Posted On September 1, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Schwimmen, schwimmen Für den Autor Paul Morand gibt es nur einen wirklich überzeugenden und dazu genussreichen Grund, in der Welt zu sein: wo und wann immer es möglich ist, an den Meeresküsten zu schwimmen und dabei Betrachtungen über das Leben, die Kunst, die Architektur und die Natur anzustellen. Eine Hommage auf das Schwimmen jenseits des Leistungssports. „Die Strände werden nun verlassen, die tristen Strände, wo das Meer seufzt. Bald werden die Landstriche, auf denen die roten Sonnenschirme blühten, nichts mehr als kahle Bäume besitzen.“ Damit beginnt eine kleine Plauderei von
Read More Posted On August 29, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Mit vollen Segeln gelebt „Die Großartigkeit dieses Buches“, so der vielbelesene triestiner Schriftsteller Claudio Magris, „hat bislang noch nicht die ihr gebührende Beachtung und internationale Würdigung gefunden.“ Dass die „Bekenntnisse eines Italieners“ von Ippolito Nievo im deutschen Sprachraum bis jetzt wenig oder überhaupt nicht bekannt waren, mag an den bisherigen Übersetzungen des Buches gelegen haben. Man konnte diesen Riesenroman nur in gekürzten, vorallem aber schrecklich verstaubt übersetzten Fassungen lesen. Die unter dem irreführenden Titel „Pisana“ bei Suhrkamp erschienene Fassung von Charlotte Birnbaum ließ diesen so ungemein lebendigen, temporeichen, auch ironischen
Read More Posted On August 29, 2005By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Ohne Leid kein Preis Der 25-jährige Amerikaner Joey Goebel debütiert mit einem frechen Angriff auf unsere schöne neue Medienwelt. Mit sieben Jahren erhält der siebenjährige Vincent von seinem Manager einen wegweisenden Brief: „Du wirst nie glücklich sein […] Dir stehen harte Zeiten bevor, Kleiner. Du bist gewarnt.“ Der hochbegabte und aus einer kaputten Familie stammende Vincent ist das Versuchskaninchen in einem wahnwitzigen Experiment des krebskranken Medienmoguls Foster Lipowitz. Nachdem dieser die Welt in einen sinn- und keimfreien, gnadenlos nivellierten Unterhaltungskosmos verwandelt hat, möchte er die Welt vor seinem Tod noch
Read More Strahlende Verbrechen Ende April 1986 versetzte der atomare Super-GAU in Tschernobyl die ganze Welt in Panik. Knapp zwanzig Jahre später herrscht in den Medien eine ähnliche Totenstille wie in der 30 Kilometer großen Sperrzone rund um den Atomreaktor. Nun lässt der Autor des Bestsellers „Gorki Park“ seinen Chefinspektor Arkadi Renko auf dem kontaminierten Gelände ermitteln. Was er dort entdeckt, ist erschütternd und ernüchternd zugleich. Dass neureiche Russen Selbstmord begehen, ist so wahrscheinlich wie eine schnelle Entseuchung des radioaktiv verstrahlten Tschernobyl. Zu dieser Einsicht gelangt auch der Moskauer Chefinspektor Arkadi Renko,
Read More Kollabierende Ungewissheit „Und wenn die erste Explosion London erschüttert…“ – kein Prophet, sondern wohl nur ein kritischer Realist musste Ian McEwan sein, um die Terroranschläge von London literarisch vorherzusagen. Der im Jahr 2003 bevorstehende Irakkrieg und seine unabsehbaren Folgen bilden die Folie seines neuen Romans „Saturday“. In London versammeln sich am 15. Februar zwei Millionen Menschen zu einer Friedensdemonstration. Derweil fährt der Neurochirurg Henry Perowne mit seinem silbernen Mercedes S 500 zum Squash-Spiel mit einem Kollegen. Auf der Fahrt kommt es zu einer schicksalhaften Kollision mit dem Schläger und Kleinkriminellen
