„Nights of poetry and poses“ – Larry Blocks Matthew Scudder (Teil 1) Wenn es einen Autor gibt, der im Genre der Alkohol-Detektive den Standard setzt, dann ist das Lawrence „Larry“ Block, der hier zwei Folgen einnehmen wird. Seit mehr als 35 Jahren und in bisher 17 Romanen schickt er seinen Ermittler Matt Scudder nicht nur durch New York, sondern auch durch alle Stadien, Fegefeuer und Höllen der Alkoholsucht. In diesem Text wird das in vielen Zitaten belegt, außerdem steht eine Begegnung an mit Dave Van Ronk, dessen Leben die Coen-Brüder
Read More Where the Wild Things Are: Bangkok Bangkok this week has secured its reputation as the place (to borrow Maurice Sendak’s book title) Where the Wild Things Are. Wild things like in wild, feral animals are a good place to begin a Conrad-like journey into the heart of urban darkness. Noah, according the myth, collected a pair of each animal and loaded them onto an arc as he had advanced warning that a flood would wipe out life on the planet. This week a modern version of Noah was busted in
Read More Whistlin’ past the graveyard by Tom Waits I come in on a night train with an arm full of boxcars on the wings of a magpie cross a hooligan night and I busted up a chifferobe way out by the kokomo cooked up a mess of mulligan and got into a fight whistlin‘ past the graveyard steppin‘ on a crack me and mother hubbard papa one-eyed Jack you probably seen me sleepin out by the railroad tracks go on and ask the prince of darkness what about all that smoke
Read More Vor 30 Jahren, am 23. Juni 1983, starb in La Jolla, California, der amerikanische Kriminalroman- und Drehbuchautor Jonathan „Jack“ Latimer. Frank Göhre erinnert an ihn. Zuletzt ist doch wieder der Gärtner der Mörder „Sie haben uns noch nicht gesagt, woran Sie wirklich interessiert sind.“ „An Mord.“ „Jetzt machen Sie aber Witze.“ „Es ist mir vollkommen ernst damit.“ „Wie interessieren Sie sich für Mord. Konkret oder abstrakt?“ „Konkret.“ „Sie meinen, Sie begehen Morde?“ „Nein. Ich fange jene, die sie begangen haben.“ „Sie meinen, Sie sind ein Detektiv?“ „Genau das.“ „Ich habe
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, erfreuen Sie sich heute an Frank Göhres Porträt von Jonathan Latimer, einem Klassiker des Genres, der keinesfalls museal geworden ist. Carlos hat – endlich – zu seiner Bestimmung gefunden und ist glücklich geworden. Alf Mayers siebter Teil seiner kleinen Kulturgeschichte des Alkohol-Usus in der Kriminalliteratur befasst sich heute mit Joseph Wambaugh und Kent Anderson. Zwei Nachrufe zu zwei großen Autoren: Gisbert Haefs porträtiert Jack Vance, Lutz Göllner notiert ein paar sehr persönliche Gedanken zu Ian Banks. Beide Autoren, so möchten wir bemerken, sind kaum in Schubladen zu stecken,
Read More Ist es nicht rührend, ist es nicht schön? CrimeMag führt zur Identitätsfindung. Carlos jedenfalls hat sich gefunden und kann endlich das ausleben, was er schon immer sein wollte: Trinkberater! Ich habe meine Bestimmung gefunden! Gewiss, ich bin seit zwanzig Jahren Landesbeamter, habe Hauptschülern Mores und Studenten das Zaubergewirk Fachdidaktik Deutsch gelehrt. Ich koche manierlich, ich spiele Kontrabass, würdig und leidlich. Ich bin ein guter Zeichner, ich kann auf einem Auge sehen, ach ja, ich bin Schriftsteller. Aber was ist das schon. Hera Lind schreibt auch Bücher. Nein, ich bin seit
Read More Wambaugh und Anderson: von Vietnam in die Innenstädte – Joseph Aloysius Wambaugh, Jahrgang 1937, gehört zu jenen wenigen Schriftstellern, die einen archimedischen Punkt in der Kriminalliteratur bewegten, indem sie dem Genre eine neue Dimension und Welthaftigkeit eröffneten. Heutige Autoren zollen ihm uneingeschränkt Tribut. Zum Beispiel Michael Connelly in „The Scarecrow“ (Sein letzter Auftrag), wo Polizeireporter Jack McEvoy nach seinem Rauswurf bei der Zeitung einen Zufluchtsort aufsucht: „Es war die Art von Kneipe, über die man in einem Joseph Wambaugh-Buch liest, in der Cops sich treffen, um unter ihresgleichen und mit
