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Lesestoff aus Südamerika Drei sehr lesenswerte Übersetzungen von Geschichten aus Brasilien, Argentinien und Kolumbien: Neue Romane von Chico Buarque, Selva Almada und Héctor Abad. Von Ulrich Noller „Mein deutscher Bruder“ Als Bossa-Nova-Musiker ist Chico Buarque, geboren 1944, eine Legende; als Romancier kann man den Brasilianer noch entdecken. Zum Beispiel mit „Mein deutscher Bruder“ (S. Fischer, 19,99 Euro), seinem dritten Roman, der ins Deutsche übersetzt wurde. Die Geschichte beginnt 1961: Nino, 17, weiß zwar, dass sein Vater lange vor seiner Geburt, Anfang der 1930er-Jahre, als Journalist in Deutschland gearbeitet hat, dass es dortRead More

Posted On Juni 1, 2016By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Sachbuch: Albrecht Steinecke: Filmtourismus

Basiswissen für Filmtouristen Breaking-Bad-Cocktail in Albuquerque probieren, Aschenbrödels Haselnüsse in Moritzburg suchen, den Weinkeller in Downton Abbey inspizieren: Was fasziniert an Reisen zu bekannten Film-Locations? Über Albrecht Steineckes Filmtourismusführer. Von Peter Münder Auch in diesem Jahr tummeln sich wieder Tausende von Touristen an nordirischen Schauplätzen wie Castle Ward, Dark Hedges, Dragonstone oder Audleys Castle, um als echte Thronies die abgelegenen und verwunschenen Drehorte der „Game of Thrones“ TV-Serie zu besichtigen. Viele Thronies tragen dabei auch Kostüme, die von den Schauspielern im Film benutzt wurden, man sieht inzwischen immer mehr touristische ReiterRead More

Posted On Juni 1, 2016By Anne KuhlmeyerIn Bücher, Litmag

Novelle: Rui Zink: Die Installation der Angst

Angst – geschichtet und vernetzt Schon der Titel der jüngst im Weidle Verlag und als eBook bei CulturBooks erschienenen Novelle von Rui Zink deutet die zu erwartende Absurdität an. Und ihre Lektüre enttäuscht nicht. Anne Kuhlmeyer ist begeistert. Angst ist erst einmal nix Schlechtes, schließlich kommen wir mit ihr auf die Welt. Sie schützt uns davor, vom Bären gefressen oder vom LKW überrollt zu werden. Wer ein bisschen knapp mit ihr versehen ist, entdeckt möglicherweise Amerika, ist aber auch gefährdet, einen frühen Tod zu sterben – an einem Unfall, anRead More

Posted On Juni 1, 2016By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Kinderbuch: Annette Pehnt: Alle für Anuka

Meuterei im PalmenClub von Frank Schorneck – Die Sommerferien nahen, und der deutsche Urlauber steht in diesem Jahr vor der schwierigen Entscheidung, wo auf der Welt man noch einigermaßen guten Gewissens Urlaub machen kann zwischen Terrorangst und Flüchtlingsbooten. Annette Pehnt, die – was kinderlosen Lesern möglicherweise unbekannt ist – nicht nur für ihre „erwachsene“ Prosa mehrfach ausgezeichnet wurde, hat sich in ihrem neuen Kinderbuch eines weniger offensichtlichen und gern übersehenen Aspektes angenommen, das sich im Schatten der Palmen versteckt: der Kinderarbeit im Urlaubsparadies. Philip ist ein unsportlicher, dicklicher, zehn Jahre alterRead More

Posted On Juni 1, 2016By Die RedaktionIn Bücher, Litmag

LitBits: Kurze Besprechungen neuer Bücher

Diesmal ganz sachlich, soweit das unseren Rezensenten möglich war: zwei Mal Literaturgeschichte, lesbar, dazu viele Schurken und drei Helden. Non fiction von Urs Bitterli, Martin Thomas Pesl, Till Zimmermann / Nikolas Dörr und Geoffroy de Lagasnerie – besprochen von Borgward Hoberman (BH) und Alf Mayer (AM). Romane als Dokumente ihrer Zeit (AM) Dies ist keine Literaturgeschichte, welche die Stilentwicklung verfolgt. Dies ist tatsächlich „eine etwas andere Kulturgeschichte“, wie der Untertitel es verheißt. „Nie zuvor in der Weltgeschichte hat der Mensch in einem kurzen Zeitraum so viel Gutes geleistet und soRead More

