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Posted On Februar 15, 2014By Carlo SchaeferIn Carlos, Crimemag

Carlos

Die schlimmste Bande aber ist die Familienbande – wer wüsste das besser als Carlos. Der ist nämlich Fackelträger des literarischen Realismus. Familienbande Weil ich plane, mein restliches Gesamtwerk mehrheitlich bizarr, grotesk, absurd und also unverkäuflich zu verinhalten, eine Apologie vorab: Alles, was ich im Folgenden schildere, ist wahr! Es ist nichts dazu erfunden. Einzig die Pflicht zum Schutze der Persönlichkeitsrechte letztlich harmloser Menschen hindert mich hierfür Beweise vorzulegen. Ich schwöre aber auf Bibel, Verfassung und Restaugenlicht: Es ist tatsächlich so, dass … … es in meiner ferneren Verwandtschaft eine FamilieRead More

Posted On Februar 15, 2014By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfeuer

Gebissexperten und Rumpelkammer ‒ Man versucht ja immer zu verstehen, warum bestimmte Bücher und Serien zu Bestsellern werden, vor allem, wenn man keine Alleinstellungsmerkmale oder andere offensichtliche Qualitätskriterien finden kann. Ein solcher Fall sind die „Ostfriesen-Krimis“ von Klaus-Peter Wolf, deren achter Band „Ostfriesenfeuer“ gerade erschienen ist. Joachim Feldmann macht sich auf die Suche … Fat Ollie Weeks ist alles andere als ein Sympathieträger. Das war auch die Absicht seines Schöpfers Ed McBain, der den beleibten Bullen mit einem penetranten Körpergeruch, ungehobelten Manieren und einem ganzen Sortiment rassistischer und misogyner VorurteileRead More
Von Bürokraten in Uniform und Fernkompetenz In „Sociologus“, der Zeitschrift für empirische Ethnosoziologie und Ethnopsychologie, werden die staatlichen Gewaltspezialisten Westafrikas befeldforscht. Bruno Arich-Gerz hat sich durch Hardcore-Wissenschaft zum Thema „Gewalt“ gefräst – Erkenntnis gibt es nicht für lau. Wenn sich ein deutsches Fachjournal nach zwölf Jahren der wissenschaftsbetrieblichen Gleichschaltung 1951 als Zeitschrift für empirische Ethnosoziologie und Ethnopsychologie neugründet und dabei programmatisch anknüpft an die Zeit vor 1933, dann darf man schon mal stutzen. Was trieb die Zeitschrift mit dem Hausnamen Sociologus bitteschön in den Nazijahren? Die Antwort fällt unspektakulär aus:Read More

Posted On Februar 15, 2014By Christopher G. MooreIn Crimemag, Kolumnen und Themen

Christopher G. Moore: Views from Bangkok

Am Donnerstag war Valentinstag, der Tag, an dem schamlose auf Gefühl gemacht wird. Geschäftlich sowieso, aber auch politisch – Christopher G. Moore zeigt, wie das geht. Hearts and Minds 14th February is Valentine’s Day. On this day for winning hearts, protesters remain in the streets of Bangkok. There has been another push from protester leaders to call the masses into the streets to support their anti-government demonstrations. In war, politics and love winning the hearts and minds separates the victors from the vanquished. I find significance in the traditional word orderingRead More
Wir freuen uns, Ihnen eine Geschichte aus Gerhard Köpfs neuem Erzählband „Das Glück beim Krähenfüttern“ als Exklusivabdruck anbieten zu können. Die zehn Geschichten des mehrfach ausgezeichneten Schriftstellers (u.a. Bachmannpreis, Wilhelm-Raabe-Preis) sind ein loser Reigen um die Welt des Theaters und Films, um Schauspielerei und alltägliche Maskenträger, um Sehnsüchte, Träume und Schlangengruben. Köpf erzählt uns von den Niederlagen und Enttäuschungen, der ungeschminkten Wahrheit und den Illusionen, die nicht sterben wollen. Dabei wird uns klar, dass Schminke, Maske und Verkleidung, große Gefühle, aber auch Niederlagen und begrabene Hoffnungen nicht nur auf derRead More

Posted On Februar 12, 2014By Hanspeter LudwigIn Comic, Kolumnen und Themen, Litmag