Read More „Ich bin doch kein Egoist“ Jack Vance (28. August 1916–26. Mai 2013) – ein Nachruf von Gisbert Haefs. John Holbrook Vance, so der komplette Name, war der Letzte der großen SF-Klassiker, und er hat sie alle überlebt: Poul Anderson, Isaac Asimov, Alfred Bester, Arthur C. Clarke, Robert Heinlein, Frank Herbert, Kurt Vonnegut … Vance hat SF geschrieben, Fantasy, Krimis, Erzählungen, TV-Drehbücher (Captain Video); in einigen der Nachrufe, die ihm nun Zeitungen wie New York Times, Guardian und FAZ gewidmet haben, wird festgestellt, er sei einer der besten Stilisten der amerikanischen Literatur
Read More Der elegante Wüterich – Am 9. Juni 2013 ist Ian Banks verstorben, jenseits aller U/E-Gehege geschätzt von Lesern, die Intelligenz, Originalität, Eleganz und eine gewisse Komplexität für willkommene Tugenden halten. Ein Nachruf von Lutz Göllner. Ich bin auf Ian Banks gestoßen, weil ich Bret Easton Ellis’ „American Psycho“ so doof fand. (Ja, gut, es war Satire, aber wer erträgt schon seitenlange Elogen auf Genesis, Whitney Houston und Huey Lewis And The News?) „Du musst mal ‚Verschworen‘ lesen“, empfahl mir mein Kumpel Bernie, damals Chefredakteur der „Speedline“, des besten deutschen Fachblatts
Read More Christopher G. Moore über den coolen Schurken Mr. Carlo Konstantin Kohl aus Deutschland und wie er alle und jeden in Thailand und Australien lächerlich macht und damit zum Medienstar aufsteigt: Bangkok’s 300 Exits Some weeks provide an avalanche of events—enough to fill a book of essays. For example, a German national who’d finished serving a prison sentence in Australia for theft and drug law violations, escaped his private security guards at the Bangkok airport and had a two-day holiday in Bangkok before the police caught up with him. Carlo Konstantin
Read More Die Kunst des genauen Blicks: Die israelische Serie „Hatufim“ Das ungläubig freudige Staunen im Gesicht eines Freigelassenen, der zum ersten Mal seit 17 Jahren einfach am Morgen aus seiner Haustür treten und loslaufen kann. Zwei weinende Männer in einer dunklen Gefängniszelle, in einer Ecke aneinandergeklammert, weil Schritte hallen und gleich die Tür aufgehen wird. Eine Schwester mit den traurigsten Augen der Welt, die den Tod ihres Bruders nicht akzeptiert. Ein heimgekehrter Vater, der sich den Namen seines Sohnes nicht merken kann. Eine nymphomane Tochter, die es auf das stets unmöglichste
Read More Hard To Thrill by Eric Clapton/John Mayer Hard to thrill Nothing really moves me anymore Hard to thrill Nothing really moves me anymore There is nothing you can show me That I haven’t seen before I’ve got time to kill Keeping to myself inside this room Time to kill Keeping to myself inside this room Over forty years of fridays You would give up trying too Hard to thrill Nothing really moves me anymore I’m hardly thrilled Nothing really moves me anymore There is nothing you can show me That
Read More The F-Words „F**r“of F***ism by Thomas Adcock Copyright © 2013 – Thomas Adcock HUDSON, New York Back in the day, ordinary Americans feared less and questioned more. In that time, an unknown graffitist of Jeffersonian sensibility etched a wise epigram into the chunky wooden leg of a picnic table in People’s Park, the legendary free-speech venue adjacent to the Berkeley campus of the University of California. The year was 1969. When last I visited Berkeley, in 1997, the epigram was still there. Although faded, the lettering remained clear: “Open your
Read More Posted On Juni 8, 2013By Die RedaktionIn Crimemag
Liebes CrimeMag-Publikum, lesen Sie heute einen Essay von Thomas Adcock über zunehmend problematische Tendenzen in der US-Amerikanischen Politik und Gesellschaft: „The F … Words“. Carlos hat einen Ratgeber in die Finger bekommen, mit dem man schöne Grimmis über entsetzliche Bluttaten schreiben kann. Carlos ist erschüttert, wir auch. An Alf Mayers Alk-in-der-Kriminalliteratur-Theke hängt heute nur einer: Ed McBain; aber der hat noch genügend andere Identitäten für eine nette Trinker-Runde. Kein bisschen nett sind die Befunde über den Zustand der Menschen- und Bürgerrechte, wenn man genauer hinschaut: Lena Blaudez über Martina Nehers
