Rechtswende! Rechtswende? Zu wissen, dass es noch Menschen gibt, die wie Jutta Ditfuhrt in Zeiten des allgemeinen Werteverlustes ihre alten Welt- und Feindbilder konservieren, hat auch etwas durchaus Beruhigendes… Von Carl Wilhelm Macke Beruhigend zu wissen, dass es noch Publizistinnen wie Frau Ditfurth gibt. In der allgemein herrschenden und immer mehr zunehmenden „neuen Unübersichtlichkeit“ wie Habermas es weiland auf den Begriff brachte, sind professionelle Zeitdeuter wichtig, die ‚links’ und ‚rechts’, ‚oben’ und ‚unten’, ‚konservativ’ und ‚progressiv’ noch zu unterscheiden wissen. Von Frau Ditfurth aus gesehen, ist die Welt jedenfalls nochRead More
Bruder Leichtfuss Iso Camartin und Herr Casparis erkunden die beste aller möglichen Welten Schade, dass bestimmt Namen und Begriffe schon seit langer Zeit schlecht ‚besetzt’ sind. Sagen wir von jemanden zum Beispiel er sei ein „Bruder Leichtfuß“, dann wollen wir ihm nichts Gutes. Im Lexikon finden wir als Synonyme für den Leichtfuss’ etwa ‚Haderlump, Hallodri, Libertin, Taugenichts, Tunichtgut, Windbeutel, Windhund, windiger Bursche’, also allesamt keine besonders schmeichelden Attribute. Es wäre eine eigene sprachgeschichtliche Untersuchung wert, warum alles leicht Daherkommende und Dahinschwebende im Deutschen eine fast immer so abwertende Bedeutung hatRead More
Tour des fous Thea Dorn schockiert in „Mädchenmörder“ nicht allein mit unglaublichen Gewaltorgien, sondern auch mit einem unfassbaren Seelenstriptease ihrer Hauptfigur Thea Dorn will mit ihren Büchern schockieren. Um des Schocks oder der Kunst willen, das bleibt wohl auf immer ihr Geheimnis. Auch wenn sie neulich in einem Essay für die WELT behauptete, Kunst müsse „schonungslos, dreckig und befreiend“ sein, um ihre geistesreinigende Wirkung zu entfalten. Ob ihr neuester Schocker „Mädchenmörder“ schon deshalb Kunst ist, weil darin reihenweise Frauen vergewaltigt und verstümmelt werden und die fiktive Erzählerin eine masochistische RomantikerinRead More
Auf den Spuren von Gabriel Garcia Marquez reiste 1993 eine Truppe von Künstlern und Artisten auf einem selbst gestalteten Zug durchs ländliche, vom Bürgerkrieg gebeutelte Kolumbien und begeisterte mit ihren Gratisvorstellungen. Als Chronist reiste Ramon Chao mit - der Vater des Musikers Manu Chao. Von Frank RumpelRead More
Die Finger eines Mannes „Mit Hoffnung zwischen den Zähnen“ kämpft John Berger um das globale Überleben Es mag Zufall sein, aber die letzte Zeile in der Sammlung mit neuen Essays von John Berger führt direkt zu einer typischen Färbung seines gesamten literarischen und journalistischen Werks. Berger zitiert dort ein Gedicht des von ihm sehr geschätzten türkischen Lyrikers Nazim Hikmet: „Wäre ich ein Wort,/ würde ich leise meine Liebe sagen“. Der in London geborene, aber schon seit vielen Jahren in einem französischen Dorf unweit der schweizer Grenze lebende Berger kann überRead More