
Eine Vielzahl von Krimi-Neuheiten …
… erscheinen jeden Monat, dazu Graphic Novels (vulgo: Comics) und DVDs und BluRays.
Unmöglich, das alles zu überblicken und zu rezensieren.
CrimeMag siebt und schürft deshalb für Sie und weist hier regelmäßig mit Hilfe der befreundeten Buchhandlungen
Chatwins (Berlin),
Wendeltreppe (Frankfurt)
und Buchladen in der Osterstraße (Hamburg)
auf interessante Neuerscheinungen hin.
Bitte denken Sie daran, dass gerade in diesen Zeiten Ihre lokalen Buchhandlungen besonderer Unterstützung und Solidarität bedürfen. Lieber dort bestellen als bei amazon. Man kann das nicht oft genug sagen – und tun.
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Claudia Denker, Chatwins, Berlin:
Beim Durchsehen der November-Neuerscheinungen springt mich auf den ersten Blick nicht so viel Interessantes an, aber bei Kampa erscheinen zwei hübsche Ausgaben von Georges Simenon. Einmal »Brief an meinen Richter« (deutsch von Svenja Tengs, Hansjürgen Wille und Barbara Klau, mit einem Nachwort von Thomas Wörtche) und »Die Hand« (deutsch von Barbara Klau, Hansjürgen Wille und Mirjam Madlung, mit einem Nachwort von David Hare). Aus unterrichteten Kreisen weiß ich, dass eins der Nachworte vor ca. acht Jahren geschrieben wurde. So lange kann es manchmal dauern …
Und durch einige Rezensionen bin ich neugierig geworden, und zwar auf Peter Grainger. Gerade bei Diogenes erschienen: »Gnade vor Recht« (deutsch von Peter Torberg), ich werde mit dem bereits im Juli erschienenen Titel anfangen: »Ein unglücklicher Tod« (deutsch von Eva Regul).

Ich habe hier noch einen aus dem Koreanischen, im September erschienen, der könnte richtig witzig sein: »Die talentierte Frau Shim« von Kang Jiyoung (Eichborn, deutsch von Sebastian Bring, und sogar mit Illustrationen – von Yeonjoo Kim).
Und weil ich sehr gerne Fleischbällchen esse – unbedingt auf meiner Leseliste im November – ich freue mich auf »The Dead Husband Cookbook« von Danielle Valentine (deutsch von Kathrin Bielfeldt und Jürgen Bürger). Ein kulinarischer Krimi bei Suhrkamp! Na sowas!
Und apropos Humor – unbedingt zu empfehlen (nicht nur für Berliner): schon seit August und September im Regal, zwei meiner Lieblingslesebühnenautoren, nämlich Heiko Werning »Gottes Werk und Weddings Beitrag« (Edition Tiamat) und Robert Rescue »Blau ist dasselbe in Gelb« (periplaneta). Eine Geschichte in Heiko Wernings Buch (Seite 130) ist sogar bereits Gegenstand eines neuen Songs von Danny Dziuk – aber dazu später mal mehr.
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Jutta Wilkesmann und Hildegard Gansmüller, Wendeltreppe, Frankfurt:

Hier unser Potpourri:
Mick Herron: Die letzte Stimme (Diogenes)
Martin Suter: Ein und Alles (Diogenes)
Rotraut Schöberl: Frau Cernys Instinkt für Verbrechen (Haymon)
May Wellington: Mord in Notting Hill (Insel)
M.W.Craven: Der Prediger (Droemer)
Liz Nugent: Die Wahrheit über Ruby Cooper (Gutkind) – siehe die Besprechung in dieser Ausgabe, d. Red.
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Torsten Meinicke, Buchladen in der Osterstraße, Hamburg
Ich muss ja auch noch andere Bücher lesen, kann ja im baldigen Weihnachtsgeschäft nicht nur Krimis empfehlen. Deshalb von mir dieses Mal nur ein paar wenige Tipps. als da sind:
– Peter Grainger, Gnade vor Recht (Ü: Peter Torberg), Diogenes 2026, 352 S., 18 Euro: Dass Menschen im Altersheim sterben, soll vorkommen. Mit einer Dosis Heroin intus jedoch eher nicht. DC Smith begibt sich in seinem zweiten Fall an die Grenze zwischen Mord und Sterbehilfe.
– Liza Cody, Die herzlose Detektivin (Ü: Iris Konopik), Argument 2026, 352 S., 19 Euro: Hannah Abrams, zwischenzeitlich selbst obdachlos, zieht wieder in den Kampf für die sozial Abgehängten in London. Ich freue mich jedoch vor allem auf den schmierigen Imbiss-Chef Digby.
– Tana French, Wie ein Fluss in der Nacht (Ü: Henning Ahrens), S. Fischer 2026, 560 S., 26 Euro: Ein Wiedersehen mit dem Ex-Cop Cal Hooper. Es passiert nicht viel in den grünen Hügeln Irlands, das aber auf literarisch hohem Niveau.

