Posted On 2. April 2017 By In Litmag, News, Special ESSAY Special, Specials With 913 Views

Claudia Reiche (lyrisches Essay)

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Claudia Reiche ist Künstlerin und Medienwissenschaftlerin, die probiert mit Theorie Kunst zu machen und mit Kunst Theorie. Sie arbeitet über Kulturen des Digitalen und deren epistemologische, ästhetische und politische Effekte. Sie ist in mehreren weiblichen und queeren Projekten engagiert, die die Grenzverläufe von Kunst und Wissenschaften verzeichnen. Auf THEALIT findet man mehr zu Reiche.

 

 

FUNNYSORRYANGRYANONYMOUS. Clowns

Variante eines Manifests

1green_bay_clown

 

 
[1]
 

[2]

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

 

 

 

 

 

 

 

Walter Benjamin schrieb: „der wahre Völkerfriede werde einst in einem großen Zirkus besiegelt werden.“[3] Bisher ist dies bekanntlich nicht geschehen, das Publikum ist dem Zirkus gegenüber sogar überheblich und misstrauisch geworden. Wilde Tiere werden ihm mehr und mehr entrissen– in gläsernen Zoos stattdessen zur Zucht gezwungen – und vor geschminkten Clowns fürchten sich heute schon die Kleinsten, den Aliens von nebenan.

Niemals genug
Vorsicht, heißt es.
Sicherheit und Spaß.

Wo einst Clownerie entstand,
auf der Straße,

ist der Applaus ein anderer geworden.
Vielleicht wird noch hier und da
ein Stuhl weggezogen.
Doch statt für geschicktes Fallen
mit kleinen Spenden bedacht zu werden,
riskieren Zerlumpte und Geschminkte,
auf der Höhe ihrer Kunst

derzeit

von Schlägern
totgeklatscht zu werden.

Weltweite Übertragung.
Free!
Man führt in kleinen, bunten
Glasmanegen
füreinander auf,
was Reality schafft.
Disaster Capitalism.

Auch damit lässt sich Geld verdienen.

4Full_Moon_Luc_Viatour

 

 

 

 

[4][5]

3verandascaryclown

 

 

 

„A clown is funny in the circus ring.
But what would be the normal reaction
to opening a door at midnight,
and finding the same clown
standing there in the moonlight?“[6]
Eine nächtliche Übung in Erkenntnis wäre dies,
(Au clair de la lune[7])
dem normalen
Schißhasen
und seiner Reaktion parierend:
Clown kommt von clod, Erdklumpen.
Seltsam lebendig.

„An das Problem des Komischen selbst wagen wir uns nur mit Bangen heran.“[8]
Jede Zeit hat die Clowns, die sie verdient.[9]
Machen wir die Zeit, dass sie uns verdient!
Ha!
Clowns. Nur Mut!
Alle raus, der Zirkus brennt!
Sowieso.
Die Zähne klappern schrecklich,
denn die Brandstifter haben sich schon als Clowns maskiert.
Terror ohne Revolution,
das ist die Blutspur der Gegenwart.
„Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden“[10]
und das Verworfene kehrt im Realen wieder
– amen, over and out –
immer an derselben Stelle.[11]

„Jeder Mensch stirbt täglich um 24 Stunden ab.
Man sieht aber keinem Menschen genau an,
wieviel Tage er bereits verstorben ist.“[12]
So, es wäre Freiheit nach Karl Marx
zwischen Sein und Schein
in infinitesimaler Annäherung an ein Unzerstörbares,
schwebendes Datum…

Und der Tod ist
„The Greatest Show on Earth“.[13]

Beim Artisten,
Mutter aller Clowns,
geht die Wette
nicht auf die Vorspiegelung eines Seins,
sondern mit List auf die eines Scheins.
Darin liegt ihr ungeheures Wagnis:
Operation im Unsichtbaren,
geschichtlicher Eingriff,
härteste Arbeit.
Wo anscheinend nur zu hoffen war, geschickt eine Uhr manipulieren zu können, hat ihre Kunst immer schon die Zeit betroffen.