Essay: »Was ist eine gute Zeichnung?!«

Die gute Zeichnung – Neulich im Netz stellte sie sich für mich wieder einmal, die Frage: »Was ist eine gute Zeichnung?!« Ein Essay von Hanspeter Ludwig. Nicht Malerei, sondern die reine Zeichnung meine ich. Jene künstlerische Form, die gern als Illustration in Büchern auftaucht oder eben in Comics, dem Medium, das mich immer noch am meisten berührt. Irgendwo dort in den meinungsheischenden Weiten der weltweiten Spinnwebe las ich eine Reihe von Lobeshymnen zu den Comics von Serpieri, die – meiner Meinung nach völlig zu Unrecht – deren hohe Qualität feierten.Read More

Posted On Februar 12, 2014By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag

Rafael Chirbes: Am Ufer

Vor zwei Wochen hat an dieser Stelle Elfriede Müller Rafael Chirbes letzten großen Roman „Am Ufer“ vorgestellt, als „einen literarischen Genuss, der Trauer und Wut auslöst über den Zustand der Welt“. Wolfram Schütte sieht Vieles ähnlich, findet das Buch „als umfassendes Herbarium der Gesellschaft & der Zeit großartig“, hält es aber „erzählerisch leider nicht für gelungen“. Deshalb ein kleines P.S. Ein kritisches Nachwort zu Rafael Chirbes‘ literarischer Totalabrechnung. Von Wolfram Schütte Das Oeuvre Rafael Chirbes‘ kennen wir durch die großartige Übersetzerin Dagmar Ploetz & die findige Verlegerin Antje Kunstmann, die seitRead More

Posted On Februar 12, 2014By Michael ZellerIn Litmag, Zellers Seh-Reise

Michael Zellers Seh-Reise (57): Andrew Wyeth

1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE ist zurück! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischt er eine Karte heraus und hängt sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen bleibt. Was darauf zu sehen ist, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelt, darüber berichtet Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Heute: Andrew Wyeth: „Christina’s World”. Aufbruch Das Mädchen auf einer Wiese. Nur Wiese um sie, so weit sie schauenRead More

Posted On Februar 12, 2014By Senta WagnerIn Kolumnen und Themen, Litmag

Vorbericht: 7. Literaturwettbewerb Wartholz

Wettlesen im Salon – 7. Literaturwettbewerb Wartholz (14.– bis 16. Februar 2014). Kurzer Vorgeschmack von Senta Wagner. Letztes Jahr im Februar leuchtete die Literatur unter Schneetürmen hervor. Auch in diesem Jahr gibt es Literatur zu entdecken, ob mit oder ohne Schnee. Vom 14. bis 16. Februar 2014 findet in Reichenau an der Rax am Fuße des Schlosses Wartholz in der Schlossgärtnerei in diesem Jahr zum siebten Mal der angesehene Literaturwettbewerb Wartholz statt. Das malerische Ganze ist eingebettet in die niederösterreichische Bergwelt. Der Hauptpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, der PublikumspreisRead More

Posted On Februar 12, 2014By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Fliegen 1 bild /100 worte Worauf wir gleich an Glausers „Chinesen“ denken mussten, wegen der Hexen, deren Unwesen sich durch surrende Fliegenschwärme ankündigte… unser Fluggetier dagegen ist die Art von fliehendem Gedanken, der etwa mit der Frage auftaucht, wie viel Wissen um das Vorhandensein einer Individualperspektive – das Ich als gläserner, verschatteter, unkennbarer Solist – in unserm Blick auf die Welt über die Jahre noch mitschwingt, oder ob sich eben dieses Ich-Bewusstsein irgendwann auf strahlenförmigen Achsen im Universalgeschehen verflüchtigt, das Ei im All aufgelöst; und ja, auch dies: Zwei atomareRead More

