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Posted On Februar 1, 2022By Sonja HartlIn Crimemag, CrimeMag Februar 2022

Neuer Podcast – Zu Derek Raymond

True-Crime-Podcasts gibt es (zu) viele – nun gibt es aber auch einen Podcast über crime fiction. Ab dieser Ausgabe präsentieren wir jeden Monat eine Folge von „Abweichendes Verhalten – Gespräche über Crime Fiction“, den neuen Podcast von Sonja Hartl. Den Auftakt macht ein Gespräch mit Thomas Wörtche über Derek Raymond. Hören können Sie ihn unter diesem Link, bei Apple Podcast, Spotify und allen gängigen Podcatchern.Read More
Liebes CrimeMag-Publikum, Kriminalliteratur wurde früher gerne als „Asphalt-Literatur“ abgetan. Wir finden, dass das ein Adelstitel ist. Wir mögen Asphalt, wir mögen Großstadt, wir mögen Realität. Deswegen präsentieren wir Ihnen hier eine Rubrik, die jeden Monat ein Bild des Fotografen Carsten Klindt zeigt – und bis Folge 34 manchmal Texte der Polizistin Nadja Burkhardt kombiniert hat: Street Scenes. 40 Fotos es mittlerweile geworden. Und es geht weiter. Aus Realität wird Kunst, fragmentarisch und  kaleidoskopisch. Freuen Sie sich mit uns! Hier Auftritt Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3, Nr.4, Nr. 5, Nr.6, Nr.7, Nr. 8 und Nr.9, Nr. 10 und Nr. 11, Nr. 12 und Nr. 13 und Nr. 14 und Nr. 15 und Nr. 16 und Nr. 17. Außerdem: Nr. 18, Nr.Read More
Beitragsbild Krimibestenliste
Veröffentlichungstermin für die von Deutschlandfunk Kultur beherbergte aktuelle Krimibestenliste: Freitag, 4. 2022 – hier als praktisches PDF und hier kommentiert im Blog von Tobias Gohlis. Hier noch die Krimibestenliste 2021 mit den besten Kriminalromanen des letzten Jahres. Die CrimeMag Top Fifteen 2021 sind zusammen mit unserem großen CulturMag/ CrimeMag Jahresrückblick 2021 pünktlich zu Silvester erschienen. Die Jury der Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur hat diese Kriminalromane für den Monat FEBRUAR 2022 ausgewählt: 1 (9)   Denise Mina: Totstück (Ariadne/Argument) 2 (1)    Colin Niel: Unter Raubtieren (Lenos) 3 (-)    Mike Nicol: Das Schlupfloch (btb) 4 (-)    Omar Shahid Hamid: Verrat (Draupadi) 5 (-)     Zhou Haohui:Read More
Ost-Berlin, 9. November 1989. Der Tag des Mauerfalls. Kurz nach 20 Uhr werden wir von einem Anruf geweckt. Es ist dringend, unser Kollege Walter scheint ernste Probleme zu haben. Die Stasi ist ihm auf der Spur, unsere Forschungsergebnisse vielleicht in ernster Gefahr. Im Fernsehen laufen die Bilder der feiernden Berliner:innen. Wir rappeln uns vom Sofa auf und machen uns wieder auf den Weg zum Institut. Stasi-Fahrzeuge parken davor. Wir gehen rein und machen uns auf die Suche nach Walter. Das Institut ist menschenleer. Offensichtlich ist es der Arbeitsplatz des HauptcharaktersRead More

Posted On Februar 1, 2022By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Februar 2022

Markus Pohlmeyer: Spider-Man Vol. 1

Eine Rezension David Mandel, Ralph Macchio: Marvel Comics Library. Spider-Man. Vol. 1. 1962–1964. Famous First Edition: Nummerierte Erstauflage von 5.000 Exemplaren. Ausgabe: Englisch. Verlag Taschen, Köln 2021. Hardcover, Format 28 x 39,5 cm, 4,83 kg, 698 Seiten, 150 Euro. Verlagsinformationen hier. Dieses Riesenbuch ist ein kleines Schatzkästchen – vor allem mit dem Wunder der ersten Spider-Man-Story aus ‚Amazing Fantasy 15 Aug.‘: „Es ist eindeutig eine der besten Herkunftsgeschichten in der Historie der Comics, niedergeschrieben auf gerade einmal 11 Seiten.“[1] Doch was ist das Neue? Kurz, was unterscheidet Peter Parker-Spider-Man beispielsweis von Clark Kent-Superman? Es „[…]Read More

