Posted On März 6, 2006By Carl Wilhelm MackeIn Litmag
Warum eigentlich kommt nur eine Filmregisseurin wie Lina Werthmüller auf diese Idee? Sie suchte für einen ihrer Filme einige junge Darstellerinnen. Gut zweihundert Mädchen meldeten sich, um so vielleicht einmal eine Karriere als Schauspielerin zu beginnen. Die Werthmüller ließ sie sich vorstellen. Die Mädchen mußten zwei, drei Sätze sagen, einige gestische Bewegungen vorführen. Vielen gelang es gut und die entsprechenden Mädchen glaubten dann schon, vor den strengen Augen der Wertmüller bestanden zu haben. Doch dann ließ die Regisseurin den jungen Möchtegern-Sophia-Lorens etwas machen, auf das keines der Mädchen vorbereitet war.
Read More Posted On Februar 26, 2006By Carl Wilhelm MackeIn Litmag
Journalistische Arbeit hat auch etwas mit Berufsehre zu tun, die man aber nicht durch die Lektüre eines ‚Medienkodex’ erwirbt. Auch daran könnte man ja heute hin und wieder in der journalistischen Ausbildung erinnern. Eigentlich kann man dagegen nichts einwenden. Da hat ein Kreis sehr erfahrener und seriöser Journalisten einen Kodex erstellt, an dem man sich als Journalist bei seiner Arbeit halten soll. In dem „Netzwerk Recherche“ sind vornehmlich investigative Journalisten aus verschiedenen Medien organisiert, die sich regelmäßig, oft auch vorbildlich selbstkritisch, über ihre Arbeit austauschen. Ihr Urteil in Medienfragen hat
Read More Posted On Februar 23, 2006By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Friendly Fire „Blood sells“ – aber diese Chronik des Schreckens nimmt kaum jemand war. Laut einer Statistik der International Federation of Journalists ( IFJ) war das Jahr 2005 so schlimm wie nie zuvor für Journalisten. 2005 haben 150 Journalisten und Medienmitarbeiter in Ausübung ihres Berufes den Tod gefunden. Laut dem Bericht hat sich der „Trend zu gezielten Ermordungen von unliebsamen Berichterstattern im vergangenen Jahr verstärkt. 89 Journalisten sind Kriminellen, politischen Extremisten oder paramilitärischen Gruppen zum Opfer gefallen.“ Nach wie vor gefährlichstes Land für Journalisten ist der Irak, wo 35 Journalisten,
Read More Posted On Februar 19, 2006By Carl Wilhelm MackeIn Litmag
Ziviler Liberalismus Mit den Olympischen Winterspielen hat diese Erinnerung nichts zu tun, mit der jüngeren Geistesgeschichte von Turin aber sehr viel. Barbara Allason ist heute ein vergessene Frau und von der Kultur, die sie repräsentierte, berichten nur noch einige Bücher. Man stößt auf den Namen Barbara Allason heute eher beiläufig. In Fußnoten oder in Nebensätzen. Zum Beispiel in einem längst vergriffenen Buch des Regensburger Romanisten Johannes Hösle über den Schriftsteller Cesare Pavese. An einer Stelle kann man da lesen, dass es in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Turin
Read More Posted On Februar 8, 2006By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Gesetze sind teuer – Die Erfolgsstory des Silvio Berlusconi Für einen italienischen Verleger dürfte es ein großes Wagnis sein, heute noch eine neue Biographie von Silvio Berlusconi auf den Markt zu bringen. In seinem Heimatland wissen Freunde wie Gegner des mailänder Medienunternehmers heute scheinbar alles über dessen Leben, dessen politischen Ansichten, dessen Reichtum. Seine Dauerpräsenz in allen Fernsehkanälen, die ihm ja auch fast ausnahmslos alle gehören, hat bei Italienern zu einer großen Ermüdung geführt. Und er selbst soll jetzt am Beginn des großen Wahljahres sogar gesagt haben, dass er es
