Posted On März 21, 2012By Charlotte von BausznernIn Comic, Litmag
Himmel im Hirn – Es ist jetzt ziemlich genau eine Messe her, dass ich stromernd in etwas sehr Großes, Pinkes in Frankfurt am Main reingelaufen bin. Abholen durfte ich mir dieses Große, Pinke, auf dem in gewaltigen Lettern FINNISH COMICS ANNUAL 2011 prangt, übrigens im Finnland Institut in Berlin, das eine ausgesuchte Bibliothek und Schönes aus dem hohen Norden in hellen Räumen von freundlichen Finnländerinnen bietet (mir ist kein Mann über den Weg gelaufen). Charlotte von Bausznern über die gewichtige Werkschau finnischer Comickünstler. Man muss die ersten rabenschwarzen Seiten nach
Read More Die Angst vor dem sozialen Abstieg – Kathrin Fischers porträtiert die „Generation Laminat“. Von Joachim Feldmann. Die großformatige Anzeige hatten wir aus der Tageszeitung ausgeschnitten und in unserer WG-Küche an die Wand gepinnt. Sie zeigte einen milchgesichtigen Teenager, der kurz zuvor eine international begehrte Tennis-Trophäe gewonnen hatte. Neben dem Bild prangte der Spruch: „Es ist ein gutes Gefühl, wenn Leistung zu Erfolg wird“. Das Logo und der Name des Auftraggebers fanden sich, wenn ich mich recht erinnere, unter dem Slogan: Deutsche Bank. Wir liebten diese Anzeige, verkörperte sie doch auf
Read More Gisela Trahms traf auf eine lit.cologne im Tranströmer-Hype – und hat dann doch ein ganz anderes Buch gelesen. Eine flanierende Rezension live aus der Kölner Buchhandlung Bittner. Ausharren – Die Macher der lit.cologne besitzen einen langen Atem. Als sie vor zwölf Jahren anfingen, wussten sie, dass sich niemand für einen betagten schwedischen Lyriker namens Tranströmer interessierte. Also warteten sie einfach, bis er mit achtzig den Nobelpreis erhielt und jetzt das Schauspielhaus füllen kann. Gehst du zu Tranströmer? Hast du Karten für Tranströmer? Kriegt man noch welche? Die Buchhandlung Bittner ist
Read More Von der traurigen, grotesken, monströsen, alltäglichen Liebe So viel ist über die Liebe geschrieben worden, dass es schwer ist, dem reichen Schatz etwas noch Ungekanntes hinzuzufügen. Es sei gleich vornweg gesagt: Erwin Koch gelingt das. Von Carola Ebeling „Was das Leben mit der Liebe macht“ ist eine Sammlung manchmal verstörender, immer berührender Liebesgeschichten. Geschrieben von einem, der für seine Reportagekunst bereits zwei Mal mit dem Egon Erwin Kisch Preis ausgezeichnet wurde. Und so ist auch die Erzählform eine besondere: Es sind wahre Geschichten, Koch hat mit den Menschen gesprochen, und
Read More Posted On März 21, 2012By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Fort mit dem Wind – Die Gedichte des westschweizer Lyrikers Frédéric Wandelère, betrachtet von Carl Wilhelm Macke. Man schweift zunächst neugierig über die Titel einiger Gedichte dieses Bandes. „Rotkelchen am Feuer“ finden wir da oder „Morgenlicht“, „Der Schmetterling“ , „Die Heuschrecke“, „Die Oktoberheuschrecke“, „Der Hund und die Sau“. Wären es die Titel alleine, dann wären wir nicht neugierig auf diese Gedichte. Aber dann ist da auch Philippe Jaccottet, der das Vorwort geschrieben hat. Und übersetzt haben die Gedichte Elisabeth Edl und Wolfgang Matz, die zu den ganz Großen der zeitgenössischen
Read More Leptoquark 1 bild / 100 worte Der Leptoquark isst nur noch Käse. Jeder Tag ist weißer Tag für den Leptoquark, der auf dem Kohlenfahrweg joggen geht und mehr auf sich achtet, seitdem er nicht mehr ins große Protonen-Theater passen will. Der Leptoquark steht kurz davor, mit seinem pseudoskalaren Wichselwerk ganz aus der Oberliga im GUT rauszufliegen. Ach, er war eine Brücke! Jetzt ist er ein Sumpf. Er war ein Bindeglied! Jetzt liegt er uns auf der Tasche. Der olle Leptoquark. Kein Quark macht mehr rechtslinks mit ihm, kein Lepton bewundert
Read More Posted On März 21, 2012By Die RedaktionIn Litmag, Lyrik
