König Donalds Zunge von Hanns von Gumppenberg König Donald, schau‘ nicht immer voran, Schau um dich links und rechts – Schon sank dein letzter Panzermann Im Föhnsturm des Gefechts! König Donald schaut nicht hin noch her, Und jetzt wär’s all‘ zu spät: König Helge mit gezücktem Speer Als Sieger vor ihm steht. Da wallte Donalds Nordmannssinn – Er bat nicht für sein Loos, Er bäumte hochauf das Löwenkinn Und bleckte die Zunge bloß! Wohl lag er schnell vom rächenden Stich Durchstoßen und hingestreckt, Doch ob ihm der Athem des Lebens
Read More Die Freuden des organisierten Verbrechens – Fresh blood im britischen Gangsterroman. Keine Posen und Albernheiten, keine fahle Romantik, kein umständliches Rumgeeiere, sondern Sarkasmus und Klarsicht, galore. „Crime Machine“ von Howard Linskey heißt ein sehr starkes Debüt … Thomas Wörtche nennt ein paar Gründe, warum das so ist. Organisiertes Verbrechen hat gegenüber unorganisiertem viele Vorteile. Klare Strukturen, keine Kollateralschäden bei Auseinandersetzungen, eindeutig definierter Geldfluss, Preisstabilität, transparentes Preis-Leistungs-Verhältnis und andere ordnungspolitische Maßnahmen gegen die Anarchie ungeordneter Verhältnisse mehr. So sehen das im nordenglischen Newcastle-upon-Tyne nicht nur die örtlichen Gangster, sondern auch die
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, in der letzten Ausgabe vor der Sommerpause stellt Ihnen Thomas Wörtche einen großartigen Debüt-Roman vor: „Crime Machine“ von Howard Linskey. Von Mäusen und Menschen lesen Sie bei Carlos und auch darüber, wie sie tickt, diese Welt. Christiane Geldmacher lobt Laura Lippmans Buch „Denn mein ist deine Seele“, Henrike Heiland kann sich allmählich mit dem Rebus-Nachfolger Malcolm Fox anfreunden, der in Ian Rankins „Die Sünden der Gerechten“ seinen zweiten Auftritt hat. Und Joachim Feldmann findet, dass „Schattenstill“ von Tana French ganz ordentlich geraten ist. Das möchte Kirsten Reimers von
Read More Ganz einfach – Wir lernen bei Carlos, wie das Leben tickt. Endlich! Freunde, das fängt jetzt etwas wirr an, aber das stehen wir gemeinsam durch – zur Belohnung erkläre ich am Schluss auch, wie das Leben tickt. Beziehungsweise Töff erklärt das – aber hierzu später. Mäuse. Plötzlich waren auf meiner beschaulichen Terrasse abscheuliche verseuchte Zwergratten, verniedlichend „Mäuse“ genannt. Ich beschloss augenblicklich diese zu töten. Dafür bin ich aber einfach zu feige – jedoch gibt es ja Schädlingsbekämpfer. Der Herr, der mich dann, wie versprochen, „diskret“ besuchte, sah eigentlich eher aus
Read More Ich erkenne dich überall –„Der beste Spannungsroman des Jahres“, ruft Stephen King auf der Rückseite von Laura Lippmans neuem Kriminalroman „Denn mein ist deine Seele“. Solche Zurufe machen Christiane Geldmacher neugierig und siehe da: Laura Lippman hält, was Stephen King verspricht. Der Plot des Buches ist nicht meine erste Wahl: viel zu sehr Trendthema. Ein junges Mädchen wird von einem Mann entführt und wochenlang festgehalten. Ihr könntet mal wieder einen Mann einsperren!, denkt man unwillkürlich – wobei wir wieder bei Stephen King wären. Aber „Misery“ ist ja auch schon wieder
Read More Schottische Rhapsodie – Was tun nach Rebus? Eine neue Serienfigur zu bauen ist gar nicht so einfach. Auch für Ian Rankin nicht. Der zweite Versuch mit Malcolm aber lässt hoffen. Henrike Heiland ist optimistisch … Es fängt harmlos genug an: Malcolm Fox und sein Team sollen untersuchen, ob Constable Paul Carter von einigen seiner Kollegen gedeckt wurde. Gegen ihn läuft eine Anklage wegen sexueller Belästigung, und Fox‘ Aufgabe ist es, innerhalb der Polizei für Ordnung zu sorgen. Er gehört zur Abteilung für interne Ermittlungen. Was ihn jetzt nicht gerade zum