Posted On Februar 8, 2014By Christopher G. MooreIn Crimemag, Kolumnen und Themen

Christopher G. Moore: Views from Bangkok

Wir denken bei Thailand automatisch an Sex-Business, Sex-Tourismus, Korruption und organisierte Kriminalität. Von außen. Christopher G. Moore lebt in dieser Gesellschaft. Heute: Dass Franz Kafkas Rolle für den Kriminalroman eminent wichtig und noch nicht einmal ansatzweise analysiert ist, das wussten wir. Christopher G. Moores Kafka-Betrachtung im Kontext der aktuellen politischen Situation in Thailand ist höchst spannend: Kafka The Grand Master of Noir: A Lesson for Thailand The New Statesman had an article titled “Death by data: how Kafka’s The Trial prefigured the nightmare of the modern surveillance state” by ReinerRead More

Posted On Februar 8, 2014By Carlo SchaeferIn Carlos, Crimemag

Carlos

Carlos ist wie immer hilfreich und gut. Heute hat er die Spendierhosen an und gibt unseren tollen deutschen Grimmi-AutorInnen von Herzen ein paar aus: Wie geht es dem Krimi dieses Jahr, dem teutonischen? Gruselt es weiter in kleinen Weilern, brutzelt es lecker in den Hütten der Ermittler, schwäbelt’s, bayert’s, küstelt’s? Ja? Dann ist ja alles klar – bzw. nein, ist es nicht. Der Rowohltverlag hat es in einer gänzlich ruchlosen Phase der Neunziger einmal ganz schamlos probiert. Der Formel 1-Krimi, der Krimi zur WM und … DAS IST ES! DerRead More
Kleiner Griff in die Krabbelkiste für Drehbuchschreiber ‒ Klaus Kamberger ist schon eine ziemlich lange Zeit dabei, beim Krimis-im-TV-Schauen. Und deswegen kann er vieles nicht mehr hören und wartet nur, bis sich der nächste Schwachsinn realisiert. Deswegen ist auch er hilfreich und gut – help yourself, please … Als „Frage aller (Krimi-)Fragen“ ortete (und tadelte) kürzlich der Kollege Gertz in der Süddeutschen die unaufhaltsame Inflation der Floskel aus Ermittlermund: „Hatte er Feinde?“ Abgesehen davon, dass es manchmal auch „sie“ heißt, hat G. schon recht. Und mit der Anmerkung, dies seiRead More
Vorsicht: Schnittwunden Taylor Stevens und ihre Thrillerheldin Munroe in „Die Geisel“, von Alf Mayer. „Wer braucht schon ein Dragon Tattoo?“ hieß es einmal, auf Lisbeth Salander anspielend, in einer amerikanischen Kritik über die von Taylor Stevens erfundene androgyne Figur namens Vanessa Michael Munroe. Der dritte Roman mit ihr bestätigt, dass da eine Heldin unterwegs ist, die sich im Thrillergenre ebenso zu behaupten vermag wie Uma Thurman in „Kill Bill“. James Cameron, der mit den „Terminator“-Filmen und „Avatar“ schon einiges an zähen Kriegerinnen auf die Leinwand brachte, hat die Filmrechte gekauft.Read More

Posted On Februar 8, 2014By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Markku Ropponen: Faule Finnen fangen keine Fische

Don’t judge a book by its cover (und auch nicht nach bescheuerten Titeln) – Wir schätzen sie schon lange. Markku Ropponen und sein Privatdetektiv Otto Kuhala. Unprätentiös, relaxed, komisch und klug. Gut, dass der neue Roman „Faule Finnen fangen keine Fische“ keine unliebsamen Überraschungen bietet, sondern gewohnte Prime-Qualität. Findet auch Frank Rumpel. Immer wieder erfrischend sind die Romane des finnischen Autors und Bibliothekars Markku Ropponen, der gerne weitschweifig erzählt, dabei kluge Gesellschaftsanalysen und Alltagsbeobachtungen liefert, die er nicht selten in grandiose Bilder packt. Im aktuellen Fall soll Ropponens Privatdetektiv OttoRead More

