...heißt die neue Kolumne am Samstag, die sich in unregelmäßiger Folge glossierend mit den materiellen Bedingungen von Kriminalliteratur befasst – also mit Markt, Multiplikatoren, Machinationen und anderen profanen Dingen. Von Thomas Wörtche
Read More Moralische Unordnung ist ein persönliches Buch: keine Autobiographie im eigentlichen Sinne, eher der Versuch, Erinnerungsfragmente vor dem Vergessen zu bewahren.
Von Petra Vesper
Read More Ob erotische Inszenierungen, Dirty-Talk oder Penis-Beschaffenheit: Diese Frau redet Tacheles. Manchem Mann mögen da die Ohren klingeln – doch spätestens seit Sex and the City sollten die Herren der Schöpfung eigentlich wissen, dass Sex nicht nur ein Thema ist, das Männer bewegt. Von Petra Vesper
Read More Exquisite Augenlust, visuelles Tai-chi: Das Frankfurter Städel Museum zeigt Kostbarkeiten aus der Blütezeit des Stilllebens. Von Gisela Trahms
Read More In Thomas Raabs zweitem, gelungenen Roman ermittelt der behäbige Restaurator Willibald Adrian Metzger in der Fußballszene, wo es am Ende freilich weniger um Sport und Gesinnung, denn ums Geschäft geht.
Von Frank Rumpel
Read More Die Fahrt ist ein nicht nur wegen seiner zahllosen Orts- und Personenwechsel ungeheuer vielschichtiger Roman – vielleicht sogar Sibylle Bergs bislang reifster.Von Frank Schorneck
Read More In Budd Schulbergs Hollywood-Roman Was treibt Sammy an? verharrt die Kritik der Filmindustrie an der Oberfläche. Von Jörg Auberg
Read More In seinem Debütroman "Widerstand" erzählt Jo Stretch auf furios-provokante Weise von einem Zeitalter, in dem die Liebe ausgemustert und die Lust zum einzigen Lebenselixier mutiert ist.
Von Karsten Herrmann
Read More Nackt, ohne Wasser Thierry Jonquet webt ein bedrohliches, alptraumhaftes Netz, in dem sich die präzise gezeichneten Figuren nach und nach verfangen. Von Claus Kerkhoff Thierry Jonquet ist hierzulande beinahe unbekannt. In Frankreich gehört er zu den großen Kriminalautoren. Seit 1982 veröffentlichte er über 15 Kriminalromane, von denen mehrere ausgezeichnet wurden. So hat er bereits zweimal (1994 für Les Orpailleurs, dt. Die Goldgräber – und 1999 für Moloch) den renommierten Prix Mystère de la critique erhalten. Jetzt ist gerade der 1984 entstandene Roman Mygale unter dem deutschen Titel Die Haut, in
Read More In seinem satirischen Roman Cocksure nimmt Mordecai Richler den Konformismus der Swinging Sixties ins Visier. Von Jörg Auberg
Read More Zeige- und redefreudig „Feuchtgebiete“ ist ein äußerst gelungenes und abseits des Ekel-Hypes, der darum getrieben wird, überzeugendes Debüt. Von Tina Manske. Die junge Helen Memel hat sich bei einer missglückten Analrasur eine schmerzhafte Analfissur zugezogen und muss nun operiert werden. Danach liegt sie als Schmerzensmädchen mit viel Watte und Mull im Hintern im Krankenhausbett und hat genug Zeit, sich über den ihrer Meinung nach nicht existierenden Gott und ihre eigenen sexuellen Erlebnisse Gedanken zu machen sowie über ihre verkorkste Familie. Schon früh merkt man, dass sie bei ihren monologischen Schilderungen
Read More Feinste Kriminalliteratur mit V-Effekt und Bildern – Berlinoir sieht aus wie Berlin. Beinahe wenigstens. In Berlinoir geht es zu wie in Berlin, damals und heute. Beinahe wenigstens. In Berlinoir gibt es Mächtige und Ohmächtige. Beinahe wie im richtigen Leben. Berlinoir ist aber noch viel mehr: Ein grandioser Vampir-Thriller-Polit-und-Serialkiller-Comic, von Reinhard Kleist und Tobias O. Meissner. Von Thomas Wörtche Früher, als im Viktorianismus auch die Neurosen noch in vorbildlicher Ordnung waren, trugen die Vampire die Geschlechtswerkzeuge im Gesicht und ergingen sich in dentaler Doppelpenetration. Das machte sie zu tollen Hechten, damals,
Read More Die brasilianische Autorin Patrícia Melo gehört zu den interessantesten Autorinnen der Kriminalliteratur und insofern von Gegenwartsliteratur. Nicht nur in Brasilien, nicht nur in Südamerika. In Deutschland wird Pátricia Melo hoch geschätzt – und wenig verkauft. Das ist skandalös, kann aber nicht über die wirklichen Relevanzen hinwegtäuschen. Von Doris Wieser
Read More Die Krimibestenliste Juni 2008 dokumentiert es schwarz auf weiß: Deutschlands Krimi-Kritiker lesen nicht gerne Kriminalromane von Frauen. Wie schon so oft stammt auch diesmal nur einer der empfohlenen Romane aus weiblicher Feder.