Read More Posted On Juli 14, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Abschiedsworte Eine Sammlung von Nachrufen auf verstorbene Schriftsteller, Musiker, Filmregisseure und Journalisten aus den letzten dreissig Jahren. In dem wunderbaren Roman von Antonio Tabuchi „Erklärt Peireira“ gibt es einen arbeitslosen Journalisten, der sich bei einer Tageszeitung bewirbt, weil er spezialisiert sei auf Nekrologe. Da nun mal auch der berühmteste Zeitgenosse irgendwann einmal sterben wird, ist das Verfassen von Nachrufen ein krisenunabhängiges journalistisches Genre. Aber von dieser profanen Sicht einmal abgesehen, ist das Gedenken eines Verstorbenen, dem die Welt, vielleicht aber auch nur ein kleiner Kreis von Freunden viel verdankt, immer
Read More Argentinische Feinkost Spannende literarische Feinkost bieten die hierzulande noch unbekannten argentinischen Autoren Juan José Saer und Guillermo Martinez und führen dabei in die Tiefen von Wahrheit, Wirklichkeit und Logik. Ein unheimlicher Serienmord an alten schutzlosen Frauen in Paris ist der rote Faden in Juan José Saers Roman „Ermittlungen“. Der Täter hinterlässt dabei ein schier unbeschreibliches „Schlachtfeld der Auslöschung und Extravaganz“, doch keinerlei für den mit unermüdlicher Leidenschaft ermittelnden Kommissar Morvan verwertbare Spuren. Doch eine „obszöne Geometrie des Verbrechens“ führt immer näher an die Sonderdienststelle heran und der Täter scheint aus
Read More Posted On Juli 11, 2005By Karsten HerrmannIn Bücher
Extra Hard Boiled Nach dem Debüt-Roman des jungen Briten David Peace fühlt sich der Leser, als wäre er ganz fürchterlich unter die Räder gekommen – so wie der Protagonist Edward Dunford, für den am Ende keine Hoffnung bleibt. Der 13. Dezember 1974, der Tag, an dem er auch seinen Vater zu Grabe trägt, ist zugleich der erste Arbeitstag von Edward Dunford als Gerichtsreporter bei der Evening Post in Yorkshire. Ein Tag zuvor ist die 10jährige Clare auf dem Nachhauseweg von der Schule verschwunden. Das Greenhorn Dunford, das sich gegen seinen
Read More Psychotrip ins Leere In seinem neuen Roman schickt Leander Scholz seine Leser in einen um die Auswüchse der modernen Medizin kreiselnden Psychotrip. „Go West“ hieß einst das Credo der amerikanischen Pioniere und hundert Jahre später propagierte William S. Burroughs schon das Bewusstein als das letzte neu zu entdeckende Territorium. In seinem neuen Roman „Fünfzehn falsche Sekunden“ zeigt Leander Scholz nun, das dieser neue Westen durch Gen- und Transplantationstechnik sowie Psychopharmaka gnadenlos der Manipulation ausgeliefert ist und selbst der Tod nicht mehr das ist, was er einmal war. Scholz Protagonistin Celeste
Read More Schiere Existenz Belehren und Erfreuen sind immer noch keine schlechten Kriterien für Bücher. Fergus Flemings erzählendes Sachbuch über den Versuch der Franzosen, die Sahara zu kolonialisieren, erfüllt beide. Erstens habe ich viel gelernt. Nämlich wie die Franzosen nach dem Einmarsch in Algier 1830 in einem grotesken Gemisch aus kolonialer Gier, blankem Größenwahn, bis an die Zähne bewaffneter Indolenz und administrativer und militärischer Inkompetenz sich die kontinentgroße Sahara fast zufällig und von Debakel zu Debakel einverleibt haben. Auf eine dumme Expedition folgte die nächste, auf eine militärische Katastrophe ein dürrer Pyrrhus-Sieg,
Read More Posted On Mai 19, 2005By Joerg von BilavskyIn Bücher, Litmag
Seelenstriptease Was ist an den Entzugsproblemen eines schwulen „Werbealkoholikers“ mit traumatischen Kindheitserlebnissen so interessant? Augusten Burroughs gibt uns in seinem neuen Buch mit selbstkritischer Offenheit und geschickt getarnter Oberflächlichkeit Auskunft. Wenn Europäer ihre Meinung über Amerika und die Amerikaner kundtun, fällt entweder der Satz vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten oder vom Land der unbegrenzten Oberflächlichkeiten. Burroughs weiß diese Vorurteile auf eine lockere und zugleich schockierende Art zu bestätigen und gleichzeitig zu entkräften. Diese Ambivalenz kennzeichnet den Charakter und das Handeln des Protagonisten Augusten, der bewusst als Alter Ego seines Schöpfers
