Posted On Dezember 13, 2004By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Große Kunst der Kurzgeschichte Mit seinem wunderbaren und mit Ben Kingsley jüngst verfilmten Roman „Haus aus Sand und Nebel“ hat sich Andre Dubus III auch hierzulande als einer der besten amerikanischen Autoren Gehör verschafft. Nun liefert der Beck-Verlag mit „Der letzte Tanz“ auch die schon zehn Jahre zuvor entstandenen Kurzgeschichten des früheren Barkeepers, Privatdetektivs und Bewährungshelfer nach. Dubus Geschichten sind Geschichten von Außenseitern, Geschundenen und Gescheiterten, es sind Geschichten von den kleinen und großen tragischen Momenten im Leben. Lakonisch und zuweilen auch mit zarter Poesie dringt er dabei in die
Read More „Die Welt ist längst aus den Fugen geraten“ Mit ihrem neuen Roman „Spieltrieb“ ist der erst dreißigjährigen Juli Zeh nach fast einhelliger Meinung der Kritik ein großer Wurf gelungen. Sie beschreibt in ihrem nach „Adler und Engel“ zweiten Roman, wie zwei junge Schüler, die an nichts mehr glauben, ein perfides Spiel mit ihrem Lehrer treiben, das in die Katastrophe zu münden droht. Das Gespräch führte Karsten Herrmann Zur Zeit schreibt die Voll-Juristin und Hundeliebhaberin an ihrer Promotion zum Völkerrecht sowie an einem „Konversationslexikon für Haushunde“. Am Montag, den 29. November, liest
Read More Posted On November 22, 2004By Karsten HerrmannIn Bücher
Skurriler Schnüffler Die Krimis des Züricher Unions-Verlages bieten den Lesern immer wieder die schöne Gelegenheit, Cops, Agenten und Privatdetektive rund um die Welt bei ihren Ermittlungen zu begleiten – vom Bosporus bis Bangkok, vom Zuckerhut über Havanna bis Anchorage. Mit Jaime Bunda aus Angola ist nun ein weiterer schillernder Vertreter dieser Zunft hinzugekommen. Jaime Bunda – man achte auf die natürlich nicht zufällige Klangverwandtschaft mit James Bond – ist ein schwergewichtiger, schildkrötenlangsamer Praktikant bei angolanischen Geheimdienst SIG, er ist ein „Bulle vom Bunker“. Nach dem Mord an einem 14jährigen Mädchen
Read More Arche Noah aus Papier Über den italienischen Intellektuellen und Schriftsteller Claudio Magris, ‚Brückenbauer‘ zwischen der deutschsprachigen und der italienischen Kultur und Literatur. Wer sich mit dem Werk von Claudio Magris beschäftigen will, nähert sich ihm nicht über seine Kommentare zum Zeitgeschehen, auch nicht über die Literatur, ja nicht einmal über sein Lebensthema die ‚Habsburger Literatur‘. Man nähere sich ihm stattdessen vom Meer und den Flüssen her, auf jedem Fall vom Wasser. Seine „Éducation sentimental“, die sich dann in seinem gesamten Werk widerspiegelt, ist durch und durch vom Wasser, den Flüssen,
Read More Posted On November 15, 2004By Karsten HerrmannIn Bücher
Ein Commissario auf der Kippe Wie gewohnt vereinigt Veit Heinichen auch in seinem neuen Triest-Krimi die Spannung mit viel Lokalkolorit und politischen Seitenhieben. Eigentlich scheint für Commissario Proteo Laurenti, dem Protagonisten von Veit Heinichens atmosphärisch dichten Triest-Krimis, alles prima zu laufen: Die Kinder sind aus dem Haus, er wurde zum „Vize-Questore“ befördert, ist mit seiner Frau Laura in ein chickes Haus mit herrlichem Meerblick umgezogen und leistet sich als Bonbon auch noch eine rassige Geliebte. Doch dann schlägt nicht nur das Verbrechen zu… Skrupellose Organhändler-Mafia In seinem dritten Fall hat
