Das Leben ist eigentlich wie der Orgasmus einer Frau. Es dauert ewig, bis es in Fahrt kommt, erreicht dann einen kurzen, aber dramatischen Höhepunkt und flaut endlos unspektakulär ab. Bunny Munros Leben ist wie der Orgasmus eines Mannes: Kurz, heftig, vorüber. Und schließlich ist Nick Caves Roman Der Tod des Bunny Munro wie der Trieb selbst – drängend, unerbittlich und voller Leidenschaft. ANICA RICHTER ist fasziniert.
Read More Giulia Radaelli: Frühling. – Die Orte der drei Gedichtteile liegen weit auseinander: Mittelitalien, Ostdeutschland, Dänemark, Java. Die Wegmarken dieser Orte: begrabene Bäume, ein Orchester, ein gefrorener Ast, die Blüten des Lotus. Bilder, vereinzelt, kein Gemälde.
Read More Posted On März 1, 2010By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
In diesen Tagen erscheint in polnischer Sprache eine Biographie über Ryszard Kapuscinski, die das von vielen errichtete Denkmal des vor drei Jahren gestorbenen Weltreporters aus Warschau erheblich ankratzt. Von Carl Wilhelm Macke
Read More Anja Utler: und ich, 1. – Wie sich einem Gedicht nähern, das sich versagt, das in sich verstummt – unfreiwillig, vielleicht? Wie über eine Sprache reden, deren Unvermögen ihren Ausdruck bedeutet, deren Ringen um sich und deren Scheitern ihr Zeugnis ist?
Read More Eine Lappalie. Eine Lappalie? Ende des letzten Jahres wurde eine kleine, von Schweizer Jesuiten herausgegebene Zeitschrift eingestellt. "Orientierung", so ihr Name, hatte zuletzt vielleicht noch eine Auflage von ungefähr 4 000 Exemplaren. Ein Nachruf von Carl Wilhelm Macke
Read More Posted On Februar 8, 2010By Tina ManskeIn Comic, Litmag
Martin Büsser gelingt, was die wenigstens bisher ernsthaft versucht haben: ein Kurzschließen zwischen innerem und äußeren Konflikt, zwischen Geschlechterdiskurs und versuchter Revolution. Von Tina Manske
Read More Posted On Februar 8, 2010By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Magischer Realismus aus Deutschland – Stefan Petermann hat sein beachtenswertes Debüt im noch jungen asphalt & anders Verlag gegeben. Von Frank Schorneck
Read More Clemens Kuhnert: stammtisch neukölln. – Endlich mal keine Cover, auf denen nackte Frauenrücken in mattem Morgenlicht posen, keine feuchten Unterhosen, nein, es gibt sie noch, eine Dichtung aus den guten alten Ingredienzen Melancholie, Männerfreundschaft, einer Prise Anarchie und Restalkohol.
Read More Posted On Februar 4, 2010By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Eine neue Philosophie des Selbst: Von der Hirnforschung zur Bewusstseinsethik. Von Karsten Herrmann
Read More Sabina Naef: leichter Schwindel ... – Steht die Miniatur insgesamt recht hoch im Kurs in der zeitgenössischen Lyrik – bei Sabina Naef wird sie zum Mittelpunkt einer ganzen Poetik. Aber diese konsequente Kürze schielt nicht nach der Pointe, hält größtmöglichen Abstand zur fixierenden Sentenz.
Read More Peter Handke hat mal in einem Interview gesagt, dass sich dem, der Goethe liest, Lichtadern einziehen. Wenn das so ist, wird der, der Salinger liest, mit Licht geflutet. Ein Nachruf von Stefan Beuse
Read More Posted On Februar 1, 2010By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Mit Witz und Wehmut zeichnet der junge amerikanische Schriftsteller Keith Gessen in seinem Debütroman "All die traurigen jungen Dichter" das Porträt einer männlichen „Generation X“, die feststeckt zwischen Baum und Borke. Von Karsten Herrmann
Read More Brigitte Kronauers neuer Roman ist ein unvergessliches Plädoyer für die Macht der Visionen und Utopien. Von Tina Manske
Read More Ulrike Brügger: Das lyrische Ich. – Was für ein sperriger Titel (außer für Lyriker)! Aber welch eine leuchtend rote Überraschung in der Mitte der ersten Strophe! Und überhaupt, diese sich über fünf Zeilen erstreckende Klammer - ist da nicht Verschiedenes durcheinander geraten?!
