Posted On 15. September 2016 By In Crimemag, Film/Fernsehen With 1504 Views

Film & TV: „The Night Manager” und “Jason Bourne“

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Zeitgenössisches großes Drama: die Hauptfiguren der John le Carré-Verfilmung „The Night Manager“ (BBC-Foto/ The Ink Factory/ Mitch Jenkins)

Auf die Höhe der Zeit gebracht

Anmerkungen zu “The Night Manager” und zu “Jason Bourne” von Alf Mayer

Wer wissen will, warum die BBC den britischen Konservativen solch ein Dorn im Auge ist, bis hin zu ihrer versuchten Abschaffung, der wird bei der John le Carré-Verfilmung von „The Night Manager“ fündig. Wer wissen will, vor welche Zerreißproben ein einigermaßen systemkritischer Hollywood-Thriller seine Macher stellt, der sehe sich „Jason Bourne“ an. Einige Notizen von Alf Mayer zu beiden Filmen.

Meckern ist Mode geworden, die schnelle pseudo-geistige Aneignung einer viel größeren Arbeit und Durchdringungsleistung und ihr Abtun als „ungenügend“, „gefiel mir nicht“, „zu komplex“, wahlweise „unnötige Nebenhandlungen“, „hab ich schon besser gesehen…“, „habe kurz reingeschaut, aber…“ und wie diese mich in ihrer bräsigen, selbstgefälligen Dummheit immer wieder entsetzenden „Diskussionen“ auf Facebook & den Asozialen Medien noch so laufen. Robert Musil nannte das einmal: „Das Vielfache des geistigen Eigengewichts als eine Sache ausgeben, die man einfach in seine Jackentasche stecken kann.“ Oder in den Papierkorb werfen. Ich habe das in den letzten Wochen einige Mal mit „The Night Manager“ erlebt, wo zum Beispiel beklagt wurde, dass da ja Alec Guinness gar nicht dabei sei (tot seit 2000), dass Alfredson das aber besser gemacht habe bei „König, Dame, As, Spion“ (2011, CrimeMag-Besprechung hier).

Drehbuch von einem Shakespeare-Experten

Solche Dummschlauberger, wie sie bei „The Night Manager“ aus dem Büschen krochen, verkennen völlig, dass es hier nicht um Nostalgie, sondern um einen zeitgerechten Ansatz geht, eine Spionage-Geschichte realitätstüchtig und heutig zu erzählen. Sei‘s drum. Der le Carré-Roman von 1993 war sein erster großer Versuch gewesen, den Spionageroman nach dem Ende des Kalten Krieges als in anderen Regionen überlebensfähig und notwendig zu etablieren. Sein Waffenhändler dort belieferte kolumbianische Drogenbarone.

Wer nicht nur hineingezappt sondern richtig zugeschaut hat bei Susanne Biers TV-Adaption, der hat ein Stück Fernsehgeschichte gesehen, an das man sich lange erinnern wird. 2016 verkauft ein amoralischer britischer Waffenhändler Napalm und Nervengas an das syrische Regime, und die britische Regierung schaut weg, hilft dem Monstrum gar. Die TV-Premiere hatte in England acht Millionen Zuschauer, stellte das ITV-Schlachtschiff “Downton Abbey” in den Schatten. Der Weg aber zu der teuersten und erfolgreichsten BBC-Produktion aller Zeiten war lang und steinig, umso bemerkenswerter, dass sich dabei Qualität und Biss, nicht Kompromiss und Gremienhengste durchsetzten. Ich bin versucht, zu sagen: Gut, dass das ZDF nichts zu melden hatte. In 180 Länder ist die TV-Miniserie inzwischen verkauft. Das ZDF zeigte jetzt sie als Dreiteiler, dies keineswegs „zu schnell“ oder „verwirrend geschnitten“ oder „zusammengeschnitten“, wie manche Facedeppen meinten. Die englische BBC-Fassung hat 6 mal 60 Minuten, die internationale Fassung 8 mal 45 Minuten, was jeweils die gleiche Filmlänge ergibt; das ZDF strahlte 3 mal 90 Minuten aus. Was nur um den exorbitant schönen und bösen Vorspann schade war, wo sich Leuchtspur-Munition in ein Perlencollier verwandelt, Bomben in Champagnerperlen, eine Explosionswolke in ein Sektglas, und andere dekadente Spielerein mehr zu sehen sind; ein eleganter Seitenhieb auf die völlig sinnfrei geworden James-Bond-Entrees.

