Auswandererträume in Flammen − Eine traurige Geschichte? Luiz Ruffatos „Ich war in Lissabon und dachte an Dich“ wirft aktuelle Fragen auf. Von Christiane Quandt Es ist ein kleines und ästhetisch ansprechendes Buch, das man mit „Ich war in Lissabon und dachte an Dich“ in den Händen hält. Das Cover verwendet das Detail einer Fotografie einer typischen Lissabonner Hausfassade mit blaubemalten Fliesen und einem hölzernen Fensterrahmen mit Metallschnörkeln, die wahrscheinlich das Fenster vergittern. Und ebenso wie die Buchdeckel mag der Entstehungskontext von Ruffatos Roman im Rahmen der Aktion amores expressos –
Read More Anti-traditionell, avantgardistisch – Doris Wieser über ein aufregendes und vielseitiges Buch, das sich im Bereich zwischen Roman, Kurzgeschichte und Lyrik bewegt. „Es waren viele Pferde“ des Brasilianers Luiz Ruffato (*1961 Caraguases, Minas Gerais) ist – das sei vorweggenommen – ein ganz erstaunliches und unkonventionelles Werk. Angekündigt wird es als „Roman“, erfüllt aber keineswegs die gängigen Erwartungen an dieses Genre. Das Werk besteht aus 69 Kapiteln. Alle spielen in São Paulo, doch in jedem werden Figuren eingeführt, die gleich darauf wieder verschwinden. Ein Roman ist das Werk also nicht, wenn man
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