Philip Maroldt: sepsis. – Was mich an Philip Maroldts sepsis schon beim ersten Hören beeindruckt hat, ist die Unerbittlichkeit der poetischen Notaufnahme. Verblüffend deutlich steht dem Text die ganz und gar nicht selbstverständliche Gewissheit eingeschrieben, dass die kontaminierte Paradies-Wirklichkeit des Körpers Keimzelle des Schönen ist.
Read More Zuerst scheint es ja eher konventionell zu werden: Klar, ohne echte Serienmörder geht es heutzutage kaum noch (diesmal ist es einer, der seine Leichen in der Badewanne ausbluten und dann verschwinden lässt – aber wohin?). Die Ermittler sind entsprechend gestresst (was nicht zuletzt – und wie gehabt – ihr Privatleben tangiert). Und auch in Boston messen junge Staatsanwälte ihren Erfolg nicht so sehr an der gelungenen Rechtspflege, sondern an der Zahl der gewonnenen und verlorenen Prozesse (was man schließlich auch schon aus unzähligen US-Justizdramen kennt). Klaus Kamberger hat sich erst
Read More Unser Alltag ist oft arg nervig. Die Verhältnisse, nicht nur nach Brecht, ziemlich beschissen. Die Politikos oft durchgeknallt bis völlig bescheuert. Homo sapiens nicht unbedingt eine Offenbarung. Was tun? Zumindest ein bisschen pöbeln. Und dabei die pragmatischen Aspekte nicht aus den Augen verlieren. Lena Blaudez hat eine Reihe praktischer und doch ganz modester Vorschläge. Aber heute ist alles paletti.
Read More Kleine Kriminalistik für Krimis. Heute: Wo bleibt denn der Rechtsmediziner?
Read More Lektoratsschlampereien und -inkompetenzen, unangemessene Werbung und schräges Marketing – vielen Verlagen merkt man an, dass sie auf den Krimi-Boom setzen und ihnen alles andere als Verkaufszahlen herzlich egal ist. Henrike Heiland hat sich geärgert.
Read More Seit einiger Zeit ist Spenser zurück auf dem deutschen Buchmarkt. Anlass für einen liebevoll nostalgischen Rückblick und eine freudige Rezension für Joachim Feldmann.
Read More Leid und Leidenschaften Die kongeniale Verfilmung eines phänomenalen Bestsellers. Stieg Larssons Psychothriller „Verblendung“ als fesselndes Mystery-Drama. Dazu die anbetungswürdige Noomi Rapace. Jörg von Bilavsky war im Kino … Das Licht geht aus. Dunkle, schwebende Harmonien erfüllen im perfekten Dolby-Surround-Sound den gut gefüllten Saal. Die Kinogänger blicken erwartungsvoll auf die noch schwarze Leinwand. Doch was werden die nächsten zweieinhalb Stunden bringen? Enttäuschung oder Erstaunen über die Verfilmung eines unglaublich erfolgreichen Bestsellers? Wird der Film den gleichen Nervenkitzel generieren wie das Buch? Werden die Hauptdarsteller des Films mit den Figuren in den
Read More Drohbriefe, anonyme Beschuldigungen, Katzenkot vor der Haustür – und dann wird die forensische Anthropologin Tempe Brennan auch noch lebendig begraben. Kathy Reichs wirft in ihrem 12. Thriller Das Grab ist erst der Anfang einiges in die Plotschale. Aber richtig überzeugt hat sie Kirsten Reimers damit nicht.
Read More Posted On Dezember 10, 2009By Tina ManskeIn Musikmag
Viele halten diesen Film für die lustigste Musiksatire überhaupt – und selbst wenn es von diesen tatsächlich so viele gäbe, wie's solch eine Aussage glauben macht, wäre „This is Spinal Tap“ garantiert ganz vorne mit dabei. Von Tina Manske
Read More Posted On Dezember 8, 2009By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Nach seinem mit Ben Kingsley verfilmten Haus aus Sand und Nebel erweist sich Andre Dubus III auch in seinem neuen Roman als ein Meister der sublimen psychologischen Spannung und der schicksalhaften Verkettung von Menschen und Ereignissen. Von Karsten Herrmann
Read More Farhad Showghi: Erst das Fenster zeigt. – Wie schon in "Ende des Stadtplans" (2003) wird in den Texten des Bandes eine Landschaft kartographiert, die eigentlich nicht kartographierbar ist. Showghis Schreiben beginnt dort, wo wir bekanntes Terrain verlassen, der Stadtplan zuende ist. Der Blick wandert zwischen Vertrautem und Fremdem. Poetische Linien zeigen sich, die nicht auf Europa beschränkt sind, sondern tief in die persische Poesie führen.
Read More Alles verschwindet, nur das Verschwinden nicht. Und ist es nicht seltsam, wie viel Melancholie das Wort umweht? Sollten wir uns nicht freuen, dass Pest und Pranger verschwunden sind, jedenfalls bei uns? Aber daran denken wir selten. Eher besinnen wir uns unter stummen Seufzern auf das, was ein Stück Leben mit sich nahm. Jenny Erpenbeck breitet es in 31 Miniaturen vor uns aus. Von Steffen Rizz
Read More Folgen Sie auch heute wieder Carlo Schäfer in seine Krimischmiede, in der er auf dem Wahnsinn der Welt herumhämmert, auf dass die Funken sprühen. Das passiert mit schöner Regelmäßigkeit alle 14 Tage …
Read More Sooo. Der neue John Grisham. Die gute Nachricht zuerst: "Der Anwalt" liest sich erst mal ganz gut weg. Die schlechte Nachricht: "Der Anwalt" ist inhaltlich unglaublich schwach. Henrike Heiland hätte es lieber anders gehabt, aber …
Read More Lange war er weg, jetzt ist er wieder da. Quarry, der Killer aus der Werkstatt, besser vom Fließband von Max Allan Collins. Joachim Feldmann hat sich bestens amüsiert.