„‚Dort sind Leute! Denkt Euch, die schlafen nicht!’
‚Und warum denn nicht?’
‚Weil sie nicht müde werden.’
‚Und warum denn nicht?’
‚Weil sie Narren sind.’
‚Werden denn Narren nicht müde?’
‚Wie könnten Narren müde werden?’“[14]

5auriol-vauxhall-gardens[15]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auriol, der französische Wunderclown des so grausam tüchtigen 19. Jahrhunderts – niedlicher Herkules auf kleinen Frauenfüßen, mit den Händen sowie der Stimme eines Kindes, in Sprüngen, Kraft und Äquilibristik unvergleichlich.

„S’il ne vole pas, c’est par coquetterie“,
dass er nicht fliegt, ist reine Ziererei,[16]
dieser Homme Oiseau.
Was ist leichter als der Wind? Auriol, Auriol!

Triumph gegen das Gewohnte und Gewusste, denn „Die Gesetze der Schwerkraft scheinen ihm völlig unbekannt zu sein.“[17] Wohl legt er sie anders aus und katapultiert sich in den Umkreis der Gestirne. Auriol, zerfurchter Stirn, macht das so: mit Salto über 24 Soldaten. Er fliegt und landet fein in Pantoffeln, die er sich bereitgestellt hat. Ein echter Kunstschütze zudem, der Auriol. Gefährlich. Was macht ihn komisch? „Komisch wurden alle seine Produktionen dadurch, dass er jeden Trick mit einem kurzen, quäkenden Schrei begleitete.“[18] Der Vogel! Er lässt für sich die Dichter schreiben:
„‚Plus haut! plus loin! de l’air! du bleu!
Des ailes! des ailes! des ailes!’“[19]
und ruft beflügelt Quäk, als hätte er das weite Blau des Himmels verschluckt. Ei, ei, das tut man doch nicht!
„Ce voyante ailé, comme il est gauche et veule!“[20]
(Der kennt es in- und auswendig, Charles Baudelaire, das komische Pack.)

6Klowns

 

 

 

 

 

 
[21]

 

[22]

6aPunch

 

 

 

 

 

 

 

 

„Nach dem Abgang der Helden kommen die Clowns, hat Marx einmal gesagt.“[23]
Hegel wird dabei mit knappem Salto bewegt:
„Durch die Wiederholung wird das, was im Anfang
nur als zufällig und möglich erschien,
zu einem Wirklichen und Bestätigten.“[24]
Marx’ Hinzufügung, dass es allerdings eine Karikatur sei, in der die Tragödie aller vorausgehenden
„großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen“[25]
sich wiederholte,
stellt dem Bestätigtem ein Bein
und öffnet sich dem Unmöglichen.
Hopp! Da stolpert, was schon im Fallen war.
Kein Geist ohne Geister![26] (und ohne Stürze…)
Wirklich wird
nicht nur das Wiederholte,
sondern zugleich die Wiederholung
als einzige Möglichkeit der Veränderung.
‚Nie wieder Ko-muhhhh-nies-mus?’ plärrt der neueste Clown.
Und noch einmal: „Kommu-nie-muss!“,
damit wir lachen.
Funny bone! „Der Geist ist ein Knochen“[27]
ein Musikantenknochen diesmal.
Tut weh.

„Das Bewusstsein, das Kontinuum der Geschichte aufzusprengen,
ist den revolutionären Klassen
im Augenblick ihrer Aktion eigentümlich.“
Kaum zu glauben, „dass an mehreren Stellen von Paris
unabhängig voneinander und gleichzeitig
nach den Turmuhren geschossen wurde.“[28]
„Marx’ Gespenster“[29] sind auch Abkömmlinge aus Manegen –
Untote ohne Anstand und Hemmung.
Masken auf, uns als Gegenwärtige zu tarnen!
Zumal, wenn die Farce[30]
in erneuter Wendung der Geschichte
wieder ernst gemacht wird,
sind komische Helden
von obszönen Clowns aller Arten,
nicht recht zu unterscheiden.
Clowns lachen nicht über sich,
ebenso wenig wie Helden.
Das tun die anderen.