Read More Posted On November 15, 2004By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Philosophisches Spiegelkabinett Nach den großen Erfolgen seiner Erzählungen „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Korans“ und „Oskar und die Dame in Rosa“ ist nun mit zehnjähriger Verspätung auch das Debut von Eric-Emmanuel Schmitt auf deutsch erschienen. In „Die Schule der Egoisten“ präsentiert der in diesem Jahr mit dem „Deutschen Bücherpreis“ ausgezeichnete französische Autor uns ein Rätselspiel mit philosophischer Grundierung: Durch Zufall stößt sein Held, ein versponnener Philosophiedoktorand, in der Bibliothéque Nationale auf den exzentrischen Philosophen Gaspar Languenhaert, der im 18. Jahrhundert in den Pariser Salons für Aufsehen sorgte. Er vertrat
Read More Eine ethnologische Satire Was, fragt man sich, kann einen Wissenschaftler, der sich intensiv mit den Gebräuchen der bayrischen Ureinwohner beschäftigt hat – „Tief in Bayern. Eine Ethnographie“ – überhaupt noch schrecken? Die Antwort ist, na klar: Amerika! Der „große Ethnologe“ (Klappentext) R.W.B. McCormack ist eine schillernde Figur: Geboren in Texas, Studium absolviert in Harvard und Heidelberg, Experte auf dem Gebiet der Verwandtschaftsbeziehungen kenyattischer Nomaden und des Schamanismus in polyethnischen Kulturen. Er war Professor für Ethnolinguistik an der Simon Suggs Universität und lebt auf Guam und in München (vermutlich gleichzeitig). Diverse
Read More Posted On November 8, 2004By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Der Schrecken des Nichts Welche Orientierungsmarken und Grenzen gibt es noch in einer Welt, die den „Tod Gottes“ und das Ende der großen Erzählungen zu verkraften hat und in der Recht und Moral durch die universelle Tauschkraft des Geldes ersetzt worden sind? Diese Frage thematisiert Juli Zeh auf packende Art und Weise. In ihrem neuen großen Roman nach dem hochgelobten „Adler und Engel“ stellt sich die erst 30jährige Juli Zeh der „conditione postmoderne“ in all ihren Verwerfungen – von der zermürbenden Wiederkehr des ewig Gleichen bis zum apokalyptischen Gewaltausbruch. Sie
Read More Posted On November 1, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Children of the Revolution Wenn sich Jungautoren literarisch mit den Umbrüchen von 68 befassen, begeben sie sich auf sehr dünnes Eis – Sophie Dannenberg versucht es mit einem satirischen Blick, hinter dem der bittere Ernst lauert. Schon Leander Scholz („Rosenfest“) wurde vom Feuilleton vorgeworfen, nicht berufen zu sein, um Baader und Ensslin zu Romanfiguren zu machen. Die 1971 geborene Sophie Dannenberg geht mit ihrem Debüt „Das bleiche Herz der Revolution“ ein ähnliches Risiko ein, wenn sie zwar die Lebensgeschichte eines Kindes der 68er Generation schildert, sich aber in einer Parallelgeschichte
Read More Posted On Oktober 28, 2004By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Das ‚andere Amerika‘ Studs Terkel, der große alte Mann der amerikanischen ‚Oral history’, führt Gespräche mit Amerikanern über die Hoffnung und den ‚American dream‘. Bist Du für oder gegen Amerika? In regelmäßigen Abständen wird man Politikern, Journalisten und sogar im eigenen Freundeskreis aufgefordert, sich entweder als Freund oder als Gegner Amerikas zu bekennen. Ein ‚Anti-Amerikaner‘ zu sein gehört zu den schlimmsten Vorwürfen, die man sich in der vorherrschenden politischen Kultur Deutschlands gefallen lassen muß. Wer mit den Songs von Pete Seeger und Woody Guthrie im Ohr, mit den Fernsehbildern von
Read More Posted On Oktober 27, 2004By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Von Potsdam nach Palermo Klaus Wagenbach kreuzt wieder durch ‚sein Italien‘. „Ceravamo tanto amati“, wir waren so sehr verliebt, lautete der Titel eines in den siebziger Jahren in Italien sehr erfolgreichen Filmes mit Nino Manfredi. Und um diese Zeit herum entstand auch eine neue Welle von Italien-Begeisterung nördlich der Alpen. Und umso ferner man von Rom, Venedig und Florenz lebte, umso leidenschaftlicher funkte es besonders bei den der ewigen Universitätsquerelen müden Deutschen, ganz besonders den Berliner Intellektuellen. Statt Buletten wollte man endlich ‚una polpettina di carne‘ – was zwar ungefähr
