Vielschichtig, präzise, gewitzt – Bei Robert Hültners historischen, im Bayern der 1920er Jahre spielenden Kriminalromanen kann man getrost von einem Langzeitprojekt sprechen. Genau 20 Jahre ist es her, seit sein Polizei-Inspektor Paul Kajetan im Roman „Walching“ seinen ersten Auftritt hatte. Mit „Am Ende des Tages“ legt Hültner nun den sechsten Teil der Reihe vor. Frank Rumpel hat ihn gelesen. „Am Ende des Tages“ spielt 1928, in den politisch unruhigen Zeiten der Weimarer Republik. Paul Kajetan war mal ein angesehener Polizei-Inspektor in München, wurde aber entlassen, nachdem er eine politische Verschwörung
Read More Bloody Chops – kurz, prägnant, auf den Punkt – Anna Veronica Wutschel (wut) über James Patterson/Maxine Paetro: „Das 10. Gebot“, Joachim Feldmann (JF) über Martin Beyer: „Mörderballaden“ und Øystein Wiik: „Leiche in Acryl“ sowie Alf Mayer (AM) über Raymond Chandler „Der große Schlaf“ in einer illustrierten Neuausgabe. Miese Typen (wut) Scharfe Typen, fiese Täter, undurchschaubare Angeklagte und rätselhafte Modi Operandi machen den Mädels des ‚Clubs der Ermittlerinnen‘ das Leben wie gewohnt schwer. Verhageln können sie ihnen die Stimmung jedoch auch in „Das 10. Gebot“ definitiv nicht. Sergeant Lindsay Boxer heiratet
Read More Leider etwas verspätet, aber dennoch sinnvoll – Nadja Isreal mit ein paar Bemerkungen zu „Qualitätsstandards“. Biedermann und die Brandstifter in Hamburg – In Hamburg Blankenese brennen, sozialpolitisch brisant, die Autos. Alltag in der Hansestadt, aber diesmal stirbt ein Mensch. Eine Frau, die offensichtlich in ihrem Wagen eingeschlafen war, kann sich nicht rechtzeitig aus dem brennenden Auto retten. War die Tat ein Unfall oder Mord, politisch oder privat motiviert? Kommissar Thorsten Falke untersucht den Fall und muss wider Willen mit der jungen betont attraktiven, betont blonden Katharina Lorenz zusammenarbeiten. Je mehr
Read More Christopher G. Moore über junge Männer, Waffen und Testosteron, mit anderen Worten: I am Awesome Some criminals start out young as they embark on a life of crime. Many reasons can be found to explain why someone turned ‘bad’ and adopted the life of an outlaw. One of those reasons is financial. The criminal wants a certain life style that takes money. He has a choice—find a job, save up for the car, the condo, the holidays, to support his partner and dependents. Or if his plans are grand, then
Read More Krimilesungen vom 11.05.2013 bis 18.05.2013 Unser Veranstaltungskalender bietet Ihnen eine feine Auswahl an interessanten Autoren, die sich zurzeit auf Lesereise befinden. Jacques Berndorf stellt seinen Krimi „Eifel-Bullen“ vor: 16.05.2013 Kulturbahnhof Jülich, Beginn 20:00 Uhr Weitere Infos finden Sie hier. Jan Flieger liest aus seinen Thrillern „Auf den Schwingen der Hölle“ und „Man stirbt nicht lautlos in Tokyo“: 17.05.2013 Hugendubel Leipzig, Beginn 17:00 Uhr Für weitere Infos auch hier entlang. Jörg Maurer stellt seinen Alpenkrimi „Unterholz“ vor: 15.05.2013 Eugen-Papst-Schule, Germering, Beginn 19:30 Uhr 17.05.2013
Read More Le Gorille von Georges Brassens C’est à travers de larges grilles, Que les femelles du canton, Contemplaient un puissant gorille, Sans souci du qu’en-dira-t-on; Avec impudeur, ces commères Lorgnaient même un endroit précis Que, rigoureusement ma mère M’a défendu dénommer ici… Gare au gorille!… Tout à coup, la prise bien close, Où vivait le bel animal, S’ouvre on ne sait pourquoi (je suppose Qu’on avait dû la fermer mal); Le singe, en sortant de sa cage Dit „c’est aujourd’hui que je le perds!“ Il parlait de son pucelage, Vous avez
Read More Neulich, bei „Krimis machen 1“ war es endgültig nicht mehr zu überhören, das ominöse Wort „Frauenspannung“, das seit geraumer Zeit eher im Hintergrunde herumgedümpelt war. Irgendwas gefühlt Pink-es, hatte man den Eindruck. Zoë Beck hat sich das Wort genauer angeschaut und ist erschrocken: Frauenspannung. Es gab Zeiten, einst in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts, da hatte der Begriff Frauenliteratur etwas Kämpferisch-Politisches und war eng mit dem Feminismus verknüpft, wenn nicht synonym. Davor war es anders, als Frauenliteratur gleichbedeutend mit Groschenromanen war, meint: ohne literarischen, gesellschaftlichen, politischen, irgendeinen