Wer lachte über die dummen Auguste auf den Barrikaden des Pariser Aufstands von 1832?
Sie hätten, so heißt es, nichts ausrichten können.
Viktor Hugo setzt da einen Schrei – wie Auriol:
„In dieser infernalisch gewordenen Schlacht gab es keine Menschen mehr. […]
Dämonen griffen an und Gespenster leisteten Widerstand. […]
Zuhinterst aus einer der Gruppen rief jemand. […]
‚Bürger, lasst unsere Leichen protestieren.’ […]
Nachdem der Unbekannte […] ausgeredet
und damit einem jeden zugleich aus dem Herzen gesprochen hatte,
entfuhr ihnen allen ein seltsam schrecklicher Schrei der Befriedigung,
Unheil verheißend, doch freudvoll gestimmt:
‚Es lebe der Tod! Wir bleiben alle hier!’ ‚Warum alle?’ […]
‚Alle! Alle!’“[31]

Ein unbekannter Pierrot zeigte einen Trick (nach seiner Guillotinierung auf einer Wanderbühne): „Der Kopf löste sich vom Nacken, ein dicker weiß und roter Kopf, und rollte polternd vor den Souffleurkasten, wobei das blutige Rund des Halses, der durchschnittene Wirbelknochen und alle Einzelheiten eines frisch zum Verkauf zurechtgeschlagenen Fleischstücks zu sehen waren. Alsbald aber, von unwiderstehlicher Diebeslust getrieben, richtete der verkürzte Rumpf sich wieder auf, schnappte siegreich den eigenen Kopf, wie einen Schinken oder eine Flasche Wein, und stopfte ihn […] in seine Tasche.“[32]

Keine Rampe, kein Manegenrund trennt Bühne und Publikum.
Schon nicht mehr da.
Still.
Im technologisch-totalitären Spurt
sind die ältesten philosophischen Fragen
verdoppelt zur Schau gestellt –
in strenger Lächerlichkeit,
allgegenwärtiger Beobachtung gefällig.
Anbiedernd,
automatisch.

Huh, da schlägt im nächtlichen Park
unter der Laterne
ein bunt Maskierter auf den Kopf
eines hingestreckten Opfers ein,
und eine rote Fontäne spritzt heraus.
Cranberrysaft?
Vorsicht Kamera! Vorsicht Cheats:
‚Clown sightings‘,
das Wort für klickende Schocksucher,
‚I hate clowns’,
das Passwort der Stunde.
Dienst am Kunden, personalized.

Es geht um Pranks,
‚This is not a game‘,
so wiederholen sich die Spieler verzweifelt
und zählen die Likes
der bösen Scherze,
ausgeführt in der Maske von Clowns,
in Referenz auf einen Serienkiller beispielsweise,
der sich im Clownskostüm seinen Opfern
zeigte,
heimlich genießend.

In den Swinging Seventies war
ein Mr. Gacy
„Pogo the Clown“:
erfolgreicher Bauunternehmer,
seither im Buch der Rekorde
mit 21 lebenslangen Strafen und 12 Todesstrafen notiert.
Seinen Opfern, Dutzenden junger Männer,
versprach er Jobs
und las ihnen
unter tagelangen Folterungen,
Vergewaltigungen,
Erstickungsspielen
und finaler Strangulation
Bibelverse vor.

Seine Hinrichtung feierte
ein vergnügtes Rudel
vor den Mauern der Vollzugsanstalt:
„Turn that frown
upside down
they have just fried the clown!“[33]
Skandiert
in Clownskostümen,
in doppeltem Echo
mit Ronald, den Fast Food Clown.

Auch die nächtlichen
Angry Clowns
treffen nicht selten auf ihre Meister,
die mit Kamera und Knüppel
schon schräge Vögel jagen gegangen sind.
United they shout: Hate!
(Um Strafe bettelnd.)
Angst.
„Nein, wir gehen nicht raus,“
sagt die Mutter zur Tochter.
Hass, mein Häschen, Hass.

Was ist die Angst der bösen Clowns?
Nicht ihre Opfer,
zu denen sie flüchten:
Ein sad-faced Clown,
der sie
immer schon
erkannt haben würde.
„O mein Papa war eine wunderbare Clown
O mein Papa war eine große Künstler.“[34]
Nur, dass er nicht da ist.
Künstlerpech!
So sorry, Ödipus.
Das traurig geschminkte Gesicht
mit falscher Träne
ist einfach so
nur den Tapfersten erträglich.