Read More Posted On Oktober 25, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Im Olymp angekommen Wovon der Held in seinem Roman – zu einer Zeit, als er noch eine Heldin ist – träumt, hat der Autor Eugenides bereits erreicht: ein wahrhaft phänomenales Buch. Geschrieben mit einer einzigartigen Dreifaltigkeit aus Hirn, Herz und Humor. Als routinierter Leser glaubt man allzu leicht, den Überblick über den Buchmarkt behalten zu können und Autoren, die einen beeindruckt haben, nicht aus den Augen zu verlieren. Doch wenn sich ein Schriftsteller allzu viel Zeit mit seinem zweiten Buch lässt, kann es durchaus passieren, dass man ihn schon nicht
Read More Posted On Oktober 21, 2004By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, Lyrik
Die Zärtlichkeit des Nashorns Letzte Gedichte des wenig bekannten deutschen Lyrikers Rainer Malkowski, der kaum beachtet von der Öffentlichkeit vor einem Jahr gestorben ist. So müssen die Cover von Büchern gemacht werden. Was soll ein überdimensionierter Kopf eines Nashorns und dann noch ein scheinbar überhaupt nicht passender Titel „Die Herkunft der Uhr“? Welche Beziehungen bestehen zwischen dem schweren gepanzerten Tier und der Feinmechanik einer Uhr? Und Rainer Malkowski, der Autor, ist ja auch nur wenigen Lyrikkennern ein Begriff. Alles zusammen reizt im besten Sinne zum Aufschlagen des schmalen Bändchens. In
Read More Posted On Oktober 14, 2004By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, Lyrik
Durchs Zahnloch ziehts Über den alten und modernen Lyriker Kurt Marti, einen der letzten noch lebenden und sich in den Gang der Welt noch einmischenden Schüler des großen Theologen Karl Barth, ein Meister der kleinen Form, der klugen Aphorismen und der räsonierenden Betrachtungen über „Gott und die Welt“. Warum eigentlich erwartet man älteren Lyrikern immer beschauliche, konservative Werke und von jungen Autoren immer provokante, moderne Gedichte? Gibt es doch Autoren um die Dreissig, die fürchterlich betuliche, langweilige, mit der Welt zufriedene Gedichte schreiben. Und es gibt ältere Lyriker, die auch
Read More Posted On Oktober 7, 2004By Thomas WoertcheIn Musikmag
Große Piano-Kunst Ist der Pianist Joe Haider ein komischer Vogel, weil er sich seit Jahrzehnten keinen Deut um Moden und Trends, Entwicklungen und Zeitgeist schert? Weil er seit Jahrzehnten sein Genie pflegt, einfache Melodien in große Piano-Kunst umzusetzen, und sich dabei höchstens um die Qualität seiner Mitmusiker und die der Aufnahme schert? Rhetorische Fragen natürlich. Und immer noch, eben seit Jahrzehnten, freue ich mich auf jede neue Produktion und gerate bei ihm nie in die Routine des „Kennen-wir-doch-schon-lange“. Diesmal hat er sich mit dem Bassisten Giorgos Antoniou und dem Schlagzeuger
Read More Posted On Oktober 4, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Rock gegen Blähungen Kann man über die Liebe zur Musik, zu einer ganz bestimmten Musik überzeugend schreiben? Man kann, und wie – das beweist Navid Kermani in seinem „Buch der von Neil Young Getöteten“. Die neugeborene Tochter des Erzählers leidet unter furchtbaren Bauchkrämpfen – und die Eltern leiden naturgemäß mit. Einem eigenwilligen Impuls folgend legt der Vater, erklärter Neil Young-Fan, eine Platte seines Idols auf. Die ersten Akkorde von „The last Trip to Tulsa“ erklingen, und weil das Geschrei der Tochter das Intro übertönt, dreht der Erzähler den Lautstärkeregler auf.