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, Liebes CrimeMag-Publikum, ein merkwürdiger Begriff geistert in letzter Zeit durch die Gegend: „Frauenspannung“. Zoë Beck hat sich das Phänomen genauer angeschaut. Bier, Lepra und Sport, das sind Themen für Carlos, evidentermaßen. Was in der letzten Woche als Toast auf Ross Thomas’ Romane um „Mac’s Place“ begonnen hat, weitet sich aus zu einer größeren Betrachtung der Themenfelder Alkohol (resp. Drogen) und Kriminalliteratur – Alf Mayer über Saufen, Dröhnungen und Prohibitionen. Ein Paradies der paradis artificiels war Marrakesch – folgen Sie Frank Göhre im zweiten Teil seiner Zitatmontage/Reportage auf den
Read More Posted On April 27, 2013By Carlo SchaeferIn Crimemag
Carlos über Sport, Lepra und Bier … Geht nicht? Geht! Gespräch im Bus, zwei junge Männer. Sportstudenten. Jetztzeit. Endzeit. Gestern haben wir … Was? Wir haben dann am Schluss um einen Kasten Bier… Bier! Bier gespielt. Motivation. So. War Training. Echt, Kasten Bier? Jaja. Und am Schluss, also ganz am Schluss, da stand es drei zu zwei. Nimmst du heute den um 16.25? Ja.- Nein, ganz falsch. 18.05, hab vorher Schwimmen und dings… Handball? Turnen. Aber dann am Schluss, hab ich einen Elfmeter verursacht. Echt? Du? Dann: Vier zu zwei.
Read More Was als Toast auf Ross Thomas angefangen hat, entwickelt sich zu einer Miniserie – Alkohol im Kriminalroman – enjoy! Reise in die Feuchtgebiete. Alkohol im Kriminalroman (II) Sara Gran und ihre ungeniert alle möglichen Substanzen missbrauchende Ermittlerin Claire DeWitt ist auch deswegen ein „Hallo wach!“ für die Kriminalliteratur, weil wir alle heute doch eher weniger Bluna und insgesamt ziemlich rasend vernünftig geworden sind. „Das Ende der Welt“ kündigt der deutsche Titel von Sara Grans aktuellem Roman an, wo das Original doch nur „Claire DeWitt and the Bohemian Highway“ sieht. Das
Read More Marrakesch war ein Paradies der paradis artificiels – folgen Sie Frank Göhre im zweiten Teil (zu Teil 1) seiner Zitatmontage/Reportage auf den Spuren von Jean Genet, William S. Burroughs, Friedrich Glauser und anderen … Das von uns gemietete Riad Johenna hat einen Empfangsraum mit Kochzeile, drei Schlafzimmer auf zwei Ebenen und eine Dachterrasse. Auf der Dachterrasse serviert morgens um 9 Uhr eine stundenweise angestellte Marokkanerin das Frühstück. Den von uns zusätzlich gekauften Käse fasst sie nicht an. Ist er „unrein“? Elias Canetti begleitet uns durch die Souks: „Alle Gelasse und Läden
Read More Unser USA-Korrespondent Thomas Adcock fährt mit seiner Analyse der amerikanischen Gesellschaft fort und kümmert sich um die Realien, die für die Kriminalliteratur grundlegend sind: Gewalt & Tod The next president of the United States: Wayne LaPierre? The Party of Mass Murder G.O.P. = Guns Over People by Thomas Adcock Copyright © 2013 Thomas Adcock NORTH CHATHAM, N.Y. Regarding the Republican Party and the support of its leadership for perpetual gun carnage in the United States, permit me to be as blunt as bullets: the once admirable Grand Old Party, as
Read More Seit Eric Ambler wissen wir, dass „Steuervermeidung“ zu den Grundtugenden des kompetenten Kriminellen gehört … Wie schön, wenn eine große deutsche Zeitung dazu moralische Begleitmusik liefert – Stichwort: „Wirtschaftsethik“ oder, anders formuliert: Kick Ass! Wie kann ein Hoeneß sich erwischen lassen? Oder: Warum ein Bankräuber seinen Schweißbrenner von der Steuer absetzen kann?, eine kleine Expedition zum Rechtsempfinden der FAZ. Wie sie sich jetzt winden, die sich dumm stellenden Köpfe hinter der FAZ. Es ist ein kleines Sittenbild der höheren – eigentlich, ich bitte Sie, der normalen Strafverfolgung und dem normalen
