Wien Noir Andreas Pittler: In der Sache Apfelbaum – Bronsteins letzter Fall. Kremayr & Scheriau, 272 Seiten, 17 Euro. „Ein echter Wiener geht nicht unter“ hieß eine ORF-Kultserie – was leider nicht auf Herschel Apfelbaum zutrifft. 1948 hält es der Wiener Emigrant in New York nicht mehr aus. Das wässrige Gesöff, das in Amerika Kaffee heißt, wie auch das Speiseangebot, nimmt er als persönliche Beleidigung. Die zehn Jahre seit der Flucht aus der nazifizierten Ostmark erscheinen ihm wie eine Strafe für sein Überleben. Nichts wie weg, zurück ins befreite Nachkriegs-Wien.
Read More Können wir der Vergangenheit entkommen? Roland Keller über „Das Haus am Gordon Place“ von Karina Urbach Diese Frage drängt sich bei dem Spionageroman „Das Haus am Gordon Place“ deutlicher auf als die Antwort, wer den betagten Gerald Fraser an dieser privilegierten Adresse im Londoner South Kensington erschlagen hat. Die in Großbritannien lebende und lehrende Historikerin und Schriftstellerin Karina Urbach interessiert sich weniger für das Wer, sondern mehr für das Warum. Ihre Protagonisten, der emeritierte Historiker Professor Hunt und die MI6-Agentin Emma Spencer, lässt sie hierzu aus dem Heute weit zurück
Read More From ‘Touch of Evil’ to ‘True Detective,’ Long Shots are Crime Films’ Secret Weapon I re-watched part of Orson Welles’ “Touch of Evil” the other night, for a project I’m considering. I’d forgotten its technical brilliance; the movie might be 64 years old, but the camera slithers through the grittier stretches of the U.S.-Mexican border with a suppleness that’s thoroughly modern. Ever since, generations of crime-film directors have used ultra-long shots as a tool for different emotional effects and story beats—they’re a secret weapon of sorts. In case you’ve never
Read More Wer sendet? Wer empfängt? Seit 2006 erscheint die Kulturzeitschrift „Kultur und Gespenster“ unregelmäßig, telefonbuchdick, ein Forum für den Ab- und Nachdruck von Essays und Vorträgen, Bild-Kunst-Strecken und Schwerpunktthemen. Die neuste Ausgabe befasst sich in einem Dossier mit „Radio“ und wandert damit von Italien bis ins Totenreich. Wer leichte Lektüre sucht, ist bei „Kultur & Gespenster“ nicht richtig; für die Hamburger Publikation ist Ernsthaftigkeit die message. Unterhaltsamkeit schließt das nicht aus, im Gegenteil. Von Brigitte Helbling Als Herausgeber von „Kultur & Gespenster“ zeichnet eine kleine Gruppe von Philosophen und Literaturwissenschaftlern. Einer
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