7Scary-Clown-EmmettKelly-hoboclown-631.jpg__600x0_q85_upscale Kopie[35]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heruntergekommen und eingebildet,
sind sie,
die raffinierten Idioten,
die sad-faced Clowns.
Ein Kunststück, sich genau dafür
auslachen
zu lassen,
wofür geliebt zu werden sich lohnt.
Volte,
analytisch,
mit Selbsthass und Sentimentalität
geschlagen.
Die Monster, die sie bespaßen
können einem leidtun.
Sie wissen gar nicht,
worüber sie
lachen oder geifern.

„Friends: I am sorry to be the bearer of bad news […]: Donald J. Trump is going to win in November. This wretched, ignorant, dangerous part-time clown and full time sociopath is going to be our next president.“[36]

(Jede Zeit hat die Clowns, die sie verdient.)[37]

„/b/ – Random, The stories and information posted here are artistic works of fiction and falsehood. Only a fool would take anything posted here as fact.“[38]
Das stellt ein bekanntes Messaging Board,
Treffpunkt von Anonymous,
fest:
Nur ein Fool nähme also gewisse Mitteilungen als Fakten.
Oder ein kluger Clown zum Spaß.
Post truth time! Real time!
Shock and awe.[39]

8chaplin_bangalore
[40]
[41]
9vendetta-Maske

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Adolf Hitler fand seinen Clown in Charlie Chaplin,
geboren im gleichen Jahr,
zweifelhafter Herkunft verdächtigt.
Obdachloser ist das deutsche Wort für Tramp.
Verschränkte Gestalten bis hin zur Form des Bartes.
„The Great Dictator“ zeigt
den braven jüdischen Frisör im Schtetl
nicht im Unterschied
zum mörderischen Diktator,
sondern
als dessen verwechselbar Gleiches.
Die Ähnlichkeit ist eine wahre,
verstörende.
Der Frisör
vom Platz des
Kriegführers,
Weltherrschers:
‚Frieden!’ – richtet er das Wort
an die Menge –
und: ‚Demokratie! Liebe!’,
was von der riesigen Versammlung
stürmisch aufgenommen wird –
wie von einem
schwanzwedelndem Tier.

„Dieses kleine jüdische Stehaufmännchen
ist so ekelhaft, wie es langweilig ist“,
hieß es über Chaplin:
ein „ebenso langweiliger wie
widerwärtiger kleiner Zappeljude“[42].
Oder: „Chaplin ist der größte Komiker geworden,
weil er das tiefste Grauen
der Zeitgenossen sich einverleibte.“[43]

„Es gibt nur zwei Professionen,
die von Natur aus Vertraute des Friedens sind,
und gar nicht die, von denen man es denken sollte.
Nicht die sehr zweifelhaften barmherzigen Schwestern
(die schließlich auf den Krieg, nur anders als die Generäle, warten)
noch auch die Pazifisten
(die von Kriegsgefahr, nur anders als die Rüstungslieferanten, leben)
sondern die Mathematiker und die Clowns:
die Meister des abstrakten Denkens
und der abstrakten Physis.
Der Frieden, der von ihren Unterschriften garantiert wäre,
wäre der einzige, dem ich vertrauen würde.“[44]

Die benannten Barmherzigen, Generäle, Pazifisten und Rüstungslieferanten drehen sich miteinander schnell im Kreise – Darf ich bitten? – denn es ist Krieg. Bei Meisterschaft ist neue Konkretion gefragt, und das heißt Command, Control, Communication – gemessen in Reichweite, Präzision und Durchschlagskraft medientechnologischer oder Schusswaffen.

Um zu denken,
lässt die Mathematik
schnelle bunte Muster
der Zukunft
berechnen.
Meinungen wie Wetter,
Börse wie Terror.
Abstrakte Physis und abstraktes Denken
sind miteinander
jongliert vom Algorithmusclown.
Anonyme Daten werden meisterhaft
zu Identitäten konkretisiert:
Konsumenten oder Sicherheitsrisiken.

Unterschriften auf Verträgen über Waffenruhe,
wie sie internationale Bündnisse und Regierungen schließen,
halten kaum mehr bis zu den nächsten News –
stundenweise Wirksamkeit,
zwischen 0 und 1
kalkulierte Wahrscheinlichkeiten,
so oder so
scheiternd,
ob als Unfall oder Absicht getarnt.