Read More Der dritte und letzte Teil des von Christopher G. Moores „global crime“-Essay dreht sich um Zensur, ein tückisches Thema, weil es direkte und indirekte Zensur gibt. Dispatches from the frontline of Crime Fiction’s Extremistan – Part 3: Censorship What controls Extremistan authors, what keeps them off the grid is an effective system of censorship backed by punitive laws. Unless you’ve lived outside of North America or Western Europe, you won’t have experienced the ‘eye’ of authorities (and their true believers or paid for shills) monitoring all communications, including books for
Read More Longlisted – Sharon Kasandas „Dante International“ zwischen „Pamela“ reloaded und solidem Krimidebüt. „Dante International“, der Debütoman von Sharon Kasanda, hatte es Ende 2012 zur Freude der jungen namibischen Autorin und ihres Verlags Wordweaver Publishing auf die Longlist für den Commonwealth Book Prize geschafft. Das mit der Freude war nachvollziehbar, denn englischsprachige Literatur aus dem entkolonialisierten Namibia hat es nicht eben einfach auf dem internationalen Markt. Bis auf Neshani Andreas’ mit vielen postkolonialtheoretischen Versatzstücken angereichertem Subalternen-Roman „Purple Violet of Oshaantu“, der vom renommierten Heinemann Verlag herausgegeben wird, gibt es weit und
Read More Zwei weit auseinanderliegende Tage – Provinz, Alltag, ganz „normales“ Verbrechen – Romane in diesem Spannungsfeld können schiefgehen. Aber nicht, wenn der Autor schreiben kann. Frank Rumpel hat ein solches Exemplar gefunden: Einen realen Fall aus dem Tübingen der 1960er hat sich der in Berlin lebende Jurist und Autor Lothar Müller-Güldemeister in seinem Roman „Uhlandgymnasium“ vorgenommen. Damals machte in dem baden-württembergischen Unistädtchen die sogenannte Rotbartbande mit Einbrüchen und einem Banküberfall von sich reden. Der Skandal: Die Täter waren doch tatsächlich Gymnasiasten. Einige wurden zu Haftstrafen verurteilt. „Gerüchte, weitere Schüler seien von
Read More Happiness is a warm gun by Lennon/McCartney She’s not a girl who misses much Do-do-do-do-do, oh yeah She’s well acquainted With the touch of a velvet hand Like a lizard on a window pane Man in the crowd With the multicoloured mirrors On his hobnail boots Lying with his eyes While his hands are busy Working overtime The soap impression of his wife Which he ate and donated to the National Trust I need a fix cause I’m going down Down to the bits that I’ve left up town I
Read More Er könnte schon noch besser sein – Ein paar persönliche Anmerkungen zum Symposium „Krimis machen 1“. Von Ulrich Noller Autoren, Kritiker, Buchhändler, Literaturwissenschaftler, Lektoren, Verleger – gut hundert Krimimacher trafen sich am 12. und 13. April im Literaturforum des Berliner Brecht-Hauses zum Symposium „Krimis machen 1“, um über Gegenwart und Zukunft der Kriminalliteratur zu diskutieren. Ulrich Noller war dabei. Ein persönlicher Bericht. Alles gut, beim Krimi made in Germany. Das war so das Grundgefühl, mit dem man als Teilnehmer des Symposiums „Krimis machen 1“ am vergangenen Sonntag zurück nach Hause fuhr.
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, am letzten Wochenende veranstalteten Tobias Gohlis und Thomas Wörtche im Berliner Literaturforum im Brecht-Haus die Tagung „Krimis machen 1“ – Ulrich Noller war dabei, lesen Sie hier sein persönliches Resümee. Die „Kanarische Trilogie“ von Carlos endet heute – mit einem grandiosen Erlebnis: dem perfekten Mann! Die perfekte Bar, darüber ist man sich in kompetenten Kreisen schon lange einig, heißt „Mac’s Place“. Alf Mayer war dort und hat sich u. a. mit Ross Thomas und Steve McQueen am Tresen unterhalten. Aufregung in netzaffinen Kreisen: Ein Pressevertreter der Random House
Read More Wie könnte es schöner enden – Carlos hat im Urlaub den perfekten Mann gesehen. Lesen Sie selbst: Kanarische Trilogie III: Der perfekte Mann Wenn schon, denn schon. Wir waren in Playa Blanca im Irish Pub. Ich wäre auch gerne noch in Jimmy’s Treff nach Puerto del Carmen gegangen, dem Treff der deutschen „Residenten“, da hat leider meine Frau gemauert. Der Pub bringt’s aber auch schon, denn er ist nicht einfach irisch, er ist Irland. Exterritorial, ein Stück Land, einzig erobert zur Feier jener dialektischen gälischen Lust an Leben und Selbstvergiftung.
