Akira Kurosawa Tag

Der Krimi im Bildschirmformat boomt. Dietrich Leder, der viele Jahre für die „Medienkorrespondenz“ über das Fernsehen schrieb, ehe dieses zweiwöchentliche Periodikum im Dezember 2021 eingestellt wurde, nimmt sich jeden Monat eine Erscheinung des laufenden Krimi-Programms vor und seziert, wie es die Darsteller der Pathologinnen und Pathologen in den Serien versprechen.  Nach New York heimgebracht: Die Adaption eines Romans von Ed McBain Am 5. September veröffentlichte Apple TV+ auf seiner Streaming-Plattform den Kriminalfilm „Highest 2 Lowest“ von Spike Lee, der zuvor auf den Filmfestspielen in Cannes uraufgeführt worden war; er lief imRead More
The Schrödinger’s Cat of noir adaptations Nick Kolakowski on the filming of Dashiell Hammett’s novel Dashiell Hammett’s Red Harvest was published in February 1929, an auspicious moment in American history. The glitter and rot of the Roaring Twenties had reached a crescendo; by October, the Wall Street Crash would usher in a decade of privation so acute it threatened the foundations of Western capitalism. In his query letter to Knopf, Hammett termed the book an “action-detective novel,” but it was much more than that; in describing the Continental Op’s attempts to clean out “Poisonville” of gangsters andRead More
Ende der Unschuld Ein crime-Plot, 50 Jahre später neu variiert Ein Krimi-Plot Ed McBains von 1959, mehr als 50 Jahre später von einem brasilianischen Autor wieder aufgenommen, dazwischen von einem japanischen Filmregisseur zu einem Meisterwerk geadelt, zeigt eindrucksvoll die Spannbreite, Wandlungsfähigkeit und Modernität des Genres, findet Alf Mayer angesichts der Lektüre von Edney Silvestres „Der stumme Zeuge“. Im Jahr 1959 hatte der große Ed McBain einen Plot entwickelt, der einen Protagonisten der Wirtschaftswunderzeit, den Schuhfabrikanten Thomas King (sic!), mit einer moralischen Entscheidung konfrontierte: nämlich die eigene Geldverdien-Karriere zu ruinieren oderRead More
Die Welt in einer Nussschale. Alf Mayer über Kurosawas große Verfilmung von Ed McBains „Kings Lösegeld“. Die eigene Geldverdien-Karriere ruinieren oder seine Menschlichkeit? Vor diese moralische Wahl und vor die Frage, ob alle Leben gleich viel wert sind, stellt Kurosawas Verfilmung von Ed McBains moralischem hardboiled-Kriminalroman „Kings Lösegeld“ (King’s Ransom, 1959) seine Hauptfigur, einen Schuhfabrikanten. Statt seines eigenen wird versehentlich „nur“ der Sohn seines Chauffeurs entführt, die Entführer aber beharren auf dem gleichen Lösegeld. In der richtigen Hand – der von Akira Kurosawa – taugt dies zum Stoff einer griechischenRead More