Read More Bitter im Abgang Polt darf den selbstgewählten Ruhestand nicht genießen. Denn nicht nur auf der Alm, sondern auch in den Weinbergen gibt’s die Sünd’. Obwohl … Jörg von Bilavsky hätte es gerne sündiger. Die Krimis von Alfred Komarek kann man genießen wie einen edlen Tropfen. Und ihrer wahren oder vermeintlichen Qualität wird man wohl auch dann erst gerecht, wenn man sie mit den Kriterien eines Weinkenners misst. So wie der pensionierte Gendarm Polt jeden Jahrgang im niederösterreichischen Weinviertel begutachtet, lassen sich auch seine Fälle begutachten und beurteilen. Und man darf
Read More Wirf es an die Wand und schau, ob es kleben bleibt! – Michael Wolffs Biografie des Medien-Tycoons Rupert Murdoch. Eine grundsätzliche Rezension von Peter Münder in zwei Teilen.
Read More Posted On Dezember 3, 2009By Tina ManskeIn Musikmag
Rückkopplungen des Verstärkers, verkehrtherummes Drehen an Reglern, Oszillieren der Schaltkreise, Klirren von Glas - das geordnete Chaos ist Radians Stilprinzip. Von Tina Manske
Read More Posted On Dezember 3, 2009By Thomas WoertcheIn Musikmag
LaBrassBanda schwebt nicht mehr so leicht über den Wassern, sondern steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Von Thomas Wörtche
Read More Posted On Dezember 3, 2009By Tina ManskeIn Musikmag
Kontrolle und Verlust Rückkopplungen des Verstärkers, verkehrtherummes Drehen an Reglern, Oszillieren der Schaltkreise, Klirren von Glas – das geordnete Chaos ist Radians Stilprinzip. Von Tina Manske Ein Stilleben als Albumcover – bei ihrer mittlerweile fünften Platte geben die drei Österreicher Martin Brandlmayr, Stefan Németh und John Norman gleich einen optischen Hinweis zurück auf ihr bisheriges Werk. Denn die Stille, die Pausen, das Nichtgespielte waren immer schon expliziter Bestandteil ihres Sounds. Radian bemächtigen sich vieler Herangehensweisen, ohne sich danach in eine Schublade stecken zu lassen – das Improvisierte des Jazz, die
Read More Posted On Dezember 3, 2009By Tina ManskeIn Musikmag
Warm und mollig Der Auftritt von Ja, Panik in Berlin geriet zu einem ergreifenden Familientreffen unter Freunden. Ein Konzertbericht von Tina Manske Als Unterstützung hatte sich die Band das neue Projekt von Britta-Bassistin Julie Miess und Jens Friebe eingeladen: Monsterplay spielen eine Sixties-Mischung aus Coversongs und alten Britta-Klassikern. Soweit, so gut, kann man machen (und im Lassie Singer/Britta/Friebe-Universum unterstützt man sich ja immer gern, wo man kann). Es war der erste öffentliche Auftritt dieser neuen Konstellation überhaupt, und vielleicht war ja auch noch etwas Nervosität im Spiel. Ob aber Miess
Read More George in the Box Dirk Schmidt, der mit “Letzte Nacht in Queens” einen der bemerkenswertesten New York Romane der letzten Dekaden geschrieben hat, checkt heute George Smiley, dessen Leute und deren Erfinder John le Carré auf ihre literarische Haltbarkeit im Pantheon des Polit-Thrillers und somit der Gegenwartsliteratur. Na, ja, – da sitzt der Spion zur hohen Zeit des kalten Kriegs hinter dem eisernen Vorhang und was noch nicht schief gegangen ist, wird bald schief gehen. Unter anderem weil die bereits damals vorsintflutliche Sendeapparatur ihren Geist aufgibt. In Zeiten, in dem
Read More Alexandra Bernhardt: Schwalben. – Lukas klappt die Formelsammlung auf, schaut aus dem Fenster. Man sagt, wird’s regnen, so fliegen sie tief. Nisten in der Nähe des Menschen. Und pfeilschnell, der Hirondellenflug. Lukas denkt: „Ihr aber...“, Lukas wird emporgehoben, schwankend, Segel tragend, jubelt: ganz leicht- und licht-gemacht, durch gewandtes Wort und selbst plötzlich wendig.
Read More Kwei Quartey wurde als Sohn einer afroamerikanischen Mutter und eines ghanaischen Vaters in Accra, der Hauptstadt von Ghana geboren. Wegen Verteilens von Flugblättern gegen die Militärregierung wurde er kurzzeitig inhaftiert. Deswegen, aber auch ausgelöst durch den Tod seines Vaters, verließ er als junger Mann das Land und siedelte zusammen mit seiner Mutter in die USA über. Heute lebt und praktiziert er als Arzt in Kalifornien und schreibt (jeden Morgen vor seinem Klinikalltag) an seinem zweiten Roman.Ein Kauftipp vom Krimibuchhändler unseres Vertrauens, Christian Koch (zur Buchhandlung).
Read More Kleine Kriminalistik für Krimis. Heute: Eine leblose Person wird gefunden, und nun?
Read More Harri Nykänen steht eigentlich für stocksolide, ganz sympathische U-Krimis. Jetzt möchte er, so ist zu befürchten, in die E-Liga aufsteigen und hat sich dazu einen jüdischen Polizisten erfunden, der in Helsinki obwaltet … Das ist zumindest beim ersten Mal danebengegangen. Thomas Wörtche ist leicht angefressen …
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