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Der Waffenhändler und sein Nachtmanager: Hugh Laurie und Tom Hiddleston (BBC-Foto/ The Ink Factory/ Mitch Jenkins)

Le Carré hatte die Filmrechte einst an Sydney Pollack verkauft, Robert Towne („Chinatown“) sollte das Drehbuch schreiben, viel Geld wechselte die Besitzer, aber das Projekt landete in irgendwelchen Hollywood-Safes. Irgendwann bot auch Hugh Laurie mit, der nicht nur 177 Mal „Dr. House“ war, sondern auch den formidablen Thriller „Der Waffenhändler“ geschrieben hat. Dann waren da also die BBC und Susanne Bier und Hugh Laurie als Coproduzent mit im Boot.

Das Drehbuch stammt von Theatermann David Farr, der einige Folgen der BBC-Serie „Spooks“ und das Drehbuch zum Thriller „Hanna“ geschrieben hatte. 2013 wurde er von der Filmproduktionsfirma The Ink Factory kontaktiert, Simon and Stephen Cornwell, zwei Söhne von le Carré, haben dort das Sagen. Farrs Bühnenproduktionen für die Royal Shakespeare Company in Stratford-upon Avon, wo die besten Schauspieler Englands auf den Bretter der kleinen Bühne stehen, hatte John le Carré immer bewundert. Ein Hausdarsteller dort ist übrigens David Tennant, statt ihm aber schaffte es seine Kollegin Olivia Colman aus „Broadchurch“ (wo sie DS Ellie Miller war) in den „Night Manager“.

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Glanzrolle: Olivia Colman als entschlossene Ermittlerin Angela Burr (BBC-Foto/ The Ink Factory/ Mitch Jenkins)

Ihre Rolle ist der neu definierte, archimedische Punkt der TV-Version. Im Roman war Burr ein Mann, die (echte) Schwangerschaft der neuen Mrs. Burr als hartnäckiger Ermittlerin wurde so in den neuen Plot integriert, dass sie dem Ende, gut platziert, mehr Wucht gibt. Den „human touch“. Überhaupt finde ich, dass die TV-Erzählung eher den Charakter eines Thrillers von Gerald Seymour hat (CrimeMag-Porträt hier) als den elegischen Ton der le Carré-Romane. Der Kampf und Beharrungswille der eher kleinen Leute in den Spionageapparaten und die Rekrutierung eines Zivilisten, dessen private Motive für das höhere Ganze zielgelenkt, ja missbraucht werden, ist klassischer Seymour (der immer schon die moderneren, härteren Thriller schrieb, wenn man die beiden Autoren nebeneinanderstellt).
Statt Quebec, Zentralamerika und kolumbianischen Drogenbaronen, die vom Waffenhändler Roper ausgestattet werden, sind es nun nahöstliche Kriegsherren und das syrische Regime, das mit Waffen und sogar mit Nervengas beliefert wird, geduldet und gedeckt von der britischen Regierung, die lieber einen Teufel in Kauf nimmt, den sie kennt, als das Machtgefüge im Nahen Osten zu erschüttern. Drehbuchautor David Farr setzte sich durch, das Drama im Arabischen Frühling zu verankern. Das Filmende enthält und nutzt hier bei aller niederschmetternden Wucht eine kleine Utopie als Clou. Well done.

Angela Burr hat einmal erlebt, wie Roper, „dieser grauenvolle Mann“ – dem Hugh Laurie eine fröstelnd heißkalte Persona gibt – sich an einem Saringas-Angriff ergötzte, der auch Kinder qualvoll sterben ließ. Als Chefin der kaltgestellten „International Enforcement Agency“ (IEA) ist sie ein Engel des Gerichts im mehrfachen Sinn. Und am Ende, wenn sie eine gefährliche Situation bravourös meistert, bei der man auch um ihr Baby fürchten musste, gönnt man ihr das umso mehr.