Read More Alle, alle wollen schreiben, alles Genies und wer’s nicht toll findet, ist böse. Dann ist Carlos eben böse! Ach du SCHEIßE! Gequirlte Pavianscheiße, ich denke an Paviane, die inzüchtig, blöde, pansexuell und verrottet in irgendeinem Keller gehalten werden, ohne Licht, Luft und Würde, deren Scheiße meine ich, ach was, habe ich vor mir liegen. Ja, manchmal bleibt nur der, der finale Wutschrei, geboren aus Schmerz und eiternden Hirnblutungen. So also fasse man einen Kurzkrimi ab, belehrt uns ein neues Werk für „Schule, Hochschule und Freizeit“. So lasst uns denn ein
Read More Die Würde behalten – in der Gosse – Etliche Zeit bevor der trunksüchtige Detektiv zum Klischee wurde und Alkoholismus zu einem jener zahlreichen Gebrechen, mit deren mindestens einem ein fiktionaler Held heutzutage zwingend aufwarten muss, erfand einer der Großmeister der Kriminalliteratur einen Helden, der in der Gosse lebte. Allerdings hielt er ihn nur für acht Kurzgeschichten und einen einzigen Roman am Leben; es brauchte dann an die 20 Jahre, bis Lawrence Block, ebenfalls ein New Yorker mit Leib und Seele, in einer Art Staffelübergabe diesen Faden aufnahm und mit Matthew
Read More Mit Terror gegen den Terror? Sind Sie zwischen 19 und 40 Jahren, männlich, kennen einen, der einen kennt, der eventuell ein Auto abgefackelt hat? Und haben Sie bei Google schon mal das Wort „Gentrifizierung“ nachgeschlagen? Mit etwas Pech finden Sie sich dann eines Morgens von maskierten Männern mit Maschinenpistolen aus dem Bett gezerrt und gefesselt wieder. Und landen erst mal in Isolationshaft. Denn dann sind Sie in eine Rasterfahndung geraten, das kann passieren. Ein „präventiver Zugriff“ eines Spezialeinsatzkommandos nach langer Observierung, worauf „präventive Freiheitsentziehung“ erfolgen kann, ist weder Ausnahme noch
Read More Undercover – John le Carrés Polit-Thriller „Der Spion, der aus der Kälte kam“ von 1963 ist sicher einer der berühmtesten Romane des 20. Jahrhunderts. Er begründete le Carrés internationale Karriere und löste nicht nur die naiven James-Bond-Märchen ab, die damals das Bild der Spionageliteratur prägten, sondern begründete eine neue Sicht auf die Welt. Thomas Wörtche hat den Roman nach „hundert“ Jahren noch einmal gelesen. Ob „Der Spion, der aus der Kälte kam“ heute noch bei einem breiten Publikum einer der bekanntesten Romane des 20. Jahrhunderts ist, darf man bezweifeln. Insofern
Read More Bloody Chops – sprotzzzzzzz’n splatter … Heute choppen Henrike Heiland (HH) P.D. James’ „Der Tod kommt nach Pemberley“, Anna Veronica Wutschel (WUT) Keigo Higashinos „Verdächtige Geliebte“ und Joachim Feldmann (JF) „Kalt geht der Wind“ von Welter/Gantenberg. Wozu? (HH) Es gibt ja einen Grund, warum Liebesgeschichten mit der Hochzeit enden. Danach wird’s nämlich arg fad. Das mag im richtigen Leben auch so sein, literarisch jedenfalls teilte P.D. James diese Überzeugung und gab den Protagonisten von Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ einen Mordfall zum Rumspielen. England, 1803. Ein großes Anwesen wie aus einer
Read More Trailer im Kino sind toll. Deswegen gibt es jetzt auch bei uns die „Filmvorschau“ von Alf Mayer, die diesmal auch eine „Serienvorschau“ ist. Neues von Leonardo DiCaprio, dazu R.I.P.D, Longmire und Dexter. DiCaprio als Travis McGee Dennis Lehane ist dabei, erneut für Leonardo DiCaprio ein Drehbuch zu schreiben. Der Film soll ganz simpel „Travis McGee“ heißen – mit Leonardo in der Hauptrolle. Es handelt sich um die Adaption des Romans „The Deep Blue Good-by“ (dt. als: Tausend blaue Tränen/Abschied in Dunkelblau) von John D. MacDonald aus dem Jahr 1964. Es
Read More Posted On Juni 8, 2013By Die RedaktionIn Crimemag
Interna – Am 26. Mai starb einer der großen Schriftsteller unserer Zeit, Jack Vance. Für unsere heutige Ausgabe hatten wir Ihnen einen Nachruf von Gisbert Haefs, dessen eigenes Werk auf vielfältige Weise dem von Jack Vance verbunden ist, angekündigt. Wenn allerdings ein Nachruf nicht nur Chronistenpflicht sein soll, sondern eine substantielle Würdigung, dann erfordert er Sorgfalt und Arbeit. Deswegen bitten wir noch um eine Woche Geduld. Merci vielmals! Foto: wikimedia commons, Hayford Peirce.