Posted On Februar 8, 2014By Mario SixtusIn Crimemag, Kolumnen und Themen

Enthüllt: Forssman hat geguttenbergt

Eigentlich wollten wir dem Wirbel um Friedrich Forssman nur noch mit Humor begegnen, doch nun nimmt die Geschichte ein Wende, die wir nicht ignorieren können: Herr Sixtus hat auf seinem Dachboden einen uralten Text gefunden, datiert um 1450, der belegt: Forssman hat abgeschrieben! Er ist ein Plagiator! Skandal! Er hat geguttenbergt! Wider die beweglichen Lettern! Muss man eigentlich noch etwas gegen gedruckte „Bücher“ sagen? Müssen sie einem nicht womöglich leidtun, die albernen, von Maschinen gepressten Blättersammlungen, die gern echte, von Menschen niedergeschriebene Bücher wären, es aber niemals sein dürfen? Ja,Read More
Das eBook aka „Das Böse“ Friedrich Forssmans Artikel „Warum es Arno Schmidts Texte nicht als E-Book gibt“ macht gerade die Runde. Ich möchte ihn fast so zusammenfassen: Das eBook schmutzt, nässt und ist bissig. Außerdem ist es ständig besoffen und kotzt überall hin. Also: ein betrübliches Ding, dieses eBook. Nicht der Rede wert. Und doch redet man ständig darüber. Schließlich tritt man ja jeden Morgen in seine Kotze. So in etwa. Ich wurde Herrn Forssman einmal kurz vorgestellt, wobei ich nicht glaube, dass er sich daran erinnert, und auch ichRead More

Posted On Februar 5, 2014By Frank GoehreIn Bücher, Litmag

David Buckley: Kraftwerk. Die unautorisierte Biografie

Kraftwerk forever – Club Liberitas, Bochum, im Sommer 1969, und ich schrieb damals: „Norbert auf jeden Fall saß da neben mir, und wir saßen ganz vorn, wie immer, und er schlug auf den Tisch, weil ihn die Gruppe auf der Bühne mitriss, umhaut, sagte er, die fünf da hauen mich um! Die fünf aus Krefeld, die sich Organisation nannten. Ein Iraker, Basil Hammoudi, ja, den Namen habe ich behalten, den merkt man sich, wenn man ihn einmal spielen gehört hat. Also, der hockte vor einem Arsenal Klangkörpern, Trommeln und so,Read More
Fritz Bauer zum Eingedenken – Alexander Kluges literarische Berührungen mit dem Holocaust. Von Wolfram Schütte Der achtzigjährige Alexander Kluge ist immer noch ein Tausendsassa. Seit er vor mehr als zwanzig Jahren aufgehört hat, Filme fürs Kino zu drehen & nur noch mit Eigenprogrammen im Fernsehen auftritt, hat er sich wieder hauptsächlich der Literatur verschrieben. Dabei hatte der Kopf des Neuen deutschen Films, der mit preisgekrönten Filmen wie “Abschied von gestern” oder “Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos” international reüssierte, 1962 & 1964 mit seinen “Lebensläufen” & dem Roman “Schlachtbeschreibung” alsRead More

Posted On Februar 5, 2014By Michael ZellerIn Litmag, Zellers Seh-Reise

Michael Zellers Seh-Reise (56): David Dawson

1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne: Michael Zellers SEH-REISE ist zurück! Michael Zeller besitzt einen großen Stapel von Kunstkarten, die er bei seinen Galerie- und Museumsbesuchen angesammelt hat. Jede Woche fischt er eine Karte heraus und hängt sie sich in die Wohnung, wo der Blick immer wieder an ihr hängen bleibt. Was darauf zu sehen ist, welche Beziehung sich zwischen Werk und Autor entwickelt, darüber berichtet Michael Zeller wöchentlich in CULTurMAG. Heute: David Dawson: „Lucian Freud Painting the Quen”. Malen vor Thronen Ein Maler muss selbst erst zum König seinerRead More

Posted On Februar 5, 2014By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Paolo Giordano: Der menschliche Körper

Der Preis des Krieges – Was geschieht mit Menschen, die ihre heimischen Komfortzonen in Westeuropa verlassen und auf einem einsamen Vorposten im afghanischen Gulistan mit Krieg, Angst, Tod und der Frage nach Schuld konfrontiert werden? Dies zeigt der Italiener Paolo Giordano in seinem Antikriegs-Roman „Der menschliche Körper“ auf eindringliche und facettenreiche Weise. Von Karsten Herrmann. „Der menschliche Körper“ ist ein vielperspektivischer Roman, in dem rund ein Dutzend Protagonisten vor, während und nach ihrem Afghanistaneinsatz begleitet werden. Da sind zum Beispiel der Obergefreite Ietri, ein Muttersöhnchen und noch „Jungfrau“ und seinRead More

