Wer in unserem Land den Blick zum Himmel wandte, sah den Tod auf sich herabstürzen“ – auf ebenso außergewöhnliche wie beeindruckende Weise erzählt Rawi Hage in seinem Roman die Geschichte einer Freundschaft in Zeiten des libanesischen Bürgerkriegs. Von Karsten Herrmann
Read More Roger Smith, 1960 in Johannesburg geboren, arbeitet heute als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent in Kapstadt. Während der Apartheidjahre gründete er ein Künstlerkollektiv, das wegen seiner vielfältigen ethnischen Besetzung Widerstand in Südafrika, aber auch große internationale Beachtung erfuhr. Momentan schreibt Roger Smith an seinem zweiten, eigenständigen Roman. Der erste ist monströs. Monströs gut.
Ein Kauftipp vom Krimibuchhändler unseres Vertrauens, Christian Koch.
Read More Posted On März 19, 2009By Tina ManskeIn Musikmag
Bababah, wouwoou! Mockys neuestes Album funktioniert ganz ohne elektronisches Pipapo, rein akustisch und eine Atmosphäre erzeugend, die dem eines Live-Jams unter Freunden ziemlich nahe kommt. Von Tina Manske Mocky, der Superintellektuelle aus der Berlin-Kanada-Mischpoke rund um Peaches, Gonzales, Feist und Jamie Lidell, ist ja immer für eine Überraschung gut. Auch mit seinem neuen Album „Saskamodie“ ist es nicht anders. Produziert wurde es teilweise im Pariser Studio von Renaud Letang, wo auch schon Nina Simone und Serge Gainsbourg aufgenommen haben. Eigentlich also kein Wunder, dass es so wunderbar jazzig leicht und
Read More Posted On März 15, 2009By Karsten HerrmannIn Bücher
"Das wilde Kind" ist eine anrührende Entwicklungsgeschichte, der allerdings ein gutes Ende verwehrt bleibt. Der Leser und die Leserin bleiben etwas ratlos mit der offenen Frage zurück, wie sie hätte glücken können. Von Karsten Herrmann
Read More Aufregender hätte man das Leben eines Rebellen nicht einmal erfinden können. Oswaldo Barreto Miliani, Deckname Otto, war nie weit, wenn die Linken dieser Welt eine Revolution planten. In seiner Heimat Venezuela griff er selbst zum Gewehr. Von Eva Karnofsky
Read More Robert Hültners Kajetan-Geschichten, die im Bayern der 20er Jahre spielen, sind unter den historischen Kriminalromanen hierzulande eine Klasse für sich. Der Neue ist da keine Ausnahme. Genau recherchiert, wunderbar stimmig erzählt. Voll des Lobes ist Frank Rumpel.
Read More Robert Hültner, 1950 in Inzell geboren, wurde für seine, in den 20er Jahren spielenden Kriminalromane um den sturköpfigen Inspektor Kajetan schon mehrfach ausgezeichnet. Mit Inspektor Kajetan kehrt zurück ist gerade der fünfte Band der Reihe erschienen. Es sind genau recherchierte und präzise erzählte Geschichten, für die sich der Autor Zeit nimmt. Der erste Band Walching erschien 1993, der bisher letzte Inspektor Kajetan und die Betrüger 2004. Grund genug für ein Gespräch. Von Frank Rumpel
Read More Kleine Kriminalistik für Krimis. Heute: Keine Wasserleiche treibt rücklings an der Wasseroberfläche
Read More Verbrecherischer Versager Das perfekte Verbrechen gibt es nicht, den perfekten Verbrecher erst recht nicht. Darüber hat Richard Stark ein spannendes Stück ironischer Kriminalliteratur geschrieben. Zu Donald E. Westlake alias Stark muss man nach den Feierlichkeiten der letzten Monate nichts mehr sagen. Aber sich einfach an einem frisch erschienen Roman nach dem altbewährten Strickmuster freuen, das soll man schon dürfen. So wie Jörg von Bilavsky Welch ein merkwürdiger Titel: „Keiner rennt für immer“. Aber er mutet gar nicht mehr so seltsam an, wenn man Richard Starks kurioser Verbrecherbande bis zum bitter-ironischen
