Posted On Februar 13, 2004 By In Bücher, Litmag

Ulrich Peltzer: Bryant Park

Hoch konzentrierte Prosa-Montagen Ulrich Peltzer gilt seit seinem 1987 veröffentlichten Debut-Roman „Die Sünden der Faulheit“ als einer der vielversprechendsten und ambitioniertesten Autoren in der jungen deutschen Literaturszene. Doch auch nach zwei weiteren, von der Kritik gelobten Romanen und diversen Literaturpreisen ist er bis heute eher ein Geheimtipp geblieben – und das ist auch kein Wunder, denn der 1965 in Krefeld geborene und mit 18 Jahren nach Berlin übergesiedelte Autor serviert dem Leser kein leicht verdauliches Fast food mit künstlichen Geschmacksverstärkern, sondern kernige Kost, die gut gekaut und wohl verdaut seinRead More
In den Schluchten Istriens In Veit Heinichens fesselndem Debut „Gib jedem seinen eigenen Tod“ lachte noch die Sonne über Triest und mit seinem Comissario Laurenti tauchte der Leser tief ein in das mediterrane Azur von Himmel und Meer. Im zweiten Fall von Laurenti fegt nun die ungemütliche Bora Nera über Triest und bringt Schnee und Schafskälte. Doch nicht alleine das Wetter schlägt dem sympathischen Comissario schwer auf das Gemüt: Auch seine Frau hat ihn verlassen und sein Sohn Mario treibt sich in gefährlicher Gesellschaft herum – schlechte Vorzeichen für knisterndeRead More

Posted On Februar 13, 2004 By In Bücher

Mo Hayder: Die Behandlung

Packender Psycho-Schocker Für diesen neuen Thriller von Mo Hayder sollten Sie sich unbedingt zwei bis drei Tage frei nehmen – denn freiwillig legt man es kaum vorher aus der Hand, als bis die letzte der 500 eng beschriebenen Seiten atem- und fassungslos verschlungen ist. Dazwischen liegt ein packender Horrortrip, der mit einer nie nachlassenden, fast schmerzhaften Hochspannung in die dunkelsten Abgründe des menschlichen Seins führt. Mo Hayders Kriminal-Fall ist im Süden Londons angesiedelt, am Rande des Brockwell-Parks, in direkter Nachbarschaft zum Stadtteil Brixton. Hier wird die Familie Peaches in ihremRead More

Posted On Februar 13, 2004 By In Bücher, Litmag

Bruno Richard: Desaster

Auf dem Wellenkamm der Zeit In unserer schnelllebigen Zeit sind die Schreckens- und Untergangs-Szenarien zum Jahrtausendwechsel schon fast wieder vergessen. In seinem Roman „Desaster“ legt Bruno Richard nun einen apokalyptischen Remix dieser vorgeblichen Zeitenwende vor – mit rasanten Breaks und harten Schnitten vor der schillernden Kulisse Berlins trendig inszeniert. In einer Welt, die zwischen Wahn und Wirklichkeit changiert und wenig sichere Orientierung bietet, sieht sich auch Bruno Richard nicht veranlasst, dem Leser einen roten Faden an die Hand zu geben. In abrupten Szenenwechseln jagt er durch die kontrastreichen Stadtteile undRead More
Go East Der 1966 geborene Stephen Sullivan legt in seinen beiden Abenteuer-Novellen los wie die Feuerwehr und entzündet ein sprachgewaltiges Feuerwerk voller Witz, Trash und Philosophie. „Go West“ hieß das Credo der hoffnungsvollen Siedler zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Nordamerika. „Go East“ könnte das Credo einer Generation heißen, die im Stillstand der Postmoderne aufgewachsen und von einem „vagen Gefühl der Rastlosigkeit“ und der „reizbaren Ungeduld“ zum Aufbruch getrieben wird. Zwischen seinem Schulabschluss und dem Eintritt ins richtige Leben entschließt sich so auch der Ich-Erzähler in Stephen Sullivans beeindruckendem Prosa-DebütRead More