Posted On Juni 1, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Ronja von Rönne: Wir kommen

Röntgenbild einer Generation – von Karsten Herrmann „Maja ist nicht tot. Wenn Maja gestorben wäre, hätte sie mir davor Bescheid gesagt. Solche Dinge haben wir immer abgesprochen.“ – mit diesem funkelnden, ebenso grotesken wie flapsigen und berührenden Absatz beginnt Ronja Rönne ihren Debütroman „Wir kommen“ und zeichnet in den überzeugenden Sätzen und Seiten danach das Porträt einer Milleniumsgeneration zwischen Überfluss, Egomanie und Orientierungslosigkeit. Maja war der Fix- und Angelpunkt in der Kindheit der Ich-Erzählerin Nora, und sie war ein „rotes Tuch in einem Dorf, in dem das Sterben ebenso zuRead More
Mit Eric Ambler ist es ein bisschen wie mit Goethe. Subkutan sehr einflussreich, stets gerne für allerlei systematische Argumentation zitiert, stets irgendwo im Hinterkopf präsent. Aber wann haben wir wirklich zum letzten Mal einen Ambler sorgfältig und einlässlich wieder gelesen? Wir nehmen also die Neuauflage der Ambler-Romane bei HoCa zum Anlaß, den Roman, der unbestritten eines der Schlüsselwerke der Kriminalliteratur ist, einem Härtetest des Re-Readings zu unterziehen. Wie haltbar ist „Die Maske des Dimitrios“ noch? Ist er museal geworden? Können wir ihn heute noch brauchen? Zoë Beck, Lena Blaudez, NeleRead More

Posted On Mai 17, 2016By Alexander RothIn Bücher, Crimemag

Roman: Gerald Kersh: Die Toten schauen zu

There Is a Light That Never Goes Out Ein weiterer Klassiker in dieser CrimeMag-Ausgabe. Alexander Roth hat sich ihm ausgesetzt, möchte das Erlebnis nicht missen. Das Dritte Reich ist in der Literatur längst zu einer Mythen- und Sagenwelt geworden. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Romane, die über die Schrecken der NS-Herrschaft geschrieben wurden, das Ergebnis einer jahrzehntelangen Kultur der Aufarbeitung sind; das Ergebnis eines sich aus einer unendlichen Zahl von Texten und Paratexten speisenden Reflexionsprozesses, der es Autorinnen und Autoren erlaubt, sich mit gebührendem Abstand diesem DämonRead More

Posted On Mai 17, 2016By Alf MayerIn Bücher, Crimemag

Sachbuch: Kerry Howley: Geworfen

Fliegende Fäuste Solch ein Buch über Kampfsport hat es seit Joyce Carol Oates (On Boxing, 1987) nicht mehr gegeben. Die Philosophiestudentin Kerry Howley taucht tief in die Welt der Mixed Martial Arts und schreibt einen großen Essay. Alf Mayer ist schwer beeindruckt. Kerry Howley geht in ihrem wunderbar riskanten Essay „Geworfen“ sogar mit noch mehr Einsatz auf die Matte – in literarischer, philosophischer wie auch kampftechnischer Hinsicht. Ihr Ring ist ein Achteck, es ist das Octagon der Käfigkämpfer. Hierzulande „Gemischte Kampfkünste“ genannt und weithin verachtet und verfemt, ist es KennernRead More
Ein Buch – zwei Perspektiven: Max Annas und Katja Bohnet über Dominique Manottis „Schwarzes Gold“. Beide schreiben sie selbst Kriminalromane. Hier schauen sie sich an, wie Dominique Manotti das macht. Die Macht der sieben Schwestern Von Max Annas Mit einem erzählten Plot wird man Dominique Manotti sowieso nicht gerecht. Marseille, 1973. Einer wird erschossen. Okay. Ermittlungen ergeben, dass er nicht der war, für den man ihn hielt. Gut, so was hatten wir auch schon. Weitere Nachforschungen führen zu einem Komplott, das nicht mit Heroin zu tun hat – Marseille (!),Read More

Posted On Mai 17, 2016By redaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops Mai 2016

