Kleine Kriminalistik für Krimis. Heute: Gentests, der Fluch des Krimis
Read More Stella Rimington, die mit Beutezug ihren dritten Spionagethriller vorlegt, könnte man als jüngstes Mitglied im Club der „Schriftstellerspione“ bezeichnen. Von Susanna Mende
Read More Frust und Lust Der Mensch ist schlecht. Wieso also das Böse nicht auch bei den vermeintlich Guten suchen? Oliver Bottini spürt es selbst in den Reihen der Kriminalpolizei auf und wundert sich auch noch. Jörg von Bilavsky wundert sich nicht mehr – höchstens über den Hype um Bottini. Oliver Bottini nimmt es sehr genau mit seinen Figuren, seinen Themen und dem Alltag der deutschen Kripo. Wirklichkeitsnahe Polizeiarbeit und knisternde Spannung sollen sich nicht ausschließen, der Plot und die Motive so plausibel wie möglich sein. Vor allem möchte der erfolgreiche Krimiautor
Read More Jahrhundertealte Diskreditierung Dass die abendländische, patriarchale Kultur das weibliche Geschlechtsorgan über Jahrhunderte verschwiegen und im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln gehalten hat, dürfte weitgehend bekannt sein, Sanyal aber legt akribisch dar, welch beträchtlicher Aufwand dafür betrieben wurde. Von Tina Manske Selbst aufgeklärten Frauen des 21. Jahrhunderts fehlen die Worte, wenn sie über ihr Geschlecht sprechen. Formulierungen wie ‚das da unten‘ oder ‚zwischen den Beinen‘ sind immer noch an der Tagesordnung, wenn’s hoch kommt nimmt man auch schonmal das Wort ‚Muschi‘ in den Mund, klingt ja auch irgendwie niedlich. ‚Fotze‘
Read More Posted On April 27, 2009By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Die Liebe und die Leidenschaft mit all ihren Höhen und Abgründen – das sind die Themen von Susanne Heinrichs Erzählungen und Romanen. Exemplarisch für eine ganze Generation leuchtet die talentierte Nachwuchsautorin deren schillernde Facetten auch in ihrem neuen Roman aus. Von Karsten Herrmann
Read More Die Einsamkeit des Marathon-Schreibers Peter Münder über den britischen Autor Alan Sillitoe, der am 25.4.2010 mit 82 Jahren in London gestorben ist. Er hat zwar über fünfzig Bücher veröffentlicht, neben Romanen auch Gedichte, Theaterstücke und Kindergeschichten geschrieben, doch Alan Sillitoe, der brillante, gnadenlose Kritiker des britischen Zweiklassensystems, wird wohl immer nur als Verfasser seiner beiden berühmtesten Werke Samstag Nacht und Sonntag Morgen (1958) und Die Einsamkeit des Langstreckenläufers (1959 veröffentlicht, 1962 von Tony Richardson verfilmt) in Erinnerung bleiben. Die beiden heroischen Außenseiter Colin Smith, ein 17jähriger Sträfling und der rauflustige
Read More „Red’s in a Sackl und stell’s vor die Tür.“ Sabina Naber: "Die Lebenstrinker"
„’Wir hören den ganzen Tag lang einfach nur zu’, sagte ich patzig.“ Edith Kneifl: "Glücklich, wer vergisst"
Read More Schlichtweg spannend Das tut gut. Endlich wieder einmal schnörkellose Krimihörspiele. Keine privaten Krisen bei den Kommissaren, keine stundenlange Seelenschau, keine überflüssige Action. Einfach pure Spannung, pure Kombinatorik und der Knalleffekt. Jörg von Bilavsky freut sich über Hörspiele. Nikolai von Michalewsky (1931–2000) war nicht grundlos einer der meistgebuchten Hörspielautoren Deutschlands. In fast 40 Jahren hat er knapp 30 Kriminalhörspiele hauptsächlich für Radio Bremen und den WDR erdacht. Drei seiner besten aus den späten 80er- und frühen 90er-Jahren sind jetzt erstmals auf CD gepresst worden. Das sind noch viel zu wenige, wenn
Read More Es reicht nicht zur Vision Maria Svelands Bitterfotze beginnt als wütende Rundumanklage gegen ein System, das Frauen immer noch auf Sparflamme hält, unterdrückt und klein haut – und enttäuscht am Ende doch mit einer Affirmation des heteronormativen Weltbilds. Von Tina Manske Die dreißigjährige Sara nimmt sich eine Woche Urlaub und fliegt nach Teneriffa ohne ihren Mann und ihren kleinen Sohn. Der Grund ihres Ausflugs ist eine erwünschte Auszeit, da sie beginnt, eine verbitterte Frau zu werden. „Ich bin richtig bitterfotzig“, sagt sie, und ihr fällt auf, dass ihr täglich Bitterfotzen
Read More Einen Frosch heiraten, einen Geist herbeirufen, sich selbst verschwinden lassen – Millhausers elegant erzählte Fantasien werden Leser mit Sinn für Grenzerweiterungen bestens unterhalten. Von Gisela Trahms
Read More Hinter dem Pseudonym J.M. Calder verbergen sich die beiden australischen Autoren John Clanchy und Mark Henshaw, die nach ihrem gemeinsamen Erstling "If God Sleeps", nun einen „Bestseller“ geschrieben haben. Ob das gut geht? Nadja Israel ist sich da nicht so sicher
Read More Gerade ist Guillermo Martínez Roman Roderers Eröffnung erschienen, über den wir in Kürze berichten werden. Als Einstimmung darauf hat sich Doris Wieser Der langsame Tod der Luciana B. (2008) vorgenommen, und wie immer bei argentinischen Autoren lohnt sich ein Blick zu der Nationalinstitution Jorge Luis Borges und überhaupt nach Lateinamerika.