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Mit Roper ein Dreieck: Elizabeth Debicki als Jed und Tom Hiddleston als Jonathan Pine (BBC-Foto/ The Ink Factory/ Mitch Jenkins)

Aus der Luxusjacht der Romanvorlage (an der der die TV-Adaption wohlwollend begleitende le Carré besonders lange hing, weil sie Roper zu einer Art Fliegenden Holländer machte) wurde eine Gatsby-Villa auf Mallorca, wurde auch das goldene Licht, das so pervers auf vielen Szenen liegt. Und die Australierin Elizabeth Dembicki, die in Baz Luhmans „The Great Gatsby“ derart geglänzt hatte, dass ich mich fragte, wann und wie sie wohl je wieder auftreten würde, wird als Ropers Geliebte Jed Marshall ein anderer weiblicher Angelpunkt der Neufassung. Sie bandelt mit Jonathan Pine, dem titelgebenden Night Manager an. Der hatte im Irak beim britischen Militär gedient, auch sein innerer Stahl wird gut erklärt. Wenn man die Serie gesehen hat, versteht man, dass Tom Hiddleston als neuer James Bond gehandelt wird. Er könnte, würde man ihn lassen, uns den dumpf-dumben David Craig schnell vergessen lassen, der als Bond immer schon eine Prolo-Fehlbesetzung war.

Nicht nur wegen David Farr musste ich beim „Night Manager“ öfter an Shakespeare denken, auf die Höhe der Zeit gebracht. Tom Hollander als Major Lance Corkoran ist ein böser Jago mit viel richtig gutem Dialog. Die Personenbeziehungen sind tiefgründig miteinander verschränkt und sehr ökonomisch ausgespielt. Hugh Laurie, dem wir als Dr. House die größten Gemeinheiten nachsahen, spielt auch hier mit seinem Charme und seiner Bosheit. In Pine scheint er jemanden gefunden zu haben, der ihm in Intelligenz und Skrupellosigkeit gewachsen ist, manchmal ist es ein beinahe homoerotisches Knistern zwischen den beiden. Und dann haben beide dieselbe Frau. Genießt Jonathan Pine seine Racheengelrolle vielleicht ein bisschen zu sehr? Haben wir uns als Zuschauer dieses bizarren Balletts letztlich auch mitschuldig gemacht? Schaut die Welt nicht ohnehin schon viel zu lange all solchem Treiben zu?

Die vier Monate Drehzeit merkt man der intensiven Qualität des Zusammenspiels an. Hier agiert ein Ensemble. Und die Serie bietet Schauwerte, die das Fernsehen sonst nicht hat. Bis zu diesem Film musste ich warten, das Matterhorn auf eine solche Weise ins Bild gesetzt zu sehen. Wow. Nebenbei fungiert diese gewaltige, ziemlich unzugängliche Felsnadel hier auch als Metapher für den großen, allen Gesetzen fernen Richard Onslow Roper. Welch ein monumental guter Film. Es ließe sich noch viel mehr dazu sagen…

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Matt Damon ist nicht nur Jason Bourne. Er ist auch Produzent der Filme. Dies ist seine (linke) Sache.

Jason Bourne: Von „Wer bin ich?“ zu „Ich erinnere mich…“

Szenenwechsel. Kino 1, Cinestar Frankfurt-Griesheim, home of action-heros, das Personal spricht alle Balkansprachen. 560 Plätze, 18 Uhr, dritte Woche für „Jason Bourne“, und ich habe das komplette Kino für mich allein. Heiliger Strohsack. Einer der Trailer wirbt für Oliver Stones „Snowden“. Dann schwarze Leinwand. „Ich erinnere mich. Ich erinnere mich an alles.“ Jason Bourne döst in einem Bus, der ihn in ein Kaff an der griechisch-albanischen Grenze bringt. Zu einem Faustkampf.

