
Eine Vielzahl von Krimi-Neuheiten …
… erscheinen jeden Monat, dazu Graphic Novels (vulgo: Comics) und DVDs und BluRays.
Unmöglich, das alles zu überblicken und zu rezensieren.
CrimeMag siebt und schürft deshalb für Sie und weist hier regelmäßig mit Hilfe der befreundeten Buchhandlungen
Chatwins (Berlin),
Wendeltreppe (Frankfurt)
und Buchladen in der Osterstraße (Hamburg)
auf interessante Neuerscheinungen hin.
Bitte denken Sie daran, dass gerade in diesen Zeiten Ihre lokalen Buchhandlungen besonderer Unterstützung und Solidarität bedürfen. Lieber dort bestellen als bei amazon. Man kann das nicht oft genug sagen – und tun.
Claudia Denker, Chatwins, Berlin:
Bereits im April sehr gerne gelesen habe ich »Happiness Falls« von Angie Kim (Hanser, deutsch von Wibke Kuhn). Ein Familienvater verschwindet, der einzige Zeuge mit einer Autismus-Spektrum-Störung kann nicht sprechen, doch niemand ahnt, dass er kommunizieren könnte. Ich habe gelernt, mit welchen Methoden es doch möglich ist, Menschen aus ihrem inneren Gefängnis herauszuholen. Und, was ein »Glücksquotient« ist. Beeindruckend und spannend.
Ach, und dann die neue Candice Fox! Die Helden der Nation als eiskalte Gangster! In »Devil’s Kitchen« (Suhrkamp, deutsch von Andrea O’Brien) demontiert die Autorin den Mythos der Feuerwehr von New York. Heiß!
Bevor ich den 25. und letzten Band der der Ross-Thomas-Edition »Stimmenfang« (Alexander Verlag, deutsch von Gisbert Haefs) lese, habe ich noch ein paar ungelesene, das ist gut.
Erste Kapitel interessant, da mache ich weiter:

»Riot Girl« von Susanne Kaiser (Wunderlich) erscheint mir sehr lesenswert. Im ersten Fall wird die LKA- Ermittlerin Obalski ins Münchner Jugendamt eingeschleust.
Auch spannend erscheint mir ein Debüt von Hannah Deitch: »Killer Potential« (List, deutsch von Conny Lösch), hier sind nur »mutmaßliche Mörderinnen auf der Flucht.«
Wahrscheinlich mal wieder radikal und exzessiv: »Das grenzgeniale Pseudo-Kidnapping« von Les Edgerton (Pulpmaster, deutsch von Stefan Rohmig).
Ich freue mich schon auf »Hard Girls« von J. Robert Lennon (Suhrkamp, deutsch von Stefan Lux), klingt vielversprechend.
Der Krimi-Talk »Abweichendes Verhalten« findet im Mai erfreulicherweise doch wieder im »Studio 24« in Schöneberg statt. Dort soll eine April-Neuerscheinung besprochen werden – das schaffe ich bis dahin: Rachel Kushner: »See der Schöpfung« (Rowohlt, deutsch von Bettina Abarbanell), eine Spionin unter Umweltaktivisten.
So, ab auf den Balkon und lesen – das werde ich jetzt tun!
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Jutta Wilkesmann und Hildegard Gansmüller, Wendeltreppe, Frankfurt:
Mascha Vassena: Der Schädel Sant’Abbondio (Eichborn)
Gabriela Kasperski: Roulette der Gebeine (Atlantis)
Rosa Teruzzi: Niemand tötet aus Liebe (Thiele)
Margot Douaihy: Gesegnetes Wasser (Blumenbar)
Ross Thomas: Stimmenfang (Alexander Verlag) – siehe auch Hans Hütt dazu in dieser Ausgabe hier nebenan.
Mit vielen Grüßen aus Frankfurt.
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Torsten Meinicke, Buchladen in der Osterstraße, Hamburg:
Ich habe so einiges Gutes gelesen in den letzten Wochen, zum Beispiel:
– Joe Thomas, White Riot (Ü: Alexander Wagner), BTB 2025, 510 S., 17 Euro: England, Ende der 1970er-Jahre. Die „eiserne Lady“ regiert, die „National Front“ marschiert, Detective Patrick Noble ermittelt in einem Mordfall. Der vielversprechende Auftakt einer Trilogie, angereichert mit viel Fakten und Musik.

– Ross Thomas, Stimmenfang. Ein afrikanischer Wahlkampf (Ü: Gisbert Haefs), Alexander Verlag 2025, 411 S., 18 Euro: PR-Mann Peter Upshaw und Politikberater Clinton Shortelle mischen den Wahlkampf in Albertia/Westafrika auf. Abschluss der 25-bändigen Werkausgabe. Es gilt, den Verleger dafür zu preisen und all jene zu beneiden, die die Lektüre dieser Krimis aus dem Arthaus-Regal noch vor sich haben.
– Anna Mai, Broilerkomplott, Argument 2025, 270 S., 15 Euro: Manchmal kommt es überraschend. Ich habe von diesem Debütroman nicht viel erwartet und wurde dann sehr positiv überrascht. Klimaaktivistin Antonia Hansen kämpft gegen Fleischgroßhändlerin. Ein spannungsgeladener Plot, Brandenburg brutal und Tiefkühlhühner mit sehr spezieller Füllung. Empfehlung!
– Timo Blunck, Ein kleines Lied über das Sterben, Emons 2025, 320 S., 16 Euro: Setzte Heinz Strunk Niendorf an der Ostsee auf die literarische Landkarte, kontert der Autor, Musiker, Sänger und Produzent Timo Blunck nun mit Niendorf/Bezirk Eimsbüttel. Tom Mangold („wie das Gemüse“) ist vom Mordermittler zum Hundefänger abgestiegen. Eine Frau mordet Männer, kocht aber exquisite Fleischgerichte mit zweifelhafter Herkunft. Sprechende Hunde gibt es auch. Grotesk, spannend, blutig. Ein rasanter Niendorf-Noir. Unbedingt vormerken, das Buch erscheint erst Mitte Juni.