Bloody Chops im Mai 2016 – Dieses Mal am Hackebeilchen: Joachim Feldmann (JF), Kasten Herrmann (KH), Alf Mayer (AM), Alexander Roth (AR) und Thomas Wörtche (TW). Sie widmen sich: Graham Greene: Der Dritte Mann (JF), Joe R. Lansdale: Deadwood Dick (TW), Charles Willeford: Seitenhieb (AM), Olen Steinhauer: Der Anruf (TW), Christian Roux: Der Mann mit der Bombe (AR), Ulrich Ritzel: Nadjas Katze (JF), Joseph LeDoux: Angst (AM), Kamel Daoud: Der Fall Mersault (KH), Smith Henderson: Montana (AM), Tom Hillenbrand: Der Kaffeedieb (JF), Stefan B. Meyer: Kein großes Ding (AR), Jörg Maurer: Schwindelfrei ist nur der Tod (JF), Regina Nössler: Endlich daheim (AM), Martin Walker:Read More
Die Professionalität von Ermittlerinnen Frauen im Thriller, die keine Opfer oder Assistentinnen sind, neigen zur schwer belasteten Vergangenheit. Emma Carow aus Ule Hansens „Neuntöter“ und Jenny Aaron aus Andreas Pflügers „Endgültig“ sind hier keine Ausnahme. Sie arbeiten beide für das BKA, sind traumatisiert und werden jeweils durch einen Fall mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Jedoch enden hier bereits ihre Gemeinsamkeiten. Denn im Vergleich zu Emma Carow ist Jenny Aaron vor allem eines: professionell. Von Sonja Hartl. Das zeigt sich schon bei den ersten Sätzen der jeweiligen Bücher. „Neuntöter“ von Ule HansenRead More

Posted On Mai 17, 2016By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Roman: Candice Fox: Hades – Zwei Perspektiven

Ein Buch – zwei Perspektiven: Katja Bohnet und Max Annas über „Hades“ von Candice Fox. Sie beide sind schon selbst mit Kriminalromanen in Erscheinung getreten und es hat sie beide interessiert, wie Candice Fox das macht. Deshalb überlassen hier wir Katja Bohnet und Max Annas das Feld. Serienmörder unter sich Von Katja Bohnet Im Oktober 2006 wurde die TV-Serie „Dexter“ zum  ersten Mal ausgestrahlt. Ein Serienkiller arbeitet wie seine Schwester bei der Polizei. Sie ist ein knallharter Cop, er, Dexter Morgan, verdient seine Brötchen dort als Blutspurenanalyst. Nebenbei beseitigt erRead More

Posted On Mai 17, 2016By Doris WieserIn Bücher, Crimemag

Roman: Rodrigo Rey Rosa: Die Gehörlosen

Guatemalas hybrides Rechtssystem Rodrigo Rey Rosa (Guatemala, 1958) gilt als einer der renommiertesten, wenn nicht als der renommierteste Schriftsteller des heutigen Guatemala. Entsprechend groß waren Doris Wiesers Erwartungen, als sie seinen Roman „Die Gehörlosen“ zu lesen begann. Tatsächlich konnte ich den Roman nur schwer aus der Hand legen, da er tief ins gegenwärtige Guatemala einführt und eine ganze Reihe von kulturellen und gesellschaftlichen Besonderheiten aufgreift, die nicht nur von lokaler Bedeutung sind, sondern ein kleines Stück von der Beschaffenheit der Welt enthalten. Das Geschehen besteht aus zwei miteinander verbunden Kriminalfällen,Read More

Posted On Mai 17, 2016By Juergen NeubauerIn Bücher, Crimemag

Sachbuch: Ana Lilia Pérez: Kokainmeere

Schreiben unter Einsatz des Lebens Von Jürgen Neubauer „Wir würden ja gerne was über den Drogenkrieg veröffentlichen. Aber von mexikanischen Autoren habe ich zu dem Thema noch nie ein vernünftiges Buch in die Finger bekommen. Warum ist das so?“ fragte mich vor ein paar Jahren eine Lektorin auf der Frankfurter Buchmesse. So platt das klang, sie hatte nicht Unrecht. In mexikanischen Buchläden liegen natürlich stapelweise Bücher über die Drogenkartelle, doch die meisten Autoren suchen sich eine schillernde Figur, eine steile These oder einen exotischen Nebenschauplatz und kratzen nicht einmal anRead More
Könige, Präsidenten, Militärs, Politiker, Waffenschieber, Drogendealer, Terroristen: Ein Kompendium zu Verbrechern des 20. Jahrhundert „Gesichter des Bösen“ heißt das Lexikon, das  in 168 Porträts  die Greueltaten von König Leopold II., Pinochet, Stalin, Hitler, Himmler, Hindenburg, Eichmann, Osama bin Laden, Slobodan Milosevic, Robert Mugabe, US-Präsident McKinley, Mohammed Atta und vielen anderen erfasst. Wie bringt man diese Verbrechen von so unterschiedlichen Figuren auf einen Nenner? Von Peter Münder. Beim ersten Durchblättern des Namensregisters überwiegt die Skepsis: Gehört ein Mann wie der ehemalige US-Präsident William McKinley (1843-1901, Präsident von 1897-1901) überhaupt in dieseRead More