bourne-identitaetbourne-ultimatuml„Ich erinnere mich an alles.“ Unterlegt ist das mit einer rasend schnellen Montage aus den früheren „Bourne“-Filmen, als Zuschauer muss man sofort in den fünften Gang schalten. Der Satz mag harmlos klingen, im „Bourne“-Universum setzt er auf der Stelle all das außer Kraft, was die Kino-Serie bis dahin angetrieben hat. Angeschossen und bewusstlos war er einst aus dem Mittelmeer gefischt worden („The Bourne Identity“, 2002), sein Gedächtnisverlust so profund, dass er kein Selbst mehr hatte. Seine Kampfreflexe aber funktionierten. Während er über sie und sich herauszufinden suchte, wer ihn da so reflexstark konditioniert hat, musste er sich bereits anderer, ebenso kampfstarker Agenten erwehren, musste verstehen lernen, warum die CIA ihn tot haben will.
Er ist, erfährt er, ihr Eigentum, ist das Produkt eines Black-Op-Programms namens „Threadstone“. Die nächsten Filme handelten davon, mehr über sich herauszufinden und von dem zu verstehen, was er getan hat, und warum die Regierung das um jeden Preis geheim halten will. In Film 2 („The Bourne Supremacy”, 2004), wird gleich am Anfang seine Gefährtin Frank Potente umgebracht. Er hat niemanden mehr, mit dem er reden kann. Ist ein Samurai, von seinen ehemaligen Meistern gejagt. Ein Dr. Kimble des 21. Jahrhunderts, der der Wahrheit entgegenflieht. Stück für Stück. Head on.

Aus dem “Wer bin ich?” und dem “Was habe ich getan?” wird 2007 in “The Bourne Ultimatum“ ein „Wie kann ich dem entkommen, das ich bin?“. Die Frage nach dem eigenen Selbst dabei immer auch eine nach dem „Wer sind sie?“. Nun, beinahe zehn Jahre später – „The Bourne Legacy“ (2012) war ohne Bourne, zeigte Jeremy Renner als weiteres Opfer des Programms – also dieses „Ich erinnere mich an alles“. Es klingt ein wenig, als würde alles bisher Innovative und auch philosophisch Interessante der Serie über den Haufen geworfen. Nicht zuletzt sind die Bourne-Filme längst ein gewaltiges globales Franchise geworden. Allen kritischen Inhalten zum Trotz. Oder eben deshalb?

Politisch wirft der fünfte Bourne-Film sich sofort wieder in die Gegenwart. Die erste große Auseinandersetzung erleben wir auf dem Syntagma-Platz in Athen, inmitten einer heftigen, gewalttätigen Demonstration. Beeindruckend gefilmt. Gedreht wurde das auf Teneriffa, die Dreharbeiten brachten die Bewohner von Santa Cruz, genauer des Stadtteils Alameda del Duque Santa Elena, an ihre Grenzen. Derart wurde eine Demo noch nicht in einen Spielfilm integriert. (Übrigens beginnt auch „The Night Manager“ mit einer Demo – Arabischer Frühling in Kairo.)

Erinnern – genau darum geht es in größtmöglichem Stil

Den Showdown gibt es in Las Vegas, wo der CIA-Direktor zusammen mit einem an Facebook angelehnten Silicon-Valley-Starunternehmer bei einer Convention spricht. Übrigens werden solche Veranstaltungen tatsächlich von CIA und NSA zum Rekruiting genutzt, das ist an keinen Haaren herbeigezogen. Auch die Social-Network-Hintertüren für den Schnüffelstaat sind keine Fiktion. Das individuelle „Ich erinnere mich. Ich erinnere mich an alles“ des Anfangs pervertiert sich hier in ein „WIR erinnern uns an alles“. Erinnern – genau darum geht es in größtmöglichem Stil. Unentwegt lässt Snowden grüßen.

