Christian Brückner legt mit seiner Interpretation der hierzulande relativ unbekannten Erzählung „Ich und mein Kamin“ eine verborgene Bedeutung Herman Melvilles für die moderne Literatur frei. Von Jörg Auberg
Read More Nadja Küchenmeister: du stehst noch einmal hinterm haus. – Wer in der Literatur ‚Ich‘ sagt, hat ja immer schon die vorgebliche Einheit, die das Pronomen bezeichnet, zerrissen und dieses Ich in (mindestens) zwei gespalten: Sprecher und Besprochener, Erkennender / Erkannter usw. „Denn Ich ist ein anderer“, sagt Rimbaud und deutet auf die Wunde.
Read More Posted On Oktober 27, 2008By Gisela TrahmsIn Comic, Litmag
"Breakdowns" beweist einmal mehr, dass Art Spiegelman vor allem ein Comic-Künstler ist, dem mehr an der Erprobung visueller Möglichkeiten als am Transport griffiger Botschaften liegt. Von Gisela Trahms
Read More Posted On Oktober 27, 2008By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Denis Johnson ist zweifellos einer der bemerkenswertesten und eigenwilligsten amerikanischen Autoren mit Weltrang. Die Helden seiner Kurzgeschichten und Romane sind die Gescheiterten und Gestrandeten dieser Welt, deren Leiden, Hoffen und Suchen Johnson mit Bildern von intensiver Wucht schildert. Von Karsten Herrmann
Read More Sehr viel Spaß wegen seiner unfreiwilligen Komik hat uns vor Jahren die Ankündigung eines Romans von Leif Davidsen als „kosmopolitischer Thriller“ gemacht – auch, weil er US-Propaganda einfach in eine Spielhandlung umgesetzt hatte. Mit dem neuen Buch scheint’s auch nicht besser zu werden, befürchtet Kerstin Schoof.
Read More Posted On Oktober 25, 2008By Matthias PenzelIn Bücher, Litmag
Siesta und Gringo, die ersten zwei Bände einer auf fünf Bücher angelegten Hans-Herbst-Edition sind erschienen.
Read More Carolin Emcke möchte in ihrem Buch Stumme Gewalt die Sprachlosigkeit der terroristischen RAF-Täter durchbrechen und unterläuft in ihrem von Selbstgerechtigkeit durchtränkten Text eine Reflexion über die Ursachen des RAF-Terrorismus. Von Jörg Auberg
Read More Herbert Hindringer: flussbett. – Wunderbar verwebt Herbert Hindringer hier Melancholisches und Tröstliches, Vertrautes und Erstaunliches. ‚Das Leben ist anderswo‘, titelte einst Milan Kundera, und das Glück natürlich auch, wer hätte das nicht schon empfunden und beseufzt?
Read More Sackpfeife und Bänkellied – Was diese Bearbeitung des umfangreichen und wohlbekannten Stoffes so besonders macht, ist ihre Musikalität. Von Tina Manske Das wird schwierig! Über den „Simplicissimus“ von Grimmelshausen ist wohl schon alles gesagt worden, was man über ihn sagen kann. Inklusive: bedeutendster deutschsprachiger Roman der Barockliteratur, Entwicklungsroman, christliches Erbauungsbuch, Narrenspiegel. Und auch über Hans Clarin muss man eigentlich kein Wort mehr verlieren: Spätestens seit seinem „Pumuckl“ kennt ihn jedes Kind, und bis zu seinem Tod vor drei Jahren war er einer der umtriebigsten Schauspieler dieses Landes. Hörspielfans schätzen ihn
Read More Links und lebensfroh Der italienische Publizist und Politiker Vittorio Foa verkörperte jenen sehr, sehr seltenen Typus eines linken Intellektuellen, Gewerkschafters und Politikers, der im Alter aufrecht und ohne jede Verbitterung auf seine Vita zurückblicken konnte. So ging von ihm immer mitreißende Lebenslust und unwiderstehliche Neugierde auf die Zukunft aus. Von Carl Wilhelm Macke Typisch Foa. Auf einem immer wieder gerne in den Zeitungen reproduzierten Foto sind drei für die Nachkriegsgeschichte Italiens bedeutende Intellektuelle zu sehen. Links auf dem Bild steht die etwas skeptisch blickende, eher zurückhaltende Schriftstellerin Natalia Ginzburg. Rechts
Read More Die Türkei ist Gastland der diesjährigen Buchmesse. Deswegen interessiert man sich auch gerade für den türkischen Kriminalroman. Doch Achtung, so einfach ist es in diesem Fall mit den üblichen Wahrnehmungs-Routinen nicht abgetan. Ein eher misstrauischer Einwurf von Thomas Wörtche
Read More Bushido oder Sido, Pose oder Posse – der Original Gangsta, der die mean streets hinter sich ließ, um seinen Shit zu vergolden, ist Ice-T ... denn er knackte als einziger den Jackpot, mit Body Count, einem Album wie kein anderes.