Read More Paris ohne Ende Die Schriftsteller-Lehrjahre wie das große Vorbild Ernest Hemingway in Paris verbringen und hier zum Durchbruch gelangen – das ist Traum und Ziel des jungen spanischen Protagonisten in Enrique Vila-Matas neuen Roman „Paris hat kein Ende“. Nach einem abgebrochenen Jurastudium mietet sich Vila-Matas Anti-Held im Jahre 1974 für 100 Francs bei Marguerite Dumas in einer Dachmansarde ein und findet Kontakt zur schillernden Boheme. Mit Sartre-Pfeife und schwarzem Rollkragenpullover treibt er sich mit der Attitüde des von Weltschmerz gezeichneten „poete maudit“ in den Pariser Cafés und Kneipen herum. Völlig
Read More Lebenslügen – unaufdringlich und ironisch Vor zwei Jahren hat Jeffrey Eugenides mit „Middlesex“ eine Familiensaga vorgelegt, die mit dem renommierten Pultizer-Preis belohnt wurde. Dass der erfolgreiche Romancier auch die Kunst der Short Story beherrscht, beweist er mit seinem Erzählungsband „Air Mail“. Was hat ein an der Ruhr erkrankter Aussteiger in Indien mit einer erfolgreichen TV-Produzentin in New York gemein? Und die wiederum mit einem orientierungslosen Twen, der seine Eltern in ihrem Altersdomizil in Florida besucht? Antworten geben die drei zwischen 1997 und 1999 erschienenen Erzählungen von Jeffrey Eugenides, der darin
Read More Posted On April 28, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Toskana sehen und sterben Jutta Stössinger hat eine literarische Entdeckungsreise durch eine der schönsten und kulturell reichsten Regionen Italiens geschrieben In den Jahren als das heute welk gewordene politische Farbenbündnis „Rot-Grün“ vor Glanz strotzte, gab es eine weit verbreitete politische Etikettierung. Lafontaine, Schily, Fischer, Schröder und tutti quanti kannten keine Parteien mehr, sondern nur noch die Toskana. Die Liebhaber dieser landschaftlich so reizvollen mittelitalienischen Region wurden von den Kommentatoren in den Medien zur sogenannten „Toskana-Fraktion“ ernannt. Gemeint war damit, dass der damals neuen Politikergeneration „Pasta e Vino“, ein gutes Menu
Read More Schöner Fernsehen Die Kritik über den Verfall der Fernsehkultur ist weitverbreitet und oft auch gut begründet. Iso Camartin hingegen setzt hier einen Kontrapunkt und lobt das Medium Fernsehen, dessen Möglichkeiten unterschätzt werden. Die Medien sind schuld. Vor allem aber das Fernsehen. Der Untergang des Abendlandes – en gros und en détail. Werteverfall, schlechte Manieren, Jugendkriminalität, Korruption, Scheidungsraten, Umweltsünden, Sex & Crime rund um die Uhr. Wo zwei oder drei Menschen versammelt sind und sich über den schlechten Zustand der Welt im Allgemeinen und Besonderen unterhalten, wird nach spätestens vier, fünf Sätzen
Read More Posted On April 19, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Die Kunst der Intrige Der Autor, ein Kastratensänger und Spion im Auftrag Ludwigs XIV. plaudert aus dem Nähkästchen eines mit allen Wassern gewaschenen Intriganten im Vatikan. „Annuntio vobis gaudium magnum, habemus Papam“. Mit dieser Formel verkündigt der ranghöchste Kardinaldiakon vom Balkon der römischen Peterskirche, dass das Konklave beendet ist. „Ich verkünde mit großer Freude, dass wir einen Papst haben“. Damit sind eigentlich auch die vielen Zeitungsartikel, Medienberichte und auch Bücher, die in diesen Tagen im Umkreis des aktuellen vatikanischen Konklave erschienen sind, umgehend Makulatur. Es wird – wahrscheinlich – auf