Posted On Februar 1, 2022By Harald MuehlbeyerIn Crimemag, CrimeMag Februar 2022

Nachruf auf Herbert Achternbusch

Durch Blödsinn in der Schwebe gehalten Von Harald Mühlbeyer Dieser Text, ursprünglich kein Nachruf, erschien zum ersten Mal zur Retrospektive beim Filmfest München 2008. Sein Autor Harald Mühlbeyer ist einer der letzten aufrechten Verleger in Sachen Filmbücher. Zuletzt bei ihm erschienen: Grindhouse-Kino. Schund – Trash – Exploitation deluxe! Bei uns dazu hier und hier. Mehr dazu auch auf der Internetseite Screenshot. „Nehmen wir an, die Wirklichkeit ist eine Kartoffel. Diese Kartoffel läßt sich für den Speisetisch mannigfaltig verkleinern und zubereiten. Das ist die Kochkunst. In der Filmkunst sehen wir meistensRead More
Werner Herzog: Das Dämmern der Welt. Carl Hanser Verlag, München 2021. Gebunden, 128 Seiten, 19 Euro. Bemerkenswert in seiner Ignoranz Vor ein paar Jahren hat mir mein lieber Arbeitskollege Jonathan beim Mittagessen von Onoda Hiro erzählt, der als Holdout den Zweiten Weltkrieg nach der Kapitulation Japans auf der philippinischen Insel Lubang bis 1974 fortführte, weil er alle Benachrichtigungen über das Kriegsende für einen Hinterhalt des Feindes hielt und seinen Guerillakampf im Dschungel von Lubang nur aufzugeben bereit war, wenn sein Vorgesetzter ihn von dem Befehl, genau diese Form des Krieges zuRead More

Posted On Februar 1, 2022By Frank RumpelIn Crimemag, CrimeMag Februar 2022

Frank Rumpel zum neuen Mike Nicol

Das große Geld Der Autor und Journalist Mike Nicol strickt weiter an seiner Erzählung über Südafrika als Dorado für schmutzige Deals und Tummelplatz diverser Geheimdienste. Diesmal nimmt er sich die Privatwirtschaft vor, die sich, wenn sie an die Fleischtöpfe will, auf die Spielregeln korrupter Politiker und Strippenzieher einlassen muss. „Man sollte reich sein, wenn man den öffentlichen Dienst verlässt“, zitiert Nicol den 2020 zurückgetretenen südafrikanischen Generaldirektor des Ministeriums für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei Mike Mlengana.  Im aktuellen Roman steht für ein südafrikanisches Unternehmen ein gigantischer Auftrag an, bei dem landesweitRead More
Just Talking? Irgendwo auf der Welt gibt es den einen, der nur zur Dir passt, der einfach perfekt ist, dem Du ewige Treue schwörst und mit dem Du alt werden willst. Du findest ihn nicht durch angestrengtes Suchen, sondern eines Tages öffnet sich wie durch Zauberhand eine Tür und Du weißt, Du hast ihn gefunden: Den Pub, in dem Du nicht bloß Gast bist, sondern zuhause.  David und Joe haben ihn gefunden, in ihren frühen Zwanzigern, auf einer ausgedehnten Zechtour durch die Nebenstraßen Dublins: „Es war das erste Mal, dassRead More