Das Köstlichste aber, wie sollen wir es singen? Robert Schindel zweimal über die Liebe und andere wilde Gefühle. Scharlachnatter Grauenhafter Mensch vorauslaufend In künftige Zeiten siehst du herab Auf uns Wilde uns Blöde Schauerlich diese Eiferei rettest uns Vor uns die wir dich hinschreiten Sehen zu den Diamantenbergen türkisenen Tälern in denen Häuser sich türmen Mit Prachtaussichten und Leute Mit Eisenherzen hinter den Fenstern Erwarten dich der du uns In der Vorsteherdrüse verdammt hast wir Mit der Scharlachnatter im Maul wollen Dir den Kopf abhauen und die Natter dir zwischen
Read More Posted On März 17, 2012By Die RedaktionIn Allgemein
Liebes CULTurMAG-Publikum, diese Woche pausiert das CrimeMag buchmessebedingt, am nächsten Samstag geht es bei uns turbodynamisch weiter! Es wünscht Ihnen ein großartiges Wochenende Ihr Thomas Wörtche & das CrimeMag-Team
Read More Das Sich-alleine-Durchschlagen setzt kreative Kräfte frei – Pärchen stinken, Pärchen lügen Pärchen winken und fahr’n nach Rügen Cocktails trinken, Kartoffelchips essen Händchen halten und die Freunde vergessen Pärchen verpisst euch, keiner vermisst euch Pärchen verpisst euch, keiner vermisst euch (…) Schon vor Jahren stellten die Lassie Singers die heteronormative Zweierbeziehung in Frage: Liebe als Konstrukt, Pärchenterror, zum Scheitern verurteilte Romanzen – in ihren Songtexten nahm Christiane Rösinger die Rolle der Liebes-Desillusionistin ein, heute bezeichnet sie Pärchen als „niedrige Lebensform, die in der Artentabelle nur knapp über dem Einzeller oder dem
Read More Ry Cooder feiert am 15. März seinen 65. Geburtstag. Wer nicht zur Party eingeladen wurde, hat trotzdem Grund zum Feiern, denn gerade ist seine Story-Collection „In den Straßen von Los Angeles" erschienen, übersetzt von Franz Dobler. Von Matthias Penzel
Read More Posted On März 14, 2012By Die RedaktionIn Litmag
Liebes CULTurMAG-Publikum, herzlich willkommen zur Doppelausgabe von LitMag und MusikMag! Matthias Penzel gratuliert Ry Cooder zum 65. Geburtstag und hat auch für alle anderen ein Geschenk dabei: die neue Geschichtensammlung „In den Straßen von Los Angeles“, in der Cooder den Underdogs eine Stimme gibt. Christina Mohr hat Christiane Rösinger interviewt und sich mit ihr über die kreative Kraft des Sich-alleine-Durchschlagens und ihr neues Buch „Liebe wird oft überwertet“ unterhalten. Gunter Gerlach schreibt in seiner Kolumne „(Un-)Möglicge Lektüren“ über Bücher, die er einfach nicht zu Ende lesen kann – und über
Read More Gunter Gerlach über Bücher, die er einfach nicht zu Ende lesen kann – und über die seltenen Ausnahmen, bei denen es dann doch gelingt… Wann hat diese Krankheit angefangen? Wir stehen in unserer Lieblingsbuchhandlung. Maja hält zwei Bücher hoch. Es ist „Monster″ von Benjamin Maack und „Lazyboy″ von Michael Weins. „Du könntest doch auch mal was empfehlen. Die hast du doch beide bis zu Ende gelesen.“ „Ja, fand ich auch gut, bis auf die grafischen Spielereien bei Benjamin Maack – Geschichten, die nur aus X oder O bestehen. Und bei
Read More Posted On März 14, 2012By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Meine faschistische Verwandtschaft – Man stelle sich einmal vor, über den Ausbau des Straßennetzes während der Nazizeit hätte ein deutscher Gegenwartsautor einen dicken Familienroman geschrieben. Und man stelle sich weiter vor, dass der Grundtenor dieses Wälzers keineswegs gegen Hitler und seine Architekten gerichtet wäre. Es wäre ein Roman geworden, der nicht ohne Humor und leicht eingängig das Milieu von Menschen geschildert hätte, in dem man mit diesem Autobahnbau der Nazis sehr einverstanden war. Der Autor hätte sehr genau und liebevoll eine Familie geschildert, in der alle Mitglieder der Nazipartei eigentlich