Read More Posted On Oktober 4, 2004By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Hommage an Brooklyn Brooklyn ist nicht erst seit Selbys „Last Exit to Brooklyn“ eine literarische Legende – umwabert von unzähligen Ghetto-, Gangsta- oder (Off-) Kunst-Legenden ist er einer der bis heute quirligsten und authentischsten New Yorker Stadtteile geblieben. Mit „Die Festung der Einsamkeit“ legt Jonathan Lethem nun eine fast siebhundertseitige, facettenreiche Hommage an diesen 2 1/2-Millionen-Moloch vor. Neben dem eigentlichen Protagonisten Brooklyn spielt Dylan Ebdus eine zentrale Hauptrolle in diesem Roman. Fünf Jahre alt ist er, als er in den späten Sechzigern mit seiner kettenrauchenden Hippie-Mutter und seinem verschrobenen Künstlervater
Read More Posted On September 29, 2004By Thomas WoertcheIn Musikmag
Extrem kreativer Umgang mit Tradition Marsalis´ voller, warmer Tenorsound kost die Harmonien, abseits von Kitsch und Klischee. Man muss puristische Veranstaltungen nicht immer nur auf ideologische Implikationen abklopfen. Im Fall von Wynton Marsalis war und ist man schon eher versucht, das zu tun. Aber seit Bruder Branford 1984 mit „Scenes in the City“ debütierte, hatte ich bei ihm seltsamerweise nie ein solches Bedürfnis – auch wenn er noch so sehr unter die technisch perfekten, aber ausdruckslosen young lions gerechnet wurde. Zwanzig Jahre später, tempus fugit, bin ich immer noch und
Read More Posted On September 27, 2004By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Süffige Virtuosität Chang-rae Lee zeichnet in seinem neuen Roman „Turbulenzen“ mit leichter Hand eine multi-kulturelle Familiengeschichte. „Von hier oben, achthundert Meter über der Erde, sieht eigentlich alles ganz perfekt aus“ – wenn Jerry Battle mit seiner Propellermaschine „Donnie“ über Long Island schwebt, löst sich der übliche Alltagswust aus kleinen und großen Katastrophen, nervigen Routinen und verzwickten Beziehungen zu einer wunderbaren Klarheit und Leichtigkeit auf. Jerry Battle ist der Ich-Erzähler von Chang-rae Lees neuen Roman „Turbulenzen“. Mit seinen knapp 60 Jahren könnte Jerry, der seine Gartengestaltungsfirma schon an seinen Sohn Jack
Read More Posted On September 16, 2004By Thomas WoertcheIn Musikmag
Ein leicht unangenehmes Pathos des eminent Bedeutsamen Patricia Barber ist, das kann man hier schön hören, eine sehr eigenwillige, sehr prägnante Pianistin und hat an dieser Rolle hörbar großen Spaß. Wenn Patricia Barber so weitermacht, dann wird sie bald zum Durs Grünbein des Songwriter-Gewerbes. Zumindest befürchte ich das, wenn ich die Drohung lese, sie arbeite gerade Ovids Metamorphosen zu Songs um. Jooh …. Bis es so weit ist, gibt es Live-Aufnahmen von drei Stationen ihrer Frankreich-Tournee im März und April dieses Jahres, zusammen mit Neal Alger an der Gitarre, Michael
Read More Posted On September 12, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Dark Angel im Millionenspiel Wieder mal steht Berlin im Mittelpunkt eines jungen deutschen Romans. Doch das Berlin in Nadja Sennewalds zweitem Roman (nach „schöner_wohnen.doc“) hat nicht viel zu tun mit der Party-Hauptstadt so mancher Jungliteraten. Sennewald führt uns in das Berlin einer vielleicht gar nicht so fernen Zukunft. Die Stadt ist unterteilt in Sektoren, die von privaten Wachdiensten kontrolliert werden – aus Geldmangel hat die Stadt alle wichtigen Plätze privatisiert. Die Helden des Romans sind jugendliche Underdogs, die sich mit kleinen Jobs durchs Leben schlagen und plötzlich die Chance ihres