Read More Posted On Januar 26, 2006By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Die Nachbarn des nächsten Nachbarn In einer kleinen, 1923 erschienenen Buchrezension hat Joseph Roth einmal ein auch heute noch gültiges Motto für guten Journalismus verfasst: „Ein Journalist“, schreibt Roth, „kann, er soll ein Jahrhundertschriftsteller sein. Die echte Aktualität ist keineswegs auf 24 Stunden beschränkt. Sie ist Zeit- und nicht tagesgemäß“. Der Journalist als Jahrhundertschriftsteller – ein großes, fast zu pathetisches Etikett, das man nur wenigen zeitgenössischen Publizisten zuerkennen möchte. Ryszard Kapuscinski, den langjährigen Auslandskorrespondenten polnischer Nachrichtenagenturen und Zeitschriften, wird man sicherlich zu diesem kleinen Kreis rechnen können. In Polen hat
Read More Posted On Dezember 12, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Litmag
Lobrede auf die ‚kleine Form‘ Wer schreibt, kennt sie genau und wer nicht schreibt, kennt sie auch. Jene ununterbrochen im Kopf herumschwirrenden Gedanken, die sich nicht zu einem Ganzen fügen wollen, aber trotzdem nicht das Feld der Phantasien und Ideen räumen. Unentwegt gehen sie in unserem Kopf ein und aus, suchen eine Heimstatt in dem Gebäude unseres Denkens, finden sie, vielleicht auch nur für kurze Zeit, oder sie verlieren sich wieder irgendwo in den großen spinnwebenverhangenen Depots unseres Vergessens. Gedankenblitze, Augenblicke, Tagträume, gelegentlich auch Halluzinationen. Ein einziges Kommen und Gehen
Read More Posted On Dezember 4, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Litmag
Immerhin – er war ehrlich. Von Carl Wilhelm Macke De mortuis nihil nisi bene. Von den Toten solle man nur gut sprechen? Mag sein, aber als guter Christenmensch ist man ja auch zur Wahrheit verpflichtet. Wie also soll man sich verhalten, wenn man hört, der Boandlkramer (bayr. für der ‚Knochenhändler‘) hat bei Franz Schönhuber angeklopft und ihn dann auch gleich auf seine ewige Reise mitgenommen? Ist man einem zivilen Kodex oder der christlichen Ablehnung der Lügeverpflichtet? Einmal, wenigstens ein einziges Mal, entscheide ich mich für Wahrheitsgebot auch und gerade angesichts
Read More Posted On November 14, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Litmag
Endlich Tränen der Freude Verleihung der Hermann-Kesten-Medaille des deutschen PEN-Zentrums an kongolesische Journalistenorganisation. Donat M’Baya Thsimanga und Tshivis Tshivuadi wa Tshivuadi . Diese kongolesische Namen auszusprechen fällt schwer, geschweige denn, sie zu behalten. Aber den Inhalt ihrer Dankesrede anlässlich der Entgegennahme der ‚Hermann-Kesten-Medaille’ des deutschen PEN-Zentrums in Darmstadt, vergisst man nicht. Jedes Jahr verleiht das PEN-Zentrum, unterstützt von der Hessischen Landesregierung, einen Preis, der Personen oder Organisationen ehren soll, die sich mit Mut und Zivilcourage zur Verteidigung der Presse- und Meinungsfreiheit eingesetzt haben. Im Jahr 2005 wurde der Preis an
Read More Posted On November 3, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Heiligt der Zweck alle Mitten? Sihem Bensedrine und Omar Mestri attackieren den „Übergang zur Demokratie” in den Maghreb-Staaten. Wurde mal wieder ‚der Bock zum Gärtner gemacht?’ Ausgerechnet in Tunesien findet ab dem 17. November der UN-Gipfel über die Freiheit der Medien und den ungehinderten weltweiten Informationsaustausch statt. Weit und breit ist etwa von den in Mitteleuropa geltenden Standards an Presse- und Meinungsfreiheit in Tunesien nichts zu spüren. Zwar verweist die Regierung Ben Ali unentwegt auf ihr Grundgesetz, nach dem jeder Bürger des Landes sagen und schreiben kann, was er will,
Read More Posted On September 8, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Journalismus als Passion Einer der seit Jahrzehnten wichtigsten deutschsprachigen politischen Publizisten schreibt über den Journalismus als Beruf und Passion. Eine Einführung in den kritischen Journalismus, beschrieben am Beispiel der eigenen Biographie und der einzelnen Stationen innerhalb verschiedener Redaktionen und als Redenschreiber von Willy Brandt. Sehr versteckt irgendwo unter Verschiedenes erschien kürzlich in der ,Sueddeutschen Zeitung’ ein Beitrag über Lobbies in der Politik. Und ganz am Ende dieses scheinbar wenig aufregenden Artikels wurde kurz ein ehemaliger Journalist vorgestellt. Einer, den man zu den Erfolgreichen seines Genres zählen kann. Der als Pressesprecher