Read More Kühler Realismus – Trotz des Einwort-Titels „Schattenstill“ ist Tana Frenchs neuer Roman sehr ordentlich geraten, findet Joachim Feldmann. Brianstown: Das ist der Fantasiename einer Neubausiedlung an der See. Nach Dublin seien es nur 40 Minuten mit dem Auto, hat man den Käufern zu Zeiten des irischen Immobilienbooms erzählt. Wer hier ein Haus erwerbe, könne es mit Sicherheit schon in wenigen Jahren mit Gewinn wieder verkaufen. Und fast alle haben es gerne geglaubt. Auch Jennifer und Pat Spain. Doch dann verlor Pat wie viele andere seinen Job. Die weltweite Finanzkrise ließ
Read More Nur noch herzig – Colin Cotterills Krimis um den Pathologen Dr. Siri zeichnen sich durch einen subversiven Witz aus – beziehungsweise zeichneten. Kirsten Reimers ist enttäuscht. „Der Tote im Eisfach“ ist der fünfte Band von Colin Cotterills Reihe um den einzigen und mithin ältesten Pathologen Laos’, den über siebzigjährigen Dr. Siri Paiboun. Siri war aktiv am Kampf gegen die Kolonialherren Frankreichs beteiligt und stand zu dieser Zeit der kommunistischen Partei nahe – doch seit Ende 1975 die Laotische Revolutionäre Volkspartei in der kurz zuvor deklarierten Demokratischen Volksrepublik Laos die Macht
Read More Das Fabeln der Robe „Wer zu viele Bücher liest, tut Dinge, für die es keinen Anlass gibt.“ (G. Carofiglio, S. 60) Schön wär‘ mal wieder ein guter Krimi, ein richtig packender und wenn möglich noch literarischer, dachte sich Stefan Linster, griff auf einige verheißungsvolle Kritiken hin zu G. Carofiglios neuestem Werk „In ihrer dunkelsten Stunde“ (dem vierten auf Deutsch) und musste sich doch sehr wundern. Ein renommierter Strafverteidiger aus dem apulischen Bari wird gebeten, sich einer Vermisstensache anzunehmen und zu erkunden, ob tatsächlich sämtliche Spuren verfolgt, alle Verdächtigen überprüft und
Read More Christopher G. Moore war auf Reisen. Und in Buenos Aires, dieser durch und durch literarischen Stadt, fiel ihm auf, dass etwas zu fehlen schien. Ironie … The Death of Literary Irony Irony has been the stock and trade of novelists through the ages. George Orwell’s The Hanging is a perfect example of dramatic irony. We follow a condemned Burmese man on his way to the gallows as he carefully sidestepping the puddle of water along the path so as not to dirty his shoes. Or Shooting an Elephant we witness
Read More Fräser von Paul Zech Gebietend blecken weiße Hartstahl-Zähne aus dem Gewirr der Räder. Mühlen gehen profund, sie schütten auf den Ziegelgrund die Wolkenbrüche krauser Kupferspäne. Die Gletscherkühle riesenhafter Birnen beglänzt Fleischnackte, die von Öl umtropft die Kämme rühren; während automatenhaft gestopft die Scheren die Gestänge dünn zerzwirnen. Ein Fäusteballen hin und wieder und ein Fluch, Werkmeisterpfiffe, widerlicher Brandgeruch An Muskeln jäh emporgeleckt: zu töten! Und es geschieht, dass sich die bärtigen Gesichter röten, daß Augen wie geschliffene Gläser stehn und scharf, gespannt nach innen sehn. (1913)
Read More Frank Göhre war in Palermo. Er hat im „Grand Hotel et Des Palmes“ gewohnt. Der Aufenthalt hat ihn zu einer Textcollage über ein Gipfeltreffen der Mafia angeregt. Familientreffen im Grand Hotel – Albert Anastasia, ein hochrangiges Mitglied der Cosa Nostra in New York und Anführer der Cambino Familie, betritt am Freitag, dem 25. Oktober 1957, kurz nach zehn Uhr vormittags den Friseursalon des Park Central Hotels in New York. Er nimmt auf dem Stuhl Nummer Vier Platz: Er döste vor sich hin, während der Friseur seiner Arbeit nachging. Der Stuhl
Read More Posted On Juni 30, 2012By Die RedaktionIn Crimemag
Verehrtes CrimeMag-Publikum, lange hat es Carlos im Guten versucht, aber wenns halt nicht anders geht …: Was ab nun im Krimi verboten ist. Frank Göhre hat in Palermo im „Grand Hotel et Des Palmes“ gewohnt – und wurde dort zu einer Textcollage über ein Gipfeltreffen der Mafia inspiriert. Thomas Wörtche hat Giancarlo de Cataldo/Mimmo Rafeles „Zeit der Wut“ gelesen und ist erfreut über ein Italienbild abseits aller Pizza-Pasta-Mafia-Klischees; Joachim Feldmann gefällt der fünfte Teil von C.J. Box‘ Serie um den Wyominger Wildhüter Joe Pickett und Kerstin Carlstedt hat sich in unserem