Posted On Februar 1, 2022By Peter MuenderIn Crimemag, CrimeMag Februar 2022

Peter Münder: Kulturerbe Sowjetkaserne

Verfallen, verdrängt, vergessen: Sowjetische Kasernen in der DDR Der Bildband „Kulturerbe“ von Stefan Neubauer holt mit  beeindruckenden Fotos die Epoche sowjetischer Besatzungstruppen in der DDR ins kollektive Gedächtnis zurück: Wandmalereien im Stil des sozialistischen Realismus verherrlichen militante Kämpfer, Raketen und Astronauten, während die verfallenen Ruinen an das Ende einer  Großmacht erinnern. – Von Peter Münder.  Rund 500.000 Soldaten der sowjetischen Besatzungsmacht bezogen gemäß den Vereinbarungen der Aliierten Streitkräfte ab Mai 1945 ihre Stellungen in der damaligen „Sowjetisch Besetzten Zone“ Deutschlands. Sie verließen das Gebiet der DDR während der von Gorbatschow eingeleiteten Tauwetter-PhaseRead More
Auf der anderen Seite der gemeinsamen Erde Es ist immer gut, die Dramen anderer Länder und Kulturen kennen zu lernen, schon um die eigenen nicht so wichtig zu nehmen. Und sie nicht nur mittels Berichten in Zeitungen und TV mit ihrer zunehmend hysterischen Berichterstattung zu beobachten. Über die Geschichte Taiwans wusste ich wenig und das Wenige hatte ausschließlich mit Politik zu tun. Von Menschen und Schicksalen erfahre ich dank Literatur. Stephan Thome kennt das Land, über das er schreibt, sehr gut, und sein Buch gibt nicht nur Nachhilfe in Geschichte,Read More
Erstaunliche Fähigkeiten Wer als Laie Schach-Berichte liest, wird das Gefühl nicht los, in eine fremde Welt gelangt zu sein. Da gibt es nicht nur spezielle Fachbegriffe, sondern auch kryptische Formulierungen. Wer den wieder entdeckten Roman „Das Damengambit“ des amerikanischen Schriftstellers Walter Tevis (1928 – 1984) liest, wird vielleicht nicht alles in den teils seitenlangen Partiebeschreibungen verstehen, aber das Gefühl haben, von der spannenden Geschichte nicht loslassen zu können. Doch wie kommt dieses bereits 1983 mit dem Originaltitel „The Queen’s Gambit“ erschienene Buch überhaupt in hiesige Buchläden? Und das zum ersten Mal inRead More

Posted On Februar 1, 2022By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Februar 2022

Die Graphic Novel „Moby Dick“

Nach dem Werk v. H. Melville, Zeichnungen von B. Sienkiewicz, Textadaption: D. Chichester – B. Sienkiewicz, Bielefeld 2022 (SPLITTER). I Wie ein Werk zusammenfassen, das z.B. in der grandiosen Übersetzung von Friedhelm Rathjen[1] über 800 Seiten vorweist? Dies magisch-dämonische Labyrinth über einen gequälten Übermenschen und seiner Jagd auf einen gequälten Weißen Wal. Ein Seeungeheuer von einem Roman: wüst, wild und weit wie das Meer. Welt in Literatur und zugleich Weltliteratur. Unter anderem. „Die ganze Menschheit scheint durch dieses Buch zu ziehen; Moby-Dick erscheint wie ein Enzyklopädie von ‚Helden, Heiligen, HalbgötternRead More
Mit Mehrdeutigkeiten aufgeladen Katharina Herrmann über die Novelle von Anna Albinus „Doch wenn es not tut, alsbald ist die Kraft mir da,Und nimmer irrend in der zitternden Hand regiertDas Schwert sich selbst, als wär es ein lebendger Geist.“ Mit diesen Worten vergewissert sich Friedrich Schillers „Jungfrau von Orleans“ ihrer selbst – nicht um ihretwillen kämpft sie, sondern um Gottes Willen, und ihr Schwert scheint in diesem Auftrag ein Eigenleben zu entwickeln, das Besitz von ihr mit ihrer zitternden Hand ergreift. Nicht viel anders scheint es einer anderen Johanna, einer anderenRead More
„Ich könnte das Stück jetzt noch zehn Jahre probieren, bis ich ins Irrenhaus komme, da würde ich dann weiter proben“ Über den Theater-Roman „Sein oder Nicht Sein“ von Klaus Pohl Als Regisseur Peter Zadek 1999 mit „Hamlet“ einen weiteren  Triumph nach dem Bochumer Sonnenblumen-Hamlet mit Ulrich Wildgruber von 1977 feiern wollte, hatte er zwar wieder berühmte Schauspieler wie Wildgruber, Hermann Lause, Otto Sander und Klaus Pohl engagiert, doch Wildgruber sollte nun den  Hofschranzen Polonius spielen, während Angela Winkler vom Meister als Hamlet auserkoren war. Der Schauspieler, Romancier  und Dramatiker Klaus Pohl, Jahrgang 1952,Read More
Woraus Literatur entsteht Die halbe Welt kennt James Earl Ray, als er mit einem Flugzeug aus London im Mai 1968 in Lissabon landet. Tausende Polizisten sind hinter dem Attentäter her, der am 4. April Martin Luther King, die Ikone der Bürgerrechtsbewegung, in Memphis erschossen hat. Ray, nun in Europa auf der Flucht, taucht unter. Er ist ein Schauspieler, er wechselt die Identitäten wie manche ihre Kleidung. Das Gefühl, als einer der meist gesuchten Verbrecher zu gelten, schmeichelt ihm. 2012 begibt sich der spanische Schriftsteller Antonio Muñoz Molina in Lissabon auf die Spuren des Amerikaners,Read More