Read More Posted On Oktober 16, 2008By Carl Wilhelm MackeIn Litmag, Lyrik
Ich kam und ich gehe wieder Dank dieser Edition von Gisela Kraft kann man wieder Gedichte von Nazim Hikmet lesen, den ganzen Hikmet – und nicht nur den politisch zurechtgestutzten (und zensierten?) Kommunisten Hikmet. Von Carl Wilhelm Macke „Das vorliegende Buch“, schreibt die Übersetzerin und Editorin Gisela Kraft in ihrem Nachwort, „wendet sich nicht an die Linke des vergangenen Jahrhunderts, sondern an Jetztmenschen.“ Man hätte sich diesen Satz in die Einleitung gewünscht, vielleicht sogar als Widmung. Wenn ‚die Linke’ des vergangenen Jahrhunderts, was immer man sich heute in Zeiten einer
Read More Carl Christian Elze: es ist. – Die Terzette lösen die Realitätsreste völlig auf, alles ist nur noch Rede, Sprache, Wort, und durch die pausenlose Wiederholung von ‚gesagt‘ ergibt sich der Eindruck: Gelaber, nicht enden wollendes Gebrabbel, in dem ein Ich darum kämpft, sich überhaupt in den Konturen seiner Individualität wahrzunehmen.
Read More In seinem biografischen Roman Alabama Song über das Künstlerehepaar Francis Scott und Zelda Fitzgerald assembliert Gilles Leroy altbekannte Materialien zu einem Oberflächenporträt, das in seiner kunstgewerblichen Drapierung zumindest den literarischen Marktwert des Autors erheblich steigerte. Von Jörg Auberg
Read More "Das Mörderische neben dem Leben" von Thomas Wörtche wagt en passent, auf der Basis kurzer Texte aus 15 Jahren, das Paradoxon einer Literaturtheorie, die eigentlich gar nicht möglich ist - und gewinnt, weil das große Ganze eben nur beiläufig und fragil, in der Multiplikation der Kleinigkeiten aufscheint. Von Ulrich Noller
Read More Die Mühen des Alltags Der schreibende Kriminalhauptkommissar Norbert Horst überzeugt auch mit seinem vierten Kriminalroman Sterbezeit. Ein gekonntes Stück Kriminalliteratur, in dem es um unspektakulären Ermittleralltag und einen spektakulären Fall von vorgestern geht. Frank Rumpel klärt auf … Wer schon mal bei einer Feuerwehrübung zugeschaut hat, wird gemerkt haben, dass es die dort vermutete Hektik nicht gibt. Genau dieses professionell Unaufgeregte prägt auch den neuen Roman von Norbert Horst. Er will Ermittlungsalltag beschreiben. Ermittlungen aber, lässt Horst seinen Protagonisten, den Kriminalhauptkommissar Konstantin Kirchenberg sagen, sind „eine Menge kleiner Schritte, von
Read More Bushido lässt sich zum 30sten seine Autobiographie dichten, Ulrich Noller hat sie gelesen und findet sie … naja … und 8tung, schlimme Wörter …
Read More Ron Winkler: Atlas der Stiche. – Absurd!, ist vielleicht die erste, spontane Reaktion auf das, was das Du tut. Dabei wird doch nur ein Verfahren geschildert, das jeder täglich vollzieht: Sich selbst abzubilden in Reden, Gedanken und Bildern und sich damit zur Welt aufzubauschen.
