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Posted On März 6, 2006By Carl Wilhelm MackeIn Litmag

Poesie ist unverzichtbar

Warum eigentlich kommt nur eine Filmregisseurin wie Lina Werthmüller auf diese Idee? Sie suchte für einen ihrer Filme einige junge Darstellerinnen. Gut zweihundert Mädchen meldeten sich, um so vielleicht einmal eine Karriere als Schauspielerin zu beginnen. Die Werthmüller ließ sie sich vorstellen. Die Mädchen mußten zwei, drei Sätze sagen, einige gestische Bewegungen vorführen. Vielen gelang es gut und die entsprechenden Mädchen glaubten dann schon, vor den strengen Augen der Wertmüller bestanden zu haben. Doch dann ließ die Regisseurin den jungen Möchtegern-Sophia-Lorens etwas machen, auf das keines der Mädchen vorbereitet war.Read More

Posted On Februar 27, 2006By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Leonid Zypkin: Ein Sommer in Baden Baden

Aus Zeit und Raum gefallen Leonid Zypkin hat zu Lebzeiten keine einzige Zeile seiner zahlreichen Gedichte, Novellen oder Prosastücke veröffentlicht gesehen. Mit Inbrunst schrieb der 1926 als Kind russisch-jüdischer Eltern geborene Mediziner unter einem repressiven Regime unverdrossen für die Schublade. Jetzt ist sein Roman „Ein Sommer in Baden Baden“, den Susan Sontag zu den „schönsten, anregendsten und originellsten Werken des vergangenen Jahrhunderts“ zählt, erstmals ins Deutsche übersetzt worden. „Ein Sommer in Baden Baden“ erzählt die Geschichte des 1867 mit seiner Frau Anna Grigorjewna nach Deutschland reisenden Fjodor Dostojewski und auchRead More

Posted On Februar 26, 2006By Carl Wilhelm MackeIn Litmag

Medienkodex und Berufsehre

Journalistische Arbeit hat auch etwas mit Berufsehre zu tun, die man aber nicht durch die Lektüre eines ‚Medienkodex’ erwirbt. Auch daran könnte man ja heute hin und wieder in der journalistischen Ausbildung erinnern. Eigentlich kann man dagegen nichts einwenden. Da hat ein Kreis sehr erfahrener und seriöser Journalisten einen Kodex erstellt, an dem man sich als Journalist bei seiner Arbeit halten soll. In dem „Netzwerk Recherche“ sind vornehmlich investigative Journalisten aus verschiedenen Medien organisiert, die sich regelmäßig, oft auch vorbildlich selbstkritisch, über ihre Arbeit austauschen. Ihr Urteil in Medienfragen hatRead More

Posted On Februar 23, 2006By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag

Giuliana Sgrena: Friendly Fire

Friendly Fire „Blood sells“ – aber diese Chronik des Schreckens nimmt kaum jemand war. Laut einer Statistik der International Federation of Journalists ( IFJ) war das Jahr 2005 so schlimm wie nie zuvor für Journalisten. 2005 haben 150 Journalisten und Medienmitarbeiter in Ausübung ihres Berufes den Tod gefunden. Laut dem Bericht hat sich der „Trend zu gezielten Ermordungen von unliebsamen Berichterstattern im vergangenen Jahr verstärkt. 89 Journalisten sind Kriminellen, politischen Extremisten oder paramilitärischen Gruppen zum Opfer gefallen.“ Nach wie vor gefährlichstes Land für Journalisten ist der Irak, wo 35 Journalisten,Read More

Posted On Februar 19, 2006By Carl Wilhelm MackeIn Litmag

Erinnerung an B. Allason und eine große Turiner Kultur

Ziviler Liberalismus Mit den Olympischen Winterspielen hat diese Erinnerung nichts zu tun, mit der jüngeren Geistesgeschichte von Turin aber sehr viel. Barbara Allason ist heute ein vergessene Frau und von der Kultur, die sie repräsentierte, berichten nur noch einige Bücher. Man stößt auf den Namen Barbara Allason heute eher beiläufig. In Fußnoten oder in Nebensätzen. Zum Beispiel in einem längst vergriffenen Buch des Regensburger Romanisten Johannes Hösle über den Schriftsteller Cesare Pavese. An einer Stelle kann man da lesen, dass es in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in TurinRead More