Read More Posted On September 1, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Schwimmen, schwimmen Für den Autor Paul Morand gibt es nur einen wirklich überzeugenden und dazu genussreichen Grund, in der Welt zu sein: wo und wann immer es möglich ist, an den Meeresküsten zu schwimmen und dabei Betrachtungen über das Leben, die Kunst, die Architektur und die Natur anzustellen. Eine Hommage auf das Schwimmen jenseits des Leistungssports. „Die Strände werden nun verlassen, die tristen Strände, wo das Meer seufzt. Bald werden die Landstriche, auf denen die roten Sonnenschirme blühten, nichts mehr als kahle Bäume besitzen.“ Damit beginnt eine kleine Plauderei von
Read More Posted On August 29, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Mit vollen Segeln gelebt „Die Großartigkeit dieses Buches“, so der vielbelesene triestiner Schriftsteller Claudio Magris, „hat bislang noch nicht die ihr gebührende Beachtung und internationale Würdigung gefunden.“ Dass die „Bekenntnisse eines Italieners“ von Ippolito Nievo im deutschen Sprachraum bis jetzt wenig oder überhaupt nicht bekannt waren, mag an den bisherigen Übersetzungen des Buches gelegen haben. Man konnte diesen Riesenroman nur in gekürzten, vorallem aber schrecklich verstaubt übersetzten Fassungen lesen. Die unter dem irreführenden Titel „Pisana“ bei Suhrkamp erschienene Fassung von Charlotte Birnbaum ließ diesen so ungemein lebendigen, temporeichen, auch ironischen
Read More Posted On Juli 14, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Abschiedsworte Eine Sammlung von Nachrufen auf verstorbene Schriftsteller, Musiker, Filmregisseure und Journalisten aus den letzten dreissig Jahren. In dem wunderbaren Roman von Antonio Tabuchi „Erklärt Peireira“ gibt es einen arbeitslosen Journalisten, der sich bei einer Tageszeitung bewirbt, weil er spezialisiert sei auf Nekrologe. Da nun mal auch der berühmteste Zeitgenosse irgendwann einmal sterben wird, ist das Verfassen von Nachrufen ein krisenunabhängiges journalistisches Genre. Aber von dieser profanen Sicht einmal abgesehen, ist das Gedenken eines Verstorbenen, dem die Welt, vielleicht aber auch nur ein kleiner Kreis von Freunden viel verdankt, immer
Read More Wellenberge, Wellentäler Täglich. Zwei, drei Blicke. Gegen das Vergessen. Oder als Mahnung. Oder aus Liebe. Oder aus Sehnsucht. Warum eigentlich heften wir uns immer und immer wieder neu Postkarten, ermutigende Sinnsprüche, langsam vergilbende Photographien (wir zwei, wann war das noch mal, am Strand von Norderney) an die Wände, an die Pin-Boards? Jedes Jahr werden es mehr Postkarten aus immer entfernteren Winkeln der Erde und wir verlieren langsam den Überblick. Wer hat noch mal die Karte mit dem Berg im Gegenlicht geschickt? Stammt die Karte aus Bali oder nur von der
Read More Posted On Mai 9, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Allgemein
Von Carl Wilhelm Macke Ein Geständnis: zum Gedenken an die 60. Wiederkehr des 8. Mai 1945, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, habe ich kein einziges Wort geschrieben. Keine nachdenkliche Erinnerung an das unmittelbare Kriegsende, die mein biographisches Alter ohnehin nicht zuläßt. Keine Reflexion über Sinn und Unsinn des ritualisierten Antifaschismus. Keine Meditation über den Stolz, mit dem man sich heute angeblich wieder ein Deutscher nennen darf. Keine Polemik gegen irgendeinen Ewiggestrigen oder notorisch Heutigen. Keine Rezension eines Buches über die Ursachen des NS-Regimes oder die Opfer der nazideutschen Kriegsstrategien.