Read More Posted On Mai 29, 2008By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Plastikbeutel, Stoffreste, Leichen Die Tragödie der Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer. Von C.W. Macke Man kann es natürlich prosaisch formulieren. „Der Strom der Geschichte“, schreibt der Triestiner Schriftsteller Claudio Magris, „schwemmt die kleinen Geschichten der Individuen fort und läßt sie untergehen, die Woge des Vergessens löscht sie aus dem Gedächtnis der Welt; Schreiben bedeutet unter anderem auch, am Ufer entlanggehen, stromaufwärts fahren, schiffbrüchige Existenzen auffischen und Strandgut wiederauffinden, das ich andren Ufern verfangen hat, um es zeitweilig auf einer Arche Noah aus Papier unterzubringen“. Wesentlich nüchterner heißt dagegen am Endes des
Read More Der Tausendprozentige
David Foster Wallace kann eigentlich alles. Aber anders als die meisten Alleskönner kann er alles nicht nur ein bisschen, sondern auch noch ein bisschen besser als alle anderen.
Read More Der Grenzgänger hieß das gelungene Debüt des finnischen Autors Matti Rönkä. Mit Bruderland liegt nun dessen zweiter, wunderbar lakonischer Kriminalroman auf Deutsch vor.Von Frank Rumpel
Read More Gilbert Adairs Fähigkeit ist grandios, eine derart komplex strukturierte und ineinander verzahnte (Kriminal-)Geschichte wie Blindband mit einer solchen Leichtigkeit zu erzählen. Von Frank Schorneck
Read More Anlässlich seines hundertjährigen Bestehens legt rowohlt William Faulkners Roman Licht im August in einer Neuübersetzung vor. Von Jörg Auberg
Read More Elmore Leonhard ist unerreicht in Sachen Tempo, Coolness und Situationskomik.
Read More Der Begriff „Stellenliteratur“ bezeichnet ja eigentlich Werke, die ausschließlich ihrer sexuell expliziten Szenen wegen durchblättert werden. Die Leser von "Stellenliteratur" hangeln sich, Inhalt und Struktur vollkommen missachtend, einzig des Effekts wegen von Stelle zu Stelle; das Drumherum ist ihnen ebenso lästig wie die Handlung bei Pornofilmen.
Read More Spurensuche und Vergangenheitsbewältigung in einem: eine junge Frau will wissen, wer ihr wahrer Vater ist, sucht ihre Mutter und kommt am Ende bei sich selbst an. Die amerikanische Jungschriftstellerin Vendela Vida hat einen schönen, traurigen Roman geschrieben. Von Senta Wagner
Read More Auch dieser Justizroman bezieht seine wirkliche Spannung nicht so sehr aus der Eloquenz und dem Charisma eines Verteidigers, sondern aus einem philosophischen Problem: Der Differenz von Recht und Gerechtigkeit. Von Hans Richard Brittnacher
Read More Seit seiner ersten großen Veröffentlichung, also seit den Tales of Error (1989), gehört der Zürcher Thomas Ott zu den ganz Großen der graphic novel. Von Thomas Wörtche
Read More Posted On April 28, 2008By Joerg von BilavskyIn Bücher, Litmag
Charismatischer Chaot Stefan Wimmer schreibt süffisante Episoden aus dem Leben des Tunichtguts Ingo Falkenhorst. Wer sich bei dieser Lektüre nicht amüsiert, ist entweder strenger Antialkoholiker oder radikale Feministin. Nein, das würde ihm ganz und gar nicht gefallen. Das jüngst erlassene Rauchverbot in Mexiko Citys Cantinas. Ingo Falkenhorst würde seine Tequilas im „Tiburcia“ oder im „Centenario“ nie ohne Glimmstängel runterkippen. Lieber nähme er die für besonders hartnäckige Qualmer angedrohte Strafe von 36 Stunden Gefängnis in Kauf. Das wäre allemal erträglicher, als das, was er während seiner Trips in der mexikanischen Metropole
Read More Was ist das denn? Katalanischer postmoderner Unfug, die neue Offenbarung des Kriminalromans, ein fahler Scherz oder ein nettes Lektürevergnügen von fast 600 Seiten? „Im Namen des Schweins“ heißt das dickleibige Teil, stammt von Pablo Tusset und ist vornehmlich sehr eigen. Von Thomas Wörtche
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