Selim Özdogan über das Schreiben, die Musik, den Rausch, das Netz, die Liebe und seinen Roman "Zwischen zwei Träumen". Das Gespräch führte Ulrich Noller
Read More Über den Rhythmus seiner Sprache, über die Dynamik seiner Worte, über mal poetische, mal hart-realistische Momente bringt Selim Özdogan seine Geschichte so zum Pulsieren, dass man sich in ihren besten Momenten fast im Reich eines der Träume wähnt, um die es in der Story geht. Von Ulrich Noller
Read More Wenn Carlos Balmaceda so weitermacht, dürfte Mar del Plata bald leergefegt sein. In dem traditionellen argentinischen Seebad am Südatlantik geschieht nicht nur gelegentlich ein schlichter Mord. In seinem vornehmsten Restaurant wurde bereits vor einer Weile eine Frau von ihrem Säugling verspeist. Und seit neuestem ist ein gnadenloser Serienkiller unterwegs. Eine Rezension zweier Balmaceda-Romane von Eva Karnofsky
Read More Kleine Kriminalistik für Krimis. Heute: Alles nix, wenn die Voraussetzungen nicht stimmen
Read More In dem ganzen Mediengetöse und -gehype um Film & Buch gehen die Perlen oft unter. Das ist nichts Neues, aber auf jeden Fall immer wieder ärgerlich. Im Fall von David Ignatius und einem Film von Ridley Scott möchte Matthias Penzel das so nicht hinnehmen …
Read More Last Exit Littleton Wer einmal lügt, dem traut man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht. James Siegel nimmt sich das Sprichwort zu Herzen und strickt daraus die Tragödie eines Starreporters. Wenig einleuchtend für Jörg von Bilavsky Journalisten haben die Wahrheit nicht gepachtet. Aber bei der Wahrheit sollten sie schon bleiben. Verstoßen sie einmal oder mehrfach gegen den Pressekodex, dann werden sie selbst verstoßen. Starreporter Tom Valle hat sechsundfünfzig Mal mit der goldenen Regel des Journalismus gebrochen, bevor ihm Redaktion, Richter und Psychotherapeuten seine Lügengeschichten von bombenlegenden Kinderärzten oder
Read More Petra Vesper ist von Hanif Kureishis Roman, dem unkonventionellen Erzählstil und den schrägen Charakteren im multikulturellen London begeistert – auch wenn, oder gerade weil die Lektüre große Konzentration erfordert.
Read More Posted On Januar 26, 2009By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Thomas Podhostnik, Leipziger Regisseur und Autor, beschreibt in seinem Debütroman seine Kindheitserfahrungen in einer Migrantenfamilie. Eine wunderbar gelungene Geschichte, findet Frank Schorneck
Read More Vor fast 20 Jahren starb Thomas Bernhard. Nun spricht er wieder, zart und bissig und in keiner Weise überholt. Von Gisela Trahms
Read More Es gibt Romane, die treiben einen an den Rand der Schizophrenie. Philip Kerrs neuer Thriller über Argentinien und die Nazis: "Das Experiment" zählt dazu. Von Seite zu Seite wuchs der Ärger angesichts geballter, ja unverantwortlicher Geschichts- und Sprachverhunzung. Aber weil das Buch so spannend war, hat Eva Karnofsky allem Entsetzen zum Trotz doch weitergelesen …
Read More Eins sollte man nie vergessen: Immer vergewissern, dass die Waffe geladen ist! Falls wir einmal als Söldner arbeiten sollten, wird uns nach der Lektüre von Andy McNab’s "Die Abrechnung" der eine oder andere Fehler nicht mehr unterlaufen können, denn nun wissen wir fast alles. Auch, wie bei einer Ladehemmung der AK-47 zu reagieren ist. Das ist nicht nur nützlich, meint Lena Blaudez, sondern auch ganz schön realitätstüchtig.
Read More „Auch bei der RAF könnte es Personen mit sehr unterschiedlichem Informationsstand gegeben haben. Es finden sich Anzeichen dafür, dass es inzwischen dem einen oder anderen der ehemaligen Terroristen dämmert, dass ihre verbrecherischen Aktionen auch anderen Zielen gedient haben könnten als denen, die ihnen damals ihre unmittelbaren Anführer verkündeten.“
Michael Buback: "Der zweite Tod meines Vaters"
Read More Horror-Romane sind in der literarischen Hackordnung noch weit niedriger angesiedelt als andere Genres. Und wenn man daran glaubt, dass das wirklich so ist, verpasst man schnell eine Menge guter Literatur. Nicht passiert ist das glücklicherweise Susanna Mende …
Read More Von der Territion zur Garotte – Lorenzen setzt seine Hauptfigur Claus Jordan direkt ins Zentrum des Geschehens einer beängstigenden Gesellschaft. Und beinahe wäre dieser bemerkenswerte Roman im Zuge des allgemeinen kulturhistorischen Gedächtnisverlustes untergegangen. Dass dem nicht so ist, freut Tina Manske. Der Kunsthändler Claus Jordan und seine Frau Susanne kommen von einer Reise zurück und machen auf dem Heimweg nach Frankfurt noch einen kurzen Zwischenstopp in Bad Walden, einem Kurort im Hochschwarzwald. Doch der Aufenthalt wird alles andere als erholsam. Die Einwohner von Bad Walden verhalten sich äußerst merkwürdig, sie
Read More Hilfsausdruck Seelenverwandtschaft Simon Brenner ist wieder da, Wolf Haas’ Detektiv mit Polizeivergangenheit. Er nimmt Antidepressiva, hat aber einen coolen Job als Chauffeur des wohlhabenden Bauunternehmers Kressdorf. Er karrt die zweijährige Helena zwischen Mutter und Vater hin und her, zwischen Wien und Kitzbühel. Bis ihm eines Tages an einer Tankstelle das Kind vom Rücksitz geklaut wird. 100 Entführungsstunden später weiß Christiane Geldmacher warum. Ausgerechnet dem Brenner kommt so eine Zweijährige abhanden, einem Expolizisten, Exdetektiv. Und kurze Zeit später hat er deswegen keinen Job mehr, keine Wohnung, kein Auto. Stattdessen wird er
Read More Die Arbeiten der Fotografin und Schriftstellerin Monika Bulaj geben uns Anstöße, wieder das suchende, geduldige Sehen zu lernen. Ein Porträt von Carl Wilhelm Macke
Read More Kleine Kriminalistik für Krimis. Heute: Fön in der Badewanne
Read More Ein Klassikercheck von Tobias Gohlis.
