Flotte Texte für zwischendurch Mit seinem Erzählband „Triumphgemüse“ und seinem Debut-Roman „Müller haut uns raus“ hat Jochen Schmidt sich in der vordersten Riege der jungen deutschen Erzähltalente festgesetzt – lässig, selbstironisch und immer ein Spur melancholisch nimmt die (Ost-) Berliner Schnauze die Schwierigkeit des Erwachsenwerdens und -Seins in einer Welt vor und nach der Wende atmosphärisch dicht ins Visier. Als dritten Streich legt Jochen Schmidt nun ganz unbescheiden schon „Seine großen Erfolge“ vor. Der 33jährige, der in Berlin auch die legendäre Lesebühne „Chaussee der Enthusiasten“ mit begründete und mit betreibt,
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Auf der anderen Seite der Wirklichkeit Stellen Sie sich vor, eines Tages begännen die Buchstaben und die Wörter nach und nach zu verschwinden und mit ihnen die Dinge, die sie bezeichnen – so dass man mit einem Löffel ohne L kaum noch essen, an einem Tisch ohne T schon gar nicht mehr sitzen könnte… Juan José Millás hat diese fantastische Vorstellung in „Die alphabetische Ordnung“ zum Ausgangspunkt einer amüsanten Kreuzfahrt zwischen Traum und Realität gemacht. So als stülpe man einen Strumpf um, so ist sein Protagonist Julio als Kind in
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Auf den Spuren der Boheme „Der einzige, der wahre Souverän von Paris ist der Spaziergänger, der Flaneur“ – ganz nach dieser Devise von André Bazin erkundet Georg Stefan Troller in seinen literarischen Streifzügen die mythenreiche Stadt an der Seine und spürt vom Quartier Latin über den Montparnasse bis zum Montmartre den Dichtern und Bohemiens vergangener Tage nach. Die Schlüsselfigur der Pariser Boheme war zweifellos Charles Baudelaire, der um 1850 den „Klub der Haschischjünger“ begründete, zu dem auch Balzac, Hugo oder Musset gehörten. In seinen Blumen des Bösen gab der ruhelose
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Reise ans Ende der Nacht Seien Sie gewarnt: „Die Stimme der Dunkelheit“ ist eine Reise ans Ende der Nacht, eine schwarze Ausgeburt radikaler Verzweiflung und Verneinung, eine schonungslose Bestandsaufnahme des zur „Ressource“ degradierten Menschen im 21. Jahrhundert – es ist ein Buch, das sich tief in die Erinnerung brennt. Der namenlose Ich-Erzähler von Asko Sahlbergs Debüt ist aus Finnland in eine anonyme schwedische Großstadt gezogen, um hier den alten Bindungen und der „Sklaverei der Zeit zu entkommen.“ Unabhängig von Tages- und Nachtabläufen streift der misanthropische Mitdreißiger ruhelos durch sein Innerstes
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Flower Power in der Tundra Seinen mittlerweile neunten Roman schätzt der amerikanische Erfolgsautor T.C. Boyle selbst als seinen „ersten unkomischen Roman“ ein – und es ist zugleich einer seiner besten! Mit „Drop City“ hat der 55-jährige eine einfühlsame, rauschende Saga über die Flower-Power-Zeit und ihre Utopien vorgelegt – so der Traum von einem „Leben in Frieden und Gelassenheit, ein Leben in Liebe und Meditation und Vertrauen auf das Einfache, keine Verstellung, keine Spielchen, keine Plastikbegierde auf der Jagd nach dem Dollar“. In „Drop City“, einer ländlichen Hippie-Kommune in Kalifornien, wird
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