Read More Die dünne Haut der Realität – In seinem neuen Roman führt uns Thomas von Steinaecker in die von Controlling, Optimierung und Umstrukturierung bestimmte Welt des Versicherungsbusiness. Der mehrfach preisgekrönte junge deutsche Autor zeigt dabei auch, wie das realistische Erzählen in unseren Zeiten immer schon eine surreale Dimension in sich trägt. Von Karsten Herrmann Von Steinaeckers Protagonistin Rita Meißner wird nach einer Liaison mit einem „Alpha-Senior“ im Frankfurter Headquarter ihrer Versicherungsgesellschaft befördert und nach München versetzt. Als stellvertretende Abteilungsleiterin versucht sie hier um jeden Preis die Kontrolle über ihren Job und
Read More Puff. Puff. Puff. 1 bild / 100 worte S steht für Sultanfresser, Strahlengänge in die Alte Welt oder die Andere, die ganze Liste, Granada, Death Valley, Engelberg, Isfahan und die äußere Mongolei, Stich rein, Stich raus, Stich rein, Stich… ruhig. Ganz ruhig. Erst kommt heute, dann wieder heute, dann noch einmal heute und immer so fort bis zum Nicht-heute Heute, an dem der Kopf platzt und das Omelett sein Gelb im Weiß weit, weit hinter sich lässt. Puff. Puff. Puff. „Ein Huhn wird jetzt nimmer draus, und auch kein Hahn.“
Read More Posted On März 14, 2012By Die RedaktionIn Litmag
Späte Einsichten Von Pier Paolo Pasolini Ich weiß wohl, ich weiß wohl, daß ich mit einem Bein im Grabe stehe; daß alles, was ich berühre, bereits von mir berührt worden ist; daß ich Gefangener eines unanständigen Verlangens bin; daß jede Rekonvaleszenz einem Rückfall gleicht; daß die Gewässer stillstehn und daß alles abgestanden schmeckt; daß auch der Humor nur Teil einer unaufhebbaren Blockade ist; daß ich nichts anderes tue, als das Neue zum Alten zurückzuführen; daß ich immer noch nicht die Absicht habe, anzuerkennen, wer ich bin; daß mir sogar die
Read More Posted On März 14, 2012By Thomas BacksIn Musikmag
Es war auch wirklich an der Zeit: 2012 ist das Jahr, in dem Oer-Erkenschwick endlich seinen festen Platz auf der Deutschlandkarte des Rock und Pop findet. Mit dem Song „Erkenschwick“, zu hören auf "Zwischen den Runden", dem vierten Album der Hamburger Band Kettcar. Mit dem bitterbösen „Schrilles, buntes Hamburg“ und dem finalen „Zurück aus Ohlsdorf“ finden sich zwei weitere Songtitel mit Ortsnamen auf diesem Longplayer. Damit touren die Musiker um Marcus Wiebusch gerade kreuz und quer durch die Republik. Da starten wir eine neue Geografie-Stunde mit einer kleinen Deutschlandreise des
Read More Posted On März 14, 2012By Christina MohrIn Musikmag
Christina Mohr schwelgt in dieser Woche in ihrer Kolumne in retromanischen Veröffentlichungen - die mal mehr, mal weniger gelungen sind.
Read More Posted On März 14, 2012By Die RedaktionIn Musikmag
Neue Platten von und mit VCMG, Grimes, Blue Note Beach Classics und Perfume Genius, gehört von Tina Manske (TM) und Christina Mohr (MO). Arschgeil (MO) Seit im vergangenen Herbst das Gerücht einer Zusammenarbeit von Vince Clarke und Martin Gore aufkam und sich immer mehr manifestierte, steigerte sich der Erregungspegel der Fans von ungläubigem Staunen zu extremer Gespanntheit: galten Gore und Clarke doch seit dreißig Jahren als verstritten oder zumindest durch mehrere Andreasgräben voneinander getrennt. Für Zu-spät-Geborene: Vince Clarke war in Depeche Modes Pleistozän kurz Mastermind und Chef-Songwriter, stieg aber noch
Read More Ich weiß, Schwurbnews II, aber es geht nicht. Nicht diese Woche. Gute Ausrede Nr. 1: Gestern hatte ich plötzlich einen bitterbösen PC-Virus: Unter Blockade aller Funktionen tauchte da ein Schriftstück auf, das mich in leicht fehlerhaftem Deutsch belehrte, mein PC sei infolge zahlloser Pornoseitenaufrufe so derartig vervirt und betrojanert, dass ich auf die unten erläuterte Weise 50 Euro zu berappen hätte, damit er wieder flott würde. Ansonsten drohe … das Übliche – so eine Art dritter Weltkrieg. Natürlich besuche ich als demnächst wiedergeborener Christ niemals Pornoseiten, schließlich weiß ich nicht,