Read More Nachsommer – Gerhard Falkner hat mit „Bruno“ dem Bären gleichen Namens und seiner traurigen Geschichte ein würdiges Denkmal gesetzt – und dabei eine wundervolle Künstlernovelle geschaffen, meint Tina Manske. Wir alle erinnern uns an den Sommer 2006, als ein verirrter Braunbär Mitteleuropa in Atem hielt. Viele Menschen empfanden das durch heimische Wälder und Wiesen stapfende Tier als ökologisches Geschenk, mindestens ein Bayer aber verlor jeglichen Halt und hielt unverständliche Vorlesungen über Normal- und Problembären, die uns noch heute zu amüsieren vermögen, und ein paar von Stoibers Landsleuten schossen schließlich scharf.
Read More Igor Stiks Roman lüftet das stattliche Geheimnis um das Schicksal eines Schriftstellers vor der Kulisse des Balkankriegs einerseits, den Schatten der historischen Katastrophen des letzten Jahrhunderts andererseits. Von Senta Wagner
Read More Matthias Gnehm aus Zürich treibt das Pathos der Aufklärung, die Identifikation des Mörders in den hellen Wahnsinn. "Das Selbstexperiment" ist ein Irrgarten mit komischem Ausgang und dabei die reine Freude. Thomas Wörtche hat sich das Bild/Text-Labyrinth angeschaut.
Read More Wir können mit dem realen Afrika und seinen Problemen kaum etwas anfangen. Gerade putzige „Grimmis“ aus der Gegend belegen das immer wieder – nur Afrika ohne unschöne Realitäten „verkauft“ sich angeblich. Das stimmt aber nur bedingt – unsere Autorin Lena Blaudez hat für uns mit leiser Skepsis ein Sachbuch zum Thema gelesen.
Read More Eine Anthologie der New Yorker Zeitschrift n+1 zeugt von der Lebendigkeit der intellektuellen Kritik der herrschenden Zustände jenseits des stromlinienförmigen Kulturmarktes. Jörg Auberg
Read More Uljana Wolf: auf einen alten tornister. – Der alte Tornister! Da liegt er im Winkel der Abstellkammer, verstaubt und eingedellt, und sein Anblick schwemmt eine Flut von Kindheitserinnerungen heran, bittere und süße… So denken wir uns das, wenn wir den Titel lesen, und täuschen uns gründlich.
Read More Posted On September 29, 2008By Joerg von BilavskyIn Bücher, Litmag
Scharfes Sittenbild Aravind Adiga wirft in seinem Romandebüt „Der weiße Tiger“ einen bitter-ironischen Blick auf die Gesellschaft des Globalisierungsgewinners Indien. Von Jörg von Bilavsky Genetisch gesehen gibt es zwischen den indischen Kasten kaum einen Unterschied. So die überraschenden Ergebnisse einer jüngst veröffentlichten Forschungsstudie. Vor sieben Jahren behaupteten andere Wissenschaftler noch, die höheren Kasten seien eher mit den Europäern verwandt. Doch wie Anthropologen und Genetiker das indische Erbgut auch auseinanderdröseln, die indische Gesellschaft teilt sich noch immer in Herren und Diener. Daran scheinen weder die Gene noch die Globalisierung etwas geändert
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