Borges’ Enkel Bolano ist ein wunderbares Plädoyer für die Kraft der Literatur gelungen und eine Bestandsaufnahme südamerikanischer Verhältnisse über die Literatur hinaus. Viel zu spät für den deutschsprachigen Markt entdeckt wurde der 1953 in Santiago de Chile geborene Roberto Bolano. Es war 1999, als der Verlag AntjeKunstmann erstmals eine deutsche Übersetzung dieses Autors auf den Markt brachte: Die Naziliteratur in Amerika ist eine Sammlung fiktiver Autorenbiographien, ein skurriles Panoptikum zwischen Borges und Perec, mit ebenso spielerischen wie bitteren Seitenhieben auf die politischen Verhältnisse in südamerikanischen Ländern. Es folgten mit Stern
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Banville-Leser finden in dem Roman das, was sie an seinen Büchern schätzen: einen von der ersten bis zur letzten Zeile durchkomponierten Plot, bei dem alles mit allem zusammenhängt und nichts dem Zufall überlassen ist; eine Sprache, die melodiös, poetisch und doch kühl kalkuliert ist; eine Bildhaftigkeit, die in manchmal knappsten Sätzen ganze Assoziationsketten eröffnet. Von Petra Vesper
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Amusing, isn’t it? Mit dem Mord auf ffolkes Manor hat Adair eine glänzende Parodie auf den englischen Kriminalroman in der Tradition von Agatha Christie vorgelegt. Der 1944 in Edinburgh geborene Gilbert Adair ist in vielen Genres zu Hause. So hat er als Übersetzer George Perecs „e“-losen Roman La disparition unter dem Titel A void kongenial ins Englische übertragen. Seine Hommage an den französischen Film, Die Träumer, wurde von Bernardo Bertolucci erfolgreich verfilmt. Immer wieder jedoch zieht es Adair in die Nähe des Kriminalromans. Blindband oder Der Schlüssel zum Turm sind
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Apokalyptischer Multikulti-Cocktail Mit seinem neuen Roman sprengt der 34jährige Gary Shteyngart alle Geschwindigkeits- und Geschmacksgrenzen und jagt seine Leser mit infernalischem Witz durch ein globales Absurdistan. Shteyngarts Protagonist Mischa Vainberg ist ein durch und durch verwöhnter, schrankenloser und psychoanalytisch betreuter „tiefungläubiger Jude“ sowie Sohn des „1238.reichsten Mann Russlands“. Er steht mit seinem unglaublichen Körperumfang in literaturgeschichtlicher Analogie zu Gontscharows „Oblomow“ und bezeichnet sich wie Dostojewski seinen Fürsten Myschkin selbst als „eine Art tumbes Tier.“ Mischa, aufgrund seiner Rap-Begeisterung auch Snack Daddy genannt, hat sein Herz hoffnungslos an Amerika und New
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Spasemach mit Ouzo-Power Fünfzehn Jahre hat es gedauert, bis der Hamburger Autor Frank Schulz nun endlich seine „Hagener Trilogie“ beendet hat. Was 1991 mit Kolks blonde Bräute in einem „Kaff“ bei Hamburg seinen Anfang nahm und 2001 mit dem monumentalen Morbus Fonticuli seine Fortsetzung in Hamburger Spelunken nahm, findet nun seinen krönenden Abschluss unter der Sonne Griechenlands. Hierhin, in das fiktive kleine Örtchen Kouphala, an Odysseus’ Gestade, hat es Bodo Morten verschlagen, jenen tragischen Helden, der in Morbus Fonticuli Opfer seines aufreibenden Doppellebens voll Suff und erotischer Eskapaden wurde. Nach
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