Read More „Und und und, oder oder oder“ – Mit Verve werden hier Selbsthass, Verbitterung, Trostlosigkeit und kaum von Nostalgie abgeschwächte Melancholie zutage gehoben. Von Tina Manske Nach seinem Bestseller Fleisch ist mein Gemüse (mittlerweile verfilmt) ist Die Zunge Europas bereits Strunks zweiter lesenswerter Streich. Zu erzählen gibt es eigentlich nichts (und so ist auch die Gattungsbezeichnung „Roman“ auf dem Umschlag nur Irreführung), denn die sieben Tage aus dem Leben des Markus Erdmann, seines Zeichens ziemlich erfolgloser Texter und Gagschreiber, verlaufen relativ ereignislos. Die Zunge Europas ist vor allen Dingen eine Folie,
Read More Immerhin etwas, was als Schweizer Novelle über eine Tragödie in Peking erzählt werden soll. Zum Beispiel von Jörg Amann: Pekinger Passion. Die Form macht’s, stellt Joachim Feldmann fest ...
Read More „Mein Schicksal hatte sich ohne mein Zutun vollzogen, es spielte überhaupt keine Rolle, was ich dachte und ob ich anwesend oder abwesend gewesen war. Man hätte mich genauso gut aus dieser Geschichte entfernen und an meiner Stelle irgendjemand anderen setzen können. Markieren. Ausschneiden. Einfügen. Ich bereute nichts, empfand nach den Tagen voller beziehungsloser Ereignisse nur eine verkaterte Leere..."
Johannes Gelich: "Der afrikanische Freund"
Read More Keller, der nette Killer von nebenan, checkt nur sehr ungern in Hotels ein, in denen man nicht HBO empfangen kann – das spricht schon einmal sehr für ihn. Aber eine Menge anderer Dinge auch. Unsere pp Verlagslandschaft (re-)produziert lieber olle noir-Kamellen, statt grimmig-witziger Bücher. Vielleicht gar nicht so falsch, mein Michael Wuliger, Literatur-Redakteur der Jüdischen Allgemeinen (www.jüdische-allgemeine.de) und wundert sich höchstens über das milde Ende des kleinen Zyklus.
Read More Ehefrust und Liebeslust Tim Binding räsoniert in „Cliffhanger“ über fehlgeschlagene Beziehungen und Mordversuche. Die meisten Leser finden das Buch saukomisch. Viele Kritiker auch und der Verlag erst recht. Sie kriegen sich sogar kaum noch ein. Das ist Jörg von Bilavsky schlicht schleierhaft … Was tun, wenn die Ehefrau nervt? Scheiden, Schweigen oder Schubsen. Der 50-jährige Taxiunternehmer Al Greenwood entscheidet sich für Letzteres. Gelegenheit und Gegend sind günstig. Schließlich lebt er mit seiner Gattin in einem Haus direkt am Ärmelkanal. Genauer gesagt unweit einer abgrundtiefen Klippe, die zum Spazieren wie zum
Read More Alle kennen wir ihn, Paco Ignacio Taibo II und seine monumentalen Kriminalromane aus Mexiko. Einer seiner besten, "Vier Hände", erscheint jetzt in Spanien als Comic. Francisco J. Ortiz hat ihn gierig verschlungen. Die Rezension hat Doris Wieser aus dem Spanischen übersetzt.
Read More Fremdsprachige Buchtitel werden oft nicht übersetzt, sondern überdichtet. Hartleys Roman trat als "Der Zoll des Glücks" vor deutsche Leser, das war 1955 und wir lassen es lieber unkommentiert. Jetzt heißt die Neuausgabe wie das Original "The Go-Between", und mit Recht. Kein Begriff könnte plastischer ausdrücken, was der Protagonist Leo Colston tut: Er geht zwischen einem Mann und einer Frau hin und her. Von Gisela Trahms
Read More Der Wurstler Ist es der Hass auf Literatur oder auf das Leben, das einen Menschen zum Brandstifter werden lässt. Clarkes „Leitfaden zum Abfackeln von Schriftsteller-Residenzen“ weiß auf beides keine richtige Antwort. Von Jörg von Bilavsky Wenn der liebenswürdig schrullige, mitunter exzentrische Harry Rowohlt ein Buch übersetzt, dann muss es ein außergewöhnliches sein. Zumindest ein außergewöhnlich Schräges. Denken wir nur an die herrlich grotesken Werke Flann O’Briens, Robert Crumbs oder David Sedaris’, die der Sohn des Verlegers Ernst Rowohlt entdeckt und ins Deutsche übertragen hat. Brock Clarkes „Leitfaden“ ist vielleicht stilistisch
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