Posted On Mai 17, 2016By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Roman: Donald Westlake: Fünf schräge Vögel

Tumbe Kindsköpfe oder schwere Jungs ? Über 100 Kriminalromane stammen aus der Feder von Donald E. Westlake. Unter dem Pseudonym Richard Stark schrieb er die puristischen Noir-Romane um den notorischen Außenseiter Parker, doch seine komisch-groteske Dortmunder-Reihe mit 14 Romanen und elf Kurzgeschichten, allesamt zwischen 1970 und 2009 entstanden, ist weniger bekannt. Jetzt hat Tim Jung  den 1970 veröffentlichten ersten Dortmunder-Band „The Hot Rock“  in einer spritzigen Neuübersetzung als „Fünf schräge Vögel“ herausgebracht. Von Peter Münder Murch ist ein  Bilderbuch- Petrolhead-Typ  mit Benzin im Blut. Im geklauten Mustang mit voll durchgedrücktemRead More

Posted On Mai 3, 2016By Joe Paul KrollIn Bücher, Litmag, News

Roman: Benjamin von Stuckrad-Barre: Panikherz

Comebackalbum – Benjamin von Stuckrad-Barre erzählt von Absturz und Entzug, behält aber manches für sich. Von Joe Paul Kroll. Zu den Gemeinplätzen über mit dem Etikett Pop versehene Kunstwerke gehört, dass ihre Rezeption typischerweise im Modus des Fantums erfolge. Wie nun Benjamin von Stuckrad-Barre zu diesem Etikett kam und ob es nicht für ihn wie für seine ebenfalls unter dieser Rubrik verhandelten und abgekanzelten Kollegen eher ein Mühlstein war, gehört nicht hierher. Stattdessen mein Bekenntnis, Fan Stuckrad-Barres zu sein und sein neues Buch „Panikherz“ entsprechend erwartet, ihm entgegengefiebert zu haben:Read More
Die Weltenbauerin von Zoë Beck Laurie Penny ist in Deutschland bekannter als in ihrer Heimat Großbritannien oder überhaupt im englischsprachigen Raum. Warum das so ist, kann sie nicht beantworten, sie selbst behauptet immer, es läge sicherlich an der Übersetzung, was natürlich reines Understatement ist, denn wer sie im Original gelesen hat, weiß, wie präzise und klar sie schreibt. Veranstaltungen mit ihr sind meist ausverkauft, sogar die kurzfristig anberaumten Zusatztermine. Besonders bei ihren Veranstaltungen in Berlin fällt auf, dass viele Menschen im Publikum von Laurie Penny Antworten erwarten. Antworten auf ganzRead More
Die Biologie bricht eine Lanze für die Menschlichkeit –Josef H. Reichholf erzählt von der Evolution, dem Wunder der Feder und dem Krieg als Vater aller Dinge. Von Achim Stanislawski. Eine der besten Eisbrechergeschichten, die garantiert auf jeder Party mit vielen fremden Gästen gut ankommt, kann man aus einem Buch des Zoologen und Sachbuchautoren Josef H. Reichholf stibitzen: Es ist die Geschichte von der Entstehung der sesshaften Kultur (und damit auch mittelbar unserer modernen Kulturen) aus dem alten Brauch des Bierbrauens. In „Warum die Menschen sesshaft wurden“ beschreibt Reichholf eine Theorie,Read More
„Weil wir so brav sind …“ – Die große Studie von Christian Adam über die Neuordnung der deutschen Bücherwelt in Ost und West nach 1945 ist für Alf Mayer ein Anlass, an den Widerstandskämpfer, Exilanten und Nachkriegsverleger Karl Anders zu erinnern und damit damalige Strukturen sichtbar zu machen. Christian Adams Buch ist nicht nur eine spannende, sondern auch eine kultur- und zeitgeschichtlich erhellende und wichtige Lektüre. Der Traum vom Jahre Null, ich kannte ihn aus den Unterhaltungen mit dem Vater einer Freundin. Über die Jahre gelang es mir, ihn immer mehrRead More
Geschichten einer Grenze: USA – Mexiko – Sieben großartige Erzählungen voller Schmerz und Poesie, angesiedelt zwischen zwei Welten an der Grenze der USA zu Mexiko, enthält der Band „Alles Beginnt und endet im Kentucky Club“ von Benjamin Alire Sáenz (*1954, New Mexico). Die meisten Erzählungen spielen in den durch den Rio Grande bzw. Río Bravo del Norte geteilten Grenzstädten El Paso und Ciudad Juárez. Von Doris Wieser. 2007 begannen die USA mit dem Bau einer Mauer entlang der Grenze zu Mexiko. Die Mexico–United States barrier soll illegale Migration verhindern undRead More
Zehn Tage mit Castro im revolutionären Freudentaumel – Der amerikanische Magnum-Photograph Burt Glinn flog nach der Flucht des kubanischen Diktators Fulgencio Batista am 1. Januar 1959 spontan von New York nach Havanna, um den revolutionären Aufbruch an der Seite Fidel Castros mitzuerleben und zu fotografieren. Glinn war mitten drin bei Aufmärschen, Versammlungen, Gefechten und bei Castros stundenlangen Reden vor begeisterten Zuhörern. Der jetzt erschienene Bildband der Midas Collection mit Glinns eindrucksvollen historischen Fotos zeigt die sagenhafte Euphorie eines revolutionären Aufbruchs. Von Peter Münder. Als er während einer New Yorker SilvesterfeierRead More

