Posted On August 7, 2006 By In Bücher, Crimemag

Jörg Juretzka: Sense

Randale im Revier Kaum eine andere deutsche Region ist für ihren rauen Charme so berüchtigt wie das Ruhrgebiet. Der in Mülheim geborene Jörg Juretzka hat diese behäbig-ruppige Mentalität zum Markenzeichen seiner Krimis um den Privatermittler Kristof Kryszinski gemacht. In seinem ursprünglich ersten Kriminalroman „Sense“ gibt er eine appetitanregende Kostprobe davon. Am Anfang war Schimanski. Mit dem erfolgreichen Fernsehauftritt des Ruhrpott-Raubeins zu Beginn der achtziger Jahre mauserte sich das Kohlenrevier zu Deutschlands Krimischauplatz Nummer Eins. Hinter der landschaftlichen und geistigen Tristesse dieser Region lauerten von nun an Mord und Misshandlung, BetrugRead More
Karibisches Mosaik In seinem neuen Roman beschreibt der gefeierte argentinische Schriftsteller Eduardo Belgrano Rawson die von der CIA gestützte Invasion von Exilkubanern gegen die Revolutionsregierung unter Fidel Castro in einem viel perspektivischen Mosaik. 17. April 1961: Juri Gagarin schwebt schwerelos durch das Weltall, Luis Rodriguez boxt gegen El Chicharo und Rosa von Radio Swan kündigt das Ende ihrer nächtlichen Sendung an – „Es war einer jener Momente, in denen man, mit Abstand betrachtet, hätte sagen können: Heute wird irgendetwas passieren.“ Und an eben diesem Tag startet die von der CIARead More

Posted On Juli 31, 2006 By In Vermischtes

Die große Befreiung?

Eine Einführung in den Buddhismus Der Buddhismus boomt im Westen: Der Dalai Lama wird bei seinen öffentlichen Auftritten schon fast wie ein Pop-Star umjubelt, in den Supermärkten und Möbelgeschäften haben Buddha-Statuetten in allen Größen und Formen Einzug gehalten und allerorten sprießen kleine Zen-Gemeinden und Meditationszirkel aus dem Boden. Doch was bedeutet der Buddhismus, diese neben Christentum und Islam dritte große Weltreligion jenseits von Lifestyle und Pop? Bietet er den Sinn und Spiritualität suchenden Menschen im Westen, in einer von Medien, Werbung, Stress, Hektik und Zersplitterung geprägten Gesellschaft, tatsächlich eine alltagstauglicheRead More
Das Kulturkraftwerk Cesare Zavattini Nein, Cesare Zavattini muß man nicht kennen. Auch in Italien dürfte der Bekanntheitsgrad dieses Namens mit dem Abstand zu seinem Todesjahr immer mehr verblichen sein. Wer – ausser Cineasten mit besonderer Vorliebe für die Geschichte des italienischen Filmes, erinnert sich denn heute noch an die Zeit des ‚Neo-Realismo’, an Regisseure wie Rosselini, de Sica, de Santis, an Schauspieler wie die wunderbaren Anna Magnani und Vittorio Gassmann oder eben an den Drehbuchautor Cesare Zavattini. Deren Zeit ist vorbei und nur bei gelegentlichen Retrospektiven  aber auch die werdenRead More
„Hauptsache kräftig draufhauen“ Italienische Kriegsverbrechen in Afrika Italiani, brava gente? Weit verbreitet ist unter Italienern das Selbstbild, man sei ein ‚braves Volk’. Hin und wieder ein Skandal, auch die Mafia kann man nicht so ganz unterschlagen, aber in der jüngeren Geschichte habe man sich doch ganz brav verhalten. Haben sich nicht die Italiener in einer heldenhaften ‚Resistenza’ von der deutschen Wehrmacht und dem Duce-Faschismus befreit? Aber dieses Selbstbild trügt und hält einer genaueren Untersuchung von kollektiven Gewaltexzessen mit italienischer Beteiligung nicht stand. Der „Resistenza-Mythos“ wurde in den letzten Jahren durchRead More