Für manch andere Dünnwandigkeit des diesmaligen Plots entschädigt der Film mit atemloser Action, die auch einem volleren Kino gefallen würde, etwa mit einem gepanzertem SWAT-Humvee als Fluchtvehikel, mit dem ein ultraharter Vincent Cassell als  gnadenloser CIA-Killer „The Asset“ quer durch die Boulevards von Las Vegas pflügt, Matt Damon als immer wieder erstaunlich physischer Jason Bourne im Windschatten hinter ihm her. Eine solch materialvernichtende Autojagd hat man noch nicht gesehen. Am Ende aber sind es die archaischen Fäuste, die den Kampf der auch dramaturgisch ineinander völlig Verbissenen entscheiden.

jason-bourne-advanc-eposter-2-teaser-1-sheet-matt-damonPolitisch ist der von Matt Damon und Paul Greenglass mitproduzierte Film ein wenig feige. Die Bohrungen in den Kern des Systems scheinen eingestellt zu sein, die Selbstreinigungskräfte treten als als intakt und in jungem weiblichen Gewand auf. Bourne findet seinen wahren Namen (David Webb), erfährt von seinem Vater. Erfährt, dasss er nicht in eine böse Welt ausgesetzt, sondern dass er geliebt wurde. Sozusagen doppelt: vom eigenen Vater und von Vater Staat.
Die neue pervers ödipale Wendung des Bourne-Rätsels „Wer war mein Vater?“ lässt am Ende ganz und gar ambivalent offen, ob der in früheren Filmen als „US-Staatseigentum“ und „disfunktionale 30-Millionen-Dollar-Waffe“ bezeichnete Agent nicht doch wieder in Mutters Schoß zurückfinden wird. Väter sind anscheinend genug getötet in den Bourne-Filmen, dieses Mal erwischt es sogar Tommy Lee Jones. „Kommen Sie wieder zu uns, Jason. Wir brauchen Sie, um uns zu schützen“,  wird mehrfach ganz unverhohlen  an seinen Patriotismus appelliert. „32 Tötungen, Jason! Sie haben unser Land sicherer gemacht!“ Bournes Vater, von Vincent Cassell damals in Beirut im CIA-Auftrag getötet, sei doch auch ein Patriot gewesen, habe immer nur das beste für sein Land gewollt. Die Kampfmaschine Vincent Cassell erscheint am Ende als von letztlich privaten Emotionen gesteuert, einem Jason Bourne wird da vom System mehr zugetraut, so nützlich amoralisch programmierte Killer wie „The Asset“ (dt. eigentlich Anlagegegenstand) auch sein mögen.

Jason Bourne war und ist das Material, das Vater Staat vermutlich dann künftig wohl in Gestalt einer Frau, einer jungen Agentenführerin, in den Einsatz schicken wird. Aber es bleibt beim Mitscherlichen Diktum: Die Väter schicken die Söhne in den Krieg. Wir haben da gerade nur einen Wachtwechsel.
Ob das alles Jason Bournes eigene Entscheidung wird, werden wir sehen. Diese letzte Festlegung lässt der Film immerhin offen. Die eher kritschen Parteien Paul Greenglass und Matt Damon werden sich mit einem Universal-Management zu einigen haben, das einfach nur weiter an diesem grandiosen Franchise verdienen will, egal wie, solange es nur geht (Damon ist Jahrgang 1970). Jason Bourne aber als Befehlsempfänger, das wäre einfach nur ein weiterer Bond. Viel physischer zwar, realistischer,  politisch aber genauso dumm.
Diesmal ging das noch hauchknapp vom Messer.

Alf Mayer

PS. Wer die Menschenexperimente in den Bourne-Filmen für allzu große Eskapaden der Phantasie hält, dem sei die Lektüre empfohlen von David Talbot: Das Schachbrett des Teufels. Die CIA, Allen Dulles und der Aufstieg Amerikas heimlicher Regierung (siehe Textauszug und Rezension in dieser Ausgabe). Allen Dulles legte im Kalten Krieg den Grundstein sowohl für die immer gefräsiger werdenden Überwachungssysteme ebenso wie für CIA-Experimente mit Gehirnwäsche und anderen Konditionierungsprogrammen, „Threadstone“ lässt grüßen.

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