Posted On Februar 13, 2006By Joerg von BilavskyIn Bücher, Litmag

Jan Costin Wagner: Schattentag

Nur geträumt? Der gefeierte Jungautor Jan Costin Wagner hat bereits mit seinen beiden Kriminalromanen „Nachtfahrt“ und „Eismond“ bewiesen, dass er mit knappen Worten differenzierte und eindrucksvolle Charaktere zeichnen kann. In „Schattentag“ wagt er sich mit ebendiesem Stil an die verwirrende Gedanken- und Gefühlswelt eines blinden Familienvaters. Wenn das Augenlicht verloren geht, gewinnen Erinnerungen an Bedeutung. Die Gegenwart wird nur noch im Schattenriss, in Geräuschen und Berührungen wahrgenommen. Und immer wieder mit Bildern aus der Vergangenheit abgeglichen, bis auch diese irgendwann verblassen und einer neuen Vorstellungswelt weichen. Auf diesem Grat zwischenRead More

Posted On Februar 8, 2006By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag

Alexander Stille: Citizen Berlusconi

Gesetze sind teuer – Die Erfolgsstory des Silvio Berlusconi Für einen italienischen Verleger dürfte es ein großes Wagnis sein, heute noch eine neue Biographie von Silvio Berlusconi auf den Markt zu bringen. In seinem Heimatland wissen Freunde wie Gegner des mailänder Medienunternehmers heute scheinbar alles über dessen Leben, dessen politischen Ansichten, dessen Reichtum. Seine Dauerpräsenz in allen Fernsehkanälen, die ihm ja auch fast ausnahmslos alle gehören, hat bei Italienern zu einer großen Ermüdung geführt. Und er selbst soll jetzt am Beginn des großen Wahljahres sogar gesagt haben, dass er esRead More

Posted On Januar 26, 2006By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag

Ryszard Kapuscinski: Reisen mit Herodot

Die Nachbarn des nächsten Nachbarn In einer kleinen, 1923 erschienenen Buchrezension hat Joseph Roth einmal ein auch heute noch gültiges Motto für guten Journalismus verfasst: „Ein Journalist“, schreibt Roth, „kann, er soll ein Jahrhundertschriftsteller sein. Die echte Aktualität ist keineswegs auf 24 Stunden beschränkt. Sie ist Zeit- und nicht tagesgemäß“. Der Journalist als Jahrhundertschriftsteller – ein großes, fast zu pathetisches Etikett, das man nur wenigen zeitgenössischen Publizisten zuerkennen möchte. Ryszard Kapuscinski, den langjährigen Auslandskorrespondenten polnischer Nachrichtenagenturen und Zeitschriften, wird man sicherlich zu diesem kleinen Kreis rechnen können. In Polen hatRead More

Posted On Januar 23, 2006By Jan KarstenIn Bücher, Litmag

Ray Loriga: Der Mann, der Manhattan erfand

Getrennte Zwillinge Traumartig und doch gestochen scharf entwirft der elegante Erzähler Loriga seine New York-Vision, die Mental-Map einer traurigen und zerrissenen Stadt. New York war schon immer mehr als eine Stadt: ein Mythos, ein Symbol des Amerikanischen Traums, if you can make ít there, you can make it everywhere. Vom Tellerwäscher zum Millionär erschien nirgendwo greifbarer, als in dieser traumdurchdrungenen, pulsierenden Metropole. Seit Stephen Cranes Maggie und Dos Passos’ Manhattan Transfer wird auch die dunkle Seite des Mythos mitgedacht; die Stadt als Menschenfresser, der Moloch als Maschine, die Entfremdung produziert,Read More

Posted On Januar 19, 2006By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Georges Bataille: Nietzsche und der Wille zur Chance

Ein Brennen und Verzehren Georges Batailles 1944 geschriebenes Nietzsche-Buch ist bis heute eines der radikalsten und subjektivsten Annäherungen an jenen Philosophen, der mit seinem Diktum des „Gott ist tot“ ein neues Zeitalter des Denkens eröffnete. Bataille belässt es „In Nietzsche und der Wille zur Chance“ bei weitem nicht bei einer diskursiven Interpretation, sondern lässt uns Zuschauer bei dem Versuch werden, Nietzsches Philosophie konsequent zu leben, „bis zum Ende des Möglichen zu gehen, wozu sie auffordert“. Nietzsche und Bataille sind zunächst einmal in der zentralen Frage vereint, wie der Mensch zuRead More

