Posted On Januar 17, 2005 By In Litmag

Schickeria, Schein und Scheine

Anläßlich des Todes von Rudolf Moshammer Rudolf Moshammer sei, so hieß es in fast allen Nachrufen unmittelbar nach der Meldung von seiner Ermordung, einer der schillerndsten Figuren der ‚Münchener Schickeria‘ gewesen. Keine Frage, schillernd war er gewiss und er gehörte zu München, wie der Süße Senf zur Weißwurst. Aber wer oder was war denn nun noch einmal die „Schickeria“? Aus traurigem aktuellen Anlaß seien den Älteren noch einmal zur Erinnerung, den Jüngeren zur Erklärung die phänomenalen Besonderheiten der ‚Schickeria‘ aufgezählt. Jeder weiß, wer dazu gehört. Wo sie sich trifft, istRead More

Posted On Januar 5, 2005 By In Bücher, Litmag

Georg M. Oswald: Im Himmel

Eine Hochzeit und ein Todesfall In seinem zweiten Roman stellt Georg M. Oswald mit wunderbarer Ironie die Welt der Schönen und Reichen bloß. Mit „Alles was zählt“, einer Kriminalgeschichte um Macht, Geld und Erfolg, ist ihm der große Durchbruch gelungen, auch international: Übersetzungen in zwölf Sprachen sind für einen jungen deutschen Autor schon ein beachtlicher Erfolg. Nun also „Im Himmel“ – schon der Titel kann in vielerlei Richtungen gedeutet werden. Ist er eine Anspielung auf die nur scheinbar sorgenfreie Schicki-Micki-Welt, aus der heraus der Ich-Erzähler berichtet, oder ist der siebteRead More

Posted On Januar 1, 2005 By In Bücher, Litmag

Pierre Mérot: Säugetiere

Schon wieder ein neuer Houellebecq? Eine Frage, die in Frankreich immer dann aufflammt, wenn ein Roman die Skandaltrommel rührt oder einen gnadenlosen Blick auf die Grausamkeiten der Gesellschaft wirft. Doch Pierre Mérots "Säugetiere" - komisches Porträt eines Familienversagers und bitterböse Gesellschaftssatire - überzeugt bei aller Vergleichbarkeit durch seine Eigenständigkeit. Von Markus KuhnRead More
Jean-Philippe Toussaints "Sich lieben" ist ein Juwel melancholischer Schönheit. Wehmütige Poesie, die stille Bilder zum Sprechen bringt. Von Markus KuhnRead More
Ihr Sound klingt nach Lifestyle und Pop, ihre Weltsicht ist pessimistisch bis verstörend, ihre gewalttätigen Phantasmagorien brachten ihr den Ruf einer an Tarantino geschulten Splatter-Königin ein. Trotzdem will Sibylle Berg nichts weiter, als über Menschen schreiben – so wie sie sie sieht, versteht sich. Von Markus KuhnRead More