Read More Cheerio! Darauf lohnt es sich anzustoßen. Mit „Dämmerung in Mac’s Place“ liegen nun alle vier McCorkle- und Padillo-Romane von Ross Thomas auf Deutsch vor, sorgfältig übersetzt und vor allem vollständig, bei der Editionsvergangenheit der früheren Ausgaben bei Ullstein ein leider notwendiger Hinweis. Der inzwischen zwölfte Band der Maßstäbe setzenden Ross-Thomas-Edition im Alexander Verlag Berlin ist einmal mehr ein Grund, sich vor Verleger und Herausgeber Alexander Wewerka zu verneigen. Nach dem Trio der Artie-Wu-und-Quincy-Durant-Fälle nun also ein vollendetes Quartett – wenn das kein Anlass für eine Lokalrunde ist. Am Tresen u.
Read More Einer der Presseleute bei Blanvalet/Limes/Penhaligon/Social Media etc. ist beim CULTurMAG, wenn überhaupt, eher durch nicht weiter bemerkenswert schlechtes Benehmen aufgefallen. Jetzt hat Sebastian Rothfuss allerdings unter Bloggern eine Debatte losgetreten. Zoë Beck hat sich seinen Leitfaden für Blogger genauer angeschaut und findet: Sollte man drüber reden … „Schicken Sie mir ein Buch, ich bin Blogger.“ Letztens gab es ein wenig Ratlosigkeit, weil Sebastian Rothfuss, der bei Random House u. a. für Blanvalet die Pressevertreter betreut und sich um den Bereich Social Media kümmert, einen Leitfaden für Blogger herausgegeben hat. „Einschüchternd“,
Read More Lesen Sie heute den zweiten Teil (zu Teil 1) von Thomas Adcocks Reflexionen über die Hinrichtungspraxis in den USA – und dazu ein kleines, korrektes Narrativ: Der Fall von Joseph Amrine! Execution, American-Style ‘Tectonic Shift’ in Execution Policy By Thomas Adcock By October 2009, the frequency of death sentences began a clear plunging trend, even in the execution-friendly South. That month as well, the American Law Institute disavowed its fifty-year-old policy framework addressing executions—the Model Penal Code of 1962. The policy was deemed a failure “in light of the current
Read More Lesen Sie heute den zweiten Teil von Christopher G. Moores 3-teiliger Tour de Force durch die global-crime-Landschaft. Dispatches from the frontline of Crime Fiction’s Extremistan, Part 2 What is the limit of our knowledge about the library of crime fiction novels written, published and read each year inside Extremistan? There are no shortage of people claiming knowledge about a library that may not be Borges’ infinite library, but a library with shelves filled with books that are inaccessible to most readers. The point is we are having a debate where
Read More Am Ende steht das Ende – Diplomschriftstellerin. Das ist sie, die gebürtige Bonnerin Juli Zeh. Absolventin des renommierten Deutschen Literaturinstituts in Leipzig und Bestsellerautorin. Schon für ihr Debüt „Adler und Engel“ bekam sie den Deutschen Bücherpreis, nun erschien ihr Psychothriller „Nullzeit“. Sophie Sumburane hat ihn gelesen. Der Roman ist eher ein Kammerspiel. Wenige Figuren tragen am eigenen Leib politische und juristische Konflikte aus, thematisieren so problematisierend aktuelle Diskurse. Dazu kommt die Konstanz des Handlungsorts und die kurze erzählte Zeit von 14 Tagen. Mit klarer, nüchterner Sprache erzählt, entspinnt sich vor
Read More Krimilesungen vom 20.04.2013 bis 04.05.2013 Unser Veranstaltungskalender bietet Ihnen eine feine Auswahl an interessanten Autoren, die sich zurzeit auf Lesereise befinden. Friedrich Ani stellt seinen neuen Krimi „Süden und das heimliche Leben“ vor: 23.04.2013 Stadtbibliothek Leverkusen, Beginn 19:30 Uhr 24.04.2013 Polizeipräsidium Bonn, Beginn 19:00 Uhr 04.05.2013 KUBIZ-Kleiner Saal, Unterhaching, Beginn 20:00 Uhr 04.05.2013 Gemeindebücherei Unterhaching, Beginn 21:00 Uhr Weitere Infos hier. Zoë Beck liest aus „Das zerbrochene Fenster“/Wiebke Lorenz präsentiert ihren aktuellen Thriller „Alles muss versteckt sein“: 25.04.2013 Landgericht Hamburg, Beginn
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