Posted On Januar 8, 2006By Markus KuhnIn Bücher, Litmag

Daniel Pennac: Der Diktator und die Hängematte

Daniel Pennacs verspielter Roman über das Erzählen – Der Autor macht sich einen riesigen Spaß, während er in der Hängematte liegt und verrückte Geschichten rund um einen menschenscheuen Diktator spinnt. Von Markus KuhnRead More

Posted On Januar 1, 2006By Petra VesperIn Bücher, Litmag

Peter Böthig (Hg.): Christa Wolf

75 Jahre alt wurde Christa Wolf am 18. März – Grund genug für den Luchterhand Literaturverlag, „seine“ Groß-Autorin mit einer umfangreichen Bild-Biographie zu würdigen. Von Petra VesperRead More

Posted On Januar 1, 2006By Markus KuhnIn Bücher, Litmag

David Foster Wallace: Der Besen im System

Weniger wäre mehr gewesen – David Foster Wallace’ Erstling ist ein überlaufender Topf voller Skurrilitäten. Von Markus KuhnRead More

Posted On Januar 1, 2006By Markus KuhnIn Bücher, Litmag

Michka Assayas: Zu wahr um schön zu sein

Der französische Rockkritiker und Autor Michka Assayas scheitert mit seinem Generationsroman trotz seines Insiderwissens an seinen erzählerischen Fähigkeiten. Von Markus KuhnRead More

Posted On Januar 1, 2006By Markus KuhnIn Bücher, Litmag

Irvine Welsh: Porno

10 Jahre danach – Irvine Welsh spinnt seinen Kultroman „Trainspotting“ weiter. Von Markus KuhnRead More

Posted On Januar 1, 2006By Markus KuhnIn Bücher, Litmag

Brady Udall: Laß die Hunde los

Brady Udalls originelle Short-Stories aus den Einöden des amerikanischen Südwestens. Von Markus KuhnRead More

Posted On Januar 1, 2006By Markus KuhnIn Bücher, Litmag

Philippe Djian: Reibereien

Der französische Kultautor Philippe Djian knüpft an sein temperamentvolles Frühwerk an. Von Markus KuhnRead More

Posted On Januar 1, 2006By Markus KuhnIn Comic, Litmag

Adrian Tomine: Sommerblond

Snapshots der Jugend Der amerikanische Comic-Zeichner Adrian Tomine porträtiert die emotionale Zerrissenheit seiner Generation. Markus Kuhn Cammie ist ein Party-Girl. Süß, frech, mutig, ausgeflippt. Trinkt schon mal ordentlich mit, wenn die Jungs am Saufen sind. Ist nicht zimperlich, wenn es darum geht, die Bedürfnisse des anderen Geschlechts zu befriedigen … Ein Volltreffer? Der Star ihres Jahrgangs? Na ja … vielleicht ist sie auch etwas zu ausgeflippt. Die anderen Girls jedenfalls hassen sie und selbst die triebgesteuerten Jungs, die sich im Partyrausch von ihr verwöhnen lassen, beginnen, sie in der SchuleRead More

Posted On Januar 1, 2006By Markus KuhnIn Bücher, Litmag

Kirsty Gunn: Der Junge und das Meer

Der überpräsente Vater, das Meer und der Junge, der erwachsen wird – Kirsty Gunn spiegelt die Initiationsgeschichte eines Jungen in den Stimmungen des Meeres. Von Markus KuhnRead More

Posted On Januar 1, 2006By Markus KuhnIn Litmag

Rolf Dieter Brinkmann: Westwärts 1&2

Auch in Westwärts 1&2 hat Rolf Dieter Brinkmann gesammelt, gereimt, gespielt, gelabert, gedichtet, Verständliches und Unverständliches verständlich und unverständlich aneinander montiert und Material verwendet, das jedem zugänglich ist. Von Markus Kuhn Read More

Posted On Dezember 18, 2005By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Susanne Heinrich: In den Farben der Nacht

Rauschhafte Intensität In ihrem Debut „In den Farben der Nacht“ überzeugt die erst 20jährige Susanne Heinrich mit Erzählungen voller sinnlicher Poesie und schillernder Abgründe. Die Liebe und die Suche nach Liebe stehen dabei im Mittelpunkt. Susanne Heinrich lotet die sich ineinander schiebenden Grenzlinien von Freundschaft, Liebe, Fremdwerden, Betrug und Trennung in immer neuen Variationen aus. Ihre Protagonistinnen sind ruhelos Getriebene und Treibende, sind hin- und hergerissen und fürchten sich unausgesprochen vor dem tief im Inneren lauernden Abgrund des Nichts: „Wenn nichts lockt und nichts hält, denke ich, kann man dasRead More

Posted On Dezember 12, 2005By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Kirsten Fuchs: Die Titanic und Herr Berg.