Read More Posted On April 18, 2005By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Pralles Leben In seinem neuen Roman, der in das puritanische Amerika der 30er – 50er Jahre und die bahnbrechenden Sexforschungen von Alfred Kinsey führt, erweist sich T.C. Boyle einmal mehr als meisterhafter, süffiger Erzähler. Sex war im puritanischen Amerika der 30er bis 50er Jahre das große Tabuthema. Kaum wagte jemand, dieses Wort überhaupt nur auszusprechen und für bestimmte Sexualpraktiken wie Oralverkehr drohten sogar lange Haftstrafen. In diesem Klima der Verklemmungen, Gerüchte und Unwissenheit schlugen die Forschungen des Zoologen Alfred Kinsey und seine Bücher über das sexuelle Erleben des Mannes und
Read More Posted On April 18, 2005By Joerg von BilavskyIn Bücher, Litmag
Unzeitgemäße Betrachtungen Der amerikanische Bestsellerautor Tobias Wolff hat nach seinen Kindheitserinnerungen („This Boy’s Life“) nun einen Entwicklungsroman geschrieben. Sein Protagonist glänzt durch literarischen Eifer und blendet damit sich und andere. Amerika im Jahre 1960. Ein Land, das im materiellen Überfluss zu ersticken droht, wie John Kenneth Galbraith zwei Jahre zuvor in seiner radikalen Gesellschaftskritik „The Affluent Society“ angemahnt hat. Und ein Land, in dem der Kalte Krieg und die Rassenprobleme bei den Bürgern tief sitzende Ängste schüren. Doch von diesen alltäglichen Problemen und Sorgen spüren die Eleven eines traditionsreichen Elite-Internats
Read More Posted On April 14, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Ein Fest für Querdenker Der italienische Schriftsteller Alberto Savinio ist unzufrieden mit den vorhandenen Lexikas und hat sich deshalb ein eigenes Wörterbuch zusammengestellt. Wie traurig und langweilig ist es, immer nur an die schnellen Verbindungen, die Hauptstrassen und Abkürzungen zu denken. Was uns fehlt sind die Umwege, die Liebe zu den Nebenstrassen, die Freude an Sackgassen! Der 1891 in Athen geborene, aber in Mailand und Florenz aufgewachsene Savinio war immer ein sehr eigensinniger, Nischen und abgelegene Winkel liebender Mensch. Niemals die Abkürzungen und bekannten Wege nehmend, sich immer irgendwo in
Read More Veritables Standardwerk „Jazz-Klassiker“ ist ein must. Für Leute, die diese Musik gerade entdecken, für Leute, die verlässliche Informationen suchen, für Leute, die Substantielles über Jazz lernen wollen und für Leute, die meinen, schon alles zu kennen und alles schon selbst gedacht zu haben. Also für alle. „Das Geheimnis der großen Jazzmusiker ist, dass sie das Wesen des Jazz offenlegen, ohne es zu verkünden“. Dieser kluge Satz eröffnet den Artikel über Billie Holiday, könnte aber auch gut als Motto für die 98 Porträts von Jazz Klassikern stehen, die unter der Herausgeberschaft
Read More Posted On April 3, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Alles blieb still Der bewegende Nachruf eines alten Mannes auf seine Frau, mit der er über sechzig Jahre zusammen sein Leben verbrachte. Vielleicht gehört es zu den unvergleichlichen Reizen der Literatur, uns die Möglichkeit immer neuer Entdeckungen zu schenken. Einmal von dem Sog des Lesens erfasst, hört das Suchen nach Büchern nie auf, die abseits der lauten Literaturbasare und manchmal auch in den hinteren Winkeln der Verkaufsregale gut sortierter Buchhandlungen verstauben. Da erschien zum Beispiel 1995 jenseits aller öffentlichen Aufmerksamkeit ein umfangreicher Band mit Gesprächen über Literatur, das Schreiben, Lesen