Read More Posted On Januar 18, 2010By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
John und Yoko, Bob und Sara, Dante und Beatrice, Andreas und Judith – in seinem verspielten Debütroman Wie im Siebenten lässt der 1978 in Graz geborene Andreas Unterweger seinen Ich-Erzähler Andreas Analogien zwischen berühmten Paaren der Kulturgeschichte und seiner eigenen Beziehung ziehen. Frank Schorneck ließ sich von dem Charme des Buches becircen.
Read More Der blutige Angriff auf das Nationalteam Togos während des Africa Cup of Nations hat tiefsitzenden europäischen Ängsten und Vorurteilen neue Nahrung geben. Einen differenzierten Blick auf den Fußball in Afrika bietet diese Reportagesammlung von Bartholomäus Grill, der objektiv berichtet und gleichzeitig überzeugend für eine notwendige afrikanische WM 2010 plädoyiert. Von Peter Münder
Read More Jan Skudlarek: ausgang, zurück. – Skudlareks Leser wird Zeuge einer gewalttätigen Sprachtransformation: Gelten sprachliche Äußerungen zunächst als aggressive Schmarotzer („Endoparasiten“), die den Sprecher von innen heraus aufzehren und so jede Form der Verständigung verunmöglichen, so erleiden sie, einmal artikuliert, ein ähnliches Schicksal: Von Macheten kleingehackt, bleibt von ihnen nichts anderes übrig als das auf den Gedichttitel verweisende „sterbenswort“ „zurück“.
Read More Posted On Januar 14, 2010By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Die Lebenserinnerungen von Ilma Rakusa, gelesen von Carl Wilhelm Macke
Read More Die großen Verlage stellen zunehmend attraktive Ebooks bei iTunes zur Verfügung. Doch die Print-Bestseller werden meist zu elektronischen Ladenhütern. Dafür ist in erster Linie Apple verantwortlich. Die Firma hat es bislang nicht geschafft, ihr Portal mit den Grundfunktionen eines Ebook-Shops auszurüsten. Ein Kommentar von Joachim Leser.
Read More Felicia Zeller haben wir ja bereits als hellsichtige Prosa-Chronistin des (nicht nur) Neuköllner Alltags kennengelernt. Nun erscheint ein Band mit drei Theaterstücken der Autorin, den Tina Manske für uns gelesen hat.
Read More Ganz auf die Gegenwart beschränkt zu sein, ohne Erinnerungen – was für eine beängstigende Vorstellung. Ein Sturz ins Bodenlose, eine verschluckte Identität. So ergeht es Helene Wesendahl in Kathrin Schmidts Roman "Du stirbst nicht".
Read More Jürgen Brôcan: Spin-Off eines Gedichts von Jorie Graham. – Es gibt mindestens zwei Arten von Kunst. Eine, die durch ihre Schönheit betört, bei der Fragen erst nach einer Zeit der Betrachtung, nach einer Art Sättigung aufkommen, und die zweite, die die Gedanken sofort kreiseln lässt, die wie ein Fragengenerator wirkt. I
Read More Ernest Mandel war Widerständler gegen die Nazis, Berufsrevolutionär, mehr Theoretiker als Wissenschaftler und Bestsellerautor. Er verfolgte zwei große Projekte im Leben, die eng miteinander verwoben waren: Die Fortschreibung des Marxismus und den Aufbau einer revolutionären Internationale. Von Elfriede Müller
Read More Scharfsinniger Reporter wird kafkaesker Nabelschauer. Peter Münder über Jürgen Leinemanns schonungslosen Bericht seiner Krebserkrankung.
Read More David Wagner hatte eigentlich eine gute Idee: Der Supermarkt als Möglichkeit zur inneren Einkehr, als Anstoß zur Reflexion über modernes Konsumverhalten. Leider gelingt es Wagner nicht, diesen essayistischen Ansatz zu einem homogenen Roman zu verweben, musste Tina Manske feststellen.
Read More Murphys Irlandbild erstrahlt nicht in sattem Grün, sondern dekliniert Schattierungen von Grau. Falsche Freunde, Korruption und Gewalt lauern versteckt hinter der Fassade der Bürgerlichkeit. Frank Schorneck hat Murphys erfreulich unsentimentales, schwarzhumoriges Debüt gefallen.
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