Elf Willkürlichkeiten über die neuen Bücher von Gospodinov und Laing Auf das eine Buch war ich neugierig, auf das andere habe ich mich gefreut. Neugierig: weil ich in Connie Palmens Essayband ‚Vor allem Frauen’ (über wie auch immer geartete Künstlerinnen) zum ersten Mal dem Namen Olivia Laing begegnet bin: und die Art, wie Palmen die einstige Studentenaktivistin, Heilpraktikerin (mit „Mickey-Mouse-Diplom“) und Literaturredakteurin (Observer) porträtiert, wie sie die „Pilgerin und Sinnsucherin“ einerseits für ihre sehr persönlich gehaltenen, eindringlichen Texte lobt, ihr andererseits naive Rührseligkeit aufs Brot schmiert und ihr vorhält,
Read More Ein Trapper der Vergangenheit Aus guten Gründen wird oft über Demenz geschrieben und gesprochen, bei Georgi Gospodinov kann man (anders als bei anderen Beiträgen zum Thema) viel lachen. Der Autor ist noch nicht alt, Ende der 1960er Jahre, zudem in Bulgarien geboren, sein Roman ist klug und witzig und hat nichts mit Betroffenheits-Kitsch gemein. Er beginnt an einem “denkwürdigen Tag”, dem 1.September 1939 in Wien, hüpft schon auf der siebenten Seite ins 12. Jahrhundert, und sammelt Geschichten aus der Vergangenheit, eigentlich aus Vergangenheiten im Plural, die er seinem Kollegen/Freund/Alter Ego
Read More