Posted On Mai 3, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag, News

Roman: Ben Lerner: 22:04

Brillante Meditation über Kunst und Sterblichkeit – Der 1979 geborene Ben Lerner ist derzeit einer der interessanten Schriftsteller aus den USA. Er startete als Lyriker und war der jüngste Finalist für einen National Book Award in dieser Sparte, bevor er 2012 seinen überraschend erfolgreichen und autobiographisch gefärbten Debut-Roman „Abschied von Atocha“ vorlegte. Dieser Erfolg ist auch der Ausgangspunkt seines neuen Romans „22:04“, in dem Lerner den Leser in ein ebenso gewagtes wie gewitztes Spiegelkabinett aus Leben und Literatur schickt. Ben Lerners Protagonist ist ein New Yorker Schriftsteller namens Ben (!),Read More

Posted On Mai 3, 2016By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag, News

Roman: Markus Berges: Die Köchin von Bob Dylan

Vom Abhandenkommen der Heimat – Gleich zwei Zielgruppen lockt der Erdmöbel-Sänger Berges mit dem Titel seines zweiten Romans: Fans kulinarischer Literatur und auch Fans von Bob Dylan werden hier sicherlich hellhörig. Von Etikettenschwindel zu schreiben, wäre übertrieben, schließlich wird in diesem Buch durchaus für Dylan gekocht, doch eigentlich sind sowohl der Weltstar als auch seine neue Tourköchin Nebenfiguren in der Schilderung eines von Brüchen geprägten Schicksals. Von Frank Schorneck. Der Prolog führt tief in die Vergangenheit mit der archaischen „Gute-Nacht-Geschichte“ von einer Schlittenfahrt, auf der das Lieblingstier eines Kindes geopfertRead More
Sommerglück, Winterkrise – Selten gehen Cover und Titel eine solch verlockende Einheit ein. Man könnte auch sagen, sie sind eine Einladung zur sofortigen Lektüre. Ganz schnell geht diese auch tatsächlich dahin, so schnell, wie dieser einzigartige Sommer in dem Badeflecken Juan-les-Pins in Südfrankreich im Jahr 1926 ins Land zieht und mehr zurück lässt als eine „Postsommer-Melancholie“. Das handliche Büchlein „Der Sommer, in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte“ der aus Oxford stammenden Autorin und Journalistin Emily Walton erschien als Frühjahrstitel 2016 beim Wiener Braumüller Verlag. Walton lebt ebenfallsRead More