Read More Posted On September 12, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Furios und fulminant Endlich in neuer Roman des Kultautors Matt Ruff. In „Ich und die anderen“ wird durch eine simple Zweierkonstellation ein ganzer Kosmos skurriler Geschichten aufgerissen. Denn die beiden Hauptfiguren sind multiple Persönlichkeiten und man weiß nie, mit wem man es gerade zu tun hat. Dass universitäre Abschlussarbeiten dröge Lektüre bieten, ist kein zwingendes Kriterium. Als ein junger Student Ende der Achtziger als Abschlussarbeit im Englischseminar einen Roman einreicht, hat dies gleich zwei weitreichende Konsequenzen: 1. Die maximale Länge solcher Arbeiten wird an der Universität von XXX fortan auf
Read More Posted On September 10, 2004By Thomas WoertcheIn Musikmag
Hochreflektierte Musik im leichten, vergnüglichen Bereich Um abenteuerlichen Interpretationen gleich das Wasser abzugraben: Ja, „Gypsy Schaeffer“ war eines von Jelly Roll Mortons Lieblings-Hangouts in New Orleans, und dieses Gypsy Schaeffer hier ist ein Quartett aus Boston und gleichzeitig dessen erste CD. Das Quartett besteht aus Saxophonisten Andy Voelker, dem Bassisten Edward Perez, dem Schlagzeuger Chris Punis und last but nt least aus dem Posaunisten Joel Yennior, der uns schon in der Formation von Fellipe Salles sehr positiv aufgefallen ist. Weil er, wie auch hier schön zu hören ist, erstens ein
Read More Posted On September 10, 2004By Thomas WoertcheIn Musikmag
Lateinamerikanische Musik klischeefrei Bei aller erfreulichen Begeisterung für lateinamerikanische Musik, die bei uns nun schon erklecklich lange anhält – manchmal könnte man den Eindruck haben, von Feuerland bis zur Baja würde non stop Salsa gespielt und Son. Fröhlich, flockig, uptempo. Falsch! Das dachte sich auch der mit lateinamerikanischer Musik nun wahrlich bewanderte Charlie Haden und präsentiert mit „Land of the Sun“ eine CD, die drei große zeitgenössische mexikanische Komponisten vorstellt: Agustín Lara del Pino, Armando Manzanero und – mit der Mehrzahl der Tracks – den 1995 gestorbenen José Sabre Marroquín.
Read More Posted On September 5, 2004By Carl Wilhelm MackeIn Litmag
Gift der Gewöhnung Tag für Tag werden überall auf der Welt die Menschenrechte verletzt, mit den Füßen getreten, verhöhnt und offen bekämpft. Eine banale Erkenntnis. Sie darf in keiner Sonntagspredigt für alle gutgläubigen Gemeinden fehlen. Man hört schon gar nicht mehr hin, wenn an die hehren Zielen der Menschenrechtskonvention erinnert wird. Amen… Über den stärksten und schmerzhaftesten Angriff auf die Menschenrechte aber schweigt man gerne. Er geschieht lautlos, immer versteckt im Trott des Alltags, immer in unserer unmittelbaren Nähe. Und nicht selten sind wir selber Urheber dieser wirksamsten Missachtung der
Read More Posted On August 29, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Ein Käfig voller Irrer Mit „Krass“ liegt ein Roman vor, der in Sachen Abgedrehtheit der Charaktere und Situationen David Sedaris Konkurrenz machen könnte. Leider verbleibt der Roman Augusten Borroughs zu sehr im Episoden- und Karikaturhaften. Eine angebliche Autobiographie, ein schwuler Ich-Erzähler, jede Menge abgedrehter Charaktere und absonderliche Erlebnisse – nein, es ist nicht die Rede von David Sedaris‘ „Nackt“, auch wenn der deutsche Titel von „Running with scissors“ lautmalerisch dessen Nähe sucht. Und das ist gar nicht mal so dumm, denn Sedaris-Fans werden an Augusten Burroughs‘ Roman ihre helle Freude haben.
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