Read More Posted On März 12, 2009By Tina ManskeIn Musikmag
Dada im Beat-Hop Während die Beatles brav davon sangen, wie gern sie die Hand eines Mädchens halten wollten, hatten die Monks die Dialektik von Beziehungen schon sehr viel besser verstanden und brüllten: „I hate you with a passion, baby! But call me!“ Neue Veröffentlichungen feiern eine große Band. Von Tina Manske Wir schreiben das Jahr 1966; in den deutschen Städten sind die Besatzungstruppen der Alliierten unübersehbar, abends in den Bars hängen GIs rum, während man den Mädchen eintrichtert, sich bloß nicht mit diesen Ex-Feinden zu treffen, die zur gleichen Zeit
Read More Posted On März 12, 2009By Tina ManskeIn Musikmag
Operation am offenen Herzen Alle Vorschusslorbeeren aller professionellen Hyper sind ganz und gar gerechtfertigt: Anja Plaschg ist ein bemerkenswert intensives Album gelungen. Von Tina Manske Es war Ende letzten Jahres, als Redaktionskollegin Ana-Marija mich auf eine besondere Künstlerin aufmerksam machte – „hör dir das mal bei MySpace an!“ Die Gerüchte, dass da etwas ganz Großes aus Österreich kommen würde, waberten schon länger durch Blogs und Foren. Damals gab es nur einen Song auf der betreffenden Seite online, aber der hatte es bereits in sich und machte große Hoffnung auf ein
Read More Joseph Wambaugh, der – wie sein deutscher Verlag völlig richtig verlauten lässt – als Begründer des modernen Polizeiromans gilt, brach mit dem Erscheinen von Hollywood Station im Jahr 2006 (in deutscher Übersetzung 2008) sein jahrelanges Schweigen und ist zurück auf seinem vertrauten Posten als „Grand Master“ der Copnovel.
Read More Der neue John Updike: Natürlich, ein Rezensent muss ein Buch aufmerksam zu Ende gelesen haben, bevor er darüber schreibt! Wirklich? Wir denken nein: Manchmal reichen auch die ersten Seiten. Stefan Beuse nährst sich Stewart O’Nans Roman Alle, alle lieben dich - ganz ohne ihn gelesen zu haben.
Read More „Rudower Arschloch“ Keidtel liefert seinen Helden, dem er so lange die Stange gehalten hat, in dieser Fortsetzung gnadenlos ans Messer, ärgert sich Tina Manske. Immerhin eines hat Matthias Keidtel schon geschafft: er hat ein eigenes Romangenre etabliert. Der hier vorliegende zweite Teil seiner „Trilogie des modernen Mannes“ ist die erste Veröffentlichung, die offiziell dem Genre „Holm-Roman“ zugeschrieben wird. Ein Holm-Roman, das ist ein Roman, der von Felix Holm handelt, so wie Ein Mann wie Holm (Zur Rezension vom 1. Oktober 2006), das Buch, das Keidtel mit einem Schlag berühmt und
Read More Die Machenschaften krimineller Finanzjongleure, den Tod eines Tierpräparators und das Attentat auf einen prominenten Großinvestor soll der Triestiner Kommissar Proteo Laurenti in Veit Heinichens sechstem Roman aufklären – und all das kurz vor Weihnachten. Peter Münder ist begeistert.
Read More Wie war die Welt 1965? Liest man Lawrence Blocks Roman Falsches Herz, darf man feststellen, das unsere heutigen Sauereien auch nicht sooo originell sind, wie die verursachenden Schweinebacken und die prustend kommentierenden Sittenwächter es gerne hätten. Was wiederum auf die Aufgabe von guter Kriminalliteratur aufmerksam macht, uns Leser darauf hinzuweisen, dass Verbrechen einfach dazu gehört. Joachim Feldmann ist seltsam zufrieden.