Posted On Februar 1, 2022By Frank SchorneckIn Crimemag, CrimeMag Februar 2022

Kirsten Fuchs „Mädchenmeuterei“

Meuterei auf der Lexy Barker Frank Schorneck über das neue Buch von Kirsten Fuchs Es liegt tatsächlich schon über sechs Jahre zurück, dass Kirsten Fuchs ihre „Mädchenmeute“ zu einem Sommerferiencamp aufbrechen ließ, das in einer wilden Flucht, dem Diebstahl eines Hundefängerautos samt Hunden und einem echtem Survival-Erlebnis in den Wäldern des Erzgebirges mündete und damit eine turbulente weibliche und tatsächlich ebenbürtige Antwort auf Herrndorfs „Tschick“ bot. Ein Coming-of-Age Roman voller Witz und Drive und einer brisanten Entdeckung, die in die DDR-Vergangenheit zurückreicht. Die Fortsetzung, „Mädchenmeuterei“ setzt nur wenige Monate nachRead More

Posted On Februar 1, 2022By Keith GessenIn Crimemag, CrimeMag Februar 2022

Russland verstehen

Ein Textauszug aus Keith Gessen „Ein schreckliches Land“ Ein Land durch einen Roman besser verstehen lernen, das ermöglicht Keith Gessens „Ein schreckliches Land“ auf eindringliche, ganz auf jeden Zeigefinger verzichtende Weise. Durch die Augen der Hauptfigur erleben wir Russland in jenem Moment, als noch möglich schien, dass die Repression der Obrigkeit sich in Richtung eines offeneren Staates verändern könnten – als die Opposition Hoffnung hatte. Russland am Scheideweg. George Saunders meinte zu dem Buch: „Keith Gessens besondere Gabe ist seine Fähigkeit, sich mühelos und charmant auf große Ideen einzulassen –Read More

Posted On Februar 1, 2022By Thomas PrzybilkaIn Crimemag, CrimeMag Februar 2022

Sekundärliteratur: About Crime Fiction

Hinweise zur Sekundärliteratur von Thomas Przybilka – Auszug aus der aktuellen Lieferung  Seit Jahren bibliografiert, archiviert und kommentiert der Ehrenglauser-Preisträger Thomas Przybilka in seinem BoKAS (= Bonner Krimi-Archiv Sekundärliteratur) wissenschaftliche und publizistische Arbeiten aus aller Welt, die sich mit den unendlichen Facetten von Kriminalliteratur befassen. In unregelmäßig regelmäßigen Abständen erscheinen dann seine unschätzbar wertvollen Zusammenfassungen der aktuellen Sekundärliteratur, die jeder zur Kenntnis nehmen muss, der sich auch nur ein bisschen über seine Lieblingsliteratur kundig machen möchte. Ein solcher „Newsletter“ hat leicht einmal 160 bis 200 Seiten; deswegen empfiehlt CrimeMag unregelmäßig ein paarRead More
Sting: Moon over Bourbon Street There’s a moonOver Bourbon Street tonightI see faces as they passBeneath the pale lamplightI’ve no choiceBut to follow that callThe bright lights, the peopleAnd the moon and allI pray everydayTo be strongFor I know what I doMust be wrongOh, you’ll never see my shadeOr hear the sound of my feetWhile there’s a moonOver Bourbon Street It was many years agoThat I became what I amI was trapped in this lifeLike an innocent lambNow I can never showMy face at noonAnd you’ll only see me walkingByRead More
Herzlich willkommen! Unser USA-Korrespondent Thomas Adcock führt uns diesmal in die erschreckende nahe Welt der „Normal Nazis“. Unsere Kolumnistin Iris Boss ist gerade als Schauspielerin auf Tournee und schwankt zwischen „Deep Fall und Highlife“. Aus Anlass des Freispruchs für Kyle Rittenhouse sinniert Candas Jane Dorsey über die Aktualität von Mörder-Balladen, die längst in die Populärkultur eingegangen sind. Dazu passt auch unser Krimigedicht „Duncan and Brady“ von Julian O. Long. Nick Kolakowskis Beiträge zum Film haben sich bei uns inzwischen zu einer Kolumne ausgewachsen, wir nennen sie „Gunsmoke“; mit einer einfachenRead More