Es gilt mit den Worten Walter Benjamins über Mathematiker und Clowns,
(deren Unterschriften auf einem Friedensvertrag allein er trauen würde)
Unmöglichem Entscheidendes zuzutrauen,
keiner Wahrscheinlichkeitswette,
sondern einer unhaltbaren
auf die kommende Revolution.
Clowns. Nur Mut!
Alle raus, der Zirkus brennt!
Sowieso.
Die Zähne klappern schrecklich,
denn die Clowns haben sich neu maskiert.
Die verpasste, unpassende Revolution,
das ist die Blutspur der Gegenwart.
Eine bittere Erkenntnis.
Jedes Manifest ein Clown.

 

[1] An Evil Clown Is Roaming The Streets Of This Town At Night… And It’s Absolutely Terrifying, Über Gags the Clown, Green Bay, Wisconsin, 01.08.2016, boredomtherapy.com/green-bay-clown/, 24.12.2016.

[2] Circus Romano, Nostalgie Circus, Zeltangebot, circus-romano.de/zeltverleih/zeltangebot, 23.12.16.

[3] Walter Benjamin, Ramón Gómez de la Serna, Le cirque. Paris [Simon Kra] 1927, in: Gesammelte Schriften, Bd. III, Kritiken und Rezensionen, Werkausgabe Bd. 8, hg. Rolf Tiedemann, Hermann Schweppenhäuser, Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1980, 70-72, 71, gutenberg.spiegel.de/buch/kritiken-und-rezensionen-1912-1931-2981/26, 1.2.2017.

[4] Marc Wisdom, Creepy Clowns, The Movie, Überwachungskamera Jacksonville Florida, youtube.com/watch?v=XNKZLngDnq4, 23.12.2016.

[5] Der Vollmond, fotografiert in Hamois (Belgien), CC, Luc Viatour, upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/dd/Full_Moon_Luc_Viatour.jpg, 1.2.2017.

[6] Zitat von Lon Chaney, 30er Jahre, in: Mark Dery, The Pyrotechnic Insanitarium: American Culture on the Brink of the Millennium, [Grove Press Books] 1999, 65. Kapitel „Cotton Candy Autopsy, Deconstructing Psycho Killer Clowns“ auf SCRIBD, scribd.com/document/13145154/Deconstructing-Psycho-Killer-Clowns-Chapter-THE-PYROTECHNIC-INSANITARIUM-Mark-Dery, 1.2.2017.

[7] Eine alte Version des französischen Kinderliedes handelt von Pierrot und Harlekin, wobei der Harlekin nächtens Einlass bei Pierrot begehrt, mit recht zweideutigen Absichten. „Au clair de la lune, / Mon ami Pierrot. / Prête-moi ta lume, / Pour écrir’ un mot. / Ma chandell’ est morte, /Je n’ai plus de feu. / Ouvre-moi ta porte, / Pour le Dieu d’Amour.“

[8] Sigmund Freud, Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten [1905], in: Sigmund Freud, Studienausgabe, Bd, IV, Psychologische Schriften, hg. Alexander Mitscherlich, Angela Richards, James Strachey et al., Frankfurt am Main [Fischer] 2000, 176, gutenberg.spiegel.de/buch/der-witz-und-seine-beziehung-zum-unbewussten-933/6, 1.2.2017.

[9] Zur aktuellen und schon wieder veralteten Lage vor Halloween 2016: https://en.wikipedia.org/wiki/2016_clown_sightings#, 1.2.2017, de.wikipedia.org/wiki/Horrorclown-Phänomen, 2.1.2017.

[10] Karl Marx, Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte (1852). Zitiert nach: Karl Marx, Friedrich Engels Werke, Bd. 8, Berlin [Karl Dietz] 1960, 115, mlwerke.de/me/me08/me08_115.htm, 1.2.2017.

[11] „Das Reale wäre hier das, was stets an derselben Stelle wiederkehrt – an der Stelle, wo das Subjekt als denkendes oder besser die res cogitans ihm nicht begegnet.“ Jacques Lacan, Das Seminar, Buch XI, Die vier Grundbegriffe der Psychoanalyse [1964], hg., übers. Norbert Haas, Olten 1978, 56. Vgl. Claudia Reiche, Digitale Körper, geschlechtlicher Raum. Das medizinisch Imaginäre des „Visible Human Project“, Bielefeld 2011, 354 ff.

