„Ihr Schatten, die ihr im Dunkel wohnt, lernt das Licht verachten!“ Dieses stoische Zitat stammt aus den Lachrimae, dem berühmten Lied Flow my tears von John Dowland (1563-1626). Die Auflösung des Frühlingsrätsels lautet daher: John Dowland.
Herausgefunden hat dies Christiane Sixtus aus Düsseldorf. Herzlichen Glückwunsch ins Revier und viel Freude beim Schmökern im Buchpreis!
Der geniale Komponist und Dichter berührt uns mit seinen Melodien und Versen bis heute auf zart-schwelgende Weise. Es gibt zahllose wunderschöne Aufnahmen mit Countertenören und anderen Stimmlagen. Eine berückende Sopranversion des Liedes gibt es online z. B. von Phoebe Jevtovic Rosquist mit dem Lautenisten David Tayler. Untenstehend findet sich der Text zum Mitschwelgen und eine (eigene) deutsche Übersetzung.
Das waren die Lösungswörter:

John Dowland
Flow my tears
Flow, my tears, fall from your springs!
Exiled forever, let me mourn
Where night’s black bird her sad infamy sings
There let me live forlorn
Down vain lights, shine you no more
No nights are dark enough for those
That in despair their last fortunes deplore
Light doth but shame disclose
Never may my woes be relieved
Since pity is fled
And tears and sighs and groans my weary days, my weary days
Of all joys have deprived
From the highest spire of contentment
My fortune is thrown
And fear and grief and pain for my deserts, for my deserts
Are my hopes, since hope is gone
Hark! you shadows that in darkness dwell
Learn to contemn light
Happy, happy they that in hell
Feel not the world’s despite
John Dowland (Übersetzung ©oer)
Fließt, meine Tränen
Fließt, meine Tränen, strömt aus euren Quellen,
lasst mich klagen, für immer in Verbannung.
Wo der schwarze Vogel der Nacht sein trauriges Schandlied singt,
dort lasst mich mein einsames Dasein fristen.
Verlöscht, ihr eitlen Lichter, ihr sollte nicht mehr scheinen,
keine Nacht ist dunkel genug für jene,
die verzweifelt ihr letztes Glück betrauern.
Licht würde ihre Schmach nur enthüllen.
Niemals darf mein Leiden gestillt werden,
denn mein Mitleid floh fort,
und Tränen und Seufzer und Stöhnen
berauben meine schweren Tage aller Freude.
Vom höchsten Gipfel der Zufriedenheit
stürzte mein Glück herab,
und Angst und Gram und Schmerz für meine Ausflüchte
sind meine Hoffnung, seit die Hoffnung verschwand.
Hört, ihr Schatten, die ihr im Dunkeln wohnt,
lernt das Licht verachten!
Glücklich, glücklich sind jene, die in der Hölle weilen
und die Verachtung dieser Welt nicht spüren.