Read More Posted On April 28, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Toskana sehen und sterben Jutta Stössinger hat eine literarische Entdeckungsreise durch eine der schönsten und kulturell reichsten Regionen Italiens geschrieben In den Jahren als das heute welk gewordene politische Farbenbündnis „Rot-Grün“ vor Glanz strotzte, gab es eine weit verbreitete politische Etikettierung. Lafontaine, Schily, Fischer, Schröder und tutti quanti kannten keine Parteien mehr, sondern nur noch die Toskana. Die Liebhaber dieser landschaftlich so reizvollen mittelitalienischen Region wurden von den Kommentatoren in den Medien zur sogenannten „Toskana-Fraktion“ ernannt. Gemeint war damit, dass der damals neuen Politikergeneration „Pasta e Vino“, ein gutes Menu
Read More Schöner Fernsehen Die Kritik über den Verfall der Fernsehkultur ist weitverbreitet und oft auch gut begründet. Iso Camartin hingegen setzt hier einen Kontrapunkt und lobt das Medium Fernsehen, dessen Möglichkeiten unterschätzt werden. Die Medien sind schuld. Vor allem aber das Fernsehen. Der Untergang des Abendlandes – en gros und en détail. Werteverfall, schlechte Manieren, Jugendkriminalität, Korruption, Scheidungsraten, Umweltsünden, Sex & Crime rund um die Uhr. Wo zwei oder drei Menschen versammelt sind und sich über den schlechten Zustand der Welt im Allgemeinen und Besonderen unterhalten, wird nach spätestens vier, fünf Sätzen
Read More Posted On April 19, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Die Kunst der Intrige Der Autor, ein Kastratensänger und Spion im Auftrag Ludwigs XIV. plaudert aus dem Nähkästchen eines mit allen Wassern gewaschenen Intriganten im Vatikan. „Annuntio vobis gaudium magnum, habemus Papam“. Mit dieser Formel verkündigt der ranghöchste Kardinaldiakon vom Balkon der römischen Peterskirche, dass das Konklave beendet ist. „Ich verkünde mit großer Freude, dass wir einen Papst haben“. Damit sind eigentlich auch die vielen Zeitungsartikel, Medienberichte und auch Bücher, die in diesen Tagen im Umkreis des aktuellen vatikanischen Konklave erschienen sind, umgehend Makulatur. Es wird – wahrscheinlich – auf
Read More Posted On April 14, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Ein Fest für Querdenker Der italienische Schriftsteller Alberto Savinio ist unzufrieden mit den vorhandenen Lexikas und hat sich deshalb ein eigenes Wörterbuch zusammengestellt. Wie traurig und langweilig ist es, immer nur an die schnellen Verbindungen, die Hauptstrassen und Abkürzungen zu denken. Was uns fehlt sind die Umwege, die Liebe zu den Nebenstrassen, die Freude an Sackgassen! Der 1891 in Athen geborene, aber in Mailand und Florenz aufgewachsene Savinio war immer ein sehr eigensinniger, Nischen und abgelegene Winkel liebender Mensch. Niemals die Abkürzungen und bekannten Wege nehmend, sich immer irgendwo in
Read More Die Grenzen der Reportage Paolo Rumiz hat den bekannten polnischen Journalisten in Warschau getroffen. Seinen Bericht vom Italienischen ins Deutsche übertragen hat Carl Willhelm Macke. Es schneit. Schneeflocken, groß wie Sahnebaisers, hüllen den protzigen sowjetischen Kulturpalast inmitten von Warschau ein. Zehn Uhr morgens. Ryzsard Kapuściński, 72 Jahre alt, von Beruf Reporter und mit seinen vielen Büchern durchaus nobelpreiswürdig, erscheint hinter einer rot-gelben Tram in einem grauen Wintermantel mit einem milden Lächeln im Gesicht. In Kürze werden seine Gedichte erscheinen und man wird dann eine Terra incognita dieses seit über vierzig
