Hochkultivierter Medienthriller Kommissar Frölich ist das exakte Gegenbild zu all den abgebrühten, zynischen und machohaften „Bullen“, „Cop“ oder „Privatschnüfflern“ aus der einschlägigen Literatur- und Filmgeschichte. Statt Fast food, Whisky und Bier bevorzugt er einen 95er Ermitage und mediterrane Küche, statt Comics oder Bild-Zeitung liest er Montaigne und Shakespeare und zur Krönung liebt er statt üppiger Blondinen auch noch den Schauspieler Wolfgang Deus. Doch genau wie seine ansonsten so gegensätzlichen Kollegen ist der Berliner Gourmet und Connaisseur eine excellente Spürnase, die ihre Fälle „nicht am Schreibtisch im Büro, sondern eher beim
Read More
Pop goes Mainstream In einem kleinen, aber ebenso prägnanten wie stichhaltigen Büchlein richtet Thomas Ernst nun seinen kritischen Blick auf das Phänomen der Pop-Literatur und stellt ihre Ursprünge dar. Seit gut fünf Jahren boomt die junge deutsche Literatur gewaltig – nicht zuletzt auch deshalb, weil viele Bücher unter dem „Pop“-Label vermarktet werden und einige ihrer Autoren wie Benjamin von Stuckrad-Barre, Alexa Henning von Lange oder Benjamin Lebert im Wirbel der Medien in den Himmel der „Popstars“ empor getragen wurden. In einem kleinen, aber ebenso prägnanten wie stichhaltigen Büchlein richtet Thomas
Read More
Fast eine Offenbarung John Griesemer ist mit seinem Roman „Rausch“ der Shootingstar der amerikanischen Literatur und wird schon in einem Atemzug mit Autoren wie Jonathan Franzen, Jeffrey Eugenides oder auch Don DeLillo genannt. Bei allem vorauseilenden Ruhm und sich überschlagenden Lobesworten erweist sich der 1947 in New York geborene Autor bei seiner Lesung in Osnabrück als ein auf den ersten Blick sympathischer Mensch – mit seinem jungenhaft-verschmitzten Lächeln, seinem legeren Outfit und quicklebendigen Augen wirkt er wie „der nette Kerl von nebenan“. Voller Respekt zeigt er sich geehrt zusammen mit
Read More
Die Authentizität des Augenblicks Marcel Proust und die Fotografien von Paul Nadar, das ist zunächst einmal kein irgendwie theoriegeladenes Terrain, sondern eine pragmatische Angelegenheit. Wir wissen, dass Proust in seinem literarischen Werk unendlich viele Zeitgenossen und Zeitgenossinnen im wahrsten Sinn des Wortes verarbeitet hat. Überblendet, porträtiert, verschleiert, verschlüsselt, verfremdet und dies alles stets mit einem harten Kern an Referenz zu den realen Personen. Als William Howard Adams in den 80er Jahren an das Fotoarchiv von Nadar fils herankam, fand er dort bekanntlich eine riesige Galerie Proustscher „Vorlagen“, die ganze Pariser
Read More
Momentaufnahmen von europäischem Alltag aus einer anderen Zeit Geglückte Kombination von schön gemachtem Buch mit ebenso schönem Inhalt. Manchmal gibt es sie ja noch: Die geglückte Kombination von schön gemachten Büchern mit ebenso schönem Inhalt. Ihre Reise-Feuilletons über die vier Komponisten (Händel, Mozart, Mendelssohn Bartholdy und Berlioz) und ihr jeweiliges Italien hat Alexandra Kardinar gleich noch selbst mit liebevoll-eleganten Zeichnungen – meist von Alltagsgegenständen und Instrumenten des 18. und 19. Jahrhunderts – illustriert und in ein bemerkenswert luftiges Layout gekleidet. Papierqualität, Bindung, Satz & Schrift atmen ebenfalls den Geist eines
Read More