[12] Karl Marx, Das Kapital, Kritik der politischen Ökonomie, Erster Band, Dritter Abschnitt, in: Karl Marx, Friedrich Engels Werke, Bd. 23, Dietz Verlag, Berlin 1977, 218, mlwerke.de/me/me23/me23_214.htm, 1.2.2017.

[13] In der Formel der Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus.

[14] Franz Kafka, Kinder auf der Landstraße, in: Sämtliche Erzählungen, hg. Paul Raabe, Frankfurt am Main [Fischer Taschenbuch Verlag] 1966, 7–9, 9, textlog.de/3873.html, 1.2.2017.

[15] M. Auriol’s bottle feat, at Vauxhall Gardens, Illustrated London News, 1849, tradescant.blogspot.de/2013/06/pic-of-day-m-auriols-bottle-feat-at.html, 1.2.2017.

[16] Jean Starobinski, Porträt des Künstlers als Gaukler, Drei Essays, übers. Markus Jakob, (zitiert aus: Théophile Gautier, Histoire de l’art dramatique en France depuis 25 ans, Paris 1859), Frankfurt am Main [S. Fischer] 1985, 26.

[17] Ebd. 25.

[18] August Kober, Zirkus Renz, Berlin 1942, 145.

[19] „‚Höher! Weiter! Mehr Luft! Und Bläue! Flügel! Flügel! Flügel!“ (übers. Markus Jakob), Théodore de Banville, Le saut du tremplin, poesie.webnet.fr/lesgrandsclassiques/poemes/theodore_de_banville/le_saut_du_tremplin.html, 1.2.2017.

[20] Charles Baudelaire, L’Albatros. „Dieser geflügelte Reisende, wie ist er linkisch und schlaff!“, zitiert in: Jean Starobinski, Porträt des Künstlers als Gaukler, Drei Essays, übers. Markus Jakob, Frankfurt am Main [S. Fischer] 1985, 73.

[21] Kacophony Klown Sex Klub, Los Angeles 1997, Wild Don Lewis (Foto), in: Mark Dery, The Pyrotechnic Insanitarium: American Culture on the Brink of the Millennium, [Grove Press Books] 1999, 62. Kapitel „Cotton Candy Autopsy, Deconstructing Psycho Killer Clowns“ auf SCRIBD, scribd.com/document/13145154/Deconstructing-Psycho-Killer-Clowns-Chapter-THE-PYROTECHNIC-INSANITARIUM-Mark-Dery, 1.2.2017.

[22] John Payne Collier und George Cruikshank (Illlustration), Punch and Judy: A Short History with the Original Dialogue (1828), zitiert bei: Benjamin Radford, Bad Clowns, [University of New Mexico Press] 2016, 12.

[23] Günter Bose, Erich Brinkmann: Circus, Geschichte und Ästhetik einer niederen Kunst, Berlin [Klaus Wagenbach] 1978, 133.

[24] Georg Friedrich Wilhelm Hegel: Vorlesungen über Philosophie der Geschichte, Frankfurt a.M. 1973 (Werke 12), 380, gutenberg.spiegel.de/buch/-1657/33, 1.2.2017.

[25] Karl Marx, Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte (1852). Zitiert nach: Karl Marx, Friedrich Engels Werke, Bd. 8, Berlin [Karl Dietz] 1960, 115, mlwerke.de/me/me08/me08_115.htm, 1.2.2017.

[26] Slavoj Zizek, Psychoanalyse und Deutscher Idealismus, Frankfurt am Main [Fischer] 1998, 102.

[27] „… , daß die Äußerlichkeit, nicht als Organ, auch nicht als Sprache und Zeichen, sondern als totes Ding die äußere und unmittelbare Wirklichkeit des Geistes sei. […] Wenn sonst vom Geiste gesagt wird, er ist, hat ein Sein, ist ein Ding, eine einzelne Wirklichkeit, so wird damit nicht etwas gemeint, das man sehen oder in die Hand nehmen, stoßen und so fort kann, aber gesagt wird ein solches, und was in Wahrheit gesagt wird, drückt sich hiemit so aus, daß das Sein des Geistes ein Knochen ist.“ Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Phänomenologie des Geistes, Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1970, 259-260, gutenberg.spiegel.de/buch/phanomenologie-des-geistes-1656/38, 1.2.2017.

