Nachdenkliches Debüt Christof und Paul sind durch eine lange gemeinsame Kindheits- und Jugendzeit in einem kleinen Winzerdorf sowie ein tragisches Ereignis tief verbunden – nach Jahren, in denen sie sich aus den Augen verloren haben, treffen sie in Berlin wieder zusammen. In den Stunden diese Treffens, bei einem „großen Roten“ aus dem Weinkeller, lässt Markus Orths in seinem Roman-Debüt nun die Geschichte einer Freundschaft wieder auferstehen und leuchtet dabei die existentiellen Fragen von Sinn, Schuld und Liebe aus. Spröde und sperrig kommt Markus Orths Prosa zunächst daher und gleicht sich
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Literatur als Fokus der Existenz Ohne Zweifel zählt Franz Kafka zu den wichtigsten Vertretern der literarischen Moderne und unüberschaubar ist das Meer von Aufsätzen, Kommentaren und Monographien zu seinem Werk – vergebens suchte man aber erstaunlicherweise bisher eine fundierte deutschsprachige Biographie. Diese Lücke schließt nun der Literaturwissenschaftler und Autor Reiner Stach: Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse erschien beim S. Fischer-Verlag der erste Teil einer auf drei Bände angelegten, voluminösen Kafka-Biographie. „Die Jahre der Entscheidungen“ lautet der Untertitel des ersten Bandes und Stach öffnet die biographische Blende im Jahre 1910 – zeitgleich
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Packendes Kino für den Kopf Kem Nunn sorgt für packendes Kino im Kopf: Mit wenigen Prosastrichen lässt er bildmächtige, uramerikanische Szenarios und Mythen auferstehen. In seinem im Original bereits 1984 erschienen Debut „Wellenjagd“ liegt so eine einsame, in der Hitze flimmernde Tankstelle in der Wüste, alte Männer nuckeln lethargisch an ihren Budweisern und ein Junge schraubt an seiner 36er Harley Knucklehead. Die Zeit steht still, die Sonne tanzt auf glänzendem Metall. Dann kommt ein Fremder. Er bringt eine Nachricht für den jungen Ike Tucker: Seiner Schwester, die das Wüstenkaff auf
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Ein Kanon im Remix Wir leben in einer unübersichtlichen Zeit, in der die Informationsfluten ständig weiter anschwellen und die letzten wegweisenden Leuchttürme schon längst versunken sind. Dankbar greifen wir daher nach Strohhalmen die ein wenig Halt und Orientierung zu bieten versprechen – und dementsprechend hat die Kanonbildung auch in der Belletristik wieder Konjunktur: Kritikerpapst Marcel Reich-Ranicki versammelt unter dem nicht unbescheidenen Titel „Der Kanon“ die Creme de la Creme der deutschen Romane von Goethe bis Musil und seine Kollege Joachim Kaiser stellt in seinem „Buch der 1000 Bücher“ Werke vor,
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Keine Hoffnung auf Erlösung Tim Staffels Romane kreisen ebenso manisch wie provokant um end- und eiszeitliche Gewalt- und Terror-Szenarien, die er mit einer tiefen Sehnsucht nach Liebe und Heimat kontrastiert. Nach der Apokalypse in „Terrordrom“ und dem Bürgerkriegs-Panorama in „Heimweh“ rücken in „Rauhfaser“ nun die (virtuellen) Medienwelten hart in den Erzähl-Vordergrund. Tim Staffels Ich-Erzähler Paul lebt mit der Lebensversicherung seiner früh verstorbenen Eltern in den Berliner Tag hinein und lässt sich über einen Beamer von „Achtunddreißig Programmen plus Premiere World“ tätowieren: In einer „Endlosschleife“ fressen sich Kosovo, Intifada, Neofaschisten und
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Packende Schöpfungskraft „Von mir ist nur der Blick auf die Dinge in diesem Buch“ – mit diesen Worten verblüfft Zsuzsa Bank all jene, die das Debut der 1965 geborenen Frankfurterin als „ungeheuer authentisch“ und als „wie wirklich erlebt“ gelesen und genossen haben. „Der Schwimmer“ heißt der Roman, für den die hoffnungsvolle Nachwuchsautorin den diesjährigen Aspekte-Literaturpreis verliehen bekommen und schon einige lobpreisende Besprechungen geerntet hat. Vor der Folie des Ungarn-Aufstandes 1956 erzählt Zsusza Bank in „Der Schwimmer“ von einer „Restfamilie“, die ohne ein Wort von der magnetisch vom Westen angezogenen Mutter
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Rosskur des Bösen Andrew Vachss weiß, wovon er schreibt: Der 1944 geborene Amerikaner hat Stationen als Sozialarbeiter, als Leiter eines Hochsicherheitsgefängnis für jugendliche Straftäter und als Jurist durchlaufen: Gewalt und Verbrechen stellten sein alltägliches Brot dar. In „Born Bad“ bietet uns Andrew Vachss so auch ein grelles Kaleidoskop des Bösen in all seinen Formen: Wir begegnen Massenmördern, Psychopathen, Spielern, Huren, korrupten Cops, Losern und Verdammten. In der titelgebenden Auftaktstory präsentiert Vachss das Psychogramm eines Massenmörders, der seinen Opfer – ausschließlich Frauen – das Herz herausschneidet. Die Ermittler arbeiten zusammen mit
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Achterbahnfahrt mit Leerlauf In den USA wird Jeffery Deaver schon seit Jahren als „Meister der Zeitbomben-Spannung“ gehandelt, der seine Plots gnadenlos mit überraschenden Wendungen und fulminantem Finale vorantreibt. Als Auftakt einer Reihe um seine junge Ermittlerin Rune ist jetzt auch der bereits 1989 entstandene Krimi „Manhattan Beat“ auf deutsch erschienen. Wie von Deaver nicht anders zu erwarten, setzt „Manhattan Beat“ ungemein packend ein: Aus der Innenperspektive führt er in einem Hotelzimmer den schwer bewachten Kronzeugen Gittleman vor Augen, der sich zum ersten Mal seit Monaten „in Sicherheit“ fühlt. Doch er
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