Read More Was ab jetzt im Krimi verboten ist – An der Hochschule, wo ich im Brotberuf amte, wird heute ein „Gesundheitstag“ abgehalten. Solche Aktivitäten versetzen mich protestantisch Sozialisierten sofort in Gewissensnot, ja – Panik. Hakenschlagend bin ich eifrigen Studiosi, die mir den Blutdruck messen wollten entkommen, schon werde ich vor dem Fahrstuhl mit einer mahnenden Frage belämmert: „Willst du das wirklich tun?“ JA, ICH WILL IN DEN DRITTEN STOCK FAHREN! Vor dem Hörsaal, in den ich nachher muss, ist ein Trainingsgerät aufgebaut, umringt von Waschbrettbauchbuben, die adipose Altersgenossen zwingen, öffentlich ihre
Read More Italien jenseits aller Pizza-Pasta-Mafia-Klischees – Gewisse gesellschaftliche Kräfte wollen einen rigide autoritären Staat und richten deswegen Chaos an, um umso wirkungsvoller aufzuräumen. Diese Kräfte bedienen sich realer Terror-Szenarios, die sie in ihrem Sinne übertreiben, damit drastische Reaktionen für die Bevölkerung darstellbar werden. Und Teile dieser Kräfte sind Teile der Polizei eines Landes. So funktioniert, grob gesagt, die beunruhigende Handlung des Romans „Zeit der Wut“ von Giancarlo de Cataldo und Mimmo Rafele. Von Thomas Wörtche Die beiden Autoren – de Cataldo ist Richter und Romancier, Rafele Drehbuchautor, u. a. von „Allein
Read More Berufswelt Privatdetektiv, grotesk gestaltet – Zwar nicht über den Dächern von Nizza, aber immerhin über den Dächern von Hamburg-Hoheluft trafen wir den Krimiautor Frank Schulz im siebten Stock seiner Arbeitswohnung. Wer kann es ihm verdenken, dass er sich bei dem herrlichen Blick auf den Fernsehturm, die Grindel-Hochhäuser und den ehemaligen Wasserturm im Schanzenpark mehr inspiriert fühlt als in seinem eigentlichen Zuhause, wo ihn die vierköpfige Familie, die über ihm wohnt, mit „Trittschall“ mürbe macht? Im Korridor hängt eine ausgestopfte Ente an der Wand, ein Geschenk von Schriftsteller-Kollegin Karen Duve. Das
Read More Atmosphäre und Lokalkolorit – Es ist sehr erfreulich, dass C.J. Box‘ außergewöhnliche Serie rund um den Wildhüter Joe Pickett nun auf Deutsch erscheint. Joachim Feldmann über den jetzt übersetzten fünften Band der Reihe, „Todfeinde“, der hoffentlich nicht der letzte bleiben wird. Wer im Jackson Hole Valley, Wyoming, auf die Jagd gehen will, muss viel Geld mitbringen. Um die 5000 Dollar kostet die Lizenz, an einem der malerischsten Flecken der Vereinigten Staaten Wapitihirsche und andere Vierbeiner erlegen zu dürfen. Kein Wunder, dass es hier von Millionären nur so wimmelt und die
Read More waldmann und der ernst der lage, eins von Ror Wolf waldmann kommt auf einen sprung vorbei und er sagt: was war das für ein schrei? er holt den revolver aus der hose und er ruft in diese atemlose stille: halt, hier wurde doch geschrien, und am rand der tasse ist strychnin, und der kopf von doktor winternitz sitzt auf seinem hals ganz blaß und spitz. waldmann, ein revolverkalter mann, sieht sich das in aller ruhe an. die pinzette zupft, und mit der lupe untersucht er bart und salbentube, handschuh ohrenschützer
Read More Ausverkauf der knappen Güter – Makrokriminalität ist ein weites und spannendes Feld. Wer sich mit ihr beschäftigt, lernt eine Menge über diese Welt. Es schon immer gewusst zu haben, ist blasiert. Was Menschen Menschen antun, geht uns alle an, vor allem, wenn es um wirkliche basics geht: Lebensmittel, Wasser, Luft. Ein besonders übles Kapitel ist Landraub. Stefano Liberti hat ein wichtiges Buch dazu geschrieben, Lena Blaudez stellt es uns vor: „Alle investieren in China für die Industrie, in Indien für den Service. Für Nahrungsmittel muss man nach Afrika gehen.“ Diese