[28] Walter Benjamin, Über den Begriff der Geschichte, These XV, in: Gesammelte Werke, Bd.1.2, Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1974, 691-704, textlog.de/benjamin-begriff-geschichte.html, 1.2.2017.

[29] Jacques Derrida, Marx’ Gespenster, Der Staat der Schuld, die Trauerarbeit und die neue Internationale, Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1995.

[30] „Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.“ Karl Marx: Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte (1852). Zitiert nach: Karl Marx, Friedrich Engels Werke, Bd. 8, Berlin [Karl Dietz] 1960, 115, mlwerke.de/me/me08/me08_115.htm, 1.2.2017.

[31] Victor Hugo, Les Misérables, zitiert von Jacques Derrida, Marx’ Gespenster, Der Staat der Schuld, die Trauerarbeit und die neue Internationale, Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1995, 136.

[32] Charles Baudelaire, zitiert bei: Jean Starobinski, Porträt des Künstlers als Gaukler, Drei Essays, übers. Markus Jakob, Frankfurt am Main [S. Fischer] 1985, 74.

[33] Peter Murakami, Julia Murakami, Lexikon der Serienmörder, Berlin [Ullstein] 2000, 321.

[34] Aus dem Musical Der schwarze Hecht, uraufgeführt Zürich 1939, Titel verfasst von Paul Burkhard, Jürg Amstein, Erik Charell. songtexte.com/songtext/lys-assia/o-mein-papa-7bdd9e98.html, 23.12.2016, Lili Palmer singt das Lied in: Feuerwerk, DE/CH 1954, Regie Kurt Hoffmann,. youtube.com/watch?v=3Hf-iLEIgbg, 1.2.2017.

[35] „Emmett Kelly, for example, was the most famous of the American ‚hobo’ clowns, the sad-faced men with five o’clock shadows and tattered clothes who never smiled, but who were nonetheless hilarious. Kelly’s ‚Weary Willie‘ was born of actual tragedy: The break-up of his marriage and America’s sinking financial situation in the 1930s.“ in: Linda Rodriguez McRobbie: The History and Psychology of Clowns Being Scary, smithsonianmag.com/arts-culture/the-history-and-psychology-of-clowns-being-scary-20394516/?no-ist, 31.03.2013.

[36] Michael Moore, 5 reasons why Trump will win, michaelmoore.com/trumpwillwin/, 23.10.2016.

[37] Dies lässt sich historisch reflektieren, anhand der Deutungen von Adolf Hitler als Clown, auch als feminin, klein etc.. Vgl. Gordon Beckles, Adolf Hitler – The Clown Who Wants to Play Statesman, in Daily Herald, London, 20.1.1933, ebenfalls in: The Worker, monthly journal of the Associated Workers of Queensland, Brisbane, 15.3.1933, 4, (nla.gov.au/nla.news-title191), trove.nla.gov.au/newspaper/article/71145258, 1.3.2017.

[38] boards.4chan.org/b/, 23.12.2016.

[39] Naomi Klein, The Shock Doctrine, The Rise of Disaster Capitalism, New York 2007.

[40] Filmplakat Bangalore 2014, Foto der Autorin.

[41] Vendetta Maske (nach Guy Fawkes), Erkennungszeichen und Vermummung der Gruppe Anonymous, festtema.dk/v-for-vendetta-maske.html, 23.12.2016.

[42] Johannes von Leers, Juden sehen dich an, (Broschüre) 1933.

[43] Walter Benjamin, Fragmente vermischten Inhalts, „Hitlers herabgeminderte Männlichkeit“, <fr 75>, in: Gesammelte Schriften, Bd. VI, hg. Rolf Tiedemann, Hermann Schweppenhäuser, Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1985, 103, gutenberg.spiegel.de/buch/kurze-prosa-6570/5, 1.2.2017.

[44] Walter Benjamin, Ramón Gómez de la Serna, Le cirque. Paris [Simon Kra] 1927, in: Gesammelte Schriften, Bd. III, Kritiken und Rezensionen, Werkausgabe Bd. 8, hg. Rolf Tiedemann, Hermann Schweppenhäuser, Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1980, 70-72, 71. gutenberg.spiegel.de/buch/kritiken-und-rezensionen-1912-1931-2981/26, 1.2.2017.

 

Für viele Gespräche und den Text-Erstabdruck in unserem
Special ESSAY Special großen Dank an die Autorin.

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