Posted On März 28, 2004 By In Kolumnen und Themen

Der Fall Soprano

Himmelsakrafixnochamal Sie kennen das: Man schubst eine alte Frau die Treppe runter und gröhlt dann: „Eyy, was rennste denn auch so, Oma!“ Genau das macht das hochverehrte ZDF mit einer der intelligentesten, witzigsten, erfreulichsten, mit der schlicht besten Fernsehserie der letzten Jahre: Mit der wunderbaren Familien-Soap „Die Sopranos“. Natürlich bekommt man keine Quote, wenn man die Zuschauer jeden Samstag abend mit der bangen Frage terrorisiert, wann senden sie, senden sie jetzt überhaupt oder doch wieder nicht? Seit ein paar Wochen wird diese Folter noch getoppt: Zwischen Sportstudio und den „Sopranos“Read More
Thomas Wörtche, 11.03.2002 Nichts regt zum Spulen an, alles geht seinen grauen Gang. Jetzt machen sie uns wirklich fertig, jetzt haben sie uns an den Eiern, jetzt langweilen sie uns zu Tode. Korruption in Müllwirtschaft, Rathaus und Parteienlandschaft, ja was denn sonst? Deutsche Soldaten kommen bei Ausübung ihres Berufs ums Leben. Schlimm, aber Teil der Arbeitsplatzbeschreibung. Kanzler gegen Stoiber, nu, business as usual. Peter Handke ist doch ein großer Dichter und das mit den Serben, war da was? Wir leben schließlich in einer Alzheimer-Kultur. Der FC Bayern holt auf. HatRead More
Thomas Wörtche, 29.04.2002 Ist Ihnen das auch schon aufgefallen? Immer wenn ich durch die Kanäle zappe, schleppen aufgekratzte junge Menschen lange Klopapier-Bahnen hinter sich her oder ein alberner Bär macht alberne Verrenkungen, die auch wieder irgendwie mit Klopapier zu tun haben. Irgendwie habe ich das Gefühl, zunehmend in einer Gesellschaft zu leben, deren drängendstes Problem die Diarrhöe ist. Oder der Analzwang. Auf jeden Fall muss so eine Marketingoffensive, die Spurenbeseitigung und Analhygiene als fun & frolic inszeniert, irgendeinen besonderen Haken in der Realität haben: Entweder hat dieses Volk die HosenRead More
Thomas Wörtche, 20.05.2002 Wir wollen nette Dackel nicht beleidigen und bedenklich in Falten gelegte Stirnen nicht als dackelfaltig beschimpfen. Bedenklich in Falten gelegte Stirnen, gerade wenn multimedial zu betrachten, sind recht eigentlich der Ausdruck einer gewissen Offenhosigkeit. Denn ein Benehmen wie eine offene Hose legen diejenigen Herrschaften an den Tag, die die Intelligenz des pp.Publikums so geringschätzen, wie sie es offenkundig tun. Wobei man tunlichst zur Anstrengung der Klassifikation greifen sollte, um nicht gefühlte Offenhosigheit, profitorientierte Offenhosigkeit und tückische Offenhosigkeit zu vermischen. Selbst beim Pöbeln wollen wir schließlich Minimalstandards einhalten.Read More
Eine Kolumne von Thomas Wörtche – In „Far Side of the World“, dem zehnten Teil von Patrick O`Brians grandioser Seefahrer-Saga, segelt die Fregatte „Surprise“ endlos durch den Pazifik, immer am Äquator entlang, von der Westküste Südamerikas zu den Marquesas. Es blasen milde Winde, die See ist spiegelglatt, die Mannschaft hat nicht allzu viel zu tun. Mr. Mowett, der tüchtige Erste Offizier des Schiffes, nutzt die Zeit, um Homers Ilias zu lesen; jeden Tag ein Gesang. Ich kann deswegen auf Mr. Mowett neidisch sein, weil ich zu Patrick O`Brian nur nachtsRead More