Read More Posted On März 17, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Mann der Vorsehung Er ist weder ein Diktator noch ein Demokrat, weder ein Faschist noch ein Liberaler. Silvio Berlusconi repräsentiert einen neuen Typus von Politiker, der seine Karriere ausschließlich der aggressiven Nutzung der ihm gehörenden Massenmedien und der Hilflosigkeit einer traditionellen Demokratie verdankt. Italien – Land der Wunder. Irgendwo zwischen Bozen und Lampedusa geschieht in jedem Monat ein Wunder. Da heilt ein frommer Prediger durch bloßes Handauflegen angeblich einen Schwerkranken. Dort wird der Mutter Maria für Hilfe in großer Not gedankt. Blut eines seit Jahrhunderten toten Heiligen verflüssigt sich, oder
Read More Große Liebeserklärung an den Jazz Geschrieben mit Verve und Drive von jemandem, dem die Musik und ihre Protagonisten mehr am Herzen liegen als Spezialistentum, als akribische biographische Forschung. Man könnte das Buch zum Beispiel so besprechen: Was soll uns eine Portraitsammlung von 13 Jazzgrößen aus dem Jahr 1957 bringen, die biographisch und in ihrer Wertung dieser „Giganten“ nichts Neues bietet? Und sich obendrein eines putzigen Anekdotismus´ bedient, der manchmal daherkommt wie Genre-Bildchen von Norman Rockwell. Da hämmert der kleine Dizzy Gillespie mit seinen „kleinen Wurstfingern“ auf dem elterlichen Klavier herum
Read More Posted On Februar 21, 2005By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Faszinierendes Irrlichtern Mit seinem neuen Roman fordert der Spanier Francisco Casavella seine Leser heraus und warnt sie in einem kafkaesken Prolog auch gleich vor: „Wir geraten in Labyrinthe ohne Plan, Spiralen ohne Zentrum.“ In einer Rückblende lässt Casavella seinen dreizehnjährigen Protagonisten Fernando dann vom „wichtigsten Tag“ seines Lebens berichten, dem „Tag des Watussi“. Anfang der siebziger Jahre steht Fernando auf der Schwelle zwischen unschuldigen Kinderspielen und ersten Grenz- und Gesetzesüberschreitungen mit dem hinkenden Zigeunerjungen Pepito. Ihr Abenteuerspielplatz ist die schäbige Peripherie Barcelonas mit dem Hafen, dem alten Olympiastadion und verrufenen
Read More Posted On Februar 21, 2005By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Die Utopie des Menschseins Nicht nur was für Hesse-Leser: „Walden oder Leben in den Wäldern“ von Henry David Thoreau (1817-1862). Vor 150 Jahren erschien Henry David Thoreaus Hauptwerk „Walden“. Auch heute noch besticht dieser Essay-Zyklus, in dem der Philosoph, Naturschwärmer und Landvermesser von seinem Leben in einer einsamen Blockhütte in Massachussets erzählt, durch eine luzide Zivilisations- und Kapitalismuskritik sowie durch ein radikales Konzept der Selbstverwirklichung. Thoreaus Leben in den Wäldern war als ein bewusstes Experiment angelegt, um dem „Narrenleben“ in den Städten zu entfliehen und zu „einer wahren Ganzheit“ zu
Read More Posted On Februar 17, 2005By Joerg von BilavskyIn Bücher, Litmag
Europa hat viele Gesichter Harold James sucht nach den gemeinsamen historischen Wurzeln Europas und stößt auf eine kaum zu bändigende Flut politischer, wirtschaftlicher und kultureller Strömungen. Die fortschreitende Globalisierung und die EU-Osterweiterung fordern die Europäer immer öfter zur Selbstvergewisserung und Identitätssuche heraus. Auf politischer Ebene geschieht dies in erster Linie im Rahmen der Diskussion über eine gemeinsame europäische Verfassung. Auf historischer Ebene wird hingegen nach den gemeinsamen kulturellen, politischen und ökonomischen Wurzeln gefragt, die der britische Wirtschaftshistoriker in dem bis heute anhaltenden Modernisierungs- und Rationalisierungsprozess erkennt. Damit räumt er dem
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