Read More Kleine Kriminalistik für Krimis. Heute: Wie lange ist er denn nun schon tot?
Read More Mit Claudio Magris' Veröffentlichungen (zuletzt Ein Nilpferd in Lund) kann man sich auf Reisen quer durch die europäische Kultur begeben. Ein Glückwunsch zum 70. von Carl Wilhelm Macke.
Read More Dada in Dresden Ein gestürzter Thron, ein sinkendes Staatschiff und groteske Charaktere in einem sehr freien Hörspiel nach Alfred Jarrys „Ubu Roi“. Von Jörg von Bilavsky. Mit „Ubu Roi“ ist kein Staat zu machen. Das wissen alle, die das Bühnenstück des französischen Schriftstellers Alfred Jarry aus dem Jahre 1888 kennen. Dennoch ist man als Liebhaber des Originals gespannt, wie sich „Ubu Rex Saxonia“ im gleichnamigen Hörspiel als eigenmächtig hochgeputschtes Staatsoberhaupt am Dresdener Hof so durchschlägt. Mehr schlecht als recht möchte man sagen. Und das gilt auch für das äußerst ambitionierte,
Read More Tja, peinlich – da starten wir eine kritische Kolumne und schon lässt das zerknirschte Lektorat einen fetten Druckfehler stehen. Danke, liebe genaue Leserinnen und Leser, für die vielen schnellen Hinweise! Klaus Kamberger grübelt über die möglichen Folgen und knöpft sich dann eine Erfolgsautorin vor …
Read More David Lodge hat in seinem ebenso verstörenden wie bewegenden Roman "Wie bitte?" die Irrungen und Wirrungen eines schwerhörigen Professors beschrieben. Von Peter Münder
Read More Wie macht der Delphin?
Gute Laune ist oft schreikomisch, sollte aber in homöopathischen Dosen genossen werden: Auf Strecke geht diesem nach (Anti-)Pointen schnappenden Text schnell die Puste aus. Von Stefan Beuse
Read More Frankreich hat 2006 das preisgekrönte Debüt eines Seelenkundigen auf den Markt gebracht, jetzt liegt die deutsche Übersetzung vor. Laurent Quintreau beleuchtet in "Und morgen bin ich dran". Das Meeting eine Managersitzung und lässt dabei tief blicken. Von Senta Wagner
Read More Hierzulande konnte der finnische Autor Markku Ropponen noch nicht so recht Fuß fassen. 1997 erschien sein Roman Ein Mann verschwindet im Regen. Zwölf Jahre später bringt nun der Piper-Verlag Ropponens Reihe um den Detektiv Otto Kuhala auf den Markt. Der erste Teil zeigt gute Ansätze. Bleibt abzuwarten, ob die Folgebände dieses Versprechen einlösen können. Frank Rumpel ist eher optimistisch.
Read More Pablo De Santis schreibt Werke voller Anspielungen, indirekten Zitaten und Allusionen, die abwechselnd aufklärerisches, revolutionäres, modernes oder postmodernes Gedankengut ins leicht Absurde verzerren. Doris Wieser sprach mit dem argentinischen Autor.
Read More „Meine Güte, versetzte er. Hat es wirklich so lange gedauert, bis Sie das merken?“
Glenn Cooper: "Die Namen der Toten"
Read More „Nachlass zweier Massenmörder“ Die Mutter aller Schulmassaker: Zusammenstellung von Dokumenten aus den Gerichtsakten zur Tragödie an der Columbine Highschool im April 1999 Von Tina Manske Den Veröffentlichungstermin dieses Buches hätte der Eichborn Verlag Berlin besser nicht „treffen“ können. Das Rezensionsexemplar erreichte mich just an dem Tag, als in Winnenden ein durchgeknallter Jüngling 15 Menschen erschoss, beim ersten Durchblättern lief die Waiblinger Pressekonferenz im Fernsehen. Und es scheint nicht unwahrscheinlich, dass Tim K. die Protagonisten dieses „dokumentarischen Romans“ zu Vorbildern erkoren hatte. Ich bin voller Hass – und ich liebe es
Read More Im zweiten Teil der großen Hommage an Raymond Chandler sehen wir, wie man ihn gesehen hat: Als Persönlichkeit, als Erfinder der Ikone Marlowe, welche Wirkung er auf Leute, Filme, Comics und überhaupt auf die Kunst des 20. Jahrhunderts hatte und welche Erfahrungen man machen kann – mit ihm und über ihn. Chandler ist und bleibt eine Schlüsselfigur. Von Matthias Penzel
Read More Die beiden Schachgenies Alexander Aljechin und Raoul Capablanca waren anfangs enge Freunde, dann erbitterte Gegner – Fabio Stassi beschreibt diese Rivalität und den mysteriösen Tod Aljechins in seinem Roman "Die letzte Partie". Von Peter Münder
Read More Genres sind nicht unbedingt allzu säuberlich von einander getrennte Dinger. Sie hängen vielfältig zusammen und sind schon gar nicht nationalliterarisch zu sortieren. Aktuell nicht und historisch schon gar nicht. Deswegen hat sich Nadja Israel für uns in ihre Persona – „Frau E.“ – begeben und berichtet von einer sehr, sehr, sehr seriösen Tagung zum Thema.
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