Read More Verehrtes CrimeMag-Publikum, manche Verbrechensszenarios haben wir nicht so richtig auf der Platte, obwohl sie ziemlich ungeheuerlich sind: Landraub zum Beispiel. Lesen Sie eine Besprechung von Lena Blaudez über Stefano Libertis Reportage „Landraub“. Unausrechenbar und anarchisch sind seit eh und je unsere Diez Negritos. Out of the blue traf eine neues Kapitel ihres Fortsetzungsromans „Ein ekelhafter Leichnam“ bei uns ein – verfasst von Antonio Lozano, übersetzt von Elisabeth Schmalen, lektoriert und initiiert von Doris Wieser. Have fun! Viel Freude hat Kettly Mars‘ Politthriller aus Haiti, „Wilde Zeiten“, gemacht – auf jeden
Read More Der Roman: Ein ekelhafter Leichnam (Un cadáver asqueroso) – 2009 begannen die Diez Negritos einen Online-Krimi zu verfassen. In ironischer Anlehnung an die surrealistische Methode des cadavre exquis („köstlicher Leichnahm“) betiteln sie ihren Gemeinschaftsroman mit „Ein ekelhafter Leichnam“ („Un cadáver asqueroso“); und tatsächlich präsentiert uns im ersten Kapitel ein Gerichtsmediziner einen unerklärlich ekelhaften Leichnam in einer Stadt, die Merkmale von allen möglichen hat und keine einzige tatsächlich ist … Nach der Maxime von Paco Ignacio Taibo II, derzufolge die Anarchie die einzige natürliche Ordnung ist, folgt der Roman keinem vorgefertigten
Read More Polit-Thriller, noir – Auf vielen wichtigen Werken der Kriminalliteratur steht einfach „Roman“. Das ist einerseits schön und gut, andererseits irritierend, weil es einen Roman adeln kann, wenn er als das bezeichnet wird, was er auch noch ist: Ein Polit-Thriller. Thomas Wörtche über Kettly Mars‘ „Wilde Zeiten“. Bei Polit-Thriller denkt man an John le Carré, an Eric Ambler, Ross Thomas, Robert Littell oder Jenny Siler, auf jeden Fall an die Luxusklasse innerhalb der Kriminalliteratur. Aber ein Polit-Thriller kann auch aus Haiti kommen und eine Art Psycho-Polit-Thriller mit deutlichem roman noir Einschlag
Read More Produktive Widersprüche – Ein Roman zur politisch-ökonomischen Großwetterlage, der Roman zu den Nachrichten? Griechenland als Thema à la mode? Beinahe, meint Anne Kuhlmeyer über Kai Hensels Debüt, aber dann auch wieder nicht … Maria Brecht macht mit der Nachbarin und dem fünfjährigen Julian Urlaub auf Kreta. Von Berlin, vom Nachbarinnen-Ex-Mann, einer WG, kasachischen Eltern mit chronischem Geldmangel und dem Schock, für ein Studium der Diplomatie angenommen zu sein. Selbst als ein Fremder Maria in den Bergen bedroht, dauert es eine Weile, bis ich mich mit Sonne und Strand und Alkohol
Read More Der große Coup lauert immer und überall – Künstler oder Gauner? Das Leben des sagenhaften Kölner Lebenskünstlers, Geldfälschers und Playboys Jürgen Kuhl hat Christoph Gottwald zur spannenden Biografie hochgekocht – nun gibt es auch eine gelungene Hörbuch-Version mit 6 CDs, gelesen von Gerd Köster. Von Peter Münder. Vier Jahre Knast hatte Jürgen Kuhl im November 2011 in der JVA Euskirchen (als Freigänger) bei Köln abgesessen, nun kann er sich wieder auf extravagante, renditeträchtige Aktivitäten kaprizieren: Ausgefallene Klamotten entwerfen, rassige Sportwagen auf großformatigen Siebdrucken abbilden oder mal wieder ins Spielcasino marschieren und
Read More Heute geht es Christopher G. Moore schlicht und einfach um das Verhältnis schreibender Menschen zur Wahrheit … The Writer as Truth Seeker – Those who write to support the guardians of received truth, wisdom or belief are caretakers working a garden owned, planted, and harvested according to the garden owners. Like ground staff at airports they take their orders from those above them. Those in authority have used writers as hand wavers for their version of truth and reality. What is being guarded in the name of truth? Mainly it
Read More Shotgun Blues by Sonnyboy Williamson/Lightnin´Hopkins Yes, I said, go bring me my shotgun Oh, bring me back some shells Yes, I said, go bring me my shotgun Oh, bring me back a pocket full of shells Yes, if I don’t get some competition You know there’s gonna be trouble here Yes, you know my woman tried to quit me When I ain’t done nothin‘ wrong She done put me out of doors But I even ain’t got no home as it goes Bring me my shotgun Oh Lord, and a
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