Read More Krimilesungen vom 01.06.2013 bis 15.06.2013 Unser Veranstaltungskalender bietet Ihnen eine feine Auswahl an interessanten Autoren, die sich zurzeit auf Lesereise befinden. Zoë Beck liest im Rahmen des „Festivals der Europäischen Versager“: 07.06.2013 Club der polnischen Versager, Berlin, Beginn 24:00 Uhr Weitere Informationen hier. Mechtild Borrmann stellt ihren Krimi „Der Geiger“ vor: 06.06.2013 Bibliothekszentrum Friedberg, Beginn 20:00 Uhr Für nähere Infos hier entlang. Jürgen Ehlers präsentiert seinen historischen Kriminalroman „Blutrot blüht die Heide“: 06.06.2013 Stadtbücherei Wesel, Beginn 20:00 Uhr Alles Weitere zu dieser Lesung finden Sie
Read More The Hanging of Charlie Birger I will tell you of a bandit in a great midwestern state Who never learned his lesson until it was too late; This man was bold and careless and the leader of his gang His boldness did not save him when the law said, „You must hang.“ This bandit’s name was Birger, he lived at Shady Rest The people learned to fear him throughout the middle west; It was out in old West City, Joe Adams was shot down Then the cry of justice said,
Read More Posted On Juni 1, 2013By Thomas WoertcheIn Crimemag
Der Krimivogt Wenn man mit Jochen Vogt, der seine Mails als „Adjunct Professor of German Studies, Duke University, Durham NC/Professor emeritus, Universität Essen“ signiert, bei einem Glas Rotwein zusammensitzt, gesteht er schon mal, dass er eigentlich immer gerne Journalist geworden wäre. Auf seine alten Tage hat er dann doch die Kontakte zur WAZ aktiviert und schreibt dort skeptisch, amüsiert, liebevoll über das Genre. „Krimi kann alles“ – davon war er seit den Tagen fest überzeugt, als er, noch ein junger Forscher, den Eilzug Göttingen-Adelebsen-Essen immer mit einem Krimi als Begleitung
Read More Posted On Juni 1, 2013By Die RedaktionIn Crimemag
Liebes CrimeMag-Publikum, Prof. Dr. Jochen Vogt, der mit seiner Sammlung „Der Kriminalroman“ 1971 die akademischen Tore aufgebrochen und seitdem als Literaturwissenschaftler, Kritiker und „Impresario“ unendlich viel für das Genre bewegt hat, ist am 27. Mai 70 Jahre alt geworden. Tobias Gohlis und Thomas Wörtche gratulieren. Carlos schmollt. Zum fünften Mal geht es mit Alf Mayer auf Sauftour – dabei u. a. Charles Willeford, Chester Himes, Patricia Highsmith und Georges Simenon. Hick! Freudig begrüßen wir Robert Schekulin („Roberts KrimiTipps“ gehörten jahrzehntelang zu den wichtigsten Kolumnen unseres Gewerbes) bei CrimeMag – er
Read More Carlos schmollt! Ich habe ja versprochen, diese Woche etwas über neue Handreichungen für Krimischreibende zu erzählen. Die Brechschale steht bereit, aber zuvor muss ich auf eine Auswertung meiner Beiträge kommen: Wie schon einmal, stellte ich erneut fest: Je weniger Text, desto mehr Likes. Ich habe verstanden. Bis nächste Woche! Carlo Schäfer Mehr von Carlo gibt es hier.
Read More