– Halldór Armand, Important Trash (Ü: Freyja Melsted), HarperCollins 2026, 254 S., 16 Euro: Zwei Müllwerker finden eine abgetrennte Nase und stecken ihre dann in die dunklen Geheimnisse der Hochfinanz. Island 2008, Bankencrash, Offshore-Konten und Staatsbankrott. Klingt verrückt, will gelesen werden!
– Sybille Ruge, Schwarzes Wasser, Septime 2026, 216 S., 25 Euro: Nach zwei Romanen bei Suhrkamp ist Sybille Ruge nun bei Septime gelandet. Das Cover ist ein Hingucker, Gentechnik und Krokodile sind das Thema. Liegt auf meinem Noch-zu-lesen-Stapel.
Für alle in Hamburg und Umgebung: Die nächste „Rasterfahndung„, der Krimi-Talk für Hamburg, findet statt am Donnerstag, 12. November 2026, wie immer um 20 Uhr im „Futur III“. Schon mal fest in den Kalender eintragen.
Mit herbstlichem Gruß,
Torsten Meinicke
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Tips aus der Redaktion

(TW) Meinrad Braun: „Legt Freddy Matera um“ (Emons) – Freddy Materna ist ein alter Mafia-Killer, der sich nach seinem Ausstieg aus seinem Beruf in Mannheim (of all places) niedergelassen hat – in einer Stadt, die „ein wenig nach Hinterhof aussieht. Ein fades Nest, trotzdem groß genug und so unübersichtlich, dass man sich gut darin verstecken kann.“ Er hat seinen Frieden mit sich und seinem Job gemacht und will seine Ruhe. Das geht so lange, bis er einem ungezogenen Lümmel ein Ohr abschneiden muss. Dieser Lümmel aber gehört zu einer lokalen Gang … und los geht´s. Amüsant, klug, gar weise, manchmal rührend, manchmal robust, hervorragend geschrieben.
(TW) Philipp Ruch: „Der Rückfall. Der rätselhafte Triumph der NSDAP am 14. September 1030. Wie eine Demokratie in nur einer Wahlnacht sterben kann“ (Heyne). Philip Ruch ist u.a. der Gründer und künstlerische Leiter des „Zentrums für Politische Schönheit“. Am 14. September 1930 verachtfacht sich die NSDAP bei der Reichstagswahl – aus einer Splitterpartei wird eine politische Macht. Ruch verwirft die üblichen Erklärungsmuster und begibt sich auf die Suche nach den wirklichen Gründen, die er in der klassischen Geschichtsschreibung vermisst. Muss ich sagen, dass das ein brennend aktuelles Buch ist? Pflicht- und Schullektüre.

(TW) Katja Hoyer: „Weimar, Glanz und Grauen der deutschen Geschichte.“ (HoCa) Auch die Historikerin Katja Hoyer treibt die Frage um, wie ausgerechnet in Weimar, dem Schrein der deutschen Hochkultur, also in Thüringen, die Barbarei ihren Anfang nehmen konnte. Sie empfiehlt, die „Mikroebene“ genauer in den Blick zu nehmen und schaut sich ein paar individuelle Schicksale von Menschen aus Weimar präzise und analytisch genau. Muss ich sagen, dass das ein brandaktuelles Buch ist? – Pflicht- und Schullektüre.
(AM) Blue Lights – Die komplette erste Staffel (Polyband Medien)
Packendes und authentisches Cop-Drama aus dem nordirischen Belfast. Ein Setting, das wir eher selten sehen: Die Serie folgt drei sehr unterschiedlichen Neulingen, die ihre Probezeit im Streifendienst überstehen müssen. Grace, Tommy und Annie sind meistens die Ersten am Einsatzort und treffen auf die harte Wirklichkeit. Schon bald geht es nicht nur gegen kriminelle Banden, sondern sogar gegen die eigene Polizeibehörde. VÖ: 11.12.2026