Read More Posted On März 10, 2012By Die RedaktionIn Crimemag
Liebes CrimeMag-Publikum, nachdem uns heute Carlos mit einer auf rätselhafte Art und Weise entstandenen Geschichte um Friedrich Glauser und die Schlechtigkeit des Menschen an und für sich erschüttert hat, gibt es Rezensionen galore: Ulrich Noller bespricht gleich zwei Bücher von Jeanette Erazo-Heufelder, Kirsten Reimers den neuen Roman von Robert Brack, Joachim Feldmann das dito neue Buch von Oliver Bottini und Claus Kerkhoff einen neuen Resnick-Roman von John Harvey. Üppig auch die Bloody Chops: Tina Manske choppt Bernie Mayer, Frank Göhre Yves Ravey, Roland Oßwald Jean-Luc Bannalec, Frank Rumpel Óscar Urra
Read More Schnittmenge Mexiko – Die Ethnologin und Sachbuchautorin Jeanette Erazo-Heufelder sucht nach der Wahrheit des mexikanischen Drogenkrieges. Und in ihrem literarischen Debüt untersucht sie einen ganz besonderen Kriegsschauplatz. Eine Doppelrezension von Ulrich Noller. Mit den Müttern ist es ja manchmal so eine Sache. Zum Beispiel, wenn sie ihrem längst selbst grau werdenden Sprössling in aller Öffentlichkeit imaginäre Fusseln vom Kragen zupfen. Wenn sie dem ewigen Filius mit schwieligen Händen das Gesicht umfassen, um ihn nach dem obligatorischen Besuch – möglichst in Anwesenheit seiner neuen Partnerin – mit Mundkuss zu verabschieden. Oder wenn
Read More Jenseits der Propaganda – Ein historischer Roman mit einer Mission – kann das gut gehen? Durchaus: wenn nicht nur gut recherchiert, sondern auch vernünftig geplottet wird und die Figuren glaubhaft gestaltet sind, findet Kirsten Reimers. In der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933 brennt der Reichstag in Berlin. Als Schuldiger wird noch vor Ort der Holländer Marinus van der Lubbe verhaftet, der von der NSDAP sofort als Kommunist gebrandmarkt wird. Schon am 28. Februar 1933 tritt die Reichstagsbrandverordnung – „zur Abwehr kommunistischer staatsgefährdender Gewaltakte“ – in Kraft, durch
Read More Aufklärung – Oliver Bottini ist immer ein Liebling des Feuilletons gewesen. Sein neuer Roman „Der kalte Traum“ geht neue Wege im neuen Verlag. Joachim Feldmann ist mit dieser Entwicklung sehr zufrieden … Das Foto zeigt einen jungen Soldaten, der einem Greis eine Pistole an die Schläfe hält. Es illustriert einen Artikel vom 25. August 1995, in dem die Rückeroberung der seit 1991 bestehenden Republika Srpska Krajina durch kroatische Truppen gefeiert wird. Zu Beginn der Kriege im ehemaligen Jugoslawien hatten die serbischen Bewohner die Region zum autonomen Staatsgebiet erklärt. Verbunden war
Read More Wenn der schlimmste Alptraum wahr wird – John Harvey ist einer der „Masters of British Crime Fiction“ und ein von Lesern und Kritikern gleichermaßen geschätzter Kriminalautor. Seine literarische Meisterschaft stellt er mit dem 11ten Charlie Resnick-Roman „Pass auf dich auf“ wieder unter Beweis – findet Claus Kerkhoff. Im neuen Charlie Resnick-Roman „Pass auf dich auf“ spielt der Autor John Harvey für seinen Protagonisten Charlie Resnick die männlichen Tyche und fügt ihm einen der schlimmsten, vorstellbaren Schicksalsschläge zu. Charlie Resnick ist Detective Inspector in Nottingham, er ist ein guter Kriminalbeamter, einer, der
Read More Posted On März 10, 2012By Die RedaktionIn Crimemag
Bloody Chops Bloody Chops … hussa, wie sie blinken, die Hackebeilchen … Heute choppen Tina Manske (TM) über Berni Mayer, Frank Göhre (FG) über Yves Ravey, Roland Oßwald (RO) über Jean-Luc Bannalec, Frank Rumpel (rum) über Óscar Urran (OU) und Joachim Feldmann (JF) über Hans Koppel. Mandels Büro (TM) Aha, ich bekomme einen Krimi zugeschickt. Da die darin beschriebenen Ermittler ehemalige Musikjournalisten sind, die sich als Schnüffler ein zweites Standbein schaffen wollen, hielt man beim Verlag wohl mich für den zuständigen Experten. So weit, so gut. Die Frage ist ja
Read More