schrecken weniger verspürt und nirgendwo wird weniger darüber gesprochen als in Deutschland. Überall fällt einem auf, daß es keine Reaktion auf das Geschehene
Read More „Männer haben Schwerdienst leicht / außen hart und innen geeicht“. Petra Vesper über eine willkommene Fortsetzung.
Read More Posted On Juli 26, 2007By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Ewig brennender Ofen Das Buch von Richter ist eine gründlich recherchierte und gut geschriebene Aufklärung über die spannende Geschichte eines Berges, zu dem die Menschen rund um den Golf von Neapel – und wohl auch der Autor selbst – immer noch gebannt hoch schauen. Von C.W. MACKE Er war erschüttert, fassungslos, wie von Sinnen. Als Gustav Flaubert im März 1851 einige Stunden am Fuße des Vesuvs verbrachte, verlor er jede Contenance und schrieb sich seine erotische Verwirrung von der Seele. „ Ich bin verrückt wie ein Esel ohne Packlast. Schon
Read More Carl Wilhelm Macke zeigt beispielhaft, Wie die „Prekarisierung“ heute immer mehr in den gesamten Kulturbetrieb hineinwuchert und zur Grunderfahrung intellektueller Arbeit auf allen Niveaus geworden ist. Ein über jeden Verdacht erhabener Literaturwissenschaftler fragt einen Autor, ob er Interesse habe, einen Lexikonartikel zu schreiben. Das Lexikon hat einen großen und guten Ruf in der Literaturwelt. An diesem Ort zu veröffentlichen, ist für jeden Autor eine Ehre. Da man glaubt, für die vorgesehenen Lexikonartikel eine gewisse Kompetenz zu besitzen, bekundet man Interesse an einer Mitarbeit. Der das Lexikon betreuende Wissenschaftler zeigt sich
Read More Posted On Juli 12, 2007By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Flirrende Tage Die Entdeckung des Erzählers, aber auch und vor allem des großen Verlegers Alberto Vigevani (besonders seine Lebenserinnerungen „La febbre die libri“) steht bei uns noch aus. Der „Sommer am See“ ist da – hoffentlich – nur ein Anfang. Was wären wir nur ohne den editorischen Mut kleiner Verlage…?! Kleine Verlage sind wichtig und unverzichtbar für das literarische Leben und Überleben unserer Kultur. Man kann dies laut und mit viel Rhetorik hinausposaunen oder an einem Beispiel zu zeigen versuchen. Wer es sich als ein großer Verlag leisten kann, vertraut
Read More In der „eigenen Zeit sterben“ Zum Tod des Lyrikers und Übersetzer Michael Hamburger. Lesen Sie Auszüge aus einem bisher unpublizierten Gespräch des Dichters mit Carl Wilhelm Macke. In einem 1961 geschriebenen Gedicht erinnert sich Michael Hamburger an seine vermutlich in einem Konzentrationslager gestorbene Großmutter. „They finished her off who was old and ill enough/ to die before long in her own good time…“ Bei Menschen der Generation von Michael Hamburger, die tief geprägt ist von dem Zivilisationsbruch der Nazi-Jahre, kommt einem bei der Todesnachricht immer auch ein flüchtiger Dank in
Read More Posted On Juni 4, 2007By Joerg von BilavskyIn Bücher, Litmag
Mission Impossible Alek Popovs grandiose Groteske lässt uns die Welt der osteuropäischen Diplomaten mit ganz neuen Augen betrachten, und zwar mit Augen voller Lachtränen. Ja, was sind die Bulgaren denn jetzt: hinterhältig, opportun, rücksichtslos oder einfach nur naiv? Womöglich verteilen sich diese Eigenschaften gleichmäßig über alle Völker. Gebündelt kommen sie nur in Alek Popovs spektakulärer Satire „Mission: London“ vor, in der die nicht ganz alltäglichen Machenschaften des freilich fiktiven bulgarischen Botschaftspersonals in der britischen Hauptstadt aufgedeckt werden. Hier hortet ein etwas naiver Koch gestohlene Enten, eine attraktive Putzhilfe geht zwielichtigen