Read More Verraten und verkauft Man kann sie eigentlich nicht mehr lesen. Romane, die atmosphärisch vom kriminellen Dunst des zerstörten Nachkriegsberlin zehren. Wo sich Spione aus aller Herren Länder reihenweise über den Weg laufen, der Schwarzmarkt und das Geschäft mit der käuflichen Liebe blühen. Wo sich die Lebenswege von Menschen kreuzen, die sich besser nie begegnet wären. Aber genau auf dieses schaurig-historische Ambiente und das ebenso skrupellose wie verstörte Personal setzt der aus Tschechien stammende, vorübergehend in Berlin lebende und derzeit in Kanada residierende Dan Vyleta. Der Lude, die Hure, der Spion,
Read More Posted On März 5, 2009By Tina ManskeIn Musikmag
Transformation Wie schon die Surrealisten wussten, ist alles irgendwie mit allem verbunden, und dies sichtbar zu machen, ist Kunst wie diese am besten geeignet. Von Tina Manske Den beiden Schweden Sebastian Mullaert und Marcus Henriksson genügt es nicht, mit „Animals“ im letzten Jahr ein äußerst bemerkenswertes Minimal-Elektro-Album fabriziert zu haben, nein, jetzt legen sie mit „Animals – The Movie“ noch eins drauf und präsentieren einen besonderen Ohren- und vor allem Augenschmaus. Schon seit der Gründung von Minilogue im Jahr 2000 war der visuelle Part ein fester Bestandteil des Bandkonzeptes. Nun
Read More Kaum jemand schreibt so unterhaltsam über Literatur wie der Schweizer Germanist Peter von Matt. Hier leuchtet nicht nur die Poesie, sondern auch ihre Deutung. Von Gisela Trahms
Read More Posted On März 2, 2009By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Neunzehn Geschichten aus zwölf verschiedenen Ländern erzählt uns Magris hier. Geschichten, von denen einige sehr kurz und trotzdem bewegend, lange nachhallend sind. Von Carl Wilhelm Macke
Read More Hinter Schlössern und Riegeln schlummert seit Jahren ein prächtiger Schatz aus der Nazizeit. Steffen Kopetzky schickt in seinem vierten Roman "Der letzte Dieb" seinen Helden auf die abenteuerliche Suche danach. Die Verlockungen des Verborgenen sind allzu süß, schon immer gewesen. Senta Wagner hat sich Ihnen hingegeben…
Read More In ihrem Roman Eat the Document versucht Dana Spiotta, den Widerstand der Sechziger mit dem Aufbegehren der Globalisierungskritiker zu verschränken, bleibt aber in einem glatten Oberflächenrealismus stecken, der kein widerständiges Bewusstsein zu entwickeln vermag. Von Jörg Auberg
Read More Der irische Autor Colm Tóibín kann es sich leisten, dem Klischee zu folgen, wenn ihm danach ist. Befragt, womit er die Wochenenden verbringe, erwiderte er artig: „I get drunk“. Was sonst?! Und wenn seine Erzählungen Mütter und Söhne heißen, richten wir uns vorsorglich auf Ströme von Whiskey und Gefühl ein – Liebe im Übermaß, wortreiche Dramen usw. usw. Aber solche Klischees bedient Tóibín natürlich nicht. Von Gisela Trahms
Read More Posted On Februar 28, 2009By Hans Richard BrittnacherIn Bücher, Crimemag
Mestizaje es grandeza...zumindest ist das oft der Fall. Manchmal aber amalgamieren mehrere Subgenres in einem Roman aber nicht so recht. So wie bei Eliot Pattisons "Das Ritual". Stellt Hans Richard Brittnacher bedauernd fest …
Read More Tu felix Francia – wie schön, wenn es in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder Luxemburg auch so etwas gäbe. Tut es aber nicht, und das hat auch mit dem Status der Kriminalliteratur bei uns zu tun. Der Status des Genres in Frankreich ist ein anderer. Eine erstaunliche französische Bibliothek, porträtiert von Kerstin Schoof.
Read More Was mit gestohlenen Daten so alles passieren könnte, hat der niederländische Autor Charles den Tex in seinem aktuellen Roman Die Zelle durchgespielt, in dem er die Themen Identitätsraub und Terrorismus miteinander verknüpft. Herausgekommen ist ein virtuoser Kriminalroman. Dagegen sieht selbst T.C. Boyles Talk, Talk bescheiden aus. Frank Rumpel ist beeindruckt …
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