Ausgefuchster Erstling oder This is not a love song Gerne wird jungen deutschen Debütautoren vorgeworfen, dass sie sich mit ihren Texten kaum über den Tellerrand eigener Erfahrungen hinauswagen (der oft genug an den Grenzen diverser Berliner Stadtbezirke endet). Kirsten Fuchs siedelt ihren Erstling zwar ebenfalls in Berlin an, doch ist die Hauptstadt lediglich mehr oder weniger beliebige Kulisse, und kein tragendes Element der Handlung. „Die Titanic und Herr Berg“ erzählt von einer ungewöhnlichen, von Beginn an zum Scheitern verurteilten Beziehung: Da ist zum einen Tanja, so um die Zwanzig, mitRead More

Posted On Dezember 12, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Litmag

Lobrede auf die ,kleine Form’

Lobrede auf die ‚kleine Form‘ Wer schreibt, kennt sie genau und wer nicht schreibt, kennt sie auch. Jene ununterbrochen im Kopf herumschwirrenden Gedanken, die sich nicht zu einem Ganzen fügen wollen, aber trotzdem nicht das Feld der Phantasien und Ideen räumen. Unentwegt gehen sie in unserem Kopf ein und aus, suchen eine Heimstatt in dem Gebäude unseres Denkens, finden sie, vielleicht auch nur für kurze Zeit, oder sie verlieren sich wieder irgendwo in den großen spinnwebenverhangenen Depots unseres Vergessens. Gedankenblitze, Augenblicke, Tagträume, gelegentlich auch Halluzinationen. Ein einziges Kommen und GehenRead More

Posted On Dezember 4, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Litmag

Zum Tod von Franz Schönhuber

Immerhin – er war ehrlich. Von Carl Wilhelm Macke De mortuis nihil nisi bene. Von den Toten solle man nur gut sprechen? Mag sein, aber als guter Christenmensch ist man ja auch zur Wahrheit verpflichtet. Wie also soll man sich verhalten, wenn man hört, der Boandlkramer (bayr. für der ‚Knochenhändler‘) hat bei Franz Schönhuber angeklopft und ihn dann auch gleich auf seine ewige Reise mitgenommen? Ist man einem zivilen Kodex oder der christlichen Ablehnung der Lügeverpflichtet? Einmal, wenigstens ein einziges Mal, entscheide ich mich für Wahrheitsgebot auch und gerade angesichtsRead More

Posted On Dezember 3, 2005By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Frank Goosen: Pink Moon

Schluss mit lustig! Von seiner Pole-Position als Ex-Tresenleser und fernseherfahrener Kabarettist legte Frank Goosen einen Bilderbuchstart als Autor hin. Doch bei allem Erfolg ist nicht zu verleugnen, dass sein Erstling „Liegen lernen“ zu großen Teilen auf Bühnennummern Goosens zurückgreift und der Nachfolger „Pokorny lacht“ mit einem Komiker als Protagonisten starke Bezüge zum Leben des Autors selbst aufweist. Nachdem eine Sammlung von Kolumnen und Kurztexten im vergangenen Jahr die Wartezeit verkürzen konnte, liegt nun der dritte Roman Goosens vor – und der ist beeindruckend geraten. „Ich sah meinen Vater erstmals neunzehnRead More

Posted On November 20, 2005By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Ingo Schulze: Neue Leben

Die Wende von unten Sieben lange Jahre arbeitete Ingo Schulze an seinem neuen Roman „Neue Leben“ – eine Zeit, die, wie in diversen Interviews zu lesen war, auch von einer tiefgreifenden „ästhetischen Verunsicherung“ geprägt war. Im Resultat entzieht sich der Erfolgsautor von „Simple Stories“ nun den hoch gespannten Erwartungen von Kritik und Publikum an den angekündigten „Wenderoman“ schlitzohrig durch eine literarische Finte: Kurzerhand tritt er nur als Herausgeber und sparsamer Kommentator eines vorgeblich im Jahre 1990 entstandenen Briefkonvoluts des in Dresden geborenen und aufgewachsenen Enrico Türmers auf, mit dem erRead More