Read More Posted On April 3, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Alles blieb still Der bewegende Nachruf eines alten Mannes auf seine Frau, mit der er über sechzig Jahre zusammen sein Leben verbrachte. Vielleicht gehört es zu den unvergleichlichen Reizen der Literatur, uns die Möglichkeit immer neuer Entdeckungen zu schenken. Einmal von dem Sog des Lesens erfasst, hört das Suchen nach Büchern nie auf, die abseits der lauten Literaturbasare und manchmal auch in den hinteren Winkeln der Verkaufsregale gut sortierter Buchhandlungen verstauben. Da erschien zum Beispiel 1995 jenseits aller öffentlichen Aufmerksamkeit ein umfangreicher Band mit Gesprächen über Literatur, das Schreiben, Lesen
Read More Posted On März 17, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Mann der Vorsehung Er ist weder ein Diktator noch ein Demokrat, weder ein Faschist noch ein Liberaler. Silvio Berlusconi repräsentiert einen neuen Typus von Politiker, der seine Karriere ausschließlich der aggressiven Nutzung der ihm gehörenden Massenmedien und der Hilflosigkeit einer traditionellen Demokratie verdankt. Italien – Land der Wunder. Irgendwo zwischen Bozen und Lampedusa geschieht in jedem Monat ein Wunder. Da heilt ein frommer Prediger durch bloßes Handauflegen angeblich einen Schwerkranken. Dort wird der Mutter Maria für Hilfe in großer Not gedankt. Blut eines seit Jahrhunderten toten Heiligen verflüssigt sich, oder
Read More Posted On Februar 28, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Litmag
Lehrer – ein Nachruf Gibt es überhaupt noch Lehrer? Jeder flüchtige Blick auf die aktuelle Berufsstatistik in einem beliebigen Bundesland würde diese Frage als absurd und unverständlich erscheinen lassen. Natürlich gibt es noch abertausende von angestellten Lehrern und solchen, die nach dem Hochschulstudium auf eine Lehrerstelle oft vergebens warten. Zweifellos wird es Lehrer noch lange Zeit geben, auch wenn sich vermutlich ihr Berufsbild mit der Expansion von Internet und Cyberspace-Reality radikal ändern wird. Auf diese Entwicklung zu reagieren, ist die Aufgabe einer, in gängiger Reformersprache formuliert, „zukunftsorientierten Bildungspolitik“. PISA, Standortnachteile,
Read More Posted On Februar 24, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Litmag
Eine gute Schreibstube Von Carl-Wilhelm Macke Sie haben auf ihre Art alle einen guten Namen auf dem aktuellen Literaturmarkt: Martin Pollack, Erich Hackl, Richard Swartz, Claudio Magris, Ryszard Kapuscinski. Sie entstammen verschiedenen Generationen. Sie schreiben in verschiedenen Sprachen. Ihre Bücher sind unterschiedlichen Themen gewidmet. Wenig scheint sie zu verbinden. Doch es gibt eine Gemeinsamkeit, eine für andere, für die Leser und Kritiker nicht wahrnehmbare gemeinsame Wurzel. Sie freizulegen, bedarf es einen Umwegs, einer historischen Recherche im Archiv untergegangener Zeitschriften. Man muss beginnen mit der Erinnerung an einen heute, in Deutschland
Read More Posted On Februar 19, 2005By Carl Wilhelm MackeIn Litmag
Über (fehlende) Gesten der Solidarität mit der entführten Journalistin Giuliana Sgrena. Von Carl-Wilhelm Macke Jeder Journalist lernt es schon in der ersten Woche eines Volontariats: das ‚Ich‘ hat in einem journalistischen Beitrag nichts zu suchen. Man schreibt als Beobachter mit möglichst großer Objektivität und Genauigkeit eine Reportage oder präsentiert in einem Kommentar seine Meinung, aber nie in der ersten Person Singular. Als Journalist darfst du niemals ‚Ich‘ schreiben und dann sieht man auf einem Pressephoto in die Augen der um ihr Leben flehenden, vollkommen verhärmten, todesbleichen italienischen Kollegin Giuliana Sgrena.
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