Posted On Februar 5, 2014By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Tempo 1 bild / 100 worte Angenommen, v(t1) und v(t2) liegen irrsinnig weit auseinander, ja, gar in zweierlei Seins-Beschleunigungs-Befindlichkeiten (Gal1 und Gal2?) – (Wer ist nun John Galt?! Fiel mir grad Ayn.) He. – Was mich umtreibt, ist folgendes: In unserem entschleunigten Universum bleibt das Mysterium von Sternbildern und Milchstraßen für Astrologen, Apokalyptiker und Liebende bestehen, wer aber nur einmal das Tempo schauen könnte, mit dem dieses Anordnungsfeld einer metauniversellen Spieleridentität – oder sind es mehrere –  erscheint, für uns Äonen, für sie ein Augenzwinkern, und erfasste darin das multidimensionaleRead More

Posted On Februar 1, 2014By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Don Winslow: Vergeltung

PFA, VTT, MAM, EKIA, BoNT, CRRC und die anderen kleinen Strolche ‒ Großes Getöse in den letzten Tagen um Don Winslows neues Buch „Vergeltung“. Nachdem TW (Deutschlandradio Kultur) und Tobias Gohlis (TG-Blog) kritisch vorgelegt hatten, gab es eine schöne Gegenrede von Marcus Müntefering (SPON) und ansonsten viel Ratlosigkeit und Gefühligkeitsgedöns. Thomas Wörtche hat noch ein paar Gründe mehr, Winslows Werk suspekt zu finden. Irgendwie fühlt man sich verpflichtet, erst einmal zu Protokoll zu geben: Don Winslow ist spätestens nach seinem kapitalen Roman „Tage der Toten“ einer der wichtigsten und bestenRead More

Posted On Februar 1, 2014By Carlo SchaeferIn Carlos, Crimemag, Kolumne

Carlos

Volkstümlich, christlich, alkoholisiert – Carlos fasst mal zusammen: In den achtziger und neunziger Jahren führte Eckard Henscheid verdienstvollerweise eine Liste mit Alkoholfahrten bayrischer Unionspolitiker, bis es ihm ob der schieren Menge wohl langweilig wurde. Ist man seitdem moralischer geworden in der CSU, gar der großen Schwester CDU? Nicht im Geringsten. Ist es nicht zauberhaft, dass es eben erneut einer aus der gewaltigen Christenunion ist, der seinen Doktortitel erschummelt hat? Großmütig mault er nun, auf den Titel zu verzichten, den er gar nie hatte. Der wievielte aus der Bande ist dasRead More
Polizist zu sein in dunkler Zeit – Philip Kerrs „Böhmisches Blut“, außerdem hat Alf Mayer exklusiv für CrimeMag ein Interview mit Philip Kerr geführt … In 40 Sprachen wird der britisch-schottische Autor Philip Kerr übersetzt. Auch wenn sich sein Bekanntheitsgrad hierzulande in Grenzen hält, seine Bernie-Gunther-Romane werden – weil es da Nachfrage gibt – in den Berliner Touristenläden vorrätig gehalten; weltweit prägen sie einen Blick auf Deutschlands Nazi-Vergangenheit mit, von dem viele von uns nichts ahnen. Jedoch, ich kann beruhigen. Dieses Bild ist keineswegs das schlechteste, ambivalent zwar und alles andereRead More

Posted On Februar 1, 2014By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Ian McEwan: Honig

Einfach herzerwärmend und aufregend, dieser Kalte Krieg Die beiden Romane „Honig“ und „Unschuldige“ von Ian McEwan spielen in England und Berlin zur Blütezeit des Kalten Krieges. Es geht um Spionage, geheimdienstlich geförderte politische Indoktrination junger Literaten, um Liebesaffären und um die nostalgische Verklärung einer Epoche, in der man noch altvertraute Feindbilder pflegen konnte. Von Peter Münder Wie lange braucht man eigentlich, um eine robuste männliche Leiche in handliche kleine Stücke zu zersägen? Die Thematisierung dieses Handwerkerproblems erwartet man ja eher von forensisch abgehärteten, stoischen Blut- und Grusel-Autoren wie Patricia CornwellRead More