Read More Stiefdeutschland, Stiefvaterland Ein Nachruf auf Wolfgang Bächler. Eigentlich war er ja schon seit gut acht Jahren tot. 1999 hatte ihn die ‚Süddeutschen Zeitung‘ mal so in einem Nebensatz zu den verstorbenen Münchner Dichtern gezählt. Gewiss ein journalistischer Faux Pas, aber es entsprach doch irgendwie auch der Wirklichkeit. Für den Literaturbetrieb und seinen tagesjournalistischen Begleittross war Bächler längst eine Figur aus der Vergangenheit. Zwar lebte Wolfgang Bächler damals noch und hätten die flüchtigen Feuilletonisten einmal die Augen aufgemacht auf ihrem Weg über den Viktualienmarkt, hätten sie ihn vielleicht sogar hin und
Read More Jetzt also Kapuscinski Vor Jahr und Tag geistert einmal eine gespenstische Nachricht durch den feuilletonistischen Hühnerhaufen der Republik. Da war irgendeinem diensthabenden Redakteur der taz von irgendeiner Quelle eine heiße Nachricht zugespielt worden. Ein in linksliberalen Kreisen der damals noch westdeutschen Kulturszene geschätzter Übersetzer sei in jugendlichen Jahren alles andere als ein Anti-Faschist gewesen. Er habe weit von Deutschland entfernt am anderen Ende der Welt den ‚Homme des Lettres’ gespielt, sei aber in Wirklichkeit ein Nazi-Spion gewesen. Nichts genaues wußte man zwar nicht, aber das Gerücht war in der Welt
Read More Cool, wild und poetisch Mit seinem neuen Roman „Du liebst mich, du liebst mich nicht“ legt Jonathan Lethem ein kleines funkelndes Meisterstück vor und unterstreicht einmal mehr seine Stellung als einer der wichtigsten und vielfältigsten amerikanischen Gegenwartsautoren. Im Zentrum von Lethems typischem Anti-Helden-Kosmos steht Lucinda, die in Los Angeles bei einer als Kunst-Performance aufgezogenen „Nörgel-Hotline“ arbeitet und in einer Independent-Rockband ohne Namen den Bass spielt. Sie und ihre Band-Mitglieder sind „bald dreißig und haben nichts auf die Reihe gekriegt“, schlagen sich durchs Leben und leben für ihre Musik. Lethem stößt
Read More Posted On Mai 16, 2007By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Und das war`s dann Die Lebenserinnerungen von Tiziano Terzani. Von Carl Wilhelm Macke Ein ganz in weiß gekleideter älterer Herr mit ebenso weißen langen Haaren, die übergehen in einen grauen Bart. Mit gekreuzten Beinen auf einer Matraze sitzend und liebevoll spielend mit einem kleinen Kind. Dazu dann ein vieldeutiger, irgendwie buddhistisch klingender Titel „Das Ende ist mein Anfang“. So ganz unrecht wird jene unbekannte Frau wohl nicht haben, die mich vor der Lektüre dieses letzten Buches von Tiziano Terzani per e-mail warnte. Ein schlimmer Guru sei er und dazu auch
Read More Flirrend und farbenprächtig wie ein Kolibri In ihrem Debüt „Die alltägliche Physik des Unglücks“ erzählt die 30-jährige Marisha Pessl auf sprachlich überschäumende und formal ungewöhnliche Weise eine etwas andere Geschichte vom Erwachsenwerden. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter zieht Pessls Protagonistin Blue mit ihrem Vater, einem renommierten Politikwissenschaftler, von Provinz-Uni zu Provinz-Uni und verbringt so „genauso viel Zeit in dem blauen Volvo wie im Klassenzimmer“. Ihr einziger Anker und einziges Bezugssystem ist die unendliche Welt der Literatur von Homers Odyssee über unbekannte Avantgarde-Lyriker bis zu hochspeziellen wissenschaftlichen Fachartikeln. Ihr letztes