Posted On Dezember 1, 2021By Thomas AdcockIn Crimemag, CrimeMag Dezember 2021

Thomas Adcock: Normal Nazis

EAST GREENWICH, Rhode Island—U.S.A. The statistics are dryly listed, the prose cautiously academic. Nevertheless, a study of worldwide trends in despotism released last month is as alarming as a house afire—for Americans who read the report, or care about its findings. Which explains a dearth of concern among Washington’s ruling class over the study’s bottom-line conclusion: For the very first time, the United States of America joins a list of “backsliding democracies” compiled annually by the International Institute for Democracy and Electoral Assistance. According to the Stockholm-based institute, the U.S.Read More

Posted On Dezember 1, 2021By Iris BossIn Crimemag, CrimeMag Dezember 2021, News

Kolumne Iris Boss (18)

Deep Fall – Highlife Seit 2020 verbinde ich Golf irgendwie mit dem Ende. Nicht mit dem sprichwörtlichen Ende des Sexlebens (obwohl auch dieses bei mir momentan bracher nicht liegen könnte), sondern mit dem Ende der Ausübung meines Berufs. Die gerade begonnene Theatertournee vor etwas über einem Jahr endete in einem Golfhotel in Luxemburg. Dort waren wir untergebracht, als wir unsere vorläufig letzte Vorstellung spielten, bevor die Theatersäle auch in Luxemburg geschlossen und wir in einem proppenvollen Flugzeug in den Lockdown geschickt wurden. Diese prekäre, ja existentiell bedrohliche Zeit in einemRead More
Politik und Moral Der klassische Polit-Thriller oder Spionageroman des Kalten Krieges hat ein großes Zentralmotiv, eine Herzkammer, die den Text generiert: Den Verrat, für dessen Personifikation der Maulwurf steht.  Die duale Struktur der damaligen Welt, die beiden „Blöcke“, Ost und West, ist die Voraussetzung dafür, dass der Maulwurf, obwohl das essentiell-pragmatische Werkzeug der Wahl in diesem Konflikt, eine moralische Figur wird, wenn er tut, was er tun soll: Verrat an der eigenen Sache üben.  Moralisch deswegen, weil beide Parteien für sich reklamieren, die Guten zu sein. Und die anderen die Bösen. NatürlichRead More
 „The Conjure-Man Dies“ ist ein ausgesprochen treffender Titel von Rudolph Fishers Kriminalroman: das erste Mal stirbt der Hellseher Frimbo gleich zu Beginn des Buchs – und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass er gestorben ist oder für tot gehalten wird. Dennoch hat Fishers 1932 erschienener Kriminalroman nichts mit Magie am Hut. An einem späten Abend in Harlem in den frühen 1930er Jahren wird der Arzt Dr. Archer von Bubber Brown und Jinx Jenkins zu einem Notfall gerufen. Der Hellseher Frimbo, der in Archers Nähe wohnt, scheint ohnmächtigRead More
Eleganz & Noir In einer längeren Besprechung habe ich schon 2009 versucht zu zeigen, wie massiv der Tinge of Noir das Gesamtwerk von Helmut geprägt hat. Eine neue Sammlung von bekannteren und unbekannteren Fotos hat jetzt die Helmut Newton Foundation unter dem Titel „Legacy“ zusammengestellt. Diese neue Kompilation ändert nichts an dem Umstand, dass viele von Newtons Fotos auf einer Ästhetik des Noir basieren, beziehungsweise zu einer Ästhetik des Neo-Noir beitragen.  Belege finden sich dafür in Hülle und Fülle. Es gibt nicht nur Newtons Aussagen, wie sehr er von Raymond ChandlerRead More