Read More Es herrscht Ruhe im Land Am 3.Mai, den die UN seit einigen Jahren als Tag der Pressefreiheit deklariert, wird vielleicht für 24 Stunden an die Länder erinnert, in denen das für uns in Europa selbstverständliche Menschenrecht freier Meinungsäußerung nicht, noch nicht oder nicht mehr existiert. Dann legt sich wieder das große Schweigen über diese Länder und wir hier können in Ruhe unseren Tee am Sofa genießen. Von Carl Wilhelm Macke Unsere Welt ist zu leise. Warum zögern immer mehr Menschen Krach zu schlagen, zu lärmen, auf die Pauke zu hauen,
Read More Posted On April 25, 2007By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, Lyrik
Herr, kämpfe gegen die müde Vernunft SAID, der in der Tradition persischer und deutscher Lyrik steht und die Bibel so gut kennt wie den Koran, hat mit diesen Psalmen ein kleines Juwel an poetischer Sprache geschaffen. Dieser Band läßt einen staunen. Da schreibt ein Ungläubiger Psalmen wie sie heute ein gläubiger Christ wahrscheinlich nur selten zu Papier bringen könnte. Der Autor stammt gebürtig aus Teheran, beherrscht aber die deutsche Sprache wie nur wenige Deutsche. Das den Band uneingeschränkt lobende Nachwort wird von einem deutschen Professor (Hans Maier) verfaßt, der vor
Read More Posted On April 19, 2007By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Wie Staubsauger, abgestellt in Besenkammern Eva Karnofsky gelingt es in ihrer fiktiven Sozialreportage soziale Anklage, politische Chronik und Gaumenkitzel in eine Form zu bringen, die niemals peinlich oder zynisch wirkt. Mucama – das klingt nach einem exotischen Cocktail, einem Strand in Brasilien oder einem Modetanz. Für Frauen jedoch, die in Argentinien ihre Arbeitskraft für häusliche Dienstleistungen verkaufen müssen, hat dieses Wort überhaupt keinen unterhaltenden Reiz. ‚Mucamas’, das sind Hausangestellte, die der Oberschicht des Landes dabei helfen, dass sie ihren Reichtum auch ‚standesgemäß’ ausleben kann. Und auch das ist noch eine verharmlosende
Read More Blutige Slapstick-Fiction Dieses schnelle, grelle und exzessive Metafiktions-Spektakel entstand bereits Anfang der 70er-Jahre – endlich kann dieser moderne Klassiker der japanischen Literatur nun in seiner deutschen Übersetzung entdeckt werden. Tsutsui Yasutaka gilt als „japanischer Guru der Metafiktion“ und als einer der innovativsten Autoren Japans. Bereits Anfang der 60er-Jahre entwickelte Tsutsui – parallel zu ähnlichen Bestrebungen in Nord- und Südamerika, jedoch ohne von ihnen zu wissen – literarische Methoden, die den Prozess des Schreibens selbst, den Zusammenhang zwischen Fiktion und Realität, in den Mittelpunkt des Textes rückten. Mitte der 60er schaffte
Read More Barbara Kleiner – eine preiswürdige Übersetzerin „Die Bekenntnisse eines Italieners“ von Ippolito Nievo haben, so schrieb der italienische Schriftsteller und Literaturkritiker Claudio Magris einmal, „bislang noch nicht die ihr gebührende Beachtung und internationale Würdigung gefunden“. Zwar lag dieser Großroman aus der Tiefe des italienischen Neunzehnten Jahrhunderts schon lange in deutscher Sprache vor, aber die zähe Übersetzung des Textes von Charlotte Birnbaum machte es schwer, das im Italienischen temporeiche und auch ironische Buch wirklich von der ersten bis zur letzten Zeile zu lesen. Und dann hatte der Suhrkamp Verlag aus vermutlich
Read More Posted On April 12, 2007By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Das „andere Österreich“ Karl Magnus Gauß führt seine Salzburger Chronik fort Der Gauß. Nur mit dem Artikel genannt zu werden, ist oft eine Art Adelung, die nur wenigen gegönnt ist. Wenn man im deutschsprachigen Verlags- und Mediengewerbe nach einem Autor sucht, der sich im südosteuropäischen Raum auskennt, dann wird man schnell an „den Gauß“ denken. Und tatsächlich hat sich niemand in den letzten Jahren so tief und profund in die Geschichte, die Kulturen, vor allem aber die Literaturen der Regionen und Länder „östlich von Österreich“ eingearbeitet, wie der in Salzburg
Read More Packendes Endzeitdrama In seinem neuen Roman führt der große amerikanische Romancier Cormac McCarthy seine Leser auf eine Reise an das Ende aller Nächte: unerbittlich und unentrinnbar – und gewann damit zurecht den diesjährigen Pulitzerpreis. Ein Mann wandert mit seinem Sohn durch ein zerstörtes Amerika, durch eine versunkene Zivilisation. Mit einem quietschenden Einkaufswagen, der ihr ganzes Hab und Gut enthält, sind sie auf dem Weg aus dem eisigen Norden über steile Bergpässe an die Küste im Süden. Das Land liegt verbrannt, stumm und gottverlassen vor ihnen, es ist kahl gefressen, geplündert
Read More Posted On April 4, 2007By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Zwei, drei viele Identitäten Für Amartya Sen findet der Krieg der Kulturen nicht statt. Unlängst lief im Fernsehen (arte) zu später Stunde ein bemerkenswerter Dokumentarfilm. Denkbar kurz war der Titel des Filmes, mit dem aber auch schon direkt das Thema des Filmes angeschlagen wurde: „White Terror“. In einer schaurigen Szenenfolge führte der Regisseur Daniel Schweizer die Zuschauer da in Welten, in denen es die bunte Lebendigkeit der Welt nicht gibt und auch nicht geben soll. Man lernte Rassisten kennen, die sich nicht tarnten und leugneten, sondern zu ihrer Arroganz auch
Read More Posted On April 4, 2007By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Vergifteter Boden Anna Politkovskajas „Russisches Tagebuch“ ist besonders an den Stellen von atemberaubender Dichte, wo sie über die Opfer einer Politik schreibt, von denen die dem Kreml devoten russischen Medien schweigen. Vorne auf dem Podium in einem Leipziger Hotel sitzen eine Journalistin und ein Journalist. Er gelassen, vollkommen souverän, bewundernswert stoisch, große Professionalität ausstrahlend. Professionell auch sie, aber ihre Statements kommen härter, getriebener, leidenschaftlicher. Erst heute, zwei Jahre danach, registriert man als damaliger Zuhörer, an welcher, für den Journalismus historischen Veranstaltung man da teilgenommen hat. Bei dem so gelassenen amerikanischen
Read More Furioser Flop Nachdem DBC Pierre mit seinem Debüt „Jesus von Texas“ einen furiosen und mit wichtigen literarischen Preisen ausgezeichneten Überraschungscoup landete, legt er mit „Bunny und Blair“ nun einen ebenso furiosen Flop vor. DBC Pierre, dessen Lebenslauf als Spieler, Junkie, Schmuggler und Bankrotteur sich schon allein wie ein Roman anhört, erzählt in seinem zweiten Roman die Geschichte der siamesischen Zwillinge Bunny und Blair. Diese werden im Alter von 33 Jahren operativ voneinander getrennt und in ein freies, selbstständiges Leben in London entlassen: „Das Tempo, mit dem sie sich in die
Read More Posted On März 14, 2007By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Man pilgert wieder München – Rom. Das ist schon mit dem Auto eine lange Tagesreise. Aber was erfährt man im Blechkasten sitzend und schwitzend von der Landschaft, den Bergen, den lokalen Sehenswürdigkeiten, dem Reiz der Ebenen südlich des Brenners? „Wo alles zu viel fährt, geht alles sehr schlecht“, heißt es bei Johann Gottfried Seume, dem Säulenheiligen’ aller Wanderer, „man sehe sich nur um! So wie man im Wagen sitzt, hat man sich sogleich einige Grade von der ursprünglichen Humanität entfernt.“ Also, raus aus